FAn Loibl-Pass und Raum Karawankentunnel bis Villach (Kärnten)

Andreas

Active Member
#1
Hallo allseits,

bin bis jetzt nur eifriger Leser dieses Forums gewesen, hätte nun aber auch einen Beitrag welcher denke ich hier gut reinpaßt.
Kärnten ist ja ein wenig untervertreten, meistens geht es ja um Tirol oder den Osten.
Mir ist schon öfters eine Anlage an der Loiblpass-Bundesstrasse aufgefallen (Kreuzung Bodental), welche vom strategischen Standort ideal gelegen ist (Gegen südliche Invasoren).
Jetzt meine Frage kennt jemand diese Anlage?
Sieht so aus als ob Sie noch in Verwendung währe, einmal war ein BH-Bus dort und es war auch ein Generator oder Lüftungsgebläse aus dem inneren zu hören. Ich glaube Sie stammt noch aus dem WKII?

Zusammenfassung von dem was man sehen kann (bis Zaun):
1.) Ein zweistöckiges Zeughaus abgesichert mit Stacheldrahtzaun, dahinter grüner Container mit Richtfunkanlage Richtung Berg (direkt an der Kreuzung)
2.) Im Bergfels Richtung Straße zwei Massive Stahltüren mit Tarnanstrich mit Splitterschutzbetonrahmen
ca. 2x2,5m groß
3.) Gegenüber ein Bauernhaus welches verdächtig nach Militärische Nutzung aussah
4.) Separater umzäunter in den Hang führender Versorgungseingang
5.) Am Hang (so eine Art Versorgungsweg führte auf die Hügelspitze) ein getarnter Betonbau mit Stahleingangstüre
6.) Um diesen kleinen Berg bzw. Hügel der mitten im relativ steilen Tal ist, mehrere betonierte Laufgräben (sahen nicht so alt aus) und MG Stellungen mit Sandsäcken und Eisenbahnschwellen

Kann natürlich sein das es noch mehr gibt aber das Gelände ist großräumig umzäunt!

Gibt es Zusammenhänge mit den beiden KZ Außenlagern am Loibltunnel (ein Lager auf österreichischer Seite, eines jetzt auf Slowenischer)?

In Ferlach am Anfang des Tales wurden so weit ich weis im WKII Panzer oder Panzerteile Produziert, weiters sind mir auf slowenischer Seite alte nicht mehr in Verwendung stehende in den Berg gesprengte Unterstände und Stellungen aufgefallen, teilweise sah man Reste von einer Materialseilbahn welche über die Stellung führte, wann wurde dies alles angelegt und warum (Schutz vor Partisanen)?

Gibt es noch weitere Anlagen in diesem Gebiet?

Ich hoffe Ihr könnt ein bißchen Licht in dieses Gebiet mit seiner Vergangenheit bringen.

Grüße
Andreas
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
#2
Hallo Andreas.

Willkommen im Forum. Kann dir leider nicht viel sagen zu diesem Thema. Nur soviel.
Ja, du hast recht es ist in diesem Tal die beste strategische Stelle um das Tal gegen Süden zu sperren.
Die Anlage hat nichts mit KZ-Loibl Nord od. Süd zu tun.
Es gibt dort noch mehrere kleine Anlagen verstreut in der Gegend. zB.: Vis a Vis der von dir beschriebnen Ablage, also auf der anderen Straßenseite (rechts von der Abzweigung Bodental) in der Felswand ein Bunker sowie im darunterliegenden Wald einen Mannschsftsbunker. Oder einen kleinen Schützenbunker am Hang zur Straße oberhalb der Kehrer nur ein paar Meter außerhalb des umzäunten Geländes.
Kenne die Anlage nur vom "Vorbeifahren".

Nach deinen Angaben dürfte die Anlage noch in Betrieb sein. Frag mal beim Bunkermuseeum am Wurzenpaß nach. Vielleicht wissen die Herren mehr.

Ach ja, und im Sommer jede Menge ZECKEN.

Gruß

Cerberus9
 
K

Kurasier

Guest
#3
Hi,
nun werde ich auch einmal mein bescheidenes Wissen zum Thema beitragen.
Am Loiblpass war meines Wissen nach eine größere feste Anlage.
Einer meiner Lehrer an der Militärakademie war ehemaliger Kdt des dort zuständigen Sperrbaons und hat uns recht detailiert an Hand von Luftbildaufnahmen die Ausbaustufen erklärt. (die Anlage hat ihre Ursprünge im WK2) Das ist jetzt aber schon 2 Jahre her und deswegen weiß ich nicht mehr alles.

Übrigens wurden die FAN nach Aussage eines meiner älteren Kameraden noch bis ca 1998 in die Taktikausbildung der Militärakademiker mit einbezogen.
Auch wir "spielen" unsere Taktiklagen noch heute in damaligen "entscheidenden" Räumen (Wienerwaldeingänge, Eisenstädter Pforte, usw) Dementsprechend viele Fan sehen wir daher auch dann (wenn auch nur von außen) in den anschließenden Geländebesprechungen.

MFG
Christoph
 

Tom69

Active Member
#4
Die Anlage um die es hier geht ist die Sperrkompanie Loibl.

Am Kleinen Loiblpass gelegen, war es ihre Aufgabe einen über den LOIBLPASS Richtung FERLACH vorgetragenen Vorstoß abzuhalten.
Aufgrund der Geländegegebenheiten hätte dies vermutlich auch leicht gelingen können.
(PS: Die Lage der SpKp ist taktisch sehr günstig - strategische Bedeutung hatte sie wohl nie, obwohl der Begriff vorallem von den Medien oft (fälschlicherweise!!) verwendet wird)

Die SpKp LOIBL selbst ist, wie alle anderen Einheiten der SpTrp nicht mehr existent, die FAn in diesem Rm warten auch nur mehr auf den Ab- bzw. Ausbau (wie weit der aktuelle Stand ist, kann ich jedoch nicht sagen).

Die RV-Antenne ist nicht Teil der SpKp
 

Andreas

Active Member
#5
Loibl Sperre

Danke für Eure Antworten,

vielleicht kann ich später noch ein paar Fotos nachreichen, sieht ja der Brenner Sperre ähnlich.

Gibt es in Kärnten noch solche, oder ähnliche Werke :fragend

Grüße
Andreas
 
#6
Andreas hat geschrieben:
Gibt es in Kärnten noch solche, oder ähnliche Werke

Grüße
Andreas
Am stärksten war der Südosten Kärntens geschützt. Folgende, größere Anlagen waren/sind in diesem Bereich installiert:

- Wurzenpaß (2x 105mm FAn Centurion, 4 Sperren)
- Karawankentunnel- Richtung Villach (6x 105mm FAn Centurion, 8 Sperren nach dem Tunnel, 24 Sperren Richtung Villach)
- Loiblpaß (2x 105mm FAn Centurion, 13 Sperren)
- Seebergsattel (14 Sperren)
- Bleiburg/Kömmel (7x 105mm FAn Centurion, 9 Sperren)
- Kömmel/Koralpe (6x 105mm FAn Centurion, 8 Sperren)
- Griffner (5x 155mm FAn sFK M2)
- Völkermarkt (9x 105mm FAn Centurion, 10 Sperren)
- Sattnitz (6x 105mm FAn Centurion, 7 Sperren)
 
#8
MG0815 hat geschrieben:
Charioteer meinst du mit "Sperren" die Stecksperren oder eine andere "Sperre"???
Nein, die angegebenen Stückzahlen der Einrichtungen ("Sperren") beziehen sich nicht nur auf Stecksperren! Darunter sind natürlich auch

- Sperren mit Panzerigel
- Panzermauern
- Panzergräben
- usw.
 
#9
Aha alles klar. Stecksperren und die Panzerigelsperren kenn ich. Aber Panzermauern bzw. gräben hab ich bei uns (Raum Villach-Wurzenpass-Karawankentunnel) noch nie wargenommen - oder sind die auch schon so zugetarnt, nach so langer zeit! ;)
 

Tom69

Active Member
#11
@Charioteer:

Deine Informationen bezüglich der Art und Anzahl der Sperren bzw. PAK/FAn sind nicht ganz korrekt.

Im Berich Karawankentunnel gab und gibt es keine PAK/FAn.
Im Bereich des Kl.Loiblpasses waren 2 7,62cm PAK42 sowie ein 12,7mm üsMG eingebaut.
 
#12
Tom69 hat geschrieben:
Im Berich Karawankentunnel gab und gibt es keine PAK/FAn.
Das ist korrekt! Aus meinem damaligen Post geht bei genauerem lesen auch hervor, dass ich mit "Karawankentunnel- Richtung Villach" soviel wie die Strecke "Karawankentunnel bis Villach" gemeint habe. Und in diesem "Bereich" waren exakt 6 FAn eingerichtet!

Zur besseren Verständlichkeit=> siehe Auschnitt mit den Positionen der 6 FAn:

http://img450.imageshack.us/img450/479/fan4zn.jpg
 

Tom69

Active Member
#16
Stecksperre Karawankentunnel

Anbei 4 Bilder, die die Aktivierung der Stecksperre kurz vor dem Nordportal des Karawankentunnels am Nachmittag des 30.06.1991 zeigen.
Die Autobahn war zu diesem Zeitpunkt noch nicht eröffnet, deswegen konnte diese Sperre auch aktiviert werden - die Straßenverwaltung war damals dennoch nicht glüchklich darüber und so wurde eine Gasse gelassen, damit die Fahrzeuge der Straßenverwaltung durchfahren konnten (es waren noch abschließende Arbeiten im Tunnel zu verrichten).

Bild 1 zeigt die Lage der Stecksperre
Bild 2 und 3: Die Unterstützung durch einen BgePz Greif beschleunigte und erleichterte die Aufgabe
Bild 4: Bevor die Profile eingesetzt werden können, müssen die Abdeckungen geöffnet werden.

Auf Bild 2 sieht man im Hintergrund den JaPz, der die Sperre mit Feuer überwachte. Der BgePz hatte ebenfalls in diesem Bereich eine Stellung, von der aus er mit dem üsMG Richtung Tunnelportel bzw. ostwärts davon wirkte.
Zum infanteristischen Schutz des JaPz war nach der Lawinengalerie westlich der Autobahn eine JgGrp eingesetzt.
 

Anhänge

Zuletzt bearbeitet:
#17
Nochmal Loiblpass

Aktueller (Foto)Stand vom Loiblpass:

Das ganze Gelände sieht so aus, als ob es bereits Jahre nicht mehr betreten worden wäre. Tw. stark verwachsen und deshalb natürlich schwer einsehbar. Allerdings ist die Umzäunung durchwegs intakt und weist auch keine Spuren irgendwelcher gewaltsamen Betretungsversuche auf. Da ich das natürlich auch nicht mache, sind die Fotos nicht so spektakulär. Weiß jemand, wofür das große, zweistöckige Haus mit den markanten Fenstergittern verwendet wurde? Es ist den Sperranalgen vorgeordnet und direkt von der Straße aus sichtbar. Alles verschlossen und - so mein Eindruck - ebenfalls schon lange nicht mehr betreten worden. Oberhalb dieses Hauses sieht man erste Sperranlagen, die allerdings älteren Datums sein dürften. Dahinter ist durch die Vegetation nichts zu erkennen. Die Umfriedung zieht sich um einen großen Teil des Bergkegels und springt etwas weiter unten auffällig um ca. 15 m vor. Dort befindet sich das ebenfalls stark verwachsene Tor mit der Aufschrift "Betreten verboten". Dahinter sind Treppen zu erkennen (leider nicht, wohin diese führen...). Weiß jemand, ob auf der anderen Straßenseite (Westseite) des Loiblpasses ebenfalls Sperranlagen vorhanden waren? Ein Stück Zaun auf einem Privatgrundstück in der selben Machart wie der auf der anderen Seite würde darauf hindeuten. Allerdings konnte ich mit dem Fernglas im Felsbereich keinerlei Anlagen entdecken, die denen am Paß Lueg oder am Brenner gleichen würden...

LG
bo
 

Anhänge

Zuletzt bearbeitet:

josef

Administrator
Mitarbeiter
#19
Hallo Johannes.
besten Dank für die "Loibl-Bilder" :danke

Vielleicht kann ein "Kärntenspezialist" eine Erklärung zu dem Gebäude abgeben, ist es Unterkunft und Sperrmittellager? Das Haus dürfte aber schon älteren Datums sein, in der Gegend wurden ja gegen Ende des 2. WK Stützpunkte zur Partisanenbekämpfung errichtet. Der Bau könnte aus dieser grauenhaften Zeit stammen...

lg
josef
 
Oben