Das Stahlwerk prägte einst das Stadtbild von Ternitz und das "Semperit" - Gummiwerk dominiert den Nachbarort Wimpassing

josef

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#1
Ein NÖN-Artikel aus der Serie "100 Jahre Niederösterreich":
STAHLWERK
Das Ternitzer Werk
NÖN-Bez. Neunkirchen, 31. JULI 2022
Thomas Wohlmuth


Das Stahlwerk mit dem Schneeberg im Hintergrund um 1950.
FOTO: Topothek/Stahlstadtmuseum Ternitz

Das Stahlwerk hat Ternitz geprägt wie kaum ein anderer Betrieb einen Ort geprägt hat. Die Stadt teilte die wechselvolle Geschichte des Betriebs
Das Gelände an der Mündung des Sierningbachs in die Schwarza, welches heute von Werkshallen und Industriebrache geprägt ist, war zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch weitgehend unberührte Natur. Der Aufschwung des Gebiets der heutigen Stadt Ternitz begann mit dem Bau der Südbahn, in dieser Zeit errichtete der Wiener Fabrikant Franz Müller die „Theresienhütte am Ternitz“, aus welcher 1856 die „Ternitzer Eisenwerke Reichenbach“ entstanden.

Diese Fabrik wurde 1862 von Alexander von Schoeller gemeinsam mit Alfred Krupp übernommen, die beiden Unternehmer hatten zuvor bereits die Berndorfer Metallwarenfabrik gegründet. 1868 wurde das Werk in „Ternitzer Walzwerk- und Stahlfabrikations-Actien-Gesellschaft“ umfirmiert. In weiterer Folge übernahm die Familie Schoeller die Anteile der Familie Krupp und wurde in einer Blütezeit des Betriebs Alleininhaber. Nach dem Ersten Weltkrieg war die Lage in der Schwerindustrie schwierig und deshalb fusionierte 1924 das Ternitzer Werk unter dem Direktor Richard Schoeller mit den Bleckmann-Werken aus Mürzzuschlag zur „Schoeller-Bleckmann Stahlwerke AG“. Die Fusion war sehr erfolgreich und in der Ersten Republik begann wieder ein Aufschwung des Werkes.

VEW als Teil der VOEST
Im Zweiten Weltkrieg war es ein führender Rüstungsbetrieb. Bei Kriegsende wollte die SS die Fabrikshallen sprengen lassen, es war ein Verdienst des Ingenieurs Karl Waldbrunner, dass dies nicht geschah, aber die Sowjets demontierten noch 1945 einen Großteil der Anlagen. 1946 wurde das Ternitzer Stahlwerk verstaatlicht, um es wie die anderen Betriebe dem Zugriff der Sowjets zu entziehen. Die nächsten Jahre brachten einen erneuten wirtschaftlichen Aufschwung, der bis zur Stahlkrise in den 70er-Jahren andauerte. Doch diese traf den Standort Ternitz hart, nachdem 1975 Schoeller-Bleckmann als Teil der „Vereinigten Edelstahlwerke“ (VEW) dem VOEST-Konzern eingegliedert wurde. Die nächsten Jahre waren von schweren Einschnitten gezeichnet, viele Mitarbeiter wurden gekündigt oder gingen in Frühpension. Im Jahr 1986 wurde schließlich die Stahlproduktion in Ternitz beendet. Anfang der 90er-Jahre fanden sich die Reste des Ternitzer Werkes in der österreichischen Industrieholding ÖIAG wieder und wurden in weiterer Folge privatisiert.

Die nun privaten Betriebe entwickelten sich durchwegs positiv: Die börsennotierte Schoeller-Bleckmann Oilfield ist ein Weltmarktführer im Bereich Hochpräzisionsbohrtechnik. Das Rohrwerk ist ebenfalls mit Rohren höchster Qualität am Weltmarkt positioniert. SB Medizintechnik bietet technische Lösungen für Sterilisationsverfahren, auch ein Großbrand 2013 konnte die positive Entwicklung nicht bremsen. Am Werksgelände haben sich aber auch neue Firmen angesiedelt und das industrielle Herz der Stahlstadt schlägt immer noch dort.
"100 Jahre Niederösterreich": Das Ternitzer Werk
 
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josef

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#4
Ehemalige "Reithoffer Gummifabrik" - heutiges "Semperitwerk" in Wimpassing

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Lubi mit Semperitwerk Wimpassing im Vordergrund an der B17. Im Hintergrund ist der Nachbarort Ternitz mit dem Stahlwerk zu sehen. Quer durchs Bild verläuft das regulierte Flussbett der "Schwarza" und oberhalb die Trasse der Südbahn.
(Bildquelle aus Museumsstrasse )
Hier die weiteren Fotos von Wimpassing aus dem Link von @struwwelpeter
 
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#6
Die Metamorphose des Ternitzer Stahlwerkes (Teil 1 "der Abriss/Untergang"):

vor dem Abriss 1986:


Nach dem Abriss:
Hier sieht man das Gelände des Stahlwerkes mit den freien Flächen, wo die alten Gebäude teilweise von den eigenen Beschäftigten abgerissen wurden.
Die mit X bezeichneten Gebäude wurden kurze Zeit später abgerissen.
Die im blauen Kreis sind schon angesiedelte neue Firmen, die auch auf abgerissenem Gebäuden des Stahlwerkes erbaut wurden.
Die im gelben Kreis sind ehemalige Arbeiterwohnungen, welche entweder abgerissen wurden oder nach dem Abriss auch schon wieder neu aufgebaut wurden.

Der rote Kreis betrifft das sogenannte "Rohrwerk", welches um einen Schilling an ein Management Buy Out ging (Quelle) und später um 700 Millionen Schilling an einen spanischen Konzern verkauft wurde.

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Quelle: Bundesministerium für Landesverteidigung
 
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#7
Die Metamorphose des Ternitzer Stahlwerkes (Teil 2 "vom Grundstoff zu High Tech"):

Von einigen Abteilungen des ursprünglichen Stahlkonzern sind eigenständige Firmen entstanden, welche wie z.B. die Schoeller Bleckmann Oilfield auch Weltgeltung besitzen.
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Diese Firma bearbeitet spanabhebend gegossene Stahlstäbe aus Kapfenberg zu Rohren für die Tiefbohrtechnik. Nicht unwesentlich ist das geheime Verfahren der Behandlung der Stahlstäbe mit Wärme und Druck - welches in den Grundzügen noch von früheren Zeiten stammt.
SB Oilfield

Allen gemeinsam ist jedoch die Nähe zu Stahl.

Seit einiger Zeit ist jedoch eine Firma im ständigem Ausbau seiner Werksanlagen, welche bereits das frühere Ausmaß der Anlagen für die Stahlerzeugung erericht hat.
Der Grundstoff ist Holz, welcher im Sägewerk einige Kilometer entfernt in den Bergen geschnitten und hier in Ternitz zu Leimbindern veredelt wird.
Dieses Holz ist z.B. ein Basismaterial für den heutigen schnellen Hausbau. Kirnbauer

Erhalten haben sich nur diese Gebäude:

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und hier sind die neuen Werksanlagen der Holzfirma:
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