josef

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#1
Eine kleine Auswahl von Dia-Bildern vom Bau des größten österreichischen Donaukraftwerkes bei Altenwörth , Bezirk Tulln, NÖ. 1973 - 76:

http://www.verbund.com/pp/de/laufkraftwerk/altenwoerth
http://de.wikipedia.org/wiki/Kraftwerk_Altenwörth

Teil 1 - Zeitraum 1973:

1. Übersichtsplan der Baustelle: Im Bereich eines Bogens des Donaustromes wurde im Augebiet ein neues Flussbett gegraben und das Kraftwerk „im trockenen“ errichtet. Nach Fertigstellung der Anlagen wurde der alte Stromverlauf durch einen Damm abgeschlossen und das neue Strombett geflutet bzw. auf ca. 30 km Länge oberhalb der Wehranlage aufgestaut.

2. - 3. Ausbaggerung des neuen Flussbettes

4. – 6. Riesige Baugruben waren für die Fundamentierungsarbeiten der Wehr-, Turbinen- u. Generatorgebäude sowie der Schleusenanlagen erforderlich.
 

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josef

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#2
Teil 2 - Zeitraum 1974 – 75:


7. Baustelle der Wehrfelder im Bereich „Oberwasser“ -> zukünftiger Staubereich

8. Baustelle Bereich Turbinen- u. Generatorenbereich (Maschinenhaus) „Unterwasser“ -> unterhalb der Wehranlage

9. – 10. Baustelle der Wehrfelder vom Bereich „Unterwasser“ aus gesehen. Zwischen den mächtigen Betonpfeilern werden riesige stählerne Wehrverschlüsse (-Tore) eingebaut. Diese hydraulisch verstellbaren „Tore“ regeln die Stauhöhe des dahinter liegenden Staubereiches.

11. Bau einer der beiden Schleusenkammern für die Schifffahrt im „Oberwasser“

12. Bereich der späteren „Schleusenaus- bzw. Einfahrt“ im „Unterwasserbereich“
 

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josef

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#3
Teil 3 - Die Kraftwerksanlagen knapp vor Inbetriebnahme, das neue Flussbett ist bereits geflutet und der Bereich oberhalb der Wehranlage aufgestaut - 1976:

13. Blick von der Wehranlage stromabwärts aufs „Unterwasser“: Links Bereich der Schleusenaus- und Einfahrt mit Leitmole. Rechts das abfließende Überschusswasser aus dem Staubereich. Am rechten Bildrand ist im Hintergrund die Silhouette des AKW Zwentendorf zu erkennen.

14. Eine der beiden bereits gefluteten Schleusenkammern mit Durchblick ins „Unterwasser“

15. - 18. Ansicht der Gesamtanlage von der „Unterwasserseite“. Rechts das Maschinenhaus, anschließend die Wehrfelder und rechts die Schleusen.
 

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josef

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#4
Möchte noch auf die teilweise schlechte Bildqualität hinweisen, verwendete für die Aufnahmen über den Zeitraum von mehreren Jahren verschiedenes Filmmaterial -> Agfa, Kodak und leider auch Revue. Wobei von der letztgenannten Marke die meisten Dias nach fast 40 Jahren unbrauchbar sind :schlecht:

lg
josef
 
H

Harald 41

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#5
Hallo Josef;
:danke für die Bilder,alte Dias und Fotos sind unbezahlbar wie man sieht, was man heute von den modernsten Festplatten eher nicht sagen kann.

LG Harry
 

SuR

... wie immer keine Zeit ...
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#6
Die alten Revue-Filme sind vermutlich Produkte aus Wolfen ;).

Hast Du denn schon mal in einem DDR-Fotografe-Forum geschaut, ob es vielleicht noch irgendwelche Tricks zur Rettung dieses Filmmaterials gibt?
 

josef

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#9
Bauarbeiten Staubereich 1974 - 75

Der Bau des Donaukraftwerkes Altenwörth erforderte auch umfangreiche Damm- und Flussbauarbeiten entlang der Uferlinien beidseitig der Donau bis auf die Höhe von Krems. Die „Stauwurzel“, also der Beginn des Stauraumes, liegt in etwa im Bereich der Schnellstraßenbrücke Krems. Von da weg stromabwärts wurde das Strombett besonders am Südufer stellenweise um ein Viertel verbreitert. Im Bereich Angern – Hollenburg wurde hingegen auf einige Kilometer in das alte Donaubett die Trasse der neuen S33 angeschüttet. Die Traisenmündung wurde von Traismauer ca. 10 km nach Osten, unterhalb der Wehranlage des Kraftwerkes verlegt. Dafür musste im Augebiet ein neues Flussbett errichtet werden. Auch die Fladnitzmündung musste von Hollenburg nach Westen, in den Bereich zwischen der neuen Schnellstraßenbrücke und der Eisenbahnbrücke im Bereich von Furth-Palt, verlegt werden.

Hier einige von alten Dias gescannte Bilder:

1. Blick von der (damals) neuen Kremser Schnellstraßenbrücke nach Osten Richtung Hollenburg (am Bergrücken Wetterkreuzkirche). Das zu verbreiternde Donaubett ist durch den bereits abgeholzten Austreifen zu erkennen.
2. Wieder in die gleiche Richtung, in etwa gegenüber der Kremser Hafeneinfahrt. Das ausgebaggerte Schottermaterial wurde zur Dammschüttung verwendet.
3. Bereich Ruine Bertholdsheim in Hollenburg. Hier wird die Trasse der 4-spurigen Schnellstraße S33 (jetzt B 37a) und der Damm mit dem späteren Donauradweg angeschüttet. Links ist das damals noch nicht voll ausgebaute Kraftwerk Theiss zu erkennen. Diese Stelle haben zwischenzeitlich bestimmt schon viele User mit dem Auto auf der Schnellstraße oder per Drahtesel am Donauradweg Passau-Wien, passiert... :)
4. Nochmals Bereich Hollenburg.
5. Blick von der neuen Donaubrücke nach Westen, Richtung Eisenbahnbrücke (Strecke Krems-Herzogenburg-St.Pölten) bzw. Wachauberge im Hintergrund. Links, im Bereich zwischen Zugschiff – 1. Schleppkahn, erkennt man die Bauarbeiten zur neuen Fladnitzmündung.
6. Die Schnellstraßenbrücke, Richtung Nordufer bei Krems.
 

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D

daknoll

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#10
Hallo alle Forumsteilnehmer!

Bisher habe ich eure immer wieder informativen und interessanten Beiträge nur mitgelesen. Sie sind für mich deshalb interessant, weil eines meiner Hobbys das fotografieren ist.

Nachdem ich heute die wirklich großartigen :bravo: Fotos vom Bau des Kraftwerks Altenwörth angesehen habe, möchte ich gerne eine Frage stellen.

Ich hatte vor kurzem das Vergnügen im Akw Zwentendorf ein paar Stunden lang Fotos schießen zu können und würde nun gerne Fotos vom Bau ansehen.
Hat vielleicht jemand von euch welche, oder weiß wo ich welche finden kann?

Viele Grüße, Walter
 

josef

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#12
Donauufer bei Strom-Kilometer 2000

Ein paar Fotos vom heutigen Spaziergang am rechten Donauufer im Bereich der Kremser-Schnellstraßenbrücke:

1. Blick auf die Schnellstraßenbrücke. Die Insel mit dem 1. Strombrückenpfeiler ist der Rest des ursprünglichen Uferverlaufes vor der Verbreiterung des Flussbettes und Beginn der Stauhaltung für das DOKW-Altenwörth. Der am 1. Bild des Beitrags #9 am linken Rand erkennbare Baum steht auf dieser heutigen Insel…

2. Nochmals die Brücke mit der Insel stromaufwärts gesehen.

3. Blick zum linken Ufer mit den Anlagen des Kremser Hafens.

4. Knapp 200 m stromauf der Schnellstraßenbrücke Krems befindet sich der Strom-km 2000. Von hier sind es also genau 2.000 km bis zur Donaumündung -> Donaudelta ins Schwarze Meer bei Sulina !

5. Die Anzeigetafel auf der Dammkrone…

6. …und der Vermessungspunkt an der Uferböschung.

Die Kilometrierung der Donau und ihres gesamten Flusssystems werden flussaufwärts gezählt, was sonst unüblich ist. Offizieller Nullpunkt der Kilometrierung ist der Leuchtturm von Sulina am Schwarzen Meer. Von Kilometer 0 bis 150 erfolgt die Streckenangabe in nautischen Meilen (0–81 sm). Auch alle Nebengewässer haben ihren Nullpunkt an ihrer Mündung.
 

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josef

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#14
Nach 40 Jahren Betrieb sind auch ständige Wartungsarbeiten notwendig:
Spezialtaucher untersuchen Donaukraftwerk
Das Donaukraftwerk Altenwörth (Bezirk Tulln) zählt zu den leistungsstärksten in Österreich. Um den Betrieb zu gewähren, wird regelmäßig eine der Turbinen mit Spezialtauchern aufwändig untersucht. Derzeit läuft eine Inspektion.

Nach Angaben des Betreibers Verbund erzeugt das Kraftwerk pro Jahr zwei Milliarden Kilowattstunden Strom, das entspreche knapp zweieinhalb Prozent des gesamten österreichischen Stromverbrauchs oder dem Jahresverbrauch von 570.000 Haushalten. Die neun Turbinen sind 40 Jahre alt aber noch „tadellos in Schuss“, sagte Verbund-Sprecher Florian Seidl. „Damit das so bleibt, inspizieren wir alle neun Jahre eine Turbine“.


Verbund

Die Inspektion gestalte sich dabei sehr aufwändig, „weil die Donau nicht einfach gedrosselt werden kann. Deswegen finden solche Arbeiten im Spätsommer bis Winter statt, wenn die Donau weniger Wasser führt“, sagte Seidl gegenüber noe.ORF.at

Spezialtaucher kontrollieren Dammbalken
Zunächst werden Dammbalken dicht vor jene Turbine, die zu untersuchen ist, gesetzt. „Ein Dammbalken wiegt 28 Tonnen und ist zwölf Meter breit, darum brauchen wir den großen Portalkran“, so Seidl. Spezialtaucher kontrollieren, ob die Dammbalken dicht sitzen. „Dazu muss der Taucher zunächst den Einlauf der Turbine säubern, bevor die Dammbalken aufgestapelt werden können. Die Donau ist ein sehr trüber Fluss und der Taucher muss 30 Meter tief abtauchen“, sagte Seidl. „Am Grund der Donau muss er dann mühsam kriechend mit der Hand den Sand und lose Äste zur Seite räumen. Weil das Wasser so trüb ist, sieht der Taucher praktisch nichts.“

Bei der aktuellen Inspektion musste sogar ein sogenannter Schwimmbagger helfen, um die Sandablagerungen und einen verkeilten, riesigen Baumstamm unter Wasser wegzubekommen. „Wenn die Dammbalken eingehoben sind, kontrolliert der Taucher dann nochmals die Dichtheit.“ Anschließend wird die Turbine leergepumpt, so dass sie zugänglich ist. Erst dann können die eigentlichen Arbeiten beginnen und ein Service an der Turbine gemacht werden. So werden beispielsweise Abnutzungen an den Schaufeln nachgebessert, die Lager kontrolliert und der Korrosionsschutz, wenn nötig, erneuert.

Turbine ab September wieder in Betrieb
Werden keine größeren Schäden entdeckt, soll die Turbine laut Plan Ende September wieder in Betrieb genommen. Währenddessen übernehmen die restlichen acht Turbinen das Wasser. Am Wasserspiegel oder Durchfluss ändere sich dadurch nichts, so der Verbund-Sprecher.


Verbund

„Sollte die Donau überraschend ansteigen, können die Wehrfelder das überschüssige Wasser ableiten.“ Auch die Stromerzeugung und die Schifffahrt laufen in der Zwischenzeit ungestört weiter, heißt es vom Betreiber.

Links:



Verbund
Der Portalkran bringt die abseits gelagerten Dammbalken zum Einsatzort


Verbund
Dammbalkenelement bei der Vorbereitung zum Absenken



Verbund
An den Kranseilen hängend werden die Verschlusselemente (Dammbalken)
auf Gleitbahnen vor den Wassereinlauf der Turbinen abgesenkt


Verbund
Spezialtaucher

http://noe.orf.at/news/stories/2862045/
 
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josef

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#15


Turbine 3 im Kraftwerk Altenwörth wird gewartet

In Altenwörth (Bezirk Tulln) befindet sich das leistungsstärkste Kraftwerk an der Donau. Jährlich wird hier Strom für 560.000 Haushalte erzeugt. Momentan sind nur acht der neun Turbinen in Betrieb, Turbine Nummer drei wird gewartet.
Die Turbine steht still. Normalerweise dreht sie sich mit 103,4 Umdrehungen in der Minute, doch seit Mitte September ist sie außer Betrieb. Der Wasserzu- und -ablauf wurden gedämmt und die restliche Nässe aus dem Tunnel abgepumpt. Um die Turbine wurde ein Metallgerüst aufgebaut. Dort, wo jetzt Arbeiter und Techniker stehen, fließen sonst 300.000 Liter Wasser in der Sekunde. Jedes Jahr wird eine der neun Turbinen in Altenwörth gewartet. In diesem Jahr ist Turbine Nummer drei an der Reihe. Bis Anfang November sollten die Wartungsarbeiten erledigt sein und alle neun Turbinen wieder einwandfrei funktionieren.

Sechs Meter hoch und 7.000 Tonnen schwer
14 Verbund-Mitarbeiter sind derzeit an der sechs Meter hohen und 7.000 Tonnen schweren Turbine beschäftigt – und zwar 25 Meter unter dem Wasserstand der Donau. Zehn Wochen dauern die Revisionsarbeiten. Die elektrische Anlage sowie der Drehstromgenerator werden kontrolliert, und die äußeren, beweglichen Teile werden mit Korrosionsschutz überzogen, um Rostschäden zu vermeiden.

„Wir orientieren uns an der Wasserführung der Donau. Im Sommer führt die Donau wegen Hochwasser und Überschwemmungen oft zu viel Wasser, im Winter zu wenig. Deswegen beginnen wir mit unseren Arbeiten immer im Herbst“, sagt der Betriebsmeister des Kraftwerks Altenwörth, Christian Böswarth. Die Stromerzeugung laufe trotz Wartungsarbeiten ganz normal weiter, meint der Werksgruppenleiter Untere Donau, Heinz-Peter Allmer. „Die Wasserführung wird von den anderen acht Turbinen im Kraftwerk übernommen und abgeführt. Dadurch entstehen keine Verluste und wir produzieren genauso viel Strom wie sonst auch.“


Verbund

Leistungsstärkste Kraftwerk an der Donau
Gebaut wurde das Kraftwerk Altenwörth zwischen 1973 und 1976. Die neun Maschinensätze bestehen jeweils aus einer Kaplan-Turbine und einem Drehstromgenerator. Mit einer Leistung von 328.000 Kilowatt ist es das leistungsstärkste Donaukraftwerk und erzeugt rund ein Sechstel des an der österreichischen Donau gewonnenen Stroms aus Wasserkraft. Das entspricht in etwa 80 Prozent des Stromverbrauchs aller niederösterreichischen Haushalte.

Caroline Ferstl, noe.ORF.at

Links:
Publiziert am 22.10.2017
http://noe.orf.at/news/stories/2873392/
 
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