"Ehemalige Raketenbasen" in Niederösterreich

josef

Administrator
Mitarbeiter
#21


Hagelabwehr: Im Kampf gegen Eiskristalle
Er zerstört Obst und Wein und auch unsere Autos - der Hagel. Im Mai hat es doppelt so häufig gehagelt wie im Vergleich zum Mai im Vorjahr. Bei der Steirischen Hagelabwehr verzeichnet man das nicht zuletzt an der Häufigkeit der Einsätze.
Gemeinsam mit dem Institut für Hochfrequenztechnik der TU Graz, an dem die Hagelforschung angesiedelt ist, wird ständig an der Weiterentwicklung der Hagelforschung gearbeitet. Im Schnitt sind Hagelkörner 0,5 bis drei Zentimeter groß - Schäden können sie dennoch verursachen.


ORF
Die größten Hagelkörner, die in Österreich je gefunden wurden, hatten einen Durchmesser von 15 Zentimetern.

Analyse von Wetterkarten
Bei der Steirischen Hagelabwehr werden die Wetterkarten ständig analysiert und die Einsätze koordiniert: „Ich analysiere in welche Richtung sich die Gewitterzellen bewegen und gebe diese Info ständig an die Piloten weiter. Ich koordiniere zwei bis drei Piloten gleichzeitig, bei kleineren Gewitterzellen fliegen sie an verschiedenen Orten, bei größeren fliegen zwei bis drei Piloten zugleich“, so der Einsatzleiter Satyanarayna Tani.

Spezielle Software
Für die Zusammenarbeit des Instituts für Hochfrequenztechnik mit der TU Graz wurde eine eigene Software sowie Geräte für die Hagelflieger entwickelt. „Wir bekommen die Daten von den Wetter-Radaren, wir bekommen auch die Einsatzdaten von den Flugzeugen, sammeln die Daten bei uns auf einem Server und schicken die auch wieder zu den Flugzeugen zurück, aber auch in die Einsatzzentrale der Hagelabwehr“, so der Hagelforscher Helmut Paulitsch.


ORF
Der Tank eines Hagelfliegers umfasst 60 Liter Aceton-Silberjodid

Bei dem Einsatz des Hagelfliegers - rund eine bis eineinhalb Stunden dauert dieser in der Regel - wird nicht der Regen verhindert, sondern der Hagel: „Wir fliegen unter die Gewitterwolke hinein, bringen in den Aufwindstrom Kondensationskerne, sprich kleinste Staubteilchen, und an diese Staubteilchen können sich dann Regentropfen ansetzen, kristallisieren sofort und diese Eiskristalle kommen dann durch die Schwerkraft Richtung Boden und schmelzen dann und kommen als Regen unten an“, so Josef Mündler von der Steirischen Hagelabwehr.

App für stärkere Einbezihung der Bevölkerung
Seit gut 30 Jahren wird in Graz an der Hagelabwehr geforscht - mit der App „HeDI“ will man auch verstärkt die Bevölkerung miteinbeziehen - hier kann man eingeben wann es wo und in welcher Stärke gehagelt hat.

Link:
Publiziert am04.07.2018
Hagelabwehr: Im Kampf gegen Eiskristalle
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#22
"Einsatz-Video" der Hagelflieger im Raum Krems-NÖ.:

Einsatzbasis: Flugplatz Krems-Gneixendorf
"Kulturenschutzverein Langenlois und Umgebung"
 

HF130C

Well-Known Member
#23
Sehr interessant die Sache mit dem Schalltrichter!

Ich kann mich noch an meine Jugendzeit erinnern, als im lokalen Radio im Anschluss an die Nachrichten durchgesagt wurde: "Eine Durchsage der steirischen Hagelabwehr: Brennerbetrieb für die Gruppen 1 und 2 "

Diese geheimnisvolle Meldung hat mich natürlich intensiv beschäftigt: Internet gabs keines, meine Fragerei im Bekanntenkreis war ergebnislos, und wo war "die Hagelabwehr", im Telefonbuch stand nichts. Aber die Meldung war insoferne praktisch, als man wusste, dass es wohl in Kürze Gewitter geben würde. Irgendwann gab es diese Durchsagen nicht mehr, und das Thema geriet in Vergessenheit.

Und Jahre später, irgendwann um 2000, habe ich in einer Obstplantage in der Steiermark so ein Ding gesehen, aber nicht so schlank und klein wie der im Bild von Joa, sondern wesentlich größer, fast wie ein kleiner Aussichtsturm und der Trichter ungleich weiter.

Die Neugier war groß und ein naher Landwirt erklärte mir die Funktion: Das sei ein Hagelbrenner, längst außer Betrieb, man müsse Silberjodid einfüllen und dann heizen, das Silberjodid steige durch die Wärme auf und soll den Hagel verhindern. Aber das sei zu teuer gewesen und die Wirkung umstritten, deshalb habe man mehr in die Flugzeuge investiert.

Tatsächlich baut man heute solche Silberjodidbrenner in Flugzeuge ein.

Offen bleiben aber ein paar Fragen: In der Wiki ist nichts von am Boden befindlichen Hagelbrennern zu lesen, die nicht mit Schall oder Raketen, sondern mit Wärme und dadurch aufsteigendem Silberjodid gearbeitet haben.
Kennt jemand diese Technik? Sie unterscheidet sich doch wesentlich von den den trichterförmigen Kanonen, obwohl die Blechtürme ähnlich aussehen. Bilder habe ich leider nicht gemacht (Film zu teuer ....) und im www habe ich nichts zu Bodenbrennern gefunden.

Für weitere Infos bezüglich solcher Brenner oder gar für ein Foto wäre ich dankbar. Natürlich könnte es auch eine lokale Besonderheit sein, dann wird es schwierig....
 
Oben