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joeey30

Guest
#1
so! mal ein neues thema!

ich wohne ja in loosdorf in der nähe des dunkelsteinerwaldes, wo sich in den letzten tagen des wk2 harte kämpfe ereignet haben. hab mittlerweile ne menge informationen, was truppen angeht, was mir jedoch fwehlt, sind die genauen standorte von stellungen und bunkern!
zu suchen ist nicht einfach, da es sich um ein riesiges gebiet handelt! vielleicht hat jemand genauere informationen und eventuell auch zeitzeugen

bin für jede hilfe zur erstellung einer genauen karte dankbar ( in arbeit hab ich sie schon )
 
#2
Meinen Infos nach kannst du lange im Dunkelsteinerwald suchen und wirst nichts finden,
angeblich waren die letzten Stellungen im Bereich Wölbling und Statzendorf.
lass mich aber durch Fakten gerne eines Besseren belehren

so long
Alex
 
#4
Bis Gansbach sicher nicht.
Front war bis zum Ambacher Wald, dort werden heute noch gefährliche Relikte gefunden.
gab vor ca 20 jahren mal ne Geschichte wo Jugendliche eine beträchtliche Anzahl von Munition gefunden und im Jugendraum gelagert haben.
mächtiger Auflauf von Polizei, Innenministerium und Entmienungsdienst.


do long
Alex
 
#5
es gibt ja bei Oberwölbling den Soldatenfriedhof, und wenn man von oberwölbling zur bundestraße fahrt, also richtung osten, sieht man auf der anderen seite einen Hügel (muß nachschaun wie der heißt) und der ist sinnloser weise bis zum letzten Mann verteidigt worden.

Geschichte dazu:
Ein Kunde von uns aus Deutschland hat gewußt das sein Vater in der Gegend gefallen ist, aber nie genau wo, wir kennen das Gebiet recht gut (Meine Großeltern hatten ein Haus in Viehausen/Dunkelsteinerwald) und haben natürlich sofort auf den oben erwähnten Friedhof getippt, und siehe da, wir haben sein Grab gefunden....


lg stoffi
 
J

joeey30

Guest
#7
Bis Gansbach sicher nicht.
Front war bis zum Ambacher Wald, dort werden heute noch gefährliche Relikte gefunden.
gab vor ca 20 jahren mal ne Geschichte wo Jugendliche eine beträchtliche Anzahl von Munition gefunden und im Jugendraum gelagert haben.
mächtiger Auflauf von Polizei, Innenministerium und Entmienungsdienst.


do long
Alex
mir sind von zeitzeugen auch scharmützel bei gerolding bekannt. keine grossen sachen, aber immerhin
na ich forsch mal weiter
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#11
ich wohne ja in loosdorf in der nähe des dunkelsteinerwaldes, wo sich in den letzten tagen des wk2 harte kämpfe ereignet haben. hab mittlerweile ne menge informationen ... was mir jedoch fwehlt, sind die genauen standorte von stellungen und bunkern!
Die Kämpfe fanden an den Westhängen des unteren Traisentales und am O bzw. SO- Rand des Dunkelsteinerwaldgebietes statt. Dort bildete sich für fast 3 Wochen vor Kriegsende ein relativ stabiler Frontstreifen von einigen hundert Metern bis zu einigen Kilometern Breite. D.h., wenn z.B. die Russen am Tag einige hundert Meter oder ein paar Kilometer Geländegewinn machten, wurde der verlorene Gebietsstreifen (oder auch Ortschaften) in den Nachtstunden von den Deutschen wieder zurückerobert, solche Vorgänge wiederholten sich tagelang! Etappenziel der Russen waren die beiden Donaubrücken im Raum Krems, die sie aber erst nach Rückzug der Deutschen am 08.05.45 erreichten und gesprengt vorfanden...

Wenn Du dezitiert den Dunkelsteiner Wald ansprichst, so war der Frontstreifen von S nach N zur Donau etwa entlang der Linie Gerersdorf - Neidling - Karlstetten - Ambach-Ober- u. Unterwölbling - Kuffern - Theyernberg => Schwenk ins Traisental - an den Hängen westlich Inzersdorf - Getzersdorf - Nußdorf zur Donau zwischen Hollenburg und Wagram a.d.Traisen. Schwerpunktbildungen gab es bei Wölbling, im Taleinschnitt des Fladnitzdurchbruches südlich Meidling (bei der Ofenanlage "Statzendorf"), zwischen Kuffern und Maria Elend und Bereich Nußdorf - Donau.

Außer verwachsenen und eingefallenen, gerade noch erkennbaren Laufgräben, Schützenlöchern, MG-Stellungen und Sprengtrichtern, wie sie zu tausenden in Wald und Flur, über dessen Boden der Krieg hinwegzog, zu finden sind, wirst Du nichts mehr finden! Da gab es keine großartigen Bunkeranlagen usw. ...

lg
josef
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#14
hab erfahren, dass es bis gansbach kämpfe gegeben hat
...mir sind von zeitzeugen auch scharmützel bei gerolding bekannt
.
Bei den genannten Orten gab es keine "Front" im herkömmlichen Sinn mehr. Wenn dort noch Gefechtstätigkeit war, so Geplänkel mit deutschen Nachhuten am 8.5.45. Die deutschen Truppen lösten sich in den Abend- und Nachstunden vom 7. auf 8.5.45 bis auf kleine Nachhuten von der starren Frontlinie und zogen sich nach W zurück, um rechtzeitig (08.05. - 24.00h bzw. 09.05.45 - 01.00h => divergierende Angaben wegen der damaligen Sommerzeit) die Enns-Linie und somit die US-Truppen, zu erreichen! Nach mehrstündigem Trommelfeuer der Artillerie stießen die Russen ab den Morgenstunden des 08.05.45 in den von den Deutschen geräumten Raum Richtung W vor. Z.B. besetzten sie um 08.00h das Gelände des Fliegerhorstes Markersdorf, um 09.30h Loosdorf und Roggendorf (Quarz)...usw. .

Bei diesen Gefechten mit deutschen Nachhuten gab es noch viele Tote auf beiden Seiten. Auch unter der Zivilbevölkerung waren viele Tote, besonders durch das oben genannte Artilleriefeuer und durch sowjetische "Schlachtflieger", zu beklagen...

Deutscherseits wurden in den frühen Morgenstunden des 8.5. die 2 Donaubrücken im Bereich Krems die Donaurollfähren Weißenkirchen, Spitz und Melk sowie jede Menge kleinere Brücken über die Pielach und die Melk gesprengt. Die von den US-Bombenangriffen unbeschädigt gebliebenen Anlagen des Fliegerhorstes Markersdorf wurden noch am 7.5. gesprengt.

lg
josef

Quellen siehe:
Rauchensteiner; Der Krieg in Österreich; S. 375 usw.
Schmitzberger; Was die US Army in der Alpenfestung wirklich suchte; S. 156 ff.
Rossiwall; Die letzten Tage; S. 313 ff.
 
R

Roland1

Guest
#15
Bei den genannten Orten gab es keine "Front" im herkömmlichen Sinn mehr. Wenn dort noch Gefechtstätigkeit war, so Geplänkel mit deutschen Nachhuten am 8.5.45. Die deutschen Truppen lösten sich in den Abend- und Nachstunden vom 7. auf 8.5.45 bis auf kleine Nachhuten von der starren Frontlinie und zogen sich nach W zurück, um rechtzeitig (08.05. - 24.00h bzw. 09.05.45 - 01.00h => divergierende Angaben wegen der damaligen Sommerzeit) die Enns-Linie und somit die US-Truppen, zu erreichen! Nach mehrstündigem Trommelfeuer der Artillerie stießen die Russen ab den Morgenstunden des 08.05.45 in den von den Deutschen geräumten Raum Richtung W vor. Z.B. besetzten sie um 08.00h das Gelände des Fliegerhorstes Markersdorf, um 09.30h Loosdorf und Roggendorf (Quarz)...usw. .

Bei diesen Gefechten mit deutschen Nachhuten gab es noch viele Tote auf beiden Seiten. Auch unter der Zivilbevölkerung waren viele Tote, besonders durch das oben genannte Artilleriefeuer und durch sowjetische "Schlachtflieger", zu beklagen...

Deutscherseits wurden in den frühen Morgenstunden des 8.5. die 2 Donaubrücken im Bereich Krems die Donaurollfähren Weißenkirchen, Spitz und Melk sowie jede Menge kleinere Brücken über die Pielach und die Melk gesprengt. Die von den US-Bombenangriffen unbeschädigt gebliebenen Anlagen des Fliegerhorstes Markersdorf wurden noch am 7.5. gesprengt.

lg
josef

Quellen siehe:
Rauchensteiner; Der Krieg in Österreich; S. 375 usw.
Schmitzberger; Was die US Army in der Alpenfestung wirklich suchte; S. 156 ff.
Rossiwall; Die letzten Tage; S. 313 ff.


Irgendwie sind diese Angaben widersprüchlich und unlogisch.
Du schreibst es gab keine zusammenhängende Front mehr, warum soll der Ivan dann ein stundenlanges Trommelfeuer auf ein paar Deutsche schiessen die nach Westen flüchten? Finde ich unlogisch! Die Wehrmacht bzw. Waffen-SS war ja angeblich nur mehr ein Schatten von sich selbst, wie konnten sie dann den Ivan 3 Wochen im Raum von St. Pölten bis Krems aufhalten, wenn der Ivan doch so stark war?

MfG Roland
 
#16
Also das zieht sich so in allen Berichten, Buechern und Zeitzeugenaussagen dahin......gegen Ende des Krieges haben die Russen ihre Aktivitaeten nicht voll entfaltet, und haben sich im Gegenteil eher "eingegraben". Ich spreche da von den letzten Wochen/Monate.

Die Gruende sind unterschiedlich: Misstrauen zu den Allierten, keine grossen strategischen Ziele mehr und vielleicht auch andere.....

Die Wehrmacht war ein Schatten wie du schreibst, und die Verhaeltniszahlen in den Resourcen Deutsche-Russen waren wahrscheinlich 1:100.

Auch dieses stuermische Art.-Feuer gegen Ende wird sehr oft beschrieben.
Vielleicht ist es eine subjektive Wahrnehmung von deutscher Seite, aber war auch ganz einfach so, dass auch dort ein Verhaeltnis von 1:100 war.

Und Krieg ist oft "nicht logisch".
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#17
Irgendwie sind diese Angaben widersprüchlich und unlogisch.
Du schreibst es gab keine zusammenhängende Front mehr, warum soll der Ivan dann ein stundenlanges Trommelfeuer auf ein paar Deutsche schiessen die nach Westen flüchten? Finde ich unlogisch! Die Wehrmacht bzw. Waffen-SS war ja angeblich nur mehr ein Schatten von sich selbst, wie konnten sie dann den Ivan 3 Wochen im Raum von St. Pölten bis Krems aufhalten, wenn der Ivan doch so stark war?MfG Roland
Siehe Zitat von @struwwelpeter:
Und Krieg ist oft "nicht logisch".
Die Russen gruben sich auf der oft genannten Linie ein, errichteten im Hinterland der Front an strategisch günstigen Geländeabschitten Verteidigungsstellungen => z.B. Traisental - Osthänge. Da wurden die Einheimischen zum "Schanzen" für die Russen gezwungen! Aus den vorderen Frontbereichen starteten sie dann schwerpunktmäßige Angriffe auf den in Vorberichten beschriebene Positionen mit Ziel Donaubrücken... Und genau dort konzentrierten auch die Deutschen Seiten die Abwehrkräfte! Durch Ausnützung des Geländes konnte ein Durchbruch zur Donau vorerst verhindert werden. War sicher nur eine Zeitfrage, wenn nicht die Kapitulation der sinnlosen Schlachterei ein Ende gesetzt hätte, wären die Russen sicher durchgebrochen! Wenn sie massiv entlang der Westbahn im panzergängigen Gelände angegriffen hätten, wären sie auch nicht aufzuhalten gewesen... es wird sicher noch lange oder für immer ein Rätsel bleiben, warum sie vor der Pielach für fast 3 Wochen stoppten! Auf der Frontseite nach N und NW, wo sie angriffen, konnten sie ihre Panzerkräfte geländebedingt nicht entfalten...

Das stundenlange Trommelfeuer am 08.05.45 dürfte eine Art "Abschiedsvorstellung" gewesen sein...

lg
josef
 
J

joeey30

Guest
#18
Bei den genannten Orten gab es keine "Front" im herkömmlichen Sinn mehr. Wenn dort noch Gefechtstätigkeit war, so Geplänkel mit deutschen Nachhuten am 8.5.45. Die deutschen Truppen lösten sich in den Abend- und Nachstunden vom 7. auf 8.5.45 bis auf kleine Nachhuten von der starren Frontlinie und zogen sich nach W zurück, um rechtzeitig (08.05. - 24.00h bzw. 09.05.45 - 01.00h => divergierende Angaben wegen der damaligen Sommerzeit) die Enns-Linie und somit die US-Truppen, zu erreichen! Nach mehrstündigem Trommelfeuer der Artillerie stießen die Russen ab den Morgenstunden des 08.05.45 in den von den Deutschen geräumten Raum Richtung W vor. Z.B. besetzten sie um 08.00h das Gelände des Fliegerhorstes Markersdorf, um 09.30h Loosdorf und Roggendorf (Quarz)...usw. .

Bei diesen Gefechten mit deutschen Nachhuten gab es noch viele Tote auf beiden Seiten. Auch unter der Zivilbevölkerung waren viele Tote, besonders durch das oben genannte Artilleriefeuer und durch sowjetische "Schlachtflieger", zu beklagen...

Deutscherseits wurden in den frühen Morgenstunden des 8.5. die 2 Donaubrücken im Bereich Krems die Donaurollfähren Weißenkirchen, Spitz und Melk sowie jede Menge kleinere Brücken über die Pielach und die Melk gesprengt. Die von den US-Bombenangriffen unbeschädigt gebliebenen Anlagen des Fliegerhorstes Markersdorf wurden noch am 7.5. gesprengt.

lg
josef

Quellen siehe:
Rauchensteiner; Der Krieg in Österreich; S. 375 usw.
Schmitzberger; Was die US Army in der Alpenfestung wirklich suchte; S. 156 ff.
Rossiwall; Die letzten Tage; S. 313 ff.
Das mit Loosdorf und Roggendorf war mir schon bekannt, da bei uns im Haus die Russen ihr Hauptquartier hatten! Bin auch eifrig am Suchen und hab schon einiges ausgegraben!
Leider finden wir auch immer wieder Munition, was bedeutet, dass öfter mal die Polizei auf Kaffee da ist :) Mittlerweile könnte ich mit 130 durch Loosdorf brausen und es würd keiner was sagen :D

Haben auch nen Teich, in dem ich einiges vermute, muss aber warten, bis das Eis weg ist!

Auch in der Gemeindechronik von Loosdorf steht einiges interessantes! Werd es einscannen und reinstellen am Abend!
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#19
Bis Gansbach sicher nicht.
Front war bis zum Ambacher Wald, dort werden heute noch gefährliche Relikte gefunden.
gab vor ca 20 jahren mal ne Geschichte wo Jugendliche eine beträchtliche Anzahl von Munition gefunden und im Jugendraum gelagert haben.
mächtiger Auflauf von Polizei, Innenministerium und Entmienungsdienst.
do long
Alex
In diesem Gebiet wurden von den Russen bis zu ihrem Abzug 1955 riesige Mengen Munition gesprengt! Aus der ganzen Umgebung wurden die vorgefundenen Kriegsrelikte dort "entsorgt", wobei es eben "russisch" zuging => die Dinger in Gräben geleert oder aufgeschichtet und dann BUMMMM... Viel von dem Zeug wurde nur in die Gegend geschleudert, ohne zu explodieren. Es gab damals unzählige Verletzte unter den Altmetallsammlern und auch Tote! Kann mich selbst noch an ein Warnschild an der Straße von Oberwölbling nach Paltmühl bzw. Wolfenreith erinnern, wo 11 Tote angeführt waren (die Tafel stand bis Mitte der 1960iger Jahre). Ist sicher auch heute noch teilweise gefährlicher Boden, da ich bezweifle, dass der Entminungsdienst, trotz langjähriger intensiver Räumung, auf dem riesegen Gebiet alles gefunden/entsorgt hat...

lg
josef
 
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