Wien ist nicht nur Schönbrunn und Stephansdom, nicht nur Prunk und Eleganz. Die Ästhetik der Stadt liegt auch in geschlossenen Fabriken, leeren Villen und finsteren Lagerhallen. Die Fotokünstler „Die 78er“ zeigen diese nun in ihrer ersten Ausstellung.
Mit Pin-Ups beklebte Spinde in einer aufgelassenen Maschinenfabrik, ein trockengelegtes Schwimmbad in einem leerstehenden Kinderheim, Büros und Villen, die aussehen, als wären die Menschen einfach irgendwann nicht mehr gekommen. Da liegt eine Weltkarte mit der Tschechoslowakei, dort eine Zeitung aus dem Jahr 1960, auf den Steinwänden eines Wohnhauses stehen seltsame Sicherheitsvorschriften. Die Bilder, die das Fotografen-Duo von den „78ern“ macht, dokumentieren ein anderes Wien als Reiseführer, Postkarten und Geschichtsbücher.
Faszination und Gänsehaut
Die beiden Männer, die anonym bleiben wollen, bezeichnen sich auf ihrem Blog ganz passend als Institut für Stadterkundung. Sie erkunden Orte in Wien und Umgebung, die kaum jemand anderer sieht und sehen will. Oder sehen darf. So stehen sie auf einem Bild mitten auf dem Dach der Votivkirche, klettern auf Kräne auf Baustellen und steigen in leer stehende, ehemals öffentliche Institutionen und Gebäude ein. Meist sind sie nachts unterwegs. Betrachtet man ihre Fotos, ist man fasziniert. Aber auch leichte Schauer laufen über den Rücken.
Angefangen hat das Projekt im März 2012. Die beiden spazierten durch Wien, fotografierten erst Graffitis, suchten interessante Orte auf, die sie zuvor im Internet recherchiert hatten. Irgendwann gingen ihnen diese jedoch aus und sie begannen, sich selbst nach Plätzen umzusehen. Auch Tipps bekommen sie gelegentlich.
Kindliche Neugierde wiederentdeckt
Die düstere Ästhetik der „78er“ gibt es auch im West 46, dem Projektraum für Fotografie in der Westbahnstraße 46 in Wien-Neubau zu erleben. Dort stellen die Fotokünstler ihre Werke bis zum 4. Juli aus. Obwohl sie bei der Vernissage am 24. Juni um 19.00 Uhr anwesend sein werden, werden sie sich nicht zu erkennen geben. „Wir glauben nicht, dass etwas Schlimmes passiert, wenn wir uns zu erkennen geben, wir machen nichts kaputt, brechen nirgends ein. Aber es ist ja doch eine rechtliche Grauzone“, so einer der Künstler.
Ihre Neugierde vergleichen die beiden mit der von Kindern: „Viele schauen sich schon als Kinder verlassene Häuser oder Fabriken an. Mit der Zeit geht dieser kindliche Entdeckerdrang wieder verloren.“ Sie wollen die Wahrnehmung der Menschen in der Stadt ändern und zeigen, dass Wien nicht nur aus historisch bedeutsamen Denkmalen und Prunkbauten besteht, sondern auch kleine verlassene Hallen, Büros und Häuser Geschichten zu erzählen haben. Geschichten, die erst gefunden werden müssen, wie es scheint.
Zeit steht still
Am wohl interessantesten und zugleich beklemmendsten sind die Bilder, die Orte zeigen, an denen vor nicht allzu langer Zeit noch Menschen gelebt oder gearbeitet haben. Villen, in deren Küche noch eine Dose Meinl-Kaffee im Regal steht, Speisesäle mit umgeworfenen Stühlen in geschlossenen Hotels und geflieste Waschräume in Heimen. „Verfallene Gebäude haben eine besondere Ästhetik, gerade wenn sich die Natur ihren Weg zurückbahnt, ist das sehr eindrucksvoll“, beschreiben die Künstler ihre Eindrücke. Als wäre die Zeit plötzlich stehengeblieben.
Der Name des Duos entstand übrigens in Anlehnung an die „48er“, wie Müllabfuhr und Straßenreinigung genannt werden und lautete anfangs „Die 78er - Magistratsabteilung für Stadterkundung Wien“. Da auch das Logo dem des Vorbilds ähnlich war, kam vor einigen Monaten ein Schreiben vom Rathaus mit der Aufforderung, den Namen und das Logo zu ändern. So wurde daraus das „Institut für Stadterkundung“.
Mit Pin-Ups beklebte Spinde in einer aufgelassenen Maschinenfabrik, ein trockengelegtes Schwimmbad in einem leerstehenden Kinderheim, Büros und Villen, die aussehen, als wären die Menschen einfach irgendwann nicht mehr gekommen. Da liegt eine Weltkarte mit der Tschechoslowakei, dort eine Zeitung aus dem Jahr 1960, auf den Steinwänden eines Wohnhauses stehen seltsame Sicherheitsvorschriften. Die Bilder, die das Fotografen-Duo von den „78ern“ macht, dokumentieren ein anderes Wien als Reiseführer, Postkarten und Geschichtsbücher.
Faszination und Gänsehaut
Die beiden Männer, die anonym bleiben wollen, bezeichnen sich auf ihrem Blog ganz passend als Institut für Stadterkundung. Sie erkunden Orte in Wien und Umgebung, die kaum jemand anderer sieht und sehen will. Oder sehen darf. So stehen sie auf einem Bild mitten auf dem Dach der Votivkirche, klettern auf Kräne auf Baustellen und steigen in leer stehende, ehemals öffentliche Institutionen und Gebäude ein. Meist sind sie nachts unterwegs. Betrachtet man ihre Fotos, ist man fasziniert. Aber auch leichte Schauer laufen über den Rücken.
Angefangen hat das Projekt im März 2012. Die beiden spazierten durch Wien, fotografierten erst Graffitis, suchten interessante Orte auf, die sie zuvor im Internet recherchiert hatten. Irgendwann gingen ihnen diese jedoch aus und sie begannen, sich selbst nach Plätzen umzusehen. Auch Tipps bekommen sie gelegentlich.
Kindliche Neugierde wiederentdeckt
Die düstere Ästhetik der „78er“ gibt es auch im West 46, dem Projektraum für Fotografie in der Westbahnstraße 46 in Wien-Neubau zu erleben. Dort stellen die Fotokünstler ihre Werke bis zum 4. Juli aus. Obwohl sie bei der Vernissage am 24. Juni um 19.00 Uhr anwesend sein werden, werden sie sich nicht zu erkennen geben. „Wir glauben nicht, dass etwas Schlimmes passiert, wenn wir uns zu erkennen geben, wir machen nichts kaputt, brechen nirgends ein. Aber es ist ja doch eine rechtliche Grauzone“, so einer der Künstler.
Ihre Neugierde vergleichen die beiden mit der von Kindern: „Viele schauen sich schon als Kinder verlassene Häuser oder Fabriken an. Mit der Zeit geht dieser kindliche Entdeckerdrang wieder verloren.“ Sie wollen die Wahrnehmung der Menschen in der Stadt ändern und zeigen, dass Wien nicht nur aus historisch bedeutsamen Denkmalen und Prunkbauten besteht, sondern auch kleine verlassene Hallen, Büros und Häuser Geschichten zu erzählen haben. Geschichten, die erst gefunden werden müssen, wie es scheint.
Zeit steht still
Am wohl interessantesten und zugleich beklemmendsten sind die Bilder, die Orte zeigen, an denen vor nicht allzu langer Zeit noch Menschen gelebt oder gearbeitet haben. Villen, in deren Küche noch eine Dose Meinl-Kaffee im Regal steht, Speisesäle mit umgeworfenen Stühlen in geschlossenen Hotels und geflieste Waschräume in Heimen. „Verfallene Gebäude haben eine besondere Ästhetik, gerade wenn sich die Natur ihren Weg zurückbahnt, ist das sehr eindrucksvoll“, beschreiben die Künstler ihre Eindrücke. Als wäre die Zeit plötzlich stehengeblieben.
Der Name des Duos entstand übrigens in Anlehnung an die „48er“, wie Müllabfuhr und Straßenreinigung genannt werden und lautete anfangs „Die 78er - Magistratsabteilung für Stadterkundung Wien“. Da auch das Logo dem des Vorbilds ähnlich war, kam vor einigen Monaten ein Schreiben vom Rathaus mit der Aufforderung, den Namen und das Logo zu ändern. So wurde daraus das „Institut für Stadterkundung“.