Ehem. Vbf. St.Pölten-Süd in Spratzern

josef

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#1
Auf der HP der "450th Bombardment Group (H), 47th Wing, 15th Air Force" fand ich Bilder von der Bombardierung des ehemaligen Verschiebebahnhofes St.Pölten-Süd in Spratzern v. 23.03.1945. Die Bilder 1 u. 2 zeigen die Explosion von Wagen eines Munitionszuges, Foto 3 dürfte etwas später aufgenommen worden sein.

Am oberen Bildrand ist die damals schon in Bau befindliche Trasse der heutigen A1 zu erkennen (Anschl.Stelle St.Pölten Süd) sowie die damaligen Baracken der Pz-Kaserne Spratzern (heute auf Käufer wartende "Kopal-Kaserne").

Dazu noch 2 GE-Bilder mit der heutigen Situation:
1. ROT - dürfte in etwa Zentrum der damaligen Explosion gewesen sein - heute "Spar-Zentrallager/Fleischwerke Tann"
2. Ehemaliger Nordkopf des Vbf. St.Pölten-Süd...
 

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josef

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#2
Gleisplan ehem. Vbf. St.Pölten-Süd

Nachstehend ein Gleisplan des ehemaligen Verschiebebahnhofes "St.Pölten-Süd" (Reichsbahnbezeichnung "Rangierbahnhof") im Bereich Spratzern - Wörth:

Quelle: A.Horn; Reichsbahndierektion Wien
 

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#3
Kopal

Hallo!
Gibts eigentlich auch Bildmaterial von der damaligen Kaserne??
Kenn zwar die kaserne recht gut.
Aber mal Fotos von der Entstehung bis vor der Übernahme durch unser
Bundesheer wären mal sehenswert...
lg

Übrigends,hab da auch noch ein paar Fotos gefunden..

Bildquellen:
www.landeshaupstadt.at

bzw. 2. Bild - Magistrat St.Pölten; ST.PÖLTEN 1945-55 Geschichten einer Stadt; St.Pölten 2005, Seite 16
 

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josef

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#5
Aufklärungsbilder zur Trefferlage nach Angriff v. 23.03.1945

US-Aufklärungsbilder nach dem Angriff auf den Vbf. Spratzern (St.Pölten-Süd) zur Feststellung der Trefferlage zeigen den Grund der Bombardierung:

Die Gleisanlagen sind voll mit zerstörten und ausgebrannten Güterwagen, was auf die damalige Wichtigkeit der Nachschubstrecke über die "Leobersdorfer-Bahn" als Umgehungslinie des Wiener Raumes hinweist! Zum Zeitpunkt des Luftangriffs am 23.03.1945 befand sich die Frontlinie noch in Ungarn zwischen dem Plattensee und der süd-östlichen Reichsgrenze...(Überschreitung der Reichsgrenze durch die Russen erst am 29.03. bei Klostermarienberg im Burgenland). Über die im Westen von St.Pölten von der Westbahn abzweigende Umgehungsstrecke -> "Eisbergschleife" und den weiteren Streckenverlauf über den Gerichtsberg - Wittmannsdorf - Ebenfurth , von da über die "Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn AG" - weiter nach Ungarn, wird hier (Beiträge #2 u. #3) ausführlicher berichtet.

11 und 12 Tage später erfolgten dann die schweren Angriffe auf den Hauptbahnhof St.Pölten, speziell auf den Westkopf mit der Verknüpfung Westbahn - Leobersdorfer-Bahn...

1. Aufklärungsbild (nach Angriff v. 23.03.45): Unten die in N(rechts) - S Richtung verlaufende Strecke der "Leobersdorfer-Bahn" mit dem Nordkopf des Vbf. St.Pölten-Süd in Spratzern. Oberhalb der Bahnstrecke die parallel zu dieser verlaufende "Mariazeller-Straße" (heute B20). Von dieser schräg nach oben abzweigend die "Pielachtal-Straße" (heute B29). Rechts die Spratzerner "Waldsiedlung".

2. Nochmals ein Ausschnitt aus dem Nordbereich des Vbf. Diesmal richtig eingenordet. Der freie Geländestreifen rechts des Bahnhofes in Richtung zu den großteils zerstörten Baracken zeigt, dass der Bahnhof noch nicht voll ausgebaut war, projektiert waren mindesten 18 Gleisachsen! Die 1. Ausbaustufe sah 9 Gleise und einen Abrollberg vor. Baubeginn war 1940, erst 1944 wurden diese inkl. einer provisorischen Sicherungsanlage fertiggestellt. Ob auch der Abrollberg je in Betrieb ging, konnte ich nicht feststellen.

Infos aus:
- Broschüre „Aktivtage Spratzern – Spratzern einst und jetzt“ , Magistrat der Landeshauptstadt St.Pölten – Kulturverwaltung, St.P. 2002; – S. 276 ff.
- Alfred Horn, Peter Wegenstein; Eisenbahn-Handbuch-Sonderausgabe 2015 - Die Bautätigkeit der DRB in Österreich 1938-45; S.92


Lubi: "450th Bombardment Group (H), 47th Wing, 15th Air Force"
 

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