Bisamberg: Sprengung der 2 Sendemasten

josef

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#1
Meldung im ORF-NÖ.:

Bisamberg-Sendemasten werden gesprengt
Der ORF hat die Verbreitung von Radioprogrammen über die Mittelwellenfrequenz Ende 2008 eingestellt. Diese Technologie wurde von UKW-Radio abgelöst. Die Mittelwellen-Masten am Bisamberg werden gesprengt.

Kein Bedarf mehr für Mittelwellenfrequenz
Am Bisamberg gibt es derzeit noch zwei Mittelwellen-Sendeanlagen. Seit Jahren besteht aber kein Bedarf mehr für die Mittelwellenfrequenz, sowohl bei den Zuhörern als auch bei Programmanbietern. Die Sendemasten werden daher Ende Februar gesprengt und abgetragen - das hat der Betreiber der Sendemasten, die ORF Sendetechnik-Tochter ORS am Freitag bekannt gegeben.

Künftige Nutzung des Areals unklar
Ende Februar gibt es einen Informationsabend für alle Anrainer im Sendesaal der Sendeanlage Bisamberg im 21. Wiener Gemeindebezirk. Wie das Areal und das denkmalgeschützte Sendegebäude am Bisamberg künftig genutzt werden, ist noch offen. Die erste Sendeanlage am Bisamberg ist 1933 errichtet worden.
Quelle: http://noe.orf.at/stories/417891/
 

josef

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#2
Weiterer Artikel aus dem "KURIER":

Sender Bisamberg: Ein Wahrzeichen fällt
Ende Februar geht ein Stück Rundfunk- und Stadtgeschichte zu Ende. Das höchste Bauwerk Österreichs wird gesprengt.

Original aus Stahl: Wie ein Zahnstocher wird er knicken.
Es ist sein letzter Aufstieg in diese Höhe. Robert Wammerl setzt sich den Helm auf, schnallt sich das Gurtzeug um und klettert los - 780 Sprossen führen ihn auf 265 Meter. Bei keinem Bauwerk in Österreich geht es höher hinauf.
Noch. Der Sender Bisamberg an der Grenze Wien/NÖ, den der Techniker für den KURIER-Fotografen erklimmt, wird Ende Februar dem Erdboden gleichgemacht. Das wurde diese Woche entschieden. Mit vier gezielten Sprengungen wird der 80 Tonnen schwere Mast in drei Teile zerlegt, die in sich zusammenfallen sollen. Das kleinere Pendant, der 120 Meter hohe Südmast, wird gleich im Ganzen umgelegt.

"Seit 1995 ist der Sender auf dem Bisamberg nicht mehr im Betrieb," sagt Norbert Grill, technischer Geschäftsführer der ORS (Österreichische Rundfunksender GmbH), die für die spektakuläre Abtragung der Maste verantwortlich zeichnet, "und es gibt keine sinnvolle Nachnutzung." Schon gar nicht aus wirtschaftlicher Sicht: "Eine Million Euro hätte es gekostet, nur die Stahlseilsicherung des Mastes zu erneuern."

Denkmalschutz
Da hat auch das Bundesdenkmalamt mitgespielt. Denn eigentlich handelt es sich um Österreichs erste Großsendeanlage für Mittelwellentechnik. "Der Mast als Bauwerk ist nicht nutzbar, und seine Erhaltung finanziell nicht tragbar", bestätigt auch Richard Wittasek, Experte für technische Bauwerke im Bundesdenkmalamt. Darüber hinaus ist die 1933 errichtete Anlage nicht mehr im Originalzustand. Abziehende SS-Truppen hatten sie 1945 zerstört. Nur die Halle mit den drei voluminösen Dieselgeneratoren, die die autarke Stromversorgung sicherstellen sollten, blieb erhalten.

Österreich bleibt aber nicht ohne komplett erhaltene Mittelwellen-Anlage: Der Sender Graz-Dobel, direkt neben der A2 gelegen, wurde 1942 errichtet, Lauterach in Vorarlberg - mit dem ältesten Sendemast des ORF - ging sogar schon 1931 in Betrieb. Beide Anlagen stehen unter Denkmalschutz.

Der Sender Bisamberg im heutigen Zustand wurde erst 1959 in Betrieb genommen, und genau so, nur eben ohne Maste, unter Denkmalschutz gestellt. Das 25 Hektar umfassende Areal gehört der Stadt Wien und dem ORF. Die Nachnutzung ist zurzeit völlig offen. Auch der Senderaum, ein einzigartiges Dokument der 1950er-Jahre, bleibt der Nachwelt erhalten und soll laut ORF der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Hinter schusssicherem Glas sind hier 30 Techniker gesessen und haben in den Geburtsstunden des Fernsehens Österreich bespielt. Wenn es damals hieß, "Ausfall des Senders Bisamberg. Wir bedauern", war das ganze Land ohne Bild. Und Männer wie Robert Wammerl kletterten, egal bei welchem Wind und Wetter, auf die Maste. 115 Sendertechniker gibt es in Österreich, um die 450 bestehenden Anlagen zu betreuen.

Spektakel
Übrigens: Wenn sich Ende Februar der Sender Bisamberg vor der Stadt verneigt, kann das Spektakel in 170 Metern Höhe vom unweit gelegenen Donauturm aus verfolgt werden. Von genau jenem Gebäude aus, das in der Sekunde der Sprengung zum höchsten Bauwerk Österreichs wird. 252 Meter müssen es künftig auch tun.
Quelle: http://kurier.at/nachrichten/wien/1971889.php
 
W

wois92

Guest
#4
Das ist aber echt irgendwie schade, sich einen Bisamberg ohne Masten vorzustellen bzw. ihn zu sehen...:schlecht:
 

Soundy

† (17. Juli 2020)
#7
In dem Artikel im "Kurier" ist ein Fehler: Der Sender Bisamberg war immer ein MW-Rundfunksender und hatte nie etwas mit dem Fernsehen zu tun!

Soundy
 
H

Harald 41

Guest
#9
Hallo Pauli;
Schöne Bilder,werde auch noch versuchen den Ort vor der Sprengung aufzusuchen,solange er noch steht (eine Woche):D

LG Harry
 
H

Harald 41

Guest
#13
Hallo;
Hatte gestern Nachmittag noch eine Erledigung in Floridsdorf,und weil das Wetter gestern so Super war Eisiger Sturm -5Grad :D machte ich noch einen Abstecher auf den Bisamberg um einige Fotos vom Sender zu machen.

LG Harry
 

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19Rocky90

Guest
#17
Wenn jemand den genauen Zeitpunkt der Sprengung herausfinden könnte wäre ich sehr dankbar, ich wäre dann bei Gelegenheit auch vor Ort.
 

Soundy

† (17. Juli 2020)
#19
Gibt es eine Rettung für die Sendemasten des Mittelwellensenders Bisamberg?

Hier http://fsmat.at/~calm/bisamberg/ steht folgendes:

Am Bisamberg stehen Mittelwellensender, die (auf 585 und 1476kHz) von 1959 bis 2008 in Betrieb waren (1933-1945 einer mit 130m Mast). Der Nordmast ist 50km weit zu sehen und mit seinen 265 Metern nebenbei das höchste Bauwerk Österreichs (der Donauturm hat 252m), der Südmast hat 120m. Beide Sendemasten will der ORF (bzw. ORS, seine Sendertochter) jetzt Sprengen ("mit Sprengtechnischen Mitteln Abbauen"), da nur das Gebäude, nicht aber die Außenanlagen, unter Denkmalschutz stehen. Es wird argumentiert, daß "nahezu kein Bedarf" besteht und heuer Instandhaltungskosten von 1 Mio. EUR anfallen würden, da bei der letzten Überprüfung sanierungsbedürftige Stellen entdeckt wurden (auf den "Pardunen", den Abspannseilen). Als Anrainer hat man von diesem Vorhaben am 22.1.2010 erfahren, Ende Februar 2010 sollen die Sprengungen stattfinden.

Rettungsversuch
Es haben sich nun einige Interessierte gefunden, die die Masten mieten und damit weiterbetreiben und retten wollen. Gespräche mit der ORS sind im Gange.

Finanzierung
Da wir der ORS den Sender nicht einfach abkaufen können sind wir auf Spenden angewiesen, um Miete, Betriebskosten und ev. den Pardunentausch zu bezahlen. Unsere Fragen gehen daher an alle Amateurfunker, Anrainer jeder Kategorie (Bisamberg, Langenzersdorf, Strebersdorf/Floridsdorf/Wien...) und alle sonstigen Kulturschützer (und -innen):
Umfrage
1. Sollen die Sender erhalten bleiben?
2. Wem ist dies einmalig 100 oder 200 EUR Wert?
3. Wieviel sonst?
4. Wer würde sich (auch) an Betriebskosten und Miete beteiligen?
5. Wer will mitarbeiten? (Flugblätter verteilen, Sponsoren kontaktieren)

Bitte um Weiterverbreitung der SenderRettung und Meinungsbekundungen mit Subject "SRB1" an calm@fsmat.at oder an

Christian Almeder
Klausgraben 46
2103 Langenzersdorf

für eine Machbarkeitsabschätzung. Wenn 5000 Personen 200 EUR Spenden ist der Pardunentausch beisammen...



Soundy
 
H

Harald 41

Guest
#20
Achtung gerade in Willkommen Österreich gehört die beiden Sender werden kommenden Mittwoch gesprengt.Uhrzeit?

LG Harry


PS: Es sollen ca. 20kg Sprengstoff verwendet werden,und die Masten sollen wie eine Ziehharmonika zusammenklappen.
 
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