Kunstturm Ritzing als kreativer Ort
In Ritzing (Bezirk Oberpullendorf) finden heuer bereits zum fünften Mal die Kreativtage statt. Schauplatz ist der Kunstturm Helenenschacht. Wo einst Bergarbeiter Kohle schürften, hat seit einigen Jahren ein Künstlerkollektiv, bestehend aus zwei Ehepaaren, sein Refugium gefunden.
Online seit gestern 22.08.2026, 15.43 Uhr
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Einmal im Jahr ladet das Künstlerkollektiv Künstlerinnen und Künstler zum gemeinsamen kreativen Arbeiten ein. Ob mit Ton, Stein, Leder oder Acryl – das kreative Arbeiten steht bei den Kreativtagen im Mittelpunkt. Genau so wichtig ist aber auch der Austausch und die Gemeinschaft. „Wir sind zehn Künstler, die Kinder sind da, Enkelkinder, es ist ein buntes Leben“, so Ernst Oskar Richter vom Künstlerkollektiv Helenenschacht 5.
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Turm mit Geschichte
Der Kunstturm Ritzing hat eine bedeutende Geschichte. Wo heute Künstlerinnen und Künstler ihre Werkstücke erschaffen, sind vor einigen Jahrzehnten noch die Bergleute in die Grube gestiegen. 3.000 Menschen arbeiteten im Bergbaugebiet Brennberg, das in der Grenzregion zwischen Österreich und Ungarn im Ödenburger Gebirge liegt. Bis 1858 wurde die Kohle oberflächlich im Tagebau gewonnen. Später begannen die Arbeiter Schächte zu graben und die Kohle auch unterirdisch abzubauen.
Heute ist der 1868 errichtete und einst 345 Meter tiefe Helenschacht zugeschüttet und betoniert worden. Nur noch ein Messingring am Boden des Salons und ein Glasfenster, in das man fünf Meter in die Tiefe blicken kann, erinnern an den Kohleabbau. "Das Gebäude hier, der Förderturm ist ein Relikt aus dem Bergbau, dem Braunkohleabbau, der hier 200 Jahre lang stattgefunden hat – bis Mitte das 20. Jahrhunderts, dann wurde er stillgelegt und das Gebäude hier verfiel, so Andras Bodi vom Künstlerkollektiv Helenenschacht.
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3.000 Menschen arbeiteten im Bergbaugebiet Brennberg
Rückzugs-, Ausstellungsort, Atelier
Wiederbelebt hat den Turm Gerhard Bogner. Anfang der 1990er hat er in entdeckt, gekauft und renoviert. 30 Jahre lang wurde der Turm von vier neuen Besitzern übernommen. Zwei Künstlerehepaare nutzen seither als Künstlerkollektiv Helenenschacht 5 den Ort für ihre kreativen Projekte und als ihr zweites Zuhause. Das Areal ist Rückzugsort, Ausstellungsraum, Atelier und eben auch Austragungsort der Kreativtage. Den Abschluss bildet eine Vernissage Samstagnachmittag.
23.08.2026, red, burgenland.ORF.at
Kunstturm Ritzing als kreativer Ort