2016 jährt sich der 100. Todestag von Kaiser Franz Joseph

josef

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#1
Zum 100. Todestag des Monarchen gibt es mehrerer Sonderausstellungen:
Vierteilige Schau über Kaiser Franz Joseph

Von der Unterhose bis zum schwarzen Leichenwagen: Ab heute können in vier Museen bei der Ausstellung „Franz Joseph 1830-1916“ Objekte aus dem Leben des umstrittenen wie verherrlichten Kaisers besichtigt werden.

„Franz Joseph ist hier in Schönbrunn geboren und auch gestorben, das war für uns der Grund, ihm zum 100. Todestag hier eine Ausstellung zu widmen“, sagte Franz Sattlecker, Geschäftsführer der Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft. Ebendort im Erdgeschoß findet sich mit der Schau „Mensch & Herrscher“ der Hauptteil der Gemeinschaftsausstellung.

Vier Orte, vier Aspekte
In Gehdistanz ist parallel „Repräsentation & Bescheidenheit“ in der vom Kunsthistorischen Museum (KHM) betriebenen Wagenburg zu sehen. Aspekte wie „Jagd & Freizeit“ beleuchtet die Ausstellung im Schloss Niederweiden, das Hofmobiliendepot widmet sich dem Thema „Fest & Alltag“.

Frühes militärisches Interesse
Der politischen wie privaten Person hat man sich in den engen, dunklen Räumlichkeiten im Schloss verschrieben. Erich Woschitz hat für die lichtempfindlichen Zimmer eine ebenso düstere wie verwinkelte Ausstellungsarchitektur geschaffen, die den Besucher durch die in groben Zügen chronologisch aufgebaute, aber auch immer wieder thematisch konzentrierte Schau führt.

Nachdem man Franz Joseph in der kaiserlichen habsburgischen Familie verortet hat, kann man sich ganz der Kindheit und Jugend des späteren Kaisers widmen. Dass die zahlreich ausgestellten Kinderinstrumente von der Geige bis zur Harfe den jungen Mann weit weniger interessierten als die Zinnsoldaten, erläuterte Kurator Karl Vocelka bei einem Rundgang. Auch die von Franz Joseph angefertigten Kinderzeichnungen untermauern sein frühes militärisches Interesse.

Bilder von gefallenen Soldaten
Vorbei an Kinderuniformen und zahlreichen Porträts geht es weiter Richtung Erwachsenenleben, in das Franz Joseph spätestens mit seiner Ernennung zum Kaiser im Alter von nur 18 Jahren eintrat. Dieses Jahr 1848 nimmt man in der Ausstellung zum Anlass, auf „Lebensstationen und Wendepunkte des persönlichen Lebens“ einzugehen. Zu sehen ist etwa ein Gemälde der „Krönung“, die so nicht stattgefunden hat, jedoch den symbolischen Vorgang der Herrschaftsübernahme veranschaulichen sollte.

Dem kritischen Blick auf die Politik des Kaisers werden die Kuratoren mit in die Schau integrierten Kontrapunkten gerecht: etwa mit Albin Egger-Lienz’ düsterem Gemälde „Finale“, Fotografien von gefallenen Soldaten im Ersten Weltkrieg sowie einer aus Tschechien stammenden Karikatur aus dem Jahre 1915, wie sie in Wien aufgrund der Zensur nie hätte veröffentlicht werden können. Zu sehen ist der Kaiser auf einem Rollstuhl sitzend, mit Telefon am Ohr, ein nacktes Baby mit einem Dolch durchbohrend und einer Bombe im Anflug.

Tod als Anfang und Ende
Weitere Stationen widmen sich der Ehe mit Kaiserin Elisabeth, den Geliebten des Kaisers sowie Franz Joseph als Katholik. Weiters finden sich zahlreiche Darstellungen von Kriegshandlungen, die Totenmasken des Thronfolgers Franz Ferdinand und seiner Frau Sophie und abschließend Fotos und Zeichnungen, die den alten Kaiser im Kreise seiner Kinder und Enkelkinder zeigt.

Den Abschluss bildet Franz Josephs Tod, der gleich zu Beginn der Ausstellung mit einem schwarzen Sarg thematisiert wird. Sehenswert ist etwa ein kurzer Film vom Trauerzug. Besonders stolz ist man auf die Ansammlung von Funeralinsignien, die Totenmaske ist hingegen im Laufe der Jahrzehnte verloren gegangen und nur als Foto in der Schau zu sehen.

Wagenburg mit Kitsch und Protz
Von der Dunkelheit der an eine Grabkammer gemahnenden Ausstellung kann man schließlich in die nahe gelegene Wagenburg wechseln, in der das KHM anhand zahlreicher Kutschen und auch Kleidungsstücke die Bescheidenheit des privaten Menschen Franz Joseph und der opulenten Repräsentation des Kaisers veranschaulicht. Ist man bei einigen Stücken von der Einfachheit der Ausführung überrascht, wird man von Exponaten wie dem „Imperialwagen“ - der Krönungskarosse Elisabeths bei ihrer Krönung zur ungarischen Königin 1867 - beinahe von Kitsch und Protz erschlagen.

Unterhose des Kaisers ausgestellt
Ebenfalls ab Mittwoch sind die Ausstellungen in Niederweiden und im Hofmobiliendepot zu sehen. An letzterem Ort widmet man sich auch wirklich privaten Aspekten des Kaisers: Von einem Privatsammler konnte man sich etwa eine Unterhose Franz Josephs leihen. Der schmal bemessenen Freizeit des Kaisers widmet man sich in Niederweiden, wo man den Kaiser anhand von 100 Exponaten etwa als Jäger zeigt. Wem das alles noch nicht genug ist, der hat in der Ausstellung „Der ewige Kaiser“ in der Nationalbibliothek die Möglichkeit, sich der Mythenbildung rund um Kaiser Franz Joseph anhand von Fotos und Dokumenten zu nähern.
Text u. Fotos:
http://wien.orf.at/news/stories/2763102/
 

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#2
„Der ewige Kaiser“ - Ausstellung in den Prunkräumen der Nationalbibliothek in Wien

ÖNB zeigt „Der ewige Kaiser“ Franz Joseph I. 1830–1916

2016 jährt sich zum 100. Mal der Todestag von Kaiser Franz Joseph I.
Als er am 21. November 1916 starb, war sein allgegengewärtiges, scheinbar zeitloses Gesicht das einzig bindende Symbol des zerfallenden Habsburgerreiches.

Heute befinden sich mehr als 10.000 Fotografien, Grafiken, Bücher, Zeitschriften und Lebensdokumente Franz Josephs in der Österreichischen Nationalbibliothek. Die Ausstellung „Der ewige Kaiser“ präsentiert die Höhepunkte dieser umfangreichen Sammlung und dokumentiert damit zugleich die politische Propaganda, die mit den Bildern des Kaisers schon zu seinen Lebzeiten betrieben wurde und die bis heute im Habsburg-Mythos nachwirkt. Aus der Privatbibliothek des Kaisers und der Familienbibliothek stammen wertvolle Geschenke, Bücher und Zeitschriften, vor allem aber Fotografien und Grafiken, die Zeugnis geben von der Loyalität und bisweilen unreflektierten Verehrung, die der Kaiser gegen Ende seines Lebens erfuhr. Persönliche Objekte aus den Nachlässen von Katharina Schratt und Erzherzogin Maria Theresia von Braganza sowie Schreiben Franz Josephs an seine Mutter Sophie und an seine Gattin Elisabeth erlauben einen Blick auf die Persönlichkeit hinter der höfischen Fassade. Erstmals öffentlich zu sehen sind dabei die 2015 entdeckten Abschiedsbriefe von Mary Vetsera aus Mayerling, die 1889 gemeinsam mit Kronprinz Rudolf Selbstmord beging.

Optischer Höhepunkt der Schau ist die 10 Meter lange Bildwand mit 86 Porträts aus 86 Lebensjahren:
Beim Gang durch den Prunksaal kann man Franz Josephs Entwicklung vom Baby bis zum Greis nachvollziehen und gleichzeitig die wichtigsten Stationen seines politischen Lebens Revue passieren lassen: die Revolution von 1848, die Schlacht von Königgrätz 1866, die Gründung der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie, den mühsamen Weg bis zur Einführung des allgemeinen Männerwahlrechts 1907 und schließlich seine verhängnisvolle Entscheidung für jenen Krieg, der als Erster Weltkrieg den Untergang des Habsburgerreiches besiegeln sollte. Die Ausstellung ist damit zugleich eine kritische Bilanz seines politischen Lebens.

Wissen, Macht und Tradition
Die Erziehung Erzherzog Franz Josephs

Franz Joseph I. wurde am 18. August 1830 als Erzherzog Franz Joseph Karl von Österreich in Schönbrunn geboren. Bei der Erziehung überließen seine Eltern Erzherzog Franz Karl und Prinzessin Sophie Friederike von Bayern nichts dem Zufall. Einer jahrhundertelangen Tradition folgend, begann bereits im Kleinkindalter ein dreistufiges Erziehungsprogramm, das den erstgeborenen Sohn auf seine künftige Stellung vorbereiten sollte. Die Kontrolle über diese Erziehung hatte seine Mutter Sophie. Gemeinsam mit Freiin Louise von Sturmfeder sorgte sie beispielsweise dafür, dass der Bub vom Dienstpersonal auf Ungarisch und Tschechisch angesprochen wurde.
Als Franz Joseph sechs Jahre alt war, begann der zweite Erziehungsabschnitt: der Privatunterricht. Gleich zu Beginn wurde ein Plan für alle Ausbildungsjahrgänge zusammengestellt, der oft mehr als 50 Stunden pro Woche vorsah. Besonders die dritte Phase der Erziehung war dann auf die zukünftige Herrschaft angelegt: Unterricht von sieben Sprachen, die als „Statistik“ bezeichnete Landeskunde sowie die militärische und juridische Ausbildung. Die Auswahl der Lehrer wurde jetzt in erster Linie von Fürst Metternich getroffen, der den Erzherzog auch in Politik und Staatsführung unterrichtete. Die letzten Fächer – Kriegsgeschichte, Strategie und vergleichende Heeresorganisation – konnten allerdings nicht mehr abgeschlossen werden: Die Revolution von 1848 und Franz Josephs Thronbesteigung am 2. Dezember desselben Jahres waren dazwischen gekommen.

In der Privatbibliothek des Kaisers sowie in der Familien-Fideikomissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen – beide sind heute Teil der Österreichischen Nationalbibliothek – finden sich berührende Dokumente aus dieser Zeit: erste Schreibübungen, Prüfungsantworten und Lehrpläne, aber auch Skizzen des jungen Erzherzogs. Franz Joseph erhielt nämlich über sieben Jahre lang Unterricht im künstlerischen Zeichnen. Seine bevorzugten Sujets waren dabei militärischer Natur: Uniformen, Adjustierungen und Kämpfe. Aber auch einige Karikaturen von Hofbediensteten und skurrile Gestalten in Zivil oder Uniform sind darunter, mit denen er seinen jüngeren Bruder Ferdinand Maximilian zu erheitern versuchte.

Franz Joseph Superstar
Das allgegenwärtige Bild des Kaisers

Franz Joseph war von Kindheit bis zu seinem Tod eine öffentliche Figur. Schon im ersten Lebensjahr und immer mit dem Gedanken an die zukünftige Herrschaft ließ seine Mutter Sophie den jungen Erzherzog zeichnen. Ab seinem Regierungsantritt 1848 porträtierten ihn Lithografen und die bekanntesten Maler Wiens wie etwa Ferdinand Georg Waldmüller oder Peter Fendi. In den 1860er-Jahren trat neben die klassischen Bildkünste das neue Medium der Fotografie: Hoffotograf Viktor Angerer fertigte das im Prunksaal ausgestellte Foto der „Allerhöchsten Kaiserfamilie“ an: Dabei handelt es sich um das einzige bekannte Foto des Kaisers, das ihn gemeinsam mit seiner Ehefrau Elisabeth und ihren Kindern Gisela und Rudolf zeigt; alle anderen Bilder sind Collagen, die im Umlauf waren, um ein intaktes Bild der kaiserlichen Familie zu vermitteln. Bei dieser wie bei fast allen Aufnahmen trägt er eine Uniform, denn ein Kaiser lässt sich nicht in ziviler Kleidung ablichten.

Mit dem Aufstieg der Fotografie wurde Franz Joseph zu einem Medienstar. Dies zeigte sich vor allem zu seinem 50- und 60-jährigen Regierungsjubiläum 1898 und 1908 sowie bei seinem 80. Geburtstag 1910: Eine bis dahin nicht gekannte Menge an Bildern entstand und wurde durch die illustrierte Presse, aber auch durch das neue Medium der Bildpostkarten weit verbreitet. Die Ausstellung dokumentiert eindrücklich anhand wertvoller Originale, wie auf diese Weise bereits im 19. Jahrhundert das zeitlose Bild des Kaisers entstand. Zur Zeitlosigkeit beigetragen hat auch und vor allem sein Markenzeichen: der Backenbart. Ab den 1850er-Jahren trug er ihn bis zu seinem Tod stets auf die gleiche Weise.

Viribus Unitis
Huldingungsadressen und ein Prachtband zum Kaiserjubiläum 1898

Das 50-jährige Regierungsjubiläum des Kaisers am 2. Dezember 1898 nutzte der Verleger Max Herzig für eine Publikation, die alles bis dahin Geschaffene in den Schatten stellen sollte. Herzig wollte im Gegensatz zu anderen Huldigungsbüchern keine politische Biografie präsentieren, auch wenn der Titel „Viribus Unitis“ („Mit vereinten Kräften“, der Wahlspruch Franz Josephs) das vermuten lässt, sondern ein Buch schaffen, das vom Kaiser selbst erzählt: „Sein ganzes Leben, das was er thut, wie er sich gibt, wie er spricht, wie er aller Orten Sympathien erweckt, wie sein liebevolles und überaus leutseliges Wesen auf den ersten Blick für ihn einnimmt.“ Gezeigt werden sollte ein Bild von Franz Joseph als gleichsam Besten aller Menschen; weniger charmante Charakterzüge oder die Freundschaft zu Katharina Schratt, die nicht dem offiziellen Image entsprachen, wurden verschwiegen. Die fast 400 eigens angefertigten Illustrationen unterstreichen die Bedeutung des visuellen Kaiserbildes – schließlich hatte der Kaiser den Zeichnern erlaubt, in allen Schlössern, bei den Manövern und bei der Jagd „die minutiösesten Naturstudien“ von ihm anzufertigen. Ein wichtiges Argument für den Kauf des Buches waren außerdem die darin enthaltenen 3.000 Porträts, die es zu einem „Who is Who“ der Habsburgermonarchie machten. Von „Viribus Unitis“ gab es eine Normalausgabe („Salonausgabe“) um 50 Gulden. Die Luxusausgabe mit zusätzlich 35 Heliogravüren kostete
200 Gulden: Dieses Jugendstil-Werk ist einer der Ausstellungshöhepunkte.
Ergänzend zeigt „Der ewige Kaiser“ eine Auswahl der prachtvollsten Huldigungsadressen, die aus der ganzen Monarchie in die Privatbibliothek des Kaisers gelangten. Mit dieser speziellen Mediengattung, ein grafisch gestaltetes Schreiben in aufwändiger „Verpackung“, konnten die Unterzeichner dem Kaiser zu Jubiläen und anderen privaten Anlässen gratulieren, ihm bei wichtigen politischen Ereignissen ihre Untertanentreue versichern oder die finanzielle Förderung durch das Kaiserhaus würdigen. Die öffentlichkeitswirksamen Auftritte des Schenkenden und des Beschenkten auf der Bühne des Zeremoniells hielten die Zeitungen mit ihrer ausführlichen Berichterstattung fest.

„Ihr Sie innigst liebender Franz Joseph!“
Briefe an die Frauen

In der Österreichischen Nationalbibliothek befindet sich der schriftliche Teilnachlass von Katharina Schratt und somit auch ein Großteil der Schreiben, die Franz Joseph über drei Jahrzehnte an sie richtete: insgesamt mehr als 900 Briefe, einer der längsten umfasst 13 Seiten. Seine Anreden reichten vom anfangs formulierten „Meine gnädige Frau“ über „Meine liebe theuerste Freundin“ zum intimen „Meine liebe, gute Freundin“, während Schratt für gewöhnlich die Formel „Mein allergnädigster Herr und Kaiser“ verwendete. Diese Original-Briefe zeichnen ein sehr privates Bild des Kaisers und zeigen besonders nach dem Selbstmord seines Sohnes Rudolf und der Ermordung Elisabeths die Vereinsamung und die depressiven Stimmungen des Monarchen. Ebenfalls zu sehen ist in der Ausstellung ein Stück purpurner Stoff von der alten Kaiserloge des Hofburgtheaters, wo Franz Joseph einst auf Katharina Schratt aufmerksam wurde. Der Kaiser schnitt es am 12. Oktober 1888 nach der letzten Vorstellung eigenhändig aus dem Wandbezug heraus und schickte es in einem seiner Briefe an Katharina Schratt.
Franz Joseph korrespondierte auch regelmäßig mit seiner Mutter Sophie. Auch in diesen oft nüchternen, formelhaften Briefen kommt die Persönlichkeit des Monarchen zum Ausdruck, sein rationales Wesen, die tiefe Liebe zu seiner Mutter, die überschwängliche Liebe zu Elisabeth, aber auch seine religiösen und politischen Überzeugungen, die Jagdleidenschaft und die Liebe zur Natur.
Erstmals öffentlich zu sehen sind jene erst 2015 entdeckten Abschiedsbriefe der Mary Vetsera aus Mayerling an ihre Mutter Helene, ihre Schwester Hanna und ihren Bruder Feri, die gemeinsam mit dem Abschiedsbrief des Kronprinzen Rudolf an seine Gattin Stephanie wichtige Quellen für die Tragödie von Mayerling darstellen.

Franz Joseph unterwegs
Die Reisen des Kaisers und des „Grafen von Hohenembs“

Kaiser Franz Joseph war ein äußerst mobiler Herrscher; zunächst noch in der Pferdekutsche unterwegs, nutzte er mit zunehmendem Ausbau des Eisenbahnnetzes immer öfter auch den bequemeren Hofzug. Allein im Jahr 1872 war Franz Joseph ganze 257 Tage „auf Achse“. Seine Reisen waren Manöver- und Inspektionsreisen, Jagd-, Erholungs- und Kulturreisen sowie Staatsbesuche – und meistens alles gemeinsam. In der Ausstellung wird die Orientreise von 1869 näher beleuchtet, die er angetreten hatte, um bei der feierlichen Eröffnung des Suezkanals dabei zu sein: Kaiser Franz Joseph verband diese Reise mit Aufenthalten in Konstantinopel, Athen und Kairo sowie mit einer Pilgerreise nach Palästina. Neben der Verfolgung von politischen und touristischen Interessen erkundete er auch ausgiebigst neue Jagdgebiete.
Ebenfalls zu sehen sind seine privaten Reisen etwa nach Südfrankreich, bei denen er sich seine Zimmer wie immer unter dem Namen „Graf von Hohenembs“ reservieren ließ, ein Titel, den er als Erbe des längst ausgestorbenen emsischen Adelsgeschlechts führte. Cannes war für ihn „bei weitem der schönste Ort an der Riviera“, wie er in einem Brief an Katharina Schratt schwärmt. Am Bahnhofsvorplatz in Cannes gelang auch jener Schnappschuss seiner Schwägerin Maria Theresia von Braganza, der als eines der privatesten Fotos des Kaisers gelten kann: Der Medienkaiser steigt im schwarzen Anzug mit Hut aus der Kutsche und blickt direkt in die Kamera.
http://www.onb.ac.at/ausstellungen/kfj/
 

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#3
Kaiser Franz Joseph I. – "Die kalte Sonne"...

Hier geht es zu einem Bericht im derStandard.at über den alten Herrn :), inklusive 2 Filmchen des Filmmuseums.
 

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#4
Am 21. November 1916 verstarb Kaiser Franz Joseph I. ...

Der Kaiser „ist nicht mehr“

„Bis zur letzten Sekunde haben sich die Gemüter gegen die grausame Vorstellung gewehrt“, die am 21. November 1916 zur „furchtbaren Wirklichkeit“ geworden ist. Mit Worten wie diesen umrahmte die „Wiener Zeitung“ vor 100 Jahren die Botschaft „Kaiser Franz Joseph ist nicht mehr“. Der bereits zu Lebzeiten inszenierte Franz-Joseph-Mythos erwies sich dann als erstaunlich nachhaltig und ist heute als „gute alte Zeit“ fixer Bestandteil eines nicht nur für Touristen zurechtgerückten imperialen Erbes. Ganz in diesem Sinne lebt auch zum 100. Todestag die Bildung kaiserlichen Mythen weiter, die - so der Tenor der von ORF.at befragten Experten - vielmehr entrümpelt werden müssten.

„Mit Wirklichkeit nichts zu tun“
Nach nahezu 68 Jahren auf dem Habsburger-Thron ist Kaiser Franz Joseph I. am 21. November 1916 - wie am nächsten Tag in großen Lettern auf der Titelseite der „Wiener Zeitung“ zu lesen - „um neun Uhr Abends im Schlosse zu Schönbrunn sanft dem Herrn entschlafen“. Die Nachricht ging wie ein Lauffeuer durch die vom Ersten Weltkrieg gezeichnete k. u. k. Monarchie, die seinen „Übervater“ nur knapp zwei Jahre überlebte.

Befürchtet wurde das, wie aus den Auszeichnungen seines Kammerdieners Eugen Ketterl hervorgeht, auch von Franz Joseph selbst. Es sei demnach nicht die Furcht vor dem Tod gewesen, die den Kaiser bedrückte, „sondern die entsetzliche Angst, dass die Totenglocken, die ihm läuten würden, auch sein Reich zu Grabe geleiten können“.

„Grausame Vorstellung“ des Undenkbaren
„Tiefbewegt und erschüttert“ von der Todesnachricht war das wohl auch Karl I. bewusst, dem die „Wiener Zeitung“ am 22. November 1916 erst auf Seite neun Platz für die Ankündigung seiner Amtsübernahme einräumte. Es sollte „die Erscheinung Franz Josephs I.“ sein, deren Glanz „noch in die fernen Jahrhunderte leuchten wird“, wie die Zeitung zuvor in ihrem „nichtamtlichen“ Nachruf prophezeite.

Der an sich nicht unerwartete Tod des seit Jahren nicht mehr öffentlich aufgetretenen und dennoch omnipräsenten Kaisers wird darin geradezu als undenkbar inszeniert: „Bis fast zur letzten Stunde hatten sich die Gemüter gegen diese grausame Vorstellung gewehrt.“ Dazu kommt das bereits zu Lebzeiten und später weiter gezeichnete Bild eines Regenten, der offenbar nichts falsch gemacht und mit „seiner Friedensliebe“ sich für die „altehrwürdige Monarchie“ geradezu aufgeopfert hat.

Die Zeit, in der der Kaiser noch lebte
„Mit der Wirklichkeit hat dies nichts zu tun“, so der Historiker Anton Holzer, der gegenüber ORF.at auch an das am Ende des Krieges in weiten Teilen der Bevölkerung diskreditierte Image des Kaisers erinnerte. Heute erscheine dieser dennoch häufig „als greiser milde blickender alter Herr, der keiner Fliege etwas zuleide tat“. Selbst der Erste Weltkrieg sei als „heldenhafter Krieg der Großväter“ in Erinnerung - „eine Zeit, in der der Kaiser noch lebte und die scheinbar nur gut war“, wie Holzer bereits zum 100. Jahrestag der fatalen Kriegserklärung von Franz Joseph an Serbien und den damit ausgelösten Ersten Weltkrieg vor zwei Jahren sagte.

Der „Kaiserkult“ sei aber nicht vom Himmel gefallen, sondern unter großem Aufwand hergestellt worden, und Franz Joseph ließ „das Ganze nicht nur passiv über sich ergehen“: Er stand nicht nur „liebend gern im Blickfeld der Medien“, sondern habe diese „auch bravourös zur eigenen Imagebildung“ genutzt. Das Bild eines agilen Herrschers blieb dank der bestens geschmierten Propagandamaschinerie somit selbst nach dem alters- und krankheitsbedingten Rückzug aus der Öffentlichkeit bis zuletzt präsent.

Es waren dann die Austrofaschisten, die laut Holzer das beschönigende Kaiserbild wieder „reaktivierten“. Österreichweit seien in den 1930er Jahren Kaiser-Denkmäler errichtet worden. Ein weiteres Beispiel sei die große Franz-Joseph-Ausstellung im Jahr 1935 in Schönbrunn, „die keinen Schatten auf den Monarchen fallen ließ“. Seitdem werde dieses Kaiserbild immer noch aktiv kultiviert und zwar „nicht nur für die Touristen, sondern auch für uns selbst“.

„Geschichtsmächtige Kompromisse“
Dem Historiker zufolge sei es nun „höchst an der Zeit, diesen Kaiserkult gründlich zu entrümpeln“. Gefordert wird, den Kaiser „so zu zeigen, wie er war“, nämlich in mancherlei Hinsicht durchaus ein erfolgreicher Politiker, aber auch ein Monarch, der Europa in den Abgrund führte.

Von einer „Ära, die sich, ob ihrer herausragenden Errungenschaften wie fatalen Fehlleistungen der endgültigen historischen Bilanz auf eigensinnige Weise entzieht“, spricht in diesem Zusammenhang Wolfgang Maderthaner vom Österreichischen Staatsarchiv. So stand bereits am Anfang von Franz Josephs Regentschaft die „unfassbar blutige Niederwerfung des aufständischen Wiens“. Unter Franz Joseph sei Wien aber auch zu einer „Stätte epochaler kultureller Innovationsleistungen geworden“.

Franz Joseph habe aber auch „seine Kriege verloren, die Vormachtstellung in Deutschland verspielt, Italien preisgegeben und das Kunststück zuwege gebracht, sein Reich vom Westen wie vom Osten gleichermaßen zu isolieren“. Vielfach stünden dahinter „folgenschwere und geschichtemächtige Konzessionen und Kompromisse“, die Franz Joseph laut Maderthaner immer erst dann einging, „wenn keine andere Option mehr offen schien“.

„Er hat 1914 nicht Nein gesagt“
Spätestens ab 1867, als sich das Habsburger-Reich zur österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie wandelte, war Franz Joseph „weitgehend gefesselt“, sagt dazu der an der Budapester Central European University (CEU) lehrende Politologe Anton Pelinka. Ungeachtet des damit angesprochenen „unabhängigen Eigenlebens“ in den beiden Reichshälften, habe Franz Joseph im Sommer 1914 aber auch nicht Nein gesagt.

Für Pelinka stehe hinter dem „Kaiserkult“ damit vor allem eine Vereinfachung wie hinter dem einstigen „Habsburgerkannibalismus“. Es handle sich aber auch um „eine höchst irrationale Sehnsucht nach einer Zeit, die zwar alt ist, aber nie gut war“.

Sehnsucht nach „Führungspersönlichkeit“
Noch einen Schritt weiter geht der ebenfalls von ORF.at befragte Historiker Oliver Rathkolb von der Universität Wien, demzufolge nach dem Motto „so schlimm ist es heute bei uns doch nicht“ vielfach selbst aus einer als viel schlimmer wahrgenommenen Vergangenheit „Trost“ für die Gegenwart und Zukunft gefunden werde.

Den im 21. Jahrhundert weiter gepflegten Kult um Franz Joseph bringt Rathkolb dann aber auch mit einer verdeckten und derzeit stark im Kommen befindlichen Sehnsucht vieler Menschen nach einer „Führungspersönlichkeit“ in Zusammenhang. Total vergessen werde dabei aber, dass Franz Joseph eben nicht nur „Identitätsklammer“ der österreich-ungarischen Monarchie war, sondern auch den Ersten Weltkrieg nicht verhinderte.

Kritisch betrachtet Rathkolb dann auch das offenbar blühende Geschäft mit historischen Themen. Manche Ausstellungsmacher würden sich zwar durchaus kritisch mit dem „Mythos“ Franz Joseph auseinandersetzen. Die „History Sells“-Welle sei dann aber auch „Teil einer Flucht in eine scheinbar heile - vielfach überhöhte und total geschönte - Vergangenheit, um den Problemen der globalisierten Gegenwart und vor allem der Ungewissheit der Zukunft kurzfristig auszuweichen“.

„Feiern lieber den ‚ewigen‘ Kaiser“
Wie das Gedenkjahr 2014 (100 Jahre Ausbruch des Ersten Weltkrieges, Anm.) zeige nun auch 2016, dass die Erinnerung und mit ihr die Mythenbildung weiterlebt, sagt dazu passend Hans Petschar, der für die Östereichische Nationalbibliothek (ONB) die Ausstellung „Der ewige Kaiser“ kuratierte. Nachdem die Rolle des Kaisers vor zwei Jahren durchaus kritisch gesehen und zur Verantwortung gezogen wurde, blicke man nun auf „das zeitlose Bild eines Monarchen, der sein Reich personifizierte,“ und verkläre die Welt von gestern, wie Petschar offen eingesteht.

Außer Frage stehe, dass Franz Joseph „über lange Jahre ein äußerst aktiver Regent“ war, „der machtbewusst die Fäden zog und erst nach und nach im Regieren lernen musste, Macht und Verantwortung zu teilen“. Dieses Bild passe aber nicht in die autokratischen Sehnsüchte nach einer zeitlosen Führerfigur, die auch Petschar zufolge heute wieder en vogue werden, und aus diesem Grund feiere man nun lieber den „ewigen“ Kaiser.


Peter Prantner, ORF.at
http://orf.at/stories/2364750/2364751/
 

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#5
67 Jahre und elf Monate auf dem Thron

Mit Franz Joseph starb auch sein Reich

Am 21. November vor 100 Jahren ist Franz Joseph I., Kaiser von Österreich und König von Ungarn, gestorben. „Ist zu beerdigen: In Kapuzinergruft“, verfügte vorschriftsgemäß der amtliche Totenschein jenes Mannes, der Zeit seines Lebens die Einhaltung und Erfüllung der vorschriftsmäßigen Ordnung zur Maxime seines Handelns gemacht hatte.

Im Alter von 86 Jahren erlag Franz Joseph einem Herzversagen infolge einer Lungen- und Rippenfellentzündung. Mit ihm wurde - auch wenn sich ihr Siechtum unter seinem Nachfolger Karl I. noch zwei Jahre hinziehen sollte - auch die jahrhundertelange Herrschaft des Hauses Habsburg zu Grabe getragen. Franz Joseph regierte 67 Jahre und elf Monate, länger als die meisten anderen Herrscher der Weltgeschichte.

Klare Ziele bei Amtsantritt
Erzherzog Franz Joseph aus dem Hause Habsburg-Lothringen wurde am 18. August 1830 unter der Regentschaft seines Großvaters Franz II./I. im Schloss Schönbrunn geboren. Als dieser 1835 starb, folgte ihm zunächst sein Sohn als Ferdinand I. auf den Thron.

Als „der Gütige“ in die Geschichte eingegangen, war Ferdinand - von den einen als durchsetzungsschwach, von anderen schlicht als schwachsinnig bezeichnet - jedoch niemals in der Lage, die Regierungsgeschäfte wirklich zu führen, und stand unter dem Kuratel einer Staatskonferenz unter der Führung des Staatskanzlers Metternich.

Als im Jahr 1848 die Revolution auch über Wien hereinbrach, musste Metternich fliehen und Ferdinand abdanken. Der 18-jährige Franz wurde am 2. Dezember 1848 zum Kaiser proklamiert. Unter dem Eindruck der Revolution und dem Einfluss konservativer Berater - allen voran seine Mutter Sophie, eine bayrische Prinzessin aus dem Hause Wittelsbach, und sein Kabinettschef Felix Fürst Schwarzenberg - setzte Franz Joseph ganz auf die Wiederherstellung der zentralen kaiserlichen Autorität.

Krim-Krieg und Schlacht bei Königgrätz
Die 1849 ohnehin oktroyierte „Märzverfassung“ wurde gar nicht erst in die Tat umgesetzt und zwei Jahre später wieder aufgehoben. Der junge Kaiser errichtete unter dem Einfluss des Hochadels zunächst eine unbeschränkte neoabsolutistische Herrschaft, deren Ziel es auch war, Österreichs Vormachtstellung in Europa zu behaupten.

Erst außenpolitische Ereignisse - der Bruch mit Russland durch die West-Orientierung Österreichs im Krim-Krieg 1853/54 und die Rivalität auf dem Balkan, militärische Niederlagen im sardisch-französisch-österreichischen Krieg mit empfindlichen Gebietsverlusten und schließlich die Niederlage gegen Preußen in der Schlacht bei Königgrätz 1866 - beschleunigten eine ohnehin nicht mehr aufzuhaltende Wende zu konstitutionellen Reformen.

Vom „Oktoberdiplom“ bis zum „Staatsgrundgesetz“
Mit dem „Oktoberdiplom“ von 1860 und dem „Februarpatent“ von 1861 wurde zuerst eine föderative, dann eine liberalistisch-zentralistische Verfassung eingeführt. Das Jahr 1867 schließlich sah nicht nur den „Ausgleich“ mit Ungarn und die Errichtung der Doppelmonarchie, sondern auch die Unterschrift Franz Josephs unter das „Staatsgrundgesetz über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger für alle im Reichsrat vertretenen Königreiche und Länder“, einen Grundrechtskatalog, der noch Basis für die über 50 Jahre später ausgearbeitete Verfassung der Ersten Republik sein sollte. Den bereits „vor Überdruck pfeifenden Kessel“ auseinanderstrebender Völker konnten diese „Deckel“, wie es die APA formulierte, allerdings langfristig auch nicht mehr verschließen.

Von Schicksalsschlägen begleitete Herrschaft
Seine Frau Elisabeth - wie seine Mutter aus dem Haus Wittelsbach stammend -, die er 1854 heiratete, wurde am Wiener Hof nie heimisch und entfremdete sich nach glücklichem Beginn im Laufe der Jahre immer mehr von ihm. Sie reiste ruhelos umher, war monate- bis jahrelang nicht in Wien und entwickelte immer stärkere Symptome physischer und psychischer Labilität. Nach dem Tod des Thronfolgers Erzherzog Rudolf in Mayerling 1889 zog sie sich gänzlich vom Hofleben zurück.

Am 10. September 1898 wurde sie auf der Uferpromenade des Genfer Sees von einem italienischen Anarchisten erstochen. Vor dem Tod seines einzigen Sohnes Rudolf - „Sisi“ und er hatten noch drei Töchter - und seiner Frau hatte Franz Joseph bereits seinen jüngeren Bruder Maximilian verloren, der sich auf ein kurzlebiges Abenteuer als Kaiser von Mexiko eingelassen hatte und 1867 vor einem Erschießungskommando endete.

Fatale Kriegserklärung
Den letzten Schlag versetzte ihm die Ermordung des nunmehrigen Thronfolgers, seines Neffen Franz Ferdinand, am 28. Juni 1914 in Sarajevo. Er begann, bereits 84 Jahre alt und müde, unter dem Druck nach Rache dürstender Politiker und Militärs einen Weltkrieg, den er nicht wollte, auch wenn seine unbewegliche Haltung in außen- und innenpolitischen Fragen besonders in der Frage der nach Unabhängigkeit strebenden Nationalitäten des Vielvölkerstaates dazu beigetragen hatte. Er glaubte, die Donaumonarchie militärisch zusammenhalten zu können. Die Konsequenzen dieser Fehleinschätzung musste er nicht mehr miterleben.
http://orf.at/stories/2364750/2364789/
 

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#6
Im Juni 1867 wurde in Budapest Kaiser Franz Joseph I zum König und seine Gemahlin Elisabeth zur Königin von Ungarn gekrönt

Dadurch jährt sich 2017 die Gründung der „Österreichisch-Ungarischen Doppelmonarchie“ und die Krönung Franz Josephs und Elisabeths in Budapest zum 150. Mal. Zum Jubiläum widmet die Wiener Hofburg der Beziehung des Kaiserpaars zu Ungarn einen Schwerpunkt mit der Schau
"Erzsébet - Sisi und die Ungarn"
im Audienzwartesaal der Kaiserappartements.

Schau zeigt „Sisi und die Ungarn“
Heuer jährt sich die Krönung Franz Josephs und Elisabeths in Budapest und damit die ungarische Doppelmonarchie zum 150. Mal. Zum Jubiläum widmet die Wiener Hofburg der Beziehung des Kaiserpaars zu Ungarn einen Schwerpunkt.

Die Schau „Erzsebet - Sisi und die Ungarn“ ist bis 7. Jänner im Audienzwartesaal der Kaiserappartements zu sehen. Elisabeth, die eine Aussöhnung mit Ungarn nach der Niederschlagung der Revolution 1848 befürwortete, drängte Franz Joseph, die Vorschläge Gyula Andrassys und Ferenc Deaks anzunehmen. 1867 stimmte der Kaiser schließlich dem Ausgleichsplan zu. „Das war der Moment, in dem sich Elisabeth politisch sehr aktiv gezeigt hat“, sagte Kuratorin Olivia Lichtscheidl.



SKB
Kaiserin Elisabeth als ungarische Königin

Im Juni 1867 wurden Franz Joseph und Elisabeth in der Matthias-Kirche in Buda zu König und Königin von Ungarn gekrönt. In der Ausstellung wird eine Reproduktion der Stephanskrone, die Franz Joseph aufs Haupt gesetzt wurde, präsentiert. Außerdem sind der Pferdehuf des Lipizzaners Cerbero, mit dem Franz Joseph auf den Krönungshügel ritt, sowie ein Behälter mit der Erde des Krönungshügels zu sehen.

Sisi im Krönungskleid als Mittelpunkt
Im Mittelpunkt der Sonderschau steht allerdings Kaiserin Elisabeth. Ein Fotoalbum mit historischen Fotografien, aufgenommen sechs Monate vor der Krönung, zeigt sie im ungarischen Krönungskleid. Ausgestellt werden außerdem Lithografien, die Elisabeth in ungarischer Kleidung mit ungarischem Kopfputz zeigen und das Kaiserpaar mit seinen Kindern Gisela, Rudolf und Marie Valerie im Schlosspark von Gödöllö.

Das Schloss, das dem Paar zur Krönung geschenkt wurde, wurde für Elisabeth zum Zufluchtsort. Auch ein von Franz Joseph in Auftrag gegebenes Teeservice aus Porzellan, das auf Schloss Gödöllö verwendet wurde, ist Teil der Ausstellung.


SKB
Die kaiserliche Familie vor Schloss Gödöllö


Umgab sich mit ungarischen Angestellten
Die Liebe der Kaiserin zu den Magyaren zeigte sich auch darin, dass sie sich mit ungarischen Angestellten umgab. Erstmals gezeigt wird ein Gemälde des Malers Josef Arpad Koppay, auf dem die ungarische Hofdame Ida von Ferenczy porträtiert ist. „Elisabeth hat sich vor allem in den letzten Jahren ihres Lebens mit den Menschen, mit denen sie gerne gesprochen hat, nur noch auf Ungarisch unterhalten“, sagte Lichtscheidl.

Ebenfalls zum ersten Mal ausgestellt ist ein Brief in der Handschrift der Kaiserin, in dem sie auf Ungarisch eine Absage einer Einladung zum Mittagessen bedauert. Unterschrieben ist der Brief mit „Ihre Verehrerin Erzsebet“ - der ungarischen Variante ihres Vornamens. An wen sich der Brief richtet, ist nicht bekannt, vermutlich handelte es sich um eine Person aus Politik oder Kirche...

Infos:
Schau in den Kaiserappartements

Publiziert am 24.06.2017

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Kaiserin Elisabeth als ungarische Königin, Ölgemälde, Georg Raab, 1867



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Franz Joseph als gekrönter König von Ungarn, Eidesleistung in Pest am 8.6.1867, Hrsg. Aloys von Nagy


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josef

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#7
Brille von Kaiser Franz Josef wird versteigert
Ob der Zigarrenspitz und die Lesebrille von Franz Josef oder Sisis Handschuhe aus Rehleder - im Dorotheum können wieder zahlreiche Gegenstände der Habsburger ersteigert werden.
Kaiser Franz Josephs Brille, die er aufgrund seiner Altersweitsichtigkeit bis zuletzt getragen hat oder eine Handtasche seiner Enkelin, der Roten Erzherzogin Elisabeth, der einzigen Tochter von Kronprinz Rudolf. All das kann nun ersteigert werden.

Rund hundert Jahre nach dem Ende der Monarchie werden dem Dorotheum immer wieder Objekte aus dem Besitz der Habsburger angeboten viele stammen dabei aus dem Nachlass von Hofangestellten, sagte Kaiserhaus-Experte Georg Ludwigstorff vom Dorotheum gegenüber „Wien heute“. „Manche Sachen wurden persönlich geschenkt und manche Sachen wurden dann nach 1918 nach dem Ende der Monarchie einfach mitgenommen als Erinnerungsstücke. Es war damals wenig Interesse daran.“



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Die Brille von Kaiser Franz Josef

Objekte mit Seltenheitswert
Mittlerweile hat sich das geändert und die jährliche Kaiserhaus-Auktion stößt immer auf viel Interesse. Besonders beliebt sind nach wie vor Exponate von Kaiserin Sisi. Neben einigen Porträts und ihren Handschuhen gibt es auch Objekte Seltenheitswert. „Wir haben zum Beispiel ein Porträt der Kaiserin Elisabeth von der Rückseite zu Pferd. Das finde ich ein bisschen ein kurioses Objekt“, so Ludwigstorff.

Der Ausrufungspreis befindet sich in einem Rahmen von 15.000 Euro für eine Marmor-Büste bis hin zu 200 Euro für Service-Teile. „Bei diesen ganzen Objekten ist der materielle Wert oft gering und der ideelle Wert hoch. Preise und Schätzwerte, die wir angeben, sind oft nur Anhaltspunkte. In den Auktionen erleben wir immer wieder, dass die Sachen auf das Zehnfache angesteigert werden.“

Manche Objekte verbergen durchaus berührende Geschichten, wie eine Seidendecke. Sie wurde von Sophie, der Frau von Erzherzog Franz Ferdinand für ihre Kinder handbestickt. Für jene Kinder, die einige Jahre später durch das Attentat von Sarajewo zu Vollwaisen wurden.

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Publiziert am 24.10.2017

Dieses Bild von Kaiserin Sisi wird ebenfalls versteigert
http://wien.orf.at/news/stories/2874002/
 

josef

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#8
Kaiserliche Hausschuhe für 11.250 Euro
Bei der Auktion „Kaiserhaus und Historika“ im Dorotheum in Wien wechselten einige Gegenstände mit Habsburger-Bezug den Besitzer. Kaiser Franz Josephs Hausschuhe wurden etwa für 11.250 Euro versteigert.
Gekennzeichnet waren die Schuhe mit einer Visitenkarte von Eugen Ketterl, der war der erste, der die Schuhe verkaufte, erklärt Dorotheum-Historiker Georg Ludwigstorff: „Der Leitkammerdiener des Kaisers, der berühmte Eugen Ketterl, hatte das Recht, sein Gehalt aufzubessern, indem er diese Schuhe an damalige Sammler schon verkauft hat.“




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Teurere Damenschuhe und ein Schirm
Gewohnt teurer waren die Damenschuhe, war für Satintreter von Kaiserin Elisabeth die Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft doch bereit, 21.250 Euro auf den Tisch zu legen. Auch den persönlichen Sonnenschirm Sisis holte man für 18.750 Euro heim nach Schönbrunn. Sisi-Utensilien sind generell gern gesehen bei Sammlern. Sparsam war sie nicht, so Ludwigstorff: „Man weiß, dass sie einen sehr großen Verbrauch gehabt hat, gerade im Bereich der Kleidung und Utensilien, die sie benützt hat.“

Auf den Markt gelangt sind fast 300 Stücke in der Auktion. Von Ketterl stammen etwa die zwei Paar Hausschuhe aus feinstem Ziegenleder und mit Seidenfutter des Kaisers sowie das Paar schwarze Seidensatin-Schuhe mit Perlenstickerei von Elisabeth. Ein häufigeres Auktionsstück sind die kaiserlichen Taschentücher, denn „da hatte er einen sehr großen Verschleiß.“

Link:
Publiziert am18.06.2018

Sonnenschirm von Sisi


Kaiserliches Taschentuch


"Satintreter" von Kaiserin Elisabeth
Alle Fotos ORF

Kaiserliche Hausschuhe für 11.250 Euro
 
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