Der Kehrbach & seine historischen Kraftwerke im Raum Wiener Neustadt

josef

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#21
Hallo Michi,
fand etwas, hätte dazu eine Frage zur Lage der Fundamente:
Befinden sich diese unmittelbar östlich des Kehrbaches vom E-Werk aus in Richtung des "Rosenhügels" -> Kreuzung von 4 Wegen mit Denkmal im Mittelpunkt?
Dort befanden sich ab 1940 2 Barackenlager:
Das "Lager Süd" mit 14 RAD-Baracken mit Betonfundamenten für die "Heeres-Unteroffiziers-Vorschule XVII" (HUVS XVII) und weiter östlich das
"Lager Ost" in Richtung Mühlbach mit 6 Baracken (Lehrsäle usw. ...).
Quelle: Gescannte Seiten aus Rudolf F. Marwan-Schlosser; "Kasernen, Soldaten, Ereignisse - Kasernen in Wiener Neustadt - Bad Fischau - Wöllersdorf - Katzelsdorf - Groß Mittel - Felixdorf - Blumau"
 

Bunker Ratte

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#22
Befinden sich diese unmittelbar östlich des Kehrbaches vom E-Werk aus in Richtung des "Rosenhügels" -> Kreuzung von 4 Wegen mit Denkmal im Mittelpunkt?
Danke Josef,
für die Ergänzungen! In dem angrenzenden Waldstück östlich des Kraftwerks-->ja, aber nicht in Richtung der Wegkreuzung (Denkmal). Das ist zu weit weg davon!

ein kurzer Überblick von GE: der rote Kreis markiert die ungefähre Lage.
Fundamentreste Akademiepark.PNG
 

josef

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#23
für die Ergänzungen! In dem angrenzenden Waldstück östlich des Kraftwerks-->ja, aber nicht in Richtung der Wegkreuzung (Denkmal). Das ist zu weit weg davon!
Doch, dürfte passen, 14 Baracken zu je 50 Mann brauchten schon die Fläche vom Kraftwerk bis zur Wegkreuzung...
Siehe auch ein kleines Foto aus vorgenannter Quelle mit einem Bildausschnitt des Lagers:

1556998893721.png
 

Bunker Ratte

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#24
Doch, dürfte passen, 14 Baracken zu je 50 Mann brauchten schon die Fläche vom Kraftwerk bis zur Wegkreuzung...
Siehe auch ein kleines Foto aus vorgenannter Quelle mit einem Bildausschnitt des Lagers:
Hallo Josef,
vielen Dank,für deine Mühe. Auf dich ist Verlass:):). Das würde auch die weiteren Hügeln im Waldstück,mit diversen Betonresten erklären.
Lg
Michi
 

josef

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#25
Das würde auch die weiteren Hügeln im Waldstück,mit diversen Betonresten erklären.
Wie es auf GE aussieht, wurde das Gelände des Lagers zwecks landwirtschaftlicher Nutzung geräumt und wie üblich, die Betonreste an den Enden der ehemaligen Baufläche zusammengeschoben. Solche Reste vermute ich auch im nördlichen Wald- bzw. Buschgelände links vor der Kreuzung...
 

Bunker Ratte

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#26
Wie es auf GE aussieht, wurde das Gelände des Lagers zwecks landwirtschaftlicher Nutzung geräumt und wie üblich, die Betonreste an den Enden der ehemaligen Baufläche zusammengeschoben. Solche Reste vermute ich auch im nördlichen Wald- bzw. Buschgelände links vor der Kreuzung...
Ich hatte vor mir das ganze Waldstück anzusehen, doch wollte ich das Wild nicht aufscheuchen, da sich einige Futterstellen hier befinden;).
Danke nochmal für deine hilfreichen Informationen zur Aufklärung.

Lg
Michi
 

Bunker Ratte

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#27
Das letzte Kraftwerk am Kehrbach: Schaukraftwerk Ungerfeld
dies stand schon länger auf meiner Liste!

Das Laufkraftwerk Ungarfeld hat eine über 100-jährige Geschichte: Es wurde während des Ersten Weltkriegs 1915-1917 errichtet und bildet den Abschluss einer Kraftwerkskette am Kehrbach. Der Wiener Neustädter Kanal beginnt seither beim Kraftwerk. 1922 wurde es von der NEWAG (heute EVN) übernommen.

Der Maschinentrakt befindet sich in seiner äußeren Form nach wie vor im ursprünglichen Zustand. Der unterwasserseitig gelegene Trakt mit Schaltanlagen wurde nach einem Bombenschaden im Zweiten Weltkrieg abgetragen. 1991/92 wurde das Kraftwerk Ungarfeld dann rundum modernisiert: Die alten Francisturbinen wurden durch neue Tauchgeneratorturbinen mit Asynchrongeneratoren ersetzt und auch das Kraftwerksgebäude wurde renoviert.

Im Rahmen der Niederösterreichischen Landesausstellung 2019 ist das Kraftwerke Ungarfeld als Schaukraftwerk für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Das Erdgeschoss mit dem historischen Generatorraum ist frei zugänglich.
Quelle: Schaukraftwerk Ungerfeld (EVN) auch interessant die Kehrbach Abkehr 2018 und Turbinenrevision 2019

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Bunker Ratte

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#28
Das letzte Kraftwerk am Kehrbach: Schaukraftwerk Ungerfeld Teil2:

Die ehem. Turbine:
Die Turbine wurde beim Umbau des Kraftwerks ausgebaut und als Museumsstück in die Generatorhalle gestellt.

Eine von zwei gleichen Turbinen
Baujahr:
1917
In Betrieb von: 1917-1990
Einfach-Francis-Schachtturbine
Gefälle:
7,23m
Schluckvermögen: 3800i/sek
Leistung: 282 PS/207 KW
Drehzahl: 250 U/min
Hersteller: Leobersdorfer Maschinenfabrik

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Bunker Ratte

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#29
Das letzte Kraftwerk am Kehrbach: Schaukraftwerk Ungerfeld Teil3:

Der ehem. Generator:
Type: Drehstromsynchrongenerator
Hersteller: Siemens – Schuckert - Werke
Fabrikationsnummer: 72860
Baujahr: 1914
Spannung: 5150 V
Strom: 78,5 A
Leistung: 700 kVA
Drehzahl: 250 U/min
Erregung
Spannung: 65 V
Strom: 188 A

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Bunker Ratte

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#30
Das letzte Kraftwerk am Kehrbach: Schaukraftwerk Ungerfeld Teil4:

Der ehem. Turbinenregler:
Der Turbinenregler steuert die Drehzahl von Turbine und Generator. Das funktioniert durch die Einstellung der Leitschaufeln, die je nach Stellung mehr oder weniger Wasser in die Turbine strömen lassen.

Baujahr: 1966
In Betrieb von: 1966-1990
Hersteller: J. M. Voith AG, St. Pölten, Nr. 11153

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Bunker Ratte

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#32
Das letzte Kraftwerk am Kehrbach: Schaukraftwerk Ungerfeld Teil6:
weitere und letzte Bild-und Schautafeln!

Kraftwerk Oberwasserseite mit trockenen Oberwasserkanal
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Kraftwerk Unterwasserseite mit Wachsoldaten. Die Bauausschreibung erfolgte im Dezember 1914, als noch Hoffnung auf eine Beendigung des Krieges im Frühjahr oder Sommer 1915 bestand. Die Arbeiten waren gerade vier Wochen im Gange, da kam am 23. Mai 1915 die Kriegserklärung Italiens und mit ihr die Einberufung des größten Teiles der Arbeiter. Nur durch die Zuweisung von italienischen Internierten war es möglich, die Bauten fortzusetzen und mit großer Fristüberschreitung zu Ende zu führen. (Bauleiter Thomas Hofer)
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Unterwasserkanal mit Kraftwerk und Umgebung
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#34
Danke Bunkerratte für die unglaublich ausführlich Dokumentation! Ich möchte noch das Kehrbachkraftwerk in Breitenau ergänzen, von dem ich aber leider nur zwei Bilder von 2006 habe.

Beitenau_Kehrbachkraftwerk_2.jpg Beitenau_Kehrbachkraftwerk_1.jpg
Hubmer_Ausländekanäle.jpg
Zwischen 1808 und 1855 hat der "Raxkönig" Georg Hubmer den schon lange existierenden Kehrbach als Schwemmverbindung zwischen der Schwarza und dem Wiener Neustädter Kanal benutzt und musste dazu seine Ufer aufwendig befestigen.

Da ihm zuerst das Holzschwemmen durch den Park der Militärakademie nicht erlaubt wurde, plante er ein hölzernes Gerinne um den Park, um den Kanal zu erreichen. Erst durch Intervention von Erzherzog Johann durfte er den Kehrbach auch im Akademiepark benützen. Dort legte er "Ausländekanäle" zum Ausspießen des Scheitholzes an, das er anschließend auf seinen eigenen Kanalschiffen nach Wien bringen ließ.

Leider habe ich von diesen Kanälen keine Spuren mehr gefunden.
LG, Fritz
 
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