Ebensee "Zement" - Anlagen A und B

#21
Henry hat geschrieben:
Fasse ich nun zusammen ergibt sich folgendes Bild :
Nach den Technischen Daten muss die Zeichnung der Zweistufen Kombination vor dem 27.11.1941 entstanden sein, damit zeigt es die Kombination mit 25t + 100t Schub und 2500 km Reichweite.
Welche Zeichnung meinst Du??? Ab hier kann ich nicht folgen :(

Kannst Du die Zeichnung hier reinstellen?

LG,
Markus


Anm.: Hab die Zeichnung gerade in einem Buch gefunden...
 
#22
Henry hat geschrieben:
Nach allem was ich bisher an Dokumenten und Zeichnungen gesehen habe, halte ich es für ausgeschlossen das man eine Zeichnung mit derartigen Fehlern anfertigt .
Ein Gleiter mit 25t Niederdruckofen leistet 500 km und ein A4 mit 40 Atü Salbei Hochdruckofen ohne Gleitflügen ebenso 500 km . Wäre die Zeichnung richtig, dürfte kein Gleitaggregat sondern eine normale A4 mit 40 Atü Salbei Triebwerk zu sehen sein !
Vielleicht ist das auch so. Könnte es nicht sein, dass die Zeichnung einfach eine damalige Variante der Leitwerke zeigt und gar keinen Gleiter? Der Gleiter hätte dann ja die Flügel gehabt...


Die erste Stufe hat die Technischen Daten :

17000 kg Rüstgewicht
16260 kg Nutzlast
50560 kg Brennstoff
1500 kg T Stoff

Startgewicht 85320 kg

Bei 30 t Schub 40 Atü Ofen ermöglicht das theoretisch ein 180 t Triebwerk mit einer Brennzeit von 62 sec.

Oder ein 100t Triebwerk mit 111sec Brenndauer!

Dann stimmen die Stufen wieder zusammen...

LG,
Markus
 
#23
Jawohl ! So muss das laufen !

Danke Markus für die „Eingebung“ !

( ich schreib jetzt aber nicht was für eine !! )

*Grundsätzliches: Ich möchte feststellen ob z.B. aus Politischen gründen nach Kriegsende an Dokumenten manipuliert wurde um bestimmte Aussagen belegen zu können .

*Es ist keine Variante eines Leitwerkes, es gab 3 Varianten des Gleiters, die A4 V 12 c Variante wie beim A4b und dem A9, die Form A4V13 und das A4V12f !

*Die Rechnerei mit den Tonnen entspricht der damaligen Rechenweise !

Die Formel :

...........G*
P = --------- x c = ( kg )
...........g


P = Schubkraft in kg

c = Ausströmgeschwindigkeit der Gase in m/sek

G* = spezifischer Treibstoffverbrauch in kg/sek

g = 9,81 m/sek²


Natürlich werden die Zahlen meist gerundet, so das die Ergebnisse in t hinter dem Komma nicht immer so 100 % korrekt sind !


*Ich konnte in zwischen feststellen das die Zeichnung B 88/431 BSM vom 10.6.1941, sie zeigt definitiv als zweite Stufe das Aggregatsmuster A4V13.
In dem Dokument vom 21.1.1941 wird darauf hingewiesen das diese Form extra für die Kombination mit einem A10 gewählt wurde ! Der Rumpfkörper selbst hat eine Länge von 1330 cm, das entspricht dem Rumpf des A4. Erst mir dem A8 und dem 30 t Salbei Ofen war der Rumpfkörper etwas länger. Die Muster mit 30 t und 180 t stammen aus der Zeit nach dem 27.11.1941, weil man erst zu diesem Zeitpunkt errechnet hatte das mit 25 t die Anfangsbeschleunigung bei dem gegebenen Startgewicht zu gering wäre .
Bei dem angegebenen Gewicht auf der Zeichnung handelt es sich eindeutig um Salpetersäure und Dieselöl . Die Gewichtsangaben entsprechen dem A4 – Salbei Projekt mit 40 atü Hochdruckofen vom 20.6.1941 ( einer A4 ohne Flügel ) . Die Zeichnung zeigt aber tatsächlich eine Rakete an der zwei Leitwerke die bis an die Spitze verlängert sind, also ein A4V13 Muster + A10 endsprechend der Beschreibung vom 21.1.1941 mit 2500 km Reichweite ! Man kann leider kein Triebwerk in der zweiten Stufe erkennen und in der ersten kann man an der Brennkammer nicht erkennen welches Einspritzsystem verwendet werden sollte. Aus den Dokumenten geht immer wider hervor, das der 13 atü Niederdruckofen ( 18 Topf Ofen ) nicht für das Seriengerät bestimmt war, sonder der 40 atü Mischdüsenofen. Aus diesem Grund werden Zeichnungen des Seriengerätes bis Mitte 1942 mit einem Mischdüsenofen dargestellt . Da die Zeichnung vom 10.6.1941 ist, gehe ich davon aus das für beide Stufen 40 atü Mischdüsenöfen gedacht waren, für die erste 100t und für die zweite 25t.


Und jetzt nochmals was an der Zeichnung stört :

Das Leergewicht des A4V13 ist durch die Flügel einige kg höher als ein normales A4, mit einem 25t 40 Atü Ofen mit Salbei- Antrieb müssten es also mehr als 16260 kg sein.
Dieses Mehrgewicht wäre garantiert berücksichtigt worden !!


Gruß Henry
 
#24
Des öfteren mal was neues !?

Für die eigene und allgemeine Verwirrung ein paar Daten die ich mir am Montag aus dem Bundesarchiv geholt habe. Da gibt es ein Dokument mit umfangreichen Berechnungen zur Machbarkeit eines zweistufigen Aggregates vom 29.11.1939 . Es handelt sich dabei um die Kombination A4-A10 ( 25t +100t ). Ich denke das dis eine der ältesten Berechnungen sein dürfte ! Dann gab es eine Vortragsnotiz vom 31.7.1941, hier ging es um die Entwicklungsmöglichkeiten z.B. eines Zweistufigen Aggregates mit 25 und 180t Schub und 4000 km bei 1t und 2000 km Reichweite bei 4t Nutzlast ( Entwicklungszeit 5 Jahre ) . Zeitlich liegt die Notiz nach dem 10.6.1941, aber vor dem 27.11.1941 . Ob hier die Erkenntnis mit der Anfangsbeschleunigung von unter 0,5 g bei 25 t schon bekannt war konnte ich noch nicht feststellen. Es wäre sonst der älteste Hinweis auf eine Sechsfachbündelung von 30t Öfen.
Dann hab ich noch eine Vortragsnotiz vom 9.3.1943, hier wird als „andere Entwicklungen das A8 und A9 angesprochen und als „Zukunftsabsicht“ ein „Amerikaprojekt“ mit 4500 km und 30 min. Flugzeit benannt. Die Betonung liegt bei „Zukunftsabsicht“ , also immer noch die Idee und keine konkrete Entwicklungsarbeit ! Allerdings kam am 27.4.1943 die Anordnung Nr. 3/43g und damit die Einstellung der Entwicklungsarbeit am A8 und A9 bis Sommer 1944.


Gruß Henry
 
#25
Henry hat geschrieben:
Die Betonung liegt bei „Zukunftsabsicht“ , also immer noch die Idee und keine konkrete Entwicklungsarbeit ! Allerdings kam am 27.4.1943 die Anordnung Nr. 3/43g und damit die Einstellung der Entwicklungsarbeit am A8 und A9 bis Sommer 1944.
Henry, du argumentierst "falsch". :D
Schau mal hier warum: Warum der Mythos so oft über die Wahrheit siegt

Grippeimpfung macht krank, und Saddam Hussein ist schuld am 11. September 2001. Viele Verschwörungs- und andere krude Theorien schwirren durch die Welt - um sie auszuräumen, stellen die Betroffenen oft Fakten und Mythen gegenüber. Genau falsch, hat nun ein Psychologe herausgefunden.
 
#26
Psychologe Schwarz schreibt :

"In den meisten Fällen ist es am besten, den Mythos gar nicht mehr anzusprechen und sich ausschließlich auf die Fakten zu konzentrieren, die dagegen sprechen. Je mehr die Zuhörer mit den Fakten vertraut gemacht werden - und je weniger sie vom Mythos hören - desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich durchsetzen."

Genau das tu ich ! Fakten, Fakten und nichts als Fakten !

Gruß Henry
 
#27
Henry hat geschrieben:
Nun ja, ich möchte nun keine voreiligen Schlüsse ziehen, aber betrachtet man die Webseite des Zeitgeschichte Museums Ebensee und die anderen Webseiten die irgendwie mit „Zement“ und Ebensee zu tun haben, dann sticht das mit der A9/A10 Interkontinentalrakete schon heraus !
Bisher ist mir nicht ersichtlich welcher Sinn sich hinter eine derartige scheinbar nicht belegbare Behauptung verbirgt ! Ich könnte nun davon ausgehen das Florian Freund einem gewaltigen Irrtum aufgesessen ist, allerdings geht an anderer Stelle in RH 8 1210 hervor das :“außerhalb und ungeschützt 2 Spritzstände ( für A 9 und W ), 1 Pumpenprüfstand und 1 Dampfanlagenprüfstand.“ Der Stollen liegen. Was A9 ist dürfte klar sein ( http://www.v2werk-oberraderach.de/Irrtuemer/5-I.htm ), mit „W“ ist Wasserfall gemeint. Dieses Dokument ist vom 2.2.1944 und beinhaltet größtenteils den von dir Zitierten Text ! Befast man sich ein bisschen mehr mit den Entwicklungen, dann stellt man fest das neben dem A4, bis Juni 1944 ausnahmslos am „Wasserfall“ Projekt gearbeitet werden durfte. Da das A4 bereits in Fertigung war und im Mittelwerk extra eine Peenemünde Abteilung sich mit der Optimierung des A4 befasste, blieb für „Zement“ ursprünglich nur „Wasserfall“ und ab Mitte 44 nochzusätzlich das A9 .
Man müsste einen gewaltigen sehfehler haben um aus einem W ein A10 werden zu lassen oder ein A9 mit einer reichweite von 450 bis 550 km Als Interkontinentalrakete an zu sehen .
Allerdings hätte Freund recht wenn man von Spanien nach Marokko schießen würde ! Oder wie wäre es mit Istanbul, dort kann man von Europa bis Asien schießen !! :D Hat er nun sich geirrt ? oder schlecht recherchiert ? Oder hat er beides !? :gruebel




Gruß Henry

Heute hab ich nun nach unzähligen Versuchen eine Antwort von Florian Freund bekommen !

Hier ein Auszug aus dem recht kurzen E-Mail :

....zur Beantwortung ihrer Fragen möchte ich sie auf mein Buch: Florian
Freund, "Arbeitslager Zement". Das Konzentrationslager Ebensee und die
Raketenrüstung. Wien 1989, verweisen, dort finden sie alle
Quellenangaben.....

Was soll man da noch sagen !!! :confused:

Gruß Henry
 
#29
Markus

Du hast es da ein bisschen näher als ich, das Buch von Florian Freund: Arbeitslager Zement. Das Konzentrationslager Ebensee und die Raketenrüstungs- Wien 1989.
Ist zugleich wohl auch seine Dissertation an der Uni Wien . Also dürfte das Werk dort in der Bibliothek zu finden sein ?!
Könntest du bei Gelegenheit nach den entsprechenden Seiten suchen und mir diese inklusive der angegebenen Quellen kopieren ??

Gruß Henry
 
#30
Hallo Henry,

das Buch sollte nächstes Jahr neu erscheinen. Ich denke das ist eher als mein nächster Besuch der Uni-Wien bzw. der Nationalbibliothek.

Falls ich doch früher dort bin, werde ich schaun ob ich's kopieren kann/darf...

LG,
Markus
 
#31
Neu erscheinen ? Das geht mir zu lange ! :zicke

Angenommen es ist so wie ich denke, dann sollte man sich vor Augen halten das in unzähligen Veröffentlichungen, Vorträge, Radiosendungen, Fernsehsendungen eine von Dr. Florian Freund verbreitete Behauptung ein wesentlicher Bestandteil der Aufmachung ist .
Ich persönlich empfinde es schon für unsinnig und danebengegriffen heute nachträglich die Stufe der Technischen Entwicklung des Nationalsozialistischen Deutschland auf ein Maß zu heben das dem Größenwahn einiger damals wohl entgegen gekommen wäre, dis aber mit Sicherheit nicht der Fall war . So unsinnig das ganze Geplänkel mit der „Atombombe“ und der „Amerika Rakete“ ist und offensichtlich nur wegen ihrer Verkaufsfördernden Wirkung auf zwielichtige Veröffentlichungen einen positive Wirkung hat, so fraglich ist die vordergründige Einbeziehung dieser Technologie in scheinbar seriösen Berichterstattung. Insbesondere wenn es im Grunde um Menschen tötende KZ Zwangsarbeit geht !

Es ist eine nicht von der Hand zu weisende Feststellung das durch bestimmte Historiker der Irrsinn als solches, in der Gegenüberstellung des rücksichtslosen Größenwahns in Form der wohl nicht belegbaren Historie „Interkontinentalrakete“ mir dem der Massenhaften Vernichtung durch Arbeit seine Bewertung findet.

Nun denn, für Ebensee hatte man wohl kein Projekt des Größenwahns geplant, sonder eine simple und banale Reichweitensteigerung um schlappen 280 km. Im Grunde eine reale, umsetzbare Forderung die schlicht aus dem „Mangel“ heraus begründet war ! Um so arger wirkt das Gewicht der Ausbeutung und Mordens, unzählige Tode nur wegen 280 km !
Ob eine solche möglich Tatsache von Herrn Dr. Florian Freund wohl berücksichtigt wird wenn es zu einer Neuauflage seiner Dissertation kommt ?!

Gruß Henry

PS: Nur mal so zum selber nachlesen, kann man über Goggle bei Eingabe folgender Worte :
„A9 Ebensee Florian Freund“ nachfolgende Texte entnehmen.
Interessanterweise belegt dieses Thema hier auf Unterirdisch.de bereits Platz 6 in der Suchmaschine Goggle !


Journal Panorama, Mittwoch, 4. Mai 2005, 18:20 Uhr

In diesen Stollen will die Heeresversuchsanstalt Peenemünde eine Interkontinentalrakete entwickeln, sagt Andreas Schmoller vom Zeitgeschichte-Museum Ebensee. Die A9 soll Ziele in Amerika erreichen. Dafür sterben hier 8.000 Menschen. Die durchschnittliche Lebensdauer eines Häftlings im Lagersystem von Mauthausen beträgt sechs Monate. Für Menschen jüdischer Herkunft einige Wochen, in den Steinbrüchen wenige Tage. Das bedeutet ständige Todesangst, sagt der Historiker Florian Freund.
http://oe1.orf.at/highlights/36575.html




Das KZ Ebensee , geschrieben von Wolfgang Quatember
Zweck der Errichtung des SS-Arbeitslagers war der Bau riesiger unterirdischer Fabrikhallen zur Forschung und Entwicklung der A9/A10 Interkontinentalrakete durch den rücksichtslosen Arbeitseinsatz von KZ-Häftlingen. Der ursprüngliche Plan musste später aufgrund der Priorität anderer kriegswichtiger Produktionen aufgegeben werden. Fertige Teile der Stollenanlagen wurden zur Erzeugung von Treibstoff (Stollenanlage A) und Fertigung von Motorteilen für Panzer und LKW der Steyr-Daimler-Puch- und Nibelungenwerke (Stollenanlage B) genutzt. Die Treibstoffproduktion aus Rohöl startete am 4.2.1945 im Rahmen des "Geilenberg Programms".
http://www.shoa.de/content/view/70/231/




Stollensystem für Rakete, Ö1 Inforadio, 12:00, Mi, 04.05.2005

Denn das Konzentrationslager Mauthausen besteht aus einem ganzen System von Lagern in Ober- und Niederösterreich, in Wien, in der Steiermark, in Kärnten. Die Häftlinge arbeiten in den Stahlwerken von Linz, sie bauen Kraftwerke im Ennstal, graben den Loibl-Tunnel und unterirdische Fabriken für Steyr-Daimler-Puch in Melk. In Ebensee müssen sie für die Entwicklung der Interkontinental-Rakete A9 ein Stollensystem graben.

http://oe1.orf.at/inforadio/50797.html



KZ Ebensee, Wikipedia

Die Häftlinge mussten unter größten körperlichen Anstrengungen innerhalb kürzester Zeit die Stollen bis zu 250 Meter in den Berg hineintreiben. Das gesamte Stollensystem war durch ein Schienensystem untereinander verbunden. Es sollte ein Raketen-Entwicklungswerk mit Prüfständen entstehen, wo die Interkontinentalrakete „A 9“ produziert werden sollte,

http://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Ebensee


Das unterirdische Reich. Die geheimen Welten der Nazis

30 m hoch sind die Hallen, in denen man unter der Leitung von SS-Obergruppenführer Hans Kammler sogar Interkontinentalraketen montieren wollte [Bild: ausbetonierte, 30 m hohe Halle]. Denn das neueste Modell, die 26 Meter hohe A9, würde, so der ehrgeizige Plan der Nazis, sogar die USA erreichen.

http://www.geschichteinchronologie.ch/eu/3R/bunkerbau-SpiegelTV2003_das-unterirdische-reich.htm
 
S

Steyrfan

Guest
#32
Hab mir auf Grund der Diskussion mal das Buch"Arbeitslager Zement" in der Bibliothek des Österreichischen Staatsarchiv ausgeliehen, und etwas darin gelesen.

Dieses Buch ist so geschrieben wie ich es vermutet habe, und wie leider viele "Historiker" die über die NS Zeit schreiben(persönliche Meinung von mir). Erst haben sie ein Ergebnis, dass dann durch Ihre Arbeit bestätigt wird und keinerlei Kritisches Hinterfragen ist erwünscht.
So ist es auch kein Wunder, das Fragen nach Genauen und belegbaren Zitaten nur mit Frasen und Hinweisen auf das eigene Werk beantwortet werden.
 
#33
Du hast tatsächlich : Florian Freund, Arbeitslager Zement. Das Konzentrationslager Ebensee und die Raketenrüstungs- Wien 1989, griffbereit ??!
Wenn du nach den Textpassagen suchen könntest die von dem A9 handelt, findest du meist direkt hinter den Sätzen den Verweis auf eine entsprechende Stelle im Quellennachweis.
Für mich wäre nun ein Scann der endsprechende Seite und des Quellennachweises äußerst wichtig !

Gruß Henry
 
S

Steyrfan

Guest
#34
Das Buch hab ich nicht griffbereit da ich es wieder zurückgegeben habe. Es ist aber in der Bibliothek des Österreichischen Staatsarchives relativ schnell wieder zu bekommen.
Mit der Art der Zitate kenne ich mich bestens aus, da ich fast täglich mit derartigen Dingen zu tun habe.
Soweit ich mich noch erinnere steht über die A9 nicht sehr viel mit Zitaten drinnen. Werde mir das Buch nochmal besorgen.
 
#37
Nachdem Florian Freund seinem Buch nicht unbedingt bei den Tatsachen bleibt und ich nun die Quellen systematisch durchnehme, hab mir mal diesen Satz vorgenommen :

„...Ebensee“ Seite 61

...] Am 26. August 1943 wurde in einer Besprechung, an der Rüstungsminister Speer, Kammler, von Seiten der SS, Dornberger für das Heereswaffenamt, Degenkolb vom Sonderausschuss a4 und Hauptdienststellenleiter Saur vom Ministerium Speer teilnahmen, beschlossen, unter Einsatz von KZ-Häftlingen ein neues unterirdisches Werk zu errichten . (3) Damit war die Entscheidung gefallen, und es begann die Suche nach einem geeigneten Standort.[...

Nochmals, aber etwas gekürzt :

“ wurde in einer Besprechung [.....] beschlossen, unter Einsatz von KZ-Häftlingen ein neues unterirdisches Werk zu errichten .“

Freund gibt nun als Quelle RH8 1210 den 27.8.1943 und Speer Chronik 26.8.43 R3 1777 an.
Nun folgt der von mir kommentierte Originaltext aus den angegebenen Quellen :

Aus der Speer Chronik Seite 180 R3 1777:

....]Die A-4-Männer hatten zur Beschleunigung der Fertigung starke Unterstützung bei der SS gefunden. Brigadeführer Kammler setzte im Auftrag des Reichsführers Häftlinge für die Arbeiten ein. Über Einzelmaßnahmen und die Wahl der Herstellungsorte wurden sehr geheime Verhantlungen beim Minister gepflogen, an der außer Kammler General Dornberger, Direktor Degenkorb und HDL Saur teilnahmen.[....


In Satz 1 und 2 Geht es nach meiner Ansicht um die laufende Fertigung des A4 bzw. der Teilefertigung für das A4.

Da heißt es :“ ..zur Beschleunigung der Fertigung“ und “ Brigadeführer Kammler setzte... Häftlinge für die Arbeit ein“ und nicht „setzt“ oder wird einsetzen usw.

Folglich handelt es sich um ein Mitteilung ( er berichtet ) in der Besprechung über die laufende Fertigung mit inzwischen eingesetzten KZ Häftlingen . R3 1777 Seite 180 enthält keinerlei Information über Art und Ort der Herstellungsorte ! Florian Freund macht aus diesen Häftlingen für die Fertigung der A4, Bauarbeiter zur Errichtung eines neuen Unterirdischen Werkes !

Als nächsten gab er aus RH8 1210 den 27.8.1943 an :

238 ) ( 27.8.43 ) Gen. Dornberger gibt die inzwischen in Berlin getroffenen Entscheidungen bekannt. Serienfertigung und Entwicklung werden völlig getrennt. VW gibt die erforderlichen Maschinen besonders die Taktsraßen und Portale ab. Aufsichtsratsvorsitzender wird Gen. Do. Ein neues Entwicklungswerk wird errichtet Die notwendigen Betriebseinrichtungen des HAP 11 werden wieder instandgesetzt bzw. fertiggestellt

In keinen der beiden Quellen wird von einem neuen „Unterirdischen“ Werk gesprochen oder das Häftling für den Bau dieser Werke eingesetzt werden sollen . Ich denke das Florian Freund hier eine Verantwortlichkeit suggistiren möchte die mit diesen Quellen nicht zu belegen sind . Wie ich gerne sage : eine Behauptung ohne Anspruch auf historische Korrektheit !

Soviel zum Thema Wahrheit sich profilierender Historiker und das in Angesicht der Tatsache das Unzählige KZ Häftlinge sich zu tote Arbeiten mussten oder Ermordet wurden !

Gruß Henry :(
 
#39
Wie soll ich sagen, von militärischer Seite war die A8 DER Hit, unwahrscheinlich das die Militärstrategen das nicht erkannten.

im Mittelwerk extra eine Peenemünde Abteilung sich mit der Optimierung des A4 befasste
Eine der wirkungsvollsten Optimierungen war doch, das Salbei der W mit der A4 zu kombinieren. Heraus kommt eine "Moskaurakete".
Ich meine setzt man statt AmerikaRakete A8 in die S-Projekte kommt militärstrategischer Realitätssinn in die Projekte.
 
#40
Wie soll ich sagen, von militärischer Seite war die A8 DER Hit, unwahrscheinlich das die Militärstrategen das nicht erkannten.


Eine der wirkungsvollsten Optimierungen war doch, das Salbei der W mit der A4 zu kombinieren. Heraus kommt eine "Moskaurakete".
Ich meine setzt man statt AmerikaRakete A8 in die S-Projekte kommt militärstrategischer Realitätssinn in die Projekte.
Wieso soll das A8 von militärischer Seite her, ein Hit sein ?

„das Salbei der W mit der A4 zu kombinieren.“ ??

Hast du wirklich alles gelesen was ich bisher zu dem Thema A8 usw geschrieben habe ??

Die Entwiklungsarbeiten am Wasserfall haben sehr früh begonnen, diese ist ein aus der Aggregatsentwicklung hervorggangenes Parallelprojekt. Das A4 Salbei Projekt entstand nicht aus der Wasserfall- Triebwerksentwicklung ! Das A8 Projekt scheiterte am 40 Atü Hochdruckofen dessen Maximum nun mal bei ca. 8t sein Ende hatte. Die über 8t hinaus gehende Leistung erbrachte eine Resonanzschwingungen am Ofen der zum strukturellem Versagen der Konstruktion führte.
Das ist aber alles nichts neues, belegt und eigentlich erledigt .
So langsam und ganz allgemein sollte man mit solchen unsinnigen Spekulationen, die nur auf einen Mangel an Sachkenntnis basieren, zu einem Ende finden .
Es wurde keine Amerika- Rakete und auch keine Moskau- Rakete entwickelt. Weder in Peenemünde noch in Österreich, Thüringen, oder sonst wo !!

Gruß Henry
 
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