Burgenland: Ehemalige Kasernen und Einrichtungen des Bundesheeres

josef

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#1
Inspiriert durch die Suche nach diversen Kasernenstandorten durch @TORad versuche ich, ehemalige Kasernen und sonstige Einrichtungen die vom Bundesheer nach dessen Neuaufstellung 1955 wieder genutzt wurden und zwischenzeitlich geschlossen (verkauft, abgerissen usw. ...) wurden, zu lokalisieren.

Dies möchte ich mit Hilfe von "Google Earth" Bildern und sonstigen alten Luftaufnahmen, Ansichtskarten usw. dokumentieren und nach und nach auch mit weiteren geschichtlichen Hintergrundinformationen versehen.

Es soll eine nach Bundesländern alphabetisch geordnete Ergänzung zum bereits bestehenden Thread "Objekt- u. Liegenschaftsverkäufe des ÖBH" entstehen.

Dazu sind neben dem Burgenland bereits folgende Länderbeiträge erschienen:
Kärnten
Niederösterreich
Oberösterreich
Salzburg
Steiermark
Tirol
Vorarlberg
Wien - kommt später!

Aufgelistet sind nur die "wichtigsten Kasernen, Einrichtungen usw., hoffe auf weitere Ergänzungen durch die User!
Es fehlen bei den jeweiligen Bundesländern noch kleinere Objekte und Liegenschaften, wie z.B. Güpl, Schießplätze, Lager-u. Depots, Landwehrlager usw. ...

(Bitte keine FAn hier einfügen, dazu gibt es jede Menge andere Threads...).
 
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josef

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#2
Neusiedl am See - "Berger Kaserne"

Geschichte
Die Berger-Kaserne wurde von 1853 bis 1856 als ungarische Reiterkaserne erbaut. Die Kaserne des Bundesheeres wurde ab 2015 aus der Nutzung genommen und verkauft.
Umbau zu Schloss Neusiedl: Von 2017 bis Ende 2018 wird die ehemalige Kaserne zu einer Wohnhausanlage mit 106 Wohnungen umgebaut und nennt sich damit Schloss Neusiedl. https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Neusiedl

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Foto: "Bundesheer" - zur Veröffentlichung freigegeben http://www.bundesheer.at/ausschreibungen/show_ausb.php?id=19

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AK aus 1924 ÖNB/AKON Ansichtskarten Online

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AK aus 1936 ÖNB/AKON Ansichtskarten Online

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Kaserne Neusiedl - Straßenfront (Datum ubk.) ÖNB/AKON Ansichtskarten Online

GE-Bilder:
1. Das Kasernenareals im Jahr 2000
2. Übersicht mit Lage der Kaserne aus 2000
3. Verbauung des ehemaligen Kasernengeländes 2019
 

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josef

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#3
Oberwart - "Sporck Kaserne"

1930 - Grundsteinlegung der "Jägerkaserne" Oberwart
1932 - Eröffnung
2013 - Schließung der Kaserne

Geschichte:
Die Kaserne Oberwart | prima! Magazin


Bildquelle: https://www.prima-magazin.at/wp-content/uploads/2019/05/©Mohat-Alexander-1000x600.jpg

und
Belegung ab 1955 durch das Bundesheer:
Am 15. Oktober 1956 wurden die ersten Wehrpflichtigen einberufen. Am 1. September 1957 kam es zur Umbenennung vom IB2 in Jägerbataillon (JgB) 19 (Dislozierung: 1 Kompanie in der Kaserne). Am 3. November 1967 erfolgte die Umbenennung der Jägerkaserne in Sporck-Kaserne. Im Jahre 1968 kam es zur Umgliederung des Bundesheeres und es wurden von 1968-1970 das JgB18 und von 1971 bis 1978 das selbständige Landwehrbataillon 112 stationiert. Am 1. Jänner 1979 erfolgte die Umbenennung von JgB19 in Landwehrstammregiment (LWSR) 13 (Dislozierung: der 2. Ausbildungskompanie/AusbKp in der Kaserne) und am 1. Oktober 1994 die Umbenennung von LWSR13 in Jägerregiment (JgR) 1 (Dislozierung: 1. Jägerkompanie/JgKp und Betriebsstaffel/BetrSta).

Am 1. April 1999 erfolgte die letzte Umbenennung von JgR1 in JgB19 (Dislozierung: 1. JgKp und BetrSta). Nach dem Ausbau der Montecuccoli-Kaserne in Güssing wird die Sporck-Kaserne verkauft.
https://www.denkmal-heer.at/wissenswertes/sporck-kaserne

GE-Bilder:
1. GE - Bild 2000
2. GE - Bild 2017
3. GE - Bild 2017 - Übersicht
 

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josef

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#4
Oggau - "See Kaserne"

Ab 1935 - Fliegerabwehr-Schießplatz
2007 - Verkauf der Kaserne und Liegenschaft

Geschichte:
Die See - Kaserne und das "Seepark - Projekt"

1935 wurde in Oggau ein Fliegerabwehr - Schießplatz eröffnet.
1938 wurde er als Teil der Fliegerabwehrschule erweitert und ausgebaut. 1945 wurde die Anlage von der Besatzungsmacht beschlagnahmt. 1949 wurde das Objekt von der Gemeinde Oggau angekauft und sofort an die Bundesgebäudeverwaltung weiter verkauft. Bis 1958 dienten die Gebäude als Notunterkünfte. Nach der Übernahme durch das Bundesheer zog ein Teil des Jägerbataillons 2 ein. In Oggau wurden Gruppen und Zugskommandanten der Miliz sowie Einjährig Freiwillige ausgebildet. Die Anlagen wurden laufend ausgebaut.

Schließlich gab das Bundesheer die Kaserne auf und verkaufte das Areal 2007. Käufer der Liegenschaft war ein Konsortium aus der Kasernen AG – einer Konzerngesellschaft der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, an der auch die HYPO Investmentbank AG beteiligt war, und der BAI Bauträger Austria Immobilien GmbH. Der Kauf erfolgte über die gemeinsame Projektgesellschaft, die Seepark Oggau Projektentwicklungs GmbH. Der Kaufpreis für die 63 000 qm betrug 695 000 Euro.

Das Bankenkonsortium verkaufte das Gelände allerdings bald weiter, an eine „Seepark Oggau Projektentwicklung OG“ (hinter der eine Sollenauer Immobilienmaklerin, ein Welser Projektentwickler und ein Neusiedler Transportunternehmer stehen. Es wurden 47 Grundstücke direkt am See aufgeschlossen.

Auszug aus atlas-burgenland.at - Oggau

Link zu den Forums-Beiträgen "FlA-Luftzielschießen in der Vergangenheit" und
"Flak-Schießplatz Rust u. Oggau" im während des 2. Weltkrieges.



GE-Bilder:
1. GE - Bild 2000
2. GE - Bild 2000 Übersicht
3. GE - Bild 2012
4. GE - Bild 2019 ehem. Kasernengelände
5. GE - Bild 2019 Übersicht
 

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josef

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#5
Pinkafeld - "Turba-Kaserne"

1929 - Grundsteinlegung
1932 - Bezug
2014 - Verkauf der Kaserne

Geschichte: Turba-Kaserne – Wikipedia

Lubi aus den 1930iger Jahren:

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1581257594167.png Bildquelle: Rechtsfreie Fotos aus dem ÖNB-Projekt Österreichische Nationalbibliothek Crowdsourcing

GE-Bilder:
1. GE - Bild 2000
2. GE - Bild 2012
3. GE - Bild 2017 nach Verkauf - Baustelle
4. GE - Bild 2017 Übersicht
 

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josef

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#7
Da steckt sicher viel Arbeit dahinter
Danke für das Lob!
Na ja, ist schon ein wenig Sucharbeit bei GE dahinter, da ja manch alte Jahrgänge nur in sehr schlechter Auflösung vorhanden sind usw., bzw. die bereits vor dem großen Verkaufsboom geschlossenen Anlagen über Adresslisten gesucht werden müssen...

Jedenfalls habe ich die GE-Bilder von NÖ. und OÖ. auch schon fertig, aber zur Erstellung der Zusatzinfos und frei zugänglichen Fotos ist noch jede Menge Arbeit notwendig ;)
 

josef

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#8
Ergänzung zur ehemaligen "Sporck-Kaserne" Oberwart:

Kaserne wird zum Gesundheitszentrum

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Die Oberwarter Kaserne bekommt künftig einen neuen Verwendungszweck. Das altehrwürdige Gebäude wird in ein Gesundheitszentrum umgewandelt. Am Donnerstag erfolgte der Baustart für das Projekt.

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90 Jahre nach dem Spatenstich wird jetzt wieder investiert. Das historische Gebäude werde ganz bewusst zu einem Gesundheitszentrum umgebaut, sagte OSG-Geschäftsführer Alfred Kollar. Man wolle einerseits Ärzte, aber auch Gesundheitsberufe – vom Psychotherapeuten bis zum Wundmanager. Man habe also eine sehr breite Palette. Alles zum Thema Gesundheit wolle man unter einem Dach im Zentrum der Ortschaft vereinen und nicht am Stadtrand, so Kollar.

ORF
Die ehemalige Oberwarter Kaserne wird in ein Gesundheitszentrum umgewandelt

Gebäude soll weitgehend erhalten bleiben
Weil das Gebäude unter Denkmalschutz steht, darf es in seinem Erscheinungsbild nicht verändert werden. Sogar das militärische Grün der Fenster und Türen muss erhalten bleiben. Es sei so, dass man in Oberwart nicht viele große historische Bauwerke habe und daher sei es ganz toll, dass die OSG dieses Gebäude erhalten würde und so sanft wie möglich sanieren werde, sagte Architekt Martin Schwarz. Durch die Sanierung mit dem Denkmalamt könne es eine schöne Stimmung im Haus werden, die sich dann hoffentlich auch auf die Patientinnen und Patienten auswirken werde, so Schwarz.
ORF
Der Baustart erfolgte am Donnerstag

Vier Millionen Euro werden investiert
Für Oberwart sei es ein Gewinn, dass die leerstehende Kaserne nun wiederbelebt werde, sagte Bürgermeister Georg Rosner. Gesundheit sei ein großes Thema und man freue sich, dass dieses Zentrum jetzt mitten in der Stadt entstehe und die Stadt damit wieder entsprechend pulsiere. Das sei für eine Stadt natürlich schön, so Rosner. Die OSG wird in den Umbau vier Millionen Euro investieren. Die Fertigstellung ist für Herbst nächsten Jahres geplant.
07.08.2020, red, burgenland.ORF.at
Kaserne wird zum Gesundheitszentrum
 

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#9
Kaisersteinbruch - Teile der "Uchatius-Kaserne"

Aktuelle Übersicht Kaisersteinbruch mit Lage der ehemaligen Lager I - III:
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Chronik:
1912 - 1939 Artillerie- bzw. Pionierlager (01-05 1934 ein Teil davon: Anhaltelager des austrofaschistischen Ständestaates)
1938 - 1939 Errichtung bzw. Umwandlung in Lager I
1939 Errichtung Lager II (1945 von der sowjetischen Besatzungsmacht geschliffen)

Gelände des 1945 von der sowjetischen Besatzungsmacht geschliffene Lager II:
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1939 Errichtung Lager III Dulag "J" (bis 09 1939), danach Stalag XVII A (10 1939 - 1945)
1948 Nach Rückführung der letzten Gefangenen Einquartierung von 4.500 Sowjetsoldaten in den Lagern I und III
1955 Rückgabe und Sanierung der verbliebenen Objekte an Österreich
1956 Juli - Oktober Bezug durch ÖBH, Oktober Räumung und Unterbringung von ca. 3.000 Ungarnflüchtlingen
1957 Ab August wieder Bezug durch ÖBH - Unterstellung TÜPL Bruck-Neudorf
1958 Eigenständiger Kasernenstandort
1961 Bezeichnung "Leitha-Kaserne" - Infanterie-Einheiten (JgB 1 Ausb)
1964 Aufstellung Militärhundestaffel im Bereich Lager III. (2007 wird die Hundeausbildungs- und Zuchtstätte in Militärhundezentrum umbenannt.
1967 Umbezeichnung in "Uchatius-Kaserne"
1979 Aus aus dem JgB 1wurde das LWSR 14
1982 -1984 Verlegung der Mannschaften in Neubauten (Kreuzbauten) nach Bruck-Neudorf
1989 Verlegung des verbliebenen Restes (Kdo und Wirtschaftsstelle) ebenfalls nach Bruck-Neudorf verbleibende Restobjekte des Lagers I
1990 Die verbleibende Restobjekte des Lagers I wurden nun unter der Bezeichnung "Lager Uchatius" als Feldzeuglager verwendet...

Im Zuge der Bundesheerreform wird im Jahre 1989 die Uchatius-Kaserne in Kaisersteinbruch durch den Auszug des letzten Kommandos liquidiert, wobei der Gebäudekomplex nicht verkauft wird. Laut einer 2005 von der Austria Presse Agentur veröffentlichen Liste, wird hierbei das Lager Kaisersteinbruch als noch weiter in Verwendung stehend angeführt, wobei dessen genauer Indienstnahme nicht spezifiziert wird.

Jedenfalls sieht das Areal des ehemaligen Lagers I bzw. der späteren "Uchatius-Kaserne" am GE unbenützt (herabgekommen und verwahrlost) aus:
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Weitere Links:
Lager | Camps | Camps | Campi
Lager Uchatius und Lager Kaisersteinbruch | denkmal heer
Stalag XVII A - Kaisersteinbruch
60 Jahre Militärhundezentrum Kaisersteinbruch
 
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josef

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#10
Kaisersteinbruch: Ort ohne Erinnerung
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Die 300-Seelen-Gemeinde Kaisersteinbruch (Bezirk Neusiedl am See) war während der Monarchie ein Zentrum für Steinmetze, später aber Standort für ein riesiges Gefangenenlager der Nazi-Diktatur. „Ort ohne Erinnerung. Kaisersteinbruch, die verschwundene Geschichte“ ist ein Dokumentarfilm von Reinhard Tötschinger, der seit dieser Woche in ausgewählten Kinos läuft.
Online seit heute, 6.15 Uhr
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Kaisersteinbruch ist ein kleiner, unscheinbarer Ort an der Grenze zu Niederösterreich. Der Wiener Autor und Kultursoziologen Tötschinger war auf den Spuren der bewegten Geschichte des Orts im Vorjahr für die Dreharbeiten zur Dokumentation in Kaisersteinbruch – mehr dazu in Kaisersteinbruchs verdrängte Geschichte. Die neue Dokumentation erzählt in 80 Minuten die großteils unbekannte und vergessene Geschichte des Dorfes.

Nazis siedelten Bevölkerung 1939 ab
In der Zeit der Monarchie war Kaisersteinbruch wegen der kaiserlichen Steinbrüche bekannt, mit deren Steinen Schlösser und Paläste ausgestattet wurden. Im Zweiten Weltkrieg errichten die Nazis im Dorf eines der größten Kriegsgefangenenlager im Deutschen Reich. 1939 wurde die Bevölkerung von den Nazis komplett ausgesiedelt und durch neue Bewohner, die im Lager arbeiteten, ersetzt.

1941: Mehr als 73.000 gefangene Soldaten im Lager
Soldaten aus achtzehn verschiedenen Nationen waren dort gefangen, viele von ihnen kamen um oder wurden ermordet. Im Jänner 1941 waren mehr als 73.000 Soldaten im Lager – die meisten Kriegsgefangenen kamen aus Frankreich. Sie wurden als Zwangsarbeiter auf Bauernhöfe, in Fabriken und auf Baustellen eingesetzt. Es gab verbotene Liebschaften mit ansässigen Frauen, was in vielen Familien ein streng gehütetes Geheimnis blieb. Noch heute suchen Nachfahren Spuren der gefangenen oder getöteten Soldaten.

Seit 1964 Militärhundezentrum
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort Kaisersteinbruch wieder besiedelt, die Menschen kamen zurück in ein Ruinendorf. 1964 wurde schließlich das Militärhundezentrum in Teilen des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers untergebracht und dafür ist Kaisersteinbruch heute bekannt.
23.11.2025, red, burgenland.ORF.at
Kaisersteinbruch: Ort ohne Erinnerung
 
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