Es gab keinen Atomversuch auf dem TÜP !!

W

wolfmann

Guest
Nachsatz:
PeMü schrieb

mit einem funktionierenden leistungsreaktor wäre man unter umgehung der extraktion des U235 vermutlich einfacher und schneller zu einer einsatzfähigen bombe gekommen......


Das ist absolut korrekt. Mit einem Graphit- oder Schwerwasserreaktor hätte man das Pu ausbrüten können. Aber die hat es ja offiziell nicht gegeben.
Ansatzpunkte sind schwer zu finden.
Mich würde z.B. wirklich interessieren, ob über das belgische Uran weiteres in Umlauf war.

Gruß
Wolfgang
 
Original geschrieben von wolfmann

Außer dem ALSOS Report liegen keine zeitgenössischen Unterlagen vor. Darin werden die deutschen Versuchsreaktoren als minderwertig beschrieben (z.B. keine Regelmöglichkeit, wenig Meßgeräte usw). Wenn ein solcher Reaktor kritisch geworden wäre, hätte man ihn nicht schnell herunterfahren können.

>>> wir deutschen waren und sind bekannt dafür, daß wir technische systeme so perfekt wie möglich und sehr penibel konzipieren und realisieren. die obige aussage würde meinem verständnis von deutscher forschung mehr als zuwider laufen. ich vermute (MEINE PERSÖNLICHE MEINUNG), hier wurde und wird ganz bewußt von ehemals allierter seite eine massive geschichtsverzerrung vollzogen. laut meinen bekannten in der angesprochenen hochschule / reaktorlabor war man damals vom theoretischen wissensstand durchaus in der lage, entsprechende funktionsfähige regel- und notabschaltsysteme für kritisch gewordene reaktoren zu realisieren<<<


Original geschrieben von wolfmann

Bezüglich deines Bildes vom Fermi-Reaktor: Es ist verblüffend das es kein Photo von dem Reaktor gibt. Ich habe weder in der Literatur noch im Internet eines gefunden. Trotz Geheimhaltung wurde doch sonst alles photographiert.


>>>siehe oben! man kann heute nur noch in der literatur zum versuch von fermi recherchieren. ob der experimentverlauf (insbesonders die konstruktive lösung des fermi-reaktors) sich damals wirklich so zugetragen hat, läßt sich heute sicher nicht mehr schlüssig klären! es ist wirklich seltsam, daß es von so einem bedeutsamen experiment keine fotografien gibt.<<<


Original geschrieben von wolfmann


Wie hier im Thread schon gesagt wurde: Entweder das was die Geschichte lehrt ist korrekt oder nicht.
Wenn nicht, wurde die Geschichte fast perfekt manipuliert.
Wie du sagtest, bleibt es uns, die Steinchen zusammenzusetzen.

>>>ich denke, es gab bezüglich deutscher atomforschung aus strategischen, politischen und wirtschaftlichen gründen der alliierten eine geschichtsmanipulation zugunsten der siegermächte.

viele grüße

PeMü<<<
 
Zuletzt bearbeitet:
S

Sugga

Guest
@wolfmann:

>Gegen die Annahme, daß Heisenberg nichts gewußt hat spricht >die Tatsache, daß er während der Internierung in Farm Hall nach
> Bekanntgabe der Explosion der 1. Bombe in Hiroshima quasi >Aüber Nacht die Theorie 'entwickelte' und seinen Mitkollegen
> dies mitteilte (steht im Farm Hall Protokoll).

Hm, das hab ich auch gelesen.
Ließe sich aber auch dagegenargumentieren, H. war nunmal der klügste Kopf in diesen Angelegenheiten im Dt. reich. Warum sollte er nicht fähig sein, irgendwann angenommene aber nicht unbedingt verfolgte Ansätze zu vervollständigen. Ich denke, das sollte mit seinem Wissen durchaus drin gewesen sein.

Aber Du könntest natürlich auch Recht haben.

SUGGA
 
A

alpha

Guest
Hallo zusammen

Woher kam denn eigentlich das schlechte Verhältniss zwischen Heisenberg und Diebner?
Die beiden haben ja eigentlich gegeneinander gearbeitet.
Auf alle Fälle ist die Rolle Heisenbergs bei der
ganzen Sache etwas schwer zu durchschauen.
Er war ja wohl "nur" Theoretiker???
Hat jemand neue Erkenntnisse wie weit die SS in ihrer A Forschung gekommen ist?


Gruß Andreas
 
I

indy

Guest
Hi, Forscher

Danke @Wolfmann und andere wegen Karte usw..

Gibt es eigentlich Bilder der dt. "Atommeiler"?

Laut Ford sollen die zu klein gewesen sein um zu funktionieren ...

:eek:
 
eine sehr interessante sache, gefunden auf den dokumenten des deutschen museums:

man war damals der meinung, daß nur U235 durch langsame thermische neutronen spaltbar sei. weizsäcker kam aber nun zur erkenntnis, daß auch U238 durch thermische neutronen spaltbar sei, aufgrund nicht eines, sondern zweier nacheinander absorbierter neutronen. diese erkenntnis gewann weizsäcker durch beobachtung des versuches B-III in berlin. weizsäcker unterrichtete darüber in einem schreiben das heereswaffenamt.

der extrakt weizsäckers gedankengänge ist hochinteressant: man kann durch spaltung von U239 einen neuen kernbrennstoff gewinnen, den man zum bau kleiner reaktoren bzw. als sprengstoff verwenden kann. damit hatte weizsäcker schon die idee von der erbrütung von plutonium und ergo dem bau einer der plutoniumbombe, welche mit dem neuen element Pu239, daß in der freien natur nicht vorkommt, arbeitet.

ZUSÄTZLICHE ERKLÄRUNGEN FÜR INTERESSIERTE ZUR ERBRÜTUNG VON PLUTONIUM: plutonium entsteht aus U238, indem man das "natur"-uran mit neutronen beschießt. zwischenstation auf dem weg zum plutonium sind U239 und Np (neptunium). beide isotope setzen nach kurzer zeit je ein elektron (sie sind betastrahler) frei. jedes abgegebene elektron hat zur folge, daß sich im atomkern ein neutron in ein proton wandelt. die anzahl der protonen im kern ist dafür verantwortlich, um welches element es sich handelt. untenstehend habe ich eine kurze grafik gezeichnet, wie man sich diesen prozeß ganz gut vorstellen kann.

viele grüße

PeMü
 

Anhänge

grafik, welche die schnittdarstellung des kugelversuches veranschaulicht. es sind abwechselnde schichten aus uran und einer substanz zum bremsen der neutronen erkennbar. hier wird paraffin als bremssubstanz benutzt. quelle des bildmaterials: deutsches museum
 

Anhänge

Original geschrieben von SuR
Hallo PeMü (und alle anderen),
so sah der "Betonbottich" in Haigerloch zur Zeit der Demontage aus. Quelle: Museum Haigerloch.
hi SuR,

heisenbergs versuchsreaktor sah schon ganz ordentlich aus. ich möchte gern mal wissen, ob den demontierenden amis gesagt wurde, daß der reaktor kontaminiert war.

irgendwo hab ich auch noch ein farbfoto, wo der angehobene deckel mit den darunter hängenden uranwürfeln zu sehen ist. das wäre dann aber kein altes bild, sondern es zeigt ein dem damaligen original nachempfundenes 1:1-modell in der heutigen ausstellung in haigerloch....

ich find`s nich.....:(

viele grüße

PeMü
 

SuR

... wie immer keine Zeit ...
Mitarbeiter
Gute Reise.

ich möchte gern mal wissen, ob den demontierenden amis gesagt wurde, daß der reaktor kontaminiert war.
Die Teilnehmenr der "Operation Humbug" wussten ganz sicher, was sie da vor sich hatten. Haigerloch wurde von den Franzosen erobert, die sofort weiterzogen. Die Alsos-Leute waren die einzigen Amerikaner weit und breit. Wahrscheinlich kann man alle Personen auf dem Bild sogar mit Namen identifizieren.

Boris Pash (verm. auch auf dem Photo) wurde übrigens 94 Jahre alt, hatte aber lebenslang eine schmerzende Strahlungswunde am Bein, die er sich allerdings erst später in Weida geholt hatte.
 

SuR

... wie immer keine Zeit ...
Mitarbeiter
Heisenberg vs Diebner

Alpha schrieb:
Woher kam denn eigentlich das schlechte Verhältniss zwischen Heisenberg und Diebner?
Soweit ich weiß, war Diebner zuerst der "Chef" von Heisenberg, da dessen Arbeiten dem Heereswaffenamt unterstanden. Als das Heereswaffenamt Ende ´42 die Nuklearforschung "auf Eis legte" und diese dann wenig später dem RFR unter Gerlach unterstellt wurde, begann Diebner mit eigenen Arbeiten. Vielleicht erklärt sich hieraus ja das gespannte Verhältnis.
 
Um auf den Ursprung des threads zurückzukommen, möchte ich Euch das Buch von Günter Nagel "Atomversuche in Deutschland" empfehlen. Er befaßt sich fundiert mit den...Uranarbeiten in Gottow, Oranienburg und Stadtilm.
Besonders lesen sollte man die Einführung, Seite 15, besonders T.M. sollte sich dies zum Leitsatz machen.

Sinngemäß schreibt Nagel
..Solange keine entsprechenden Dokumente das Gegenteil beweisen, muß man die vorhandenen Belege in den Archiven über den Stand der am deutschen Uranprojekt zugrunde legen....Vermutungen und Theorien , auch wenn sie noch so schlüssig erscheinen, müssen beweisbar sein, ersetzen keine Tatsachen.
Die Gesetze der Physik lassen sich nicht verschieben.
Eine Uranbombe ist nur möglich mit dem spaltbaren Material U-235, welches im nat. Uran 238 nur zu -0,7 % - vorkommt. Damit läßt sich leicht ausrechnen welche ungeheure Menge Uranerz bzw. Uranmetall man benötigen würde um waffenfähigs Uran herzustellen.
Das "Argument" , die Deutschen hätten ein bisher unbekanntes Trennverfahrenentwickelt, ist keine stichhaltige Antwort.


Bemerkenswert finde ich, daß Nagel von Uranforschungen bzw. Uranbomben spricht, nicht direkt von Atombomben.

Auch der Weg der Wissenschaftler nach dem Krieg wird dokumentiert. uwe
 
Wien

Hallo!

Welche Infos gibt es zur Wiener Atom Forschungsstelle?
Hat wer Infos?!

Immer wieder wird ja auch Wien als Standort einer (winzigen?) Forschungsstelle genannt!

lg
kennyG
 
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