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Artillerie-Granate im Sperrmüll




Das sich auf dem ehemaligen Gelände der Prüf und Abnahmestelle Raderach noch einige Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg befinden ist nichts neues, auch das dort auf meinem Lieblingsspielplatz eine Kreisdeponie betrieben wird ist allgemein bekannt, allerdings das es Zeitgenossen gibt die meinen dort im normalen Sperrmüll auch übrig gebliebene Granaten zu entsorgen gibt einem zu denken !
Gruß Henry



http://www.szon.de/lokales/lindau/region/200401270295.html


Artillerie-Granate im Sperrmüll
Wer, um Himmels willen, entsorgt eine Granate im Sperrmüll? Die Frage wird sich vermutlich nicht mehr klären lassen. Aber das Corpus delicti befindet sich als Beweisstück auf der Kreismülldeponie in Weiherberg. Dass die Explosion des Artilleriegeschosses am Freitag glimpflich abging, ist einem glücklichen Umstand zu verdanken: Der Zünder war abgeschraubt und die Sprengladung im Projektil vermutlich nicht mehr ganz komplett.
Wie am Samstag berichtet, ist es gegen 14.45 Uhr beim Schreddern von Sperrmüll zu der Explosion gekommen. Der Knall sei nicht allzu dramatisch gewesen, sagte der Betriebsleiter der Deponie, Heiko Herp. Es habe einen dumpfen Schlag gegeben, und der Inhalt einer Radlagerschaufel sei aus dem Schredder geflogen. Der Sperrmüll habe angefangen zu brennen, konnte aber sofort gelöscht werden. Niemand sei verletzt worden, nicht einmal die Maschine habe Schaden genommen.
Im Schredder selber fand man dann das Geschoss. Es handelte sich zwar nicht um eine Stabbrandbombe, wie von der Polizei zunächst angenommen, sondern um ein richtiges Artillerie-Geschoss aus dem Zweiten Weltkrieg: 25 Zentimeter lang mit einem Kaliber von 7,5 Zentimetern. Ein richtiger Panzerknacker also.
Die Granate ist zwischen die Schredderzähne gekommen, dabei sind Funken entstanden, die das Pulver entzündeten. Um sicher zu gehen, dass kein weiterer Sprengstoff in dem Sperrmüll versteckt ist, hat die Polizei einen Suchhund eingesetzt, der aber nichts mehr fand.
Ab und zu komme es beim Sperrmüll-Schreddern zu Funkenschlag oder zu kleineren Explosionen, sagt Herp, etwa wenn nicht ganz entleerte Camping-Gaskartuschen zerquetscht werden. Eine Granate sei ihm aber noch nie untergekommen.
Offenbar hatte das Geschoss jemand auf dem Speicher oder im Keller als "Souvenir" aufbewahrt, vermutet der Leiter des Abfallwirtschaftsamtes des Kreises, Thomas Hess. Über eine Haushaltsauflösung oder Räumungsaktion dürfte sie dann auf dem Sperrmüll gelandet sein. Wäre der Zünder noch auf der Spitze drauf geschraubt oder auch die Messinghülse mit der Treibladung anmontiert gewesen, wäre die Sache nicht so glimpflich ausgegangen, vermutet Hess. }


Quelle : Schwäbische Zeitung 27.1.2004
:hau
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