Fahrzeug- und Flugzeugarmaturenherstellung Schönbühel

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kylix

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#1
Das ehemalige Werksgelände befindet sich am Hang und ist, wenn man von Melk kommt, gut sichtbar. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Anlagen (von den Russen?) weiterbenutzt, es wurde Textiles verarbeitet. Heute befindet sich ein dort ein in den 60ern errichtetes, großes Wohngebäude der Siedlungsgenossenschaft GEDESAG mit tollem Fernblick nach Westen - das Gebäude ist daher gut sichtbar. Zwischen den Parkplätzen und dem Wohnkomplex gibt es einen Stollen, der mit hohen Stahlgittern verschlossen ist.
 

josef

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#2
Hallo kylix,

herzlich willkommen im Forum.

Nun zum Objekt Schönbühel/Berging:

Das Werk gehörte der Fa. Zizala und erzeugte bis Anfang der 90iger Jahre des vorigen Jahrhunderts Zubehörteile für die Zweiradindustrie. Nach Eigentümerwechsel wurde durch die Firma ZKW-Zizala die Produktion in Wieselburg an der Erlauf konzentriert und das Werk in Schönbühel/Berging geschlossen.

Das dominant am Berghang über Schönbühel befindliche und weithin sichtbare Fabriksgebäude stand längere Zeit leer. Es wurde ca. um das Jahr 2000 von der Kremser Wohnbaugesellschaft GEDESAG erworben und zu einer Wohnhausanlage umgebaut.

lg
josef
 
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josef

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#3
Schönbühel, ehemaliges Werk der Fa. Zizala

Heute habe ich endlich das schon lange geplante Foto des ehemaligen Werkes der Firma Zizala in Berging, hoch über dem Donautal bei Schönbühel, gemacht!

Das heute zum Wohnobjekt umgebaute ehemalige Fabriksobjekt in der Spätnachmittagssonne...

Die Beiträge #15 und #16 befassen sich ebenfalls mit diesem Bauwerk:
 

Anhänge

#6
Aus der Topothek Schönbühel-Aggsbach:

Bau des LS-Stollens hinter dem Fabriksgebäude der Fa. Zizala ca. 1941

Anhang anzeigen 118527
Anhang anzeigen 118528

Topothek Schönbühel-Aggsbach: Unsere Geschichte, unser Online-Archiv
Das Foto vom Bau des Luftschutzstollens ist in der Topothek Schönbühel-Aggsbach mit der Zeitangabe "1961" beschriftet. Dies passt auch mit den Lebensdaten der abgebildeten Personen zusammen (ein Herr ist 1933 geborgen - er wäre 1941 erst ca. 8 Jahre alt gewesen). LG Markus
 
#7
Hallo Josef,

Vielleicht als Hintergrund dazu:
Ich habe in letzter Zeit viel zum Thema "Fa. Zizala in Schönbühel" recherchiert und würde zusammenfassend sagen, dass das Werk im Wk II nicht in Schönbühel war. Es wurde wohl erst 1947 gebaut. Der Luftschotzstollen war mein letzter Hinweis auf den zweiten Weltkrieg, daher habe ich das Datum so genau überprüft und siehe da: der Luftschutzstollen ist wohl aus dem Jahr 1961.

Falls du keine anderen Infos hat, gehört der Eintrag wohl aus der geheimprojekte.at Datenbank bei „Schönbühel“ gelöscht und nach Wien in die Ziegelofengasse 18/11 und ab 1944 auch in die Bürgerspitalgasse 19-21 „verschoben“.

Ganz sicher bin aber noch immer nicht, denn auch mein längst verstorbener Großvater hatte mir erzählt, dass dort im Krieg eine Zünderfertigung war. Deshalb stand das Gebäude so weit abseits von jeder „Zivilisation“.

Über zusätzliche Infos / Quellen bin ich sehr dankbar - vor allem würde mich interessieren, woher die Angabe "Fahrzeug- und Flugzeugarmaturen" kam. Bisher fand ich vor allem Hinweise auf Beleuchtung für (Wehrmachts-) Fahrzeuge: Positions- und Schlusslampen, Scheibenwischer, Rückspiegel und Winker.

Liebe Grüße
Markus
 
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josef

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#8
Das Foto vom Bau des Luftschutzstollens ist in der Topothek Schönbühel-Aggsbach mit der Zeitangabe "1961" beschriftet. Dies passt auch mit den Lebensdaten der abgebildeten Personen zusammen (ein Herr ist 1933 geborgen - er wäre 1941 erst ca. 8 Jahre alt gewesen).
Hallo Markus,
kann sein, dass das Datum in der Topothek geändert wurde?
Nur kann ich mir nicht vorstellen, dass eine Privatfirma 1961 mit dem Bau eines LS-Stollens begann bzw. in Auftrag gab? Hatten die Angst vor einer Eskalation des "Kalten Krieges" ?

Betreffend Erzeugungsprogramm muss ich die alten geheimprojekte.at - Unterlagen "ausgraben" (hoffe, ich finde noch was :)).

lg
josef
 
#9
Hallo Josef,

@Datum geändert: alles ist möglich! Ich hatte den Gedanken auch schon.
Auch der wunderbare Gummireifen der Scheibtruhe passt eher in das Jahr 1961, als ins Jahr 1945.

Vielen Dank für deine Hilfe!!! :)

LG
Markus
 

josef

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#10
Hallo Markus,
Habe bis jetzt noch keine weiteren Hinweise gefunden :(..., nur Fotos abgespeichert!

Die vagen Fakten sprechen also gegen eine Errichtung als Rüstungsbetrieb während WKII:
- Zum Baubeginn mit Hinweis auf 1947/48 nachfolgenden Beitrag gefunden (nehme an. von da stammen auch deine Infos?):
https://www.schb-aggs.at/neuezeit/neue-zeiten/fabrik-zizala

- Nach wie vor fehlende Unterlagen über Rüstungsfertigung (Armaturen...)

- Topothekfotos LS-Stollenbau 1961 (wobei mir die Sinnhaftigkeit für 1961 fehlt...)

- "Gummiradler"-Scheibtruhe eher Nachkriegsbauart

- Der Fabriksneubau während des Krieges als Rüstungswerk wäre wegen der Finanzierung mit Sicherheit in der Besatzungszeit dem russischen USIA-Konzern eingegliedert worden, ein Hinweis dazu fehlt! -> USIA-Betriebe - Sowjetische Besatzungszone

Was eventuell für einen Rüstungsbetrieb in Schönbühlel spricht:
- Von irgendwoher muss der Hinweis auf Neubau während des Krieges bzw. Rü-Betrieb ("Fahrzeug- und Flugzeugarmaturen") stammen, bisher leider kein Nachweis aufzutreiben...

- Hinweis von @Markus:
...auch mein längst verstorbener Großvater hatte mir erzählt, dass dort im Krieg eine Zünderfertigung war. Deshalb stand das Gebäude so weit abseits von jeder „Zivilisation“.
- Bau eines LS-Stollens mit dubiosen Zeitangaben?

Zuallerletzt noch ein Abgleiten in das Reich der Spekulationen:
Es gab tatsächlich während des WKII irgend eine Rüstungsfertigung am Berg oberhalb von Schönbühel mit kleinen Gebäuden (Baracken...?) und einem LS-Stollen. 1947 wurde mit dem Bau eines neuen, großen Gebäudes am Standort für die zivile KFZ-Zulieferindustrie (Inbetriebnahme 1950) begonnen. 1961 wurde der vorhandene LS-Stollen saniert bzw. für Lagerzwecke erweitert...

Weitersuchen nach Fakten ist angesagt :)

lg
josef
 
#11
Hallo Josef,
meine Quelle zum Baujahr 1947 ist das Buch, das zum 80-jährigen Firmenjubiläum erschienen ist. Von dort stammen auch die Angaben zu den Produkten. Ja, Baracken im Krieg, die dann 1947 neugebaut wurden, wären eine Erklärung (auch für den Luftschutzstollen).
Ich habe aber leider Hinweise / Luftbilder dazu.
LG
Markus
 
#12
Servus @josef @Geist

Als Abschluss meiner Recherchen zu dem Thema kann ich sicher ausschließen, dass die Fa. Zizala / ZKW vor Kriegsende ein Werk in Schönbühel / Berging hatte oder auch nur zu bauen begonnen hat.
Das ist auf einer Luftaufnahme vom Mai 1945 klar zu sehen - ich poste sie aber nicht hier, da ich kein Copiright dafür beseitze.

Vielleicht kann man es bei Gelegenheit aus der Datenbank in geheimprojekte.at löschen.

Liebe Grüße
Markus
 
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