Ebensee "Zement" - Anlagen A und B

P

Paule

Guest
#82
UV-Anlage Zement

Tag Henry....

ich habe das Buch von Florian Freund "Arbeitslager Zement",was brauchst Du aus dem Buch genau?

Gruß Paule
 

Soundy

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#83
Grabungen im ehemaligen KZ Ebensee vor Abschluss

Die im Sommer begonnenen archäologischen Grabungen im ehemaligen KZ Ebensee (OÖ) werden in Kürze abgeschlossen sein. Auf einem rund 1.000 Quadratmeter großen Areal wurden die Mauerreste einer Schmiede, Fundamente, Gleisanlagen und eine große Zahl an Gegenständen freigelegt. Ein Teil davon soll der Öffentlichkeit ab 2010 in der permanenten Ausstellung in der Gedenkstätte zugänglich gemacht werden.

Ein Vergleich des freigelegten Areals inklusive der ausgegrabenen Artefakte mit historischen Aufnahmen lasse Rückschlüsse auf die Häftlingsarbeit in den unterirdischen Rüstungsanlagen zu, hieß es. So stieß man u.a. auf Gebrauchsgegenstände der Häftlinge wie Löffel und Blecheimer, Werkzeuge, Maschinenteile mit Firmenlogos, Isolatoren sowie Stacheldraht. Noch im September 2009 sollen mehrsprachige historische Hinweise am Gelände angebracht werden. Das Projekt wurde zu einem wesentlichen Teil aus EU-Mitteln finanziert.

http://www.wienweb.at/content_apa.aspx?menu=4&cid=1995001141250934

Soundy
 
#84
Hallo!

Ich habe da mal eine Frage an die Wissenden!

Ich war schon vor längerer Zeit bei einer Exkursion von meiner Schule in Ebense.
Wir haben uns auch den Gedenkstollen angesehen!
Beim hingehen zum Gedenkstollen fielen mir mehrere große Eingänge auf die in den Berg gingen!
Nun wollte ich ein wenig verspätet nachfragen ob der Rest der Anlage in dem der Gedenkstollen ist frei zugänglich ist oder nicht?

Wäre für Antworten Dankbar:hopp
 

josef

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#85
Ebensee

Hallo!
Ich habe da mal eine Frage an die Wissenden!
Ich war schon vor längerer Zeit bei einer Exkursion von meiner Schule in Ebense.Wir haben uns auch den Gedenkstollen angesehen!
Beim hingehen zum Gedenkstollen fielen mir mehrere große Eingänge auf die in den Berg gingen!
Nun wollte ich ein wenig verspätet nachfragen ob der Rest der Anlage in dem der Gedenkstollen ist frei zugänglich ist oder nicht?
NEIN! Wenn Du vom Gedenkstollen und unmittelbare Umgebung sprichst, so ist das die Anlage "Zement B" und da sind die "Österreichischen Bundesforste" (ÖBF) Eigentümer! Ein Stollen wird z.B. als Schießkeller verwendet, ein anderer dient zur Lagerung von Sprengstoff für den alpinen Wegebau...

Die Stollen im Bereich des Steinbruches (mit Gleisanschluss) - "Zement A", gehören den Gmundner Zementwerken der Fa. Hatschek und sind Bergbaugebiet => Betreten Verboten!

lg
josef
 

josef

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#86
Ebensee "Zement A" - alte Fotos aus 2000

Einige alte Fotos aus 2000 und 2004 von der Anlage „Zement A“ in Ebensee:

Fotos aus 2000:

1. Blick von der Umfahrung Ebensee zum ehem. Steinbruchgelände -> Zement A. Im Berghang rechter Bildrand -> Zement B.

2. Nochmals der ehemalige Steinbruch. Der heutige Kalksteinabbau befindet sich weiter oben und ist nicht einsehbar. Hier im Vorfeld befanden sich diverse Baueinrichtungen, ein Betonfertigteilwerk für die Stollenauskleidung Zement B sowie die Raffineranlage „Iltis“.

3. Links Gleiszuffahrt zu der heutigen Untertageverladeanlage für Kalkstein. Die Einfahrt in die Stollenanlage ist nicht ident mit den ursprünglichen 2 „Fahrstollen“. Rechts das Gleis führte früher zu den parallel zur Bruchwand verlaufenden Kesselwagen Ver- und Beladegleisen. Ein Gleis führte mit einiger Steigung weiter zur ca, 1 km entfernten Anlage „Zement B“.

4. An der Wand ist die heutige Stolleneinfahrt zur Kalksteinverladung zu erkennen.

5. Stolleneinfahrt zur 1976 errichteten Untertageverladung im ehemaligen Stollen 9 (auf amerikanischen Stollenplänen der Nachkriegszeit Nr. 5).

6. Eine Wagengruppe wartet im Stollen auf die Beladung aus durch Schächte bediente Lagerbunker. Der Stollen ist an einigen Stellen besonders hoch, da ja ursprünglicht die senkrechte Montage von Raketen der „Versuchsstelle Peenemünde“ hier vorgesehen war. Nach der nicht erfolgten Verlagerung nach Ebensee wurden Erdölraffinerieanlagen in das Stollensystem eingebaut:
- "Ofen XXIII - XXX"
- "Dachs II"
- "Taube I"
 

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josef

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#87
Ebensee "Zement A" - alte Fotos aus 2004

Fotos aus 2004

7. Reste des zur Anlage „B“ weiterführenden Gleises.

8. Links befanden sich noch mehrere Gleise zur Ent- u. Beladung von Kesselwagen für die Ölverarbeitung.

9. Hinten der heutige Bahnverladestollen mit geschlossenem Rolltor.

10. -11, Weitere Stolleneingänge…

12. Alte Trafostation der Anlage.
 

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josef

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#88
Stollen Anlage "Zement B" - 2. Etage

Die von @malachit zum Fotorätsel 265. hier eingestellten Fotos zeigen die nicht für Besucher zugängliche 2. Etage oberhalb des Gedenkstollens (Stollen 5).

Der ausgebrochene Raum des Stollenprofils wurde oberhalb der abgesenkten Decke des Produktionsbereiches nochmals mit Betonfertigteilen ausgekleidet, um Raum für Büros, Lagerflächen usw. auf einer 2. Ebene zu schaffen:

1. Ehemalige Produktionsfläche Stollen 5 (Gedenkstollen) - oberhalb der Fertigteildecke befindet sich die 2. Etage.
2. Querschnitt ausgebautes Stollenprofil
(1. Aufnahme 9.2008, 2. Aufnahme Bildtafel Gedenkstollen)
 

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#91
hier einen Kurzen Einblick in die Anlage Zement B
 

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josef

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#92
Als Folge der Fotos im 232. Rätselbeitrag kam eine Anfrage betreffend der Stolleneingänge von "Zement B" (Anzahl usw. ...).
Die Antwort dazu ist in diversen Vorgängerberichten in diesem Thread zu finden!

Stelle aber nochmals eine Zusammenstellung von bereits vorhandenen Mundloch-Fotos der Stollen von "Zement B" ein:

1543932258458.png 1543932314610.png
Links: Geplante 9 Hauptstollen mit Querverbindungen lt. Büro DI. Fiebinger
Rechts: Tatsächlich ausgebrochene Stollen lt. Vermessungen aus der Nachkriegszeit
Für die Stollen 7 und 8 war aus geologischen Gründen kein Zugang vom Stollenvorfeld vorgesehen.
(Quelle: Bildtafeln im Gedenkstollen 5 - Aufn. 2008)

Die nachfolgenden Fotos der Stollenmundlöcher 1 - 6 und 9 stammen aus 2000, 2004 u. 2008 und sind teilweise in Beiträgen des gegenständlichen Threads schon einmal zu sehen:
 

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josef

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#93
Luftbilder vom "Hatschek-Kalksteinbruch" in Ebensee aus den frühen 1930iger Jahren, ab Anfang 1944 Baustelle für die Untertageanlage "Zement A":

1543935164110.png

1543935222733.png
Bildquelle für beide Fotos: Rechtsfreie Fotos aus dem ÖNB-Projekt Österreichische Nationalbibliothek Crowdsourcing

Die rechts sichtbaren Anlagen wie Brecher, Förderbrücken und Bahnverladeanlage wurden nach der 1976 in Betrieb genommenen, in einem ehemaligen Stollen der "Anlage A" untergebrachten, unterirdischen Waggonverladung abgerissen.
 
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