Ötztal Windkanal - Deckname "Zitteraal" Stollen + Peripherie

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hebbel

Guest
#22
Aus dem bisher zu dieser Problematik Gelesenen geht für mich hervor, daß die Franzosen den Windkanal nach den vorliegenden Plänen von Prof. Peters und unter dessen fachlicher Begleitung aufgebaut haben. Sie hatten dazu alle transportablen Teile requiriert. Selbst die Verwaltungs -und Institutsgebäude haben sie nach den vorhandenen deutschen Plänen errichtet. In Modane-Avrieux steht aber nun ein geschlossener Umlaufwindkanal mit einer Antriebsleistung von 88 MW mittels Pelton-Turbinen.
Siehe hier und hier. Man müsste halt wissen, ob dies die deutschen Turbinen sind, die in F zum Einsatz kommen, um die im Ötztal angestrebte Größenordnung abschätzen zu können.
Gefälle und Wasser braucht man ohne Ende... :D Für mich sieht es so aus, als wären die Franzosen kein Risiko eingegangen und haben einschließlich Antrieb einen 1:1 Wiederaufbau betrieben.

Gruß
Dieter
 
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wolfgang

Guest
#23
Wenn derWindkanal nicht nach dem Unterdruck-System funktioniert hat,nach welchem dann?Die werden sich bei der Prjoektierung und Planung doch ihre Gedanken gemacht haben über den Stollen-Querschnitt
 
#24
Hallo,

Nachdem schon in einem US-Geheimdienstbericht aus dem Krieg ganz klar davon gesprochen wird, dass mit dem Wasser eine Turbine und damit der Windkanal betrieben werden soll, ist die Sache für mich klar.

Auch die Ausführung des Druckstollens paßt sehr schön zu zeitgenössischen Kraftwerksbauten aus der Gegend.

Zum Vergleich Bericht + Bild des Druckstollens im Kraftwerk Gerlos (gleiche Bauzeit):

http://www.angewandte-geologie.ch/Dokumente/Archiv/Vol52/52_5Liegler.pdf


Der vergleichsweise größere Stollendurchmesser (Gerlos/Ötztal) könnte auf einen gewissen Wassermangel (und damit eine notwendige Bevorratung) hindeuten.

Ist der abgebildete Stahlbetonbau eigentlich am "unteren" Mundloch des Stollens zu finden? Wenn ja, könnten es die Reste einer Turbinenhalle sein...


Liebe Grüße und danke für die tollen Bilder!!!

Markus
 
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Harald 41

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#25
Hallo Markus;
Ich war vor ca 3 Jahren im Sommer in Gerlos auf einem kurz Urlaub,.
Der Stollen müsste rechts oder links ins Zillertal hinunter gegangen sein?
Kann Fotos aus der Gegend reinstellen,wenn Du möchtest,müsste ich aber erst suchen.

LG Harry
 
H

hebbel

Guest
#26
@Wolfgang
Der Windkanal selbst bestünde dann aus einem geschlossenen Rohrsystem entsprechend großen Durchmessers in Rechteckform. In einem der Schenkel dieses Rechtecks sitzt das durch die Turbine(n) angetriebene "Windrad", welches die Luft bewegt. Prinzipdarstellung auch in dem zuvor geposteten Link.
Stollen entsprechenden Querschnitts und Auskleidung (evtl. darin befindliche Druckrohre?) wären dann zur Herbeiführung des Wassers für die Turbine(n) aus einem höher gelegenen Reservoir notwendig.
Die Franzosen haben dafür den Stausee bei Aussois mit einer Höhendifferenz von 850 Metern zum Windkanal. (In GE kann man beide Anlagen zusammen sehen.) Zur Ötztal-Anlage gab es Pläne für einen Großspeicher im Raum Längenfeld, welcher durch einen 14 km langen Hauptstollen mit einem Zwischenspeicher verbunden werden sollte.

Gruß
Dieter
 
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wolfgang

Guest
#27
@markus:Ja,das könnte hinkommen.Im hinteren Teil,zum Mundloch Richtung Pitztal.

Der Windkanal Ötztal ist ja nicht mehr fertiggeworden.In welchem Ausbaustadium hat sich der Druckstollen ungefähr befunden?Ist schwer zu sagen anhand der Bilder oder?
 
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0-Lux

Guest
#30
Wasser der Ötztaler Ache

Es ist durchaus denkbar, dass das Wasser der Ötztaler Ache im Bereich Längenfeld gestaut werden hätte sollen. Von dort wäre es möglich das Wasser der Ache über einen Freispiegelstollen bis zum oberen Ende des steilen Schrägschachtes am Nederbach zu leiten. Weiter könnte dort zusätzlich Wasser vom Nederbach beigeleitet werden. Die Fallhöhe beträgt 500m - und die Wassermenge ist auch nicht schlecht... Da bringt man sicher min. 10 bis 20 MW mit einer Pelton-Turbine raus!
Der Schrägstollen ist mit größter Wahrscheinlichkeit für die Druckrohrleitung gebaut worden. Das untere Ende des Schrägstollens (bei der Deponie) und der teilweise zugeschüttete Unterwasserkanal zum Inn würden von der Lage her auch gut zusammenpassen.

Licht AUS!
0-Lux
 
#31
Es stimmt dass im Bereich Längenfeld ein riesiger Stausee geplant war. Eine Talverengung unmittelbar vor dem breiten Talbecken Längenfelds wäre der optimale Stausee. Es fanden sogar schon Probebohrungen statt, welche heute noch teilweise zu sehen sind. Aufgrund eines gigantischen Bergsturzes vor ca 8000 Jahren ist der dadurch entstandene Schuttkegel (heute Winklerberg) nicht massiv genug und man hätte den Stausee nie dicht machen können. Ein weiterer Stollen welcher bereits in Umhausen in Bau gewesen ist. Würde die Ansichten von 0- Lux bestätigen

Es ist durchaus denkbar, dass das Wasser der Ötztaler Ache im Bereich Längenfeld gestaut werden hätte sollen. Von dort wäre es möglich das Wasser der Ache über einen Freispiegelstollen bis zum oberen Ende des steilen Schrägschachtes am Nederbach..............
 
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