Beutekunst "Tarquinius und Lucretia" "wieder aufgefunden"

SuR

... wie immer keine Zeit ...
Mitarbeiter
#1
Tagesspiegel, 31.09.03

"Nach Fund von Rubens-Gemälde: Glückwunsch an Brandenburgs Fahnder


Potsdam/Moskau (dpa) - Nach der Sicherstellung des verschollenen Rubens-Gemäldes «Tarquinius und Lukretia» hat Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) die Fahnder des Landeskriminalamtes (LKA) gewürdigt. Die von ihnen organisierte internationale Polizeiarbeit sei ein großartiger Erfolg, sagte Schönbohm am Montag in Potsdam.

Am Wochenende hatten die deutsche Kulturstaatsministerin Christina Weiss und Russlands Kulturminister Michail Schwydkoi mitgeteilt, dass sich das zu Kriegsende aus Schloss Rheinsberg verschwundene und auf 80 Millionen Euro geschätzte Werk jetzt bei den Moskauer Behörden befindet.

Das LKA Brandenburg habe im Mai die «Ermittlungskommission Rubens» gebildet und die Spur des Bildes aufgenommen, sagte LKA-Sprecherin Bärbel Cotte-Weiß am Montag der dpa. Bereits im Februar sei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten das Rubens-Gemälde per E- Mail angeboten worden. Die Experten der Stiftung verhandelten mit den mysteriösen Anbietern, informierten gleichzeitig aber die Bundesregierung.

Das Gemälde, das aus dem Eigentum der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten stammt, gilt als ein Hauptwerk von Peter Paul Rubens (1577-1640). Das großformatige, 1610/1611 entstandene Ölgemälde war der gravierendste Kriegsverlust der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten und zählt zu den bedeutendsten Bildern, die kriegsbedingt aus deutschen Museen verschwanden.

Nach Angaben der LKA-Sprecherin spürten die Fahnder über die E- Mail-Adresse eine verdächtige Firma in der Schweiz auf. Von dort führte die Spur zu einem Konsortium russischer Geschäftsleute. Schließlich deckte das LKA die Identität von zwei Moskauern auf, in deren Auftrag die Schweizer Firma das Rubens-Gemälde per E-Mail angeboten hatte. Laut Cotte-Weiß ermittelten die Fahnder dann auch das genaue Versteck des Bildes. Alle Ermittlungsergebnisse wurden dem Kanzleramt übergeben und an das Präsidialbüro des russischen Präsidenten Wladimir Putin weitergeleitet. Von dort aus wurde dann der Polizeieinsatz organisiert.

Der bisherige Besitzer des in Moskau beschlagnahmten Bildes verwahrte sich gegen den Vorwurf der Hehlerei und der Mafia- Zugehörigkeit. Der Geschäftsmann und Sammler Wladimir Logwinenko sagte der Zeitung «Iswestija» (Montag), er habe das Gemälde gegen eine Entschädigung von etwa einem Viertel des Schätzwertes nach Deutschland zurückgeben wollen. Er habe das Bild niemandem verkaufen wollen. «Die deutsche Seite versucht die mit diesem Bild verbundenen Fragen politisch umzubiegen und erschreckt deshalb alle mit Erzählungen über die russische Mafia.»

Logwinenko beschrieb sich als «einen ziemlich erfolgreichen Geschäftsmann» aus der Immobilien- und Anwaltsbranche. «Ich war außer mir, als ich gelesen habe, dass ich ein Mafioso sein soll.» Erst beim Auftauchen von Beamten des Inlandsgeheimdienstes FSB habe er erfahren, dass ihm die Potsdamer Staatsanwaltschaft Banden-Hehlerei vorwerfe. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) will bei bilateralen Regierungskonsultationen Anfang Oktober in Jekaterinburg die Rückgabe fordern."
 
A

Attaboy

Nicht mehr aktiv
#2
31.09.2003 ???

Hallo SuR,

das Datum passt zwar nicht, aber der Artikel ist prima und man kann sich langsam vorstellen, was da drüben wohl noch alles schlummert!

Vielleicht haben die Herren Mafiosi ja auch das Bernsteinzimmer und wollen es demnächst verscherbeln - Schaun mer mal! :gruebel

Gruß Attaboy
 
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