Feste Anlagen (FAn) - Allgemein

#82
gusis hat geschrieben:
laut der bundesheer homepage wurden ganze centurion panzer von den niederlanden gekauft und dann umgebaut (sprich die wann entfernt) es hätte glaub ich ansätze gegeben die wann in anderer form zu nuten (mörserträger,...) aber ich glaube das waren wirklich nur ansätze und gedankenspiele
Das ist korrekt (es waren komplette KPz)! Bis 1980 wurden 148 Stück KPz Centurion beschafft. 1985/86 wollte man weitere 300 Stück bei der Niederländischen Armee erwerben. Es wurden jedoch "nur" 226 Stück gekauft, der Rest ging an Israel, dass für die zum Verkauf stehenden KPz mehr Geld angeboten hatte als Österreich. Die gekauften 226 Stück KPz Centurion waren in einem derart guten Zustand, dass man plante, die Panzer komplett weiter zu betreiben und der Sperrtruppe als "105mm PAK auf Selbstfahrlaffete" (!) oder "rollende Bunker" zu übergeben. Dieser Plan wurde jedoch aufgrund heeresinternem Widerstand sowie der enorm hohen Erhaltungskosten für die Centurion- Wannen, fallen gelassen.

Was mit den Wannen passierte, ist der Öffentlichkeit bis heute unbekannt. Fakt ist, dass die Wannen sehr geschickt an Israel vermarktet wurden....
 
S

Steppenwolf

Guest
#83
Unwissenheit

Zunächst mal meinen herzlichen Dank für die Antworten und die damit verbundenen Mühen. Wobei es mich doch ein wenig verwundert, das hier so lang und breit über die FAN geschrieben und geplaudert wird, aber kein Mensch auch nur annähernd genaue Maße kennt. Wenn ich nun wiederum lese, das die Anlagen nur dazu gedacht sein sollten, 15 Schuß oder so, abzugeben, bis sie niedergekämpft waren oder stärkere Streitkräfte (woher?) da wären, denke ich mal, das die Wand- und Deckenstärken auch nicht gerade bautechnische Highlights sind. Gegen Direktbechuß durch schwere Artillerie oder Kampfpanzer mit entsprechender Munition schützten und schützen ja auch keine 2 m Stahlbeton. Waren dies Anlagen in der Lage sich gegenseitig zu decken? wurden sie durch größere Anlagen gedeckt? Oder waren es einzelne Kleinstwerke, die völlig allein auf sich gestellt, dem sicheren Untergang geweiht waren? :fragend
 
#84
;) Na ja wenn man bedenkt, das diese Anlagen erst in den letzten Jahren so richtig publik geworden sind, selbst die Lage nur Eingeweihten bzw. "Interessierten" (wie uns :luegner ) bekannt war, ist es nicht verwunderlich das einzelne Details nur sehr spehrlich bekannt sind.
Aber was ich so gesehen hab, hast du schon recht, das sind keine Wahnsinnskonstruktionen mit mehreren Metern Decken- und Wandstärken, wie man sich üblicherweise Bunker vorstellt. Sind eher so im Häuselbauer-Maßstab mit 25-30cm Dicken. Nur sind diese einzelnen Bunker fast immer mit einer Erdüberdeckung versehen und als solche nicht zu erkennen.
Und es waren meist kleinste Einzelwerke, nur selten waren sie durch andere Werke gedeckt. Und was verstehst du unter "größeren Anlagen" :fragend
Solche großen Artilleriewerke wie in der Schweiz hatten wir (leider) nicht!! :kukuk
Die einzelnen Werke wurden höchstens durch die Infantrie gedeckt!!!

Charioteer:
Danke für die Auskunft bezüglich der Cent´s!
Hast du noch mehr "Hintergrund"-Info´s? Das mit Israel wußte ich zb. nicht!!!
Was ist eigentlich mit den anderen Türmen, wie M-47, M-41, "Charioteer" ;)
gibts da auch ein paar Daten, wo haben wir sie her , wieviele und so weiter?
Danke im voraus!
 
#85
Steppenwolf hat geschrieben:
Streitkräfte (woher?) da wären, denke ich mal, das die Wand- und Deckenstärken auch nicht gerade bautechnische Highlights sind. Gegen Direktbechuß durch schwere Artillerie oder Kampfpanzer mit entsprechender Munition schützten und schützen ja auch keine 2 m Stahlbeton. Waren dies Anlagen in der Lage sich gegenseitig zu decken? wurden sie durch größere Anlagen gedeckt? Oder waren es einzelne Kleinstwerke, die völlig allein auf sich gestellt, dem sicheren Untergang geweiht waren? :fragend
also von denen die ich kenne kann man sagen, dass es durchaus ein zusammengehörendes Konzept war das aus mehreren - aber gut aufeinander abgestimmten - kleineren Werken war die sich teils gegenseitig deckten und die auch so angelegt waren dass der sichere Untergang für die Besatzungen nicht zwangsläufig nötig war. Und zur Frage woher: im damaligen Landwehr konzept gab es ja - etwas übertrieben gesagt - in fast jedem größeren Dorf ein Landwehrlager wo innerhalb kürzester Zeit ausgerüstete Infanteriekräfte zur Stelle gewesen wären. Und außerdem waren viele FAn ja in engeren Gebirgstälern wo es ja nicht unbedingt viele Soldaten zur Aufrechterhaltung einer Sperre gebraucht hätte.

Und wie auch schon weiter oben von jemandem gesagt waren die Fan meist so im Gelände eingebaut dass nicht unbedingt eine 2 m Betonwand von nöten war und dem damaligen Stand der Munition entsprechend doch ausreichend Schutz boten. Außerdem war ja die Umgebung durch Sperren und Sprengungen schon meist so präpariert worden dass nicht wirklich viel schwere Artillerie/Panzer durchgekommen wären um überhaupt in gute Schußposition gegen die FAn zu kommen (gilt zumindest für die Anlagen die ich kenne) - das größere Problem wären da eher Luftangriffe gewesen!
 
#86
Steppenwolf hat geschrieben:
Zunächst mal meinen herzlichen Dank für die Antworten und die damit verbundenen Mühen. Wobei es mich doch ein wenig verwundert, das hier so lang und breit über die FAN geschrieben und geplaudert wird, aber kein Mensch auch nur annähernd genaue Maße kennt. Wenn ich nun wiederum lese, das die Anlagen nur dazu gedacht sein sollten, 15 Schuß oder so, abzugeben, bis sie niedergekämpft waren oder stärkere Streitkräfte (woher?) da wären, denke ich mal, das die Wand- und Deckenstärken auch nicht gerade bautechnische Highlights sind. Gegen Direktbechuß durch schwere Artillerie oder Kampfpanzer mit entsprechender Munition schützten und schützen ja auch keine 2 m Stahlbeton. Waren dies Anlagen in der Lage sich gegenseitig zu decken? wurden sie durch größere Anlagen gedeckt? Oder waren es einzelne Kleinstwerke, die völlig allein auf sich gestellt, dem sicheren Untergang geweiht waren? :fragend
Wie schon erwähnt wurde, lagen jegliche Informationen über FAn jahrzehnte lang unter Verschluss! Und bekanntlich gelang dies sehr gut!

Zu den Verbunkerungen:

Die Wandstärken der Verbunkerungen richteten sich je nach Lage/Verwendung. Es gab sehr wohl Bunker, welche im sensiblen Bereich Meterdicke Stahlbetondecken bzw. Wände hatten! Die Bunker selbst (welche einen Turm trugen) wurden sehr tief angelegt, mit Felsen (1. Schicht) und Schotter (2. Schicht) sowie meterhohen Erdschichten (3. Schicht) beschüttet. Der Boden um- und über den Anlagen war in dieser Form darauf ausgelegt, unmittelbar auftreffende Sprenggranaten bis zum Kaliber 155mm zu widerstehen. Das Gelände rund um den Panzerturm war mit der Geländekante eben, bis auf den Turm ragte nichts aus dem Boden. Natürlich gab es auch Anlagen, bei denen auch die Pz Türme verbunkert waren bzw. diese über eine Turmzusatzpanzerung verfügten.

Zur Mun Erstausstattung:

Die größeren Anlagen hatten Mun Ausstattungen die Tagelang gereicht hätten. Keine Spur von "15 Schuß"!


Die Anlagen waren natürlich so Angelegt, dass sie für den anrückenden Gegner immer schwer einsehbar bzw. bekämpfbar waren, die FAn waren praktisch im Vorteil. Natürlich waren großteils mehrere Anlagen und Sperren, die sich gegenseitig deckten, angelegt. Dazu kamen noch hunderte Scheinanlagen, welche dem feindlichen Richtschützen das schnelle entdecken der tatsächlichen Anlagen praktisch unmöglich machten (auch die Nachrichtendienste klärten hauptsächlich Scheinanlagen auf!).
Als Beispiel erwähne ich nochmals den Ungarischen Oberst, der sich 2005 die Anlagen der Brucker Pforte anschaute und etwas verwirrt war, als sich die aufgeklärten österreichischen Anlagen plötzlich als Holzatrappen entpuppten.
 
#87
Also @MG0815, ich muß dir leider wiedersprechen.
Ich kenne einige Anlagen an der Donau, in Salzburg und in Kärnten. Aber bei fast allen ist die Wandstärke weit mehr als 35cm. Gebe aber zu ich hab bis dato nicht nachgemessen. Die Decke ist noch stärker. Je nach Landschaft kommt dann noch eine Überdeckung aus Erde bzw. teilweise sogar einige meterdickem Fels. Zum Beispiel die Anlagen an der Brucker Pforte (und das sind ein ganzer Haufen) decken sich alle gegenseitig. Auch Infantrie und Kommandostellungen sind vorhanden. Allerdings nicht mehr aktiv. Diese Anlagen, und da hast du recht, halten vermutlich einem Volltreffer eines entsprechenden Kalibers nicht stand. Aber sie haben, nach dem was Militärs aus dem ehem. Ostblock glaubhaft versichern, zumindest eine abschreckende oder zumindest verzögernde Wirkung gehabt. Aber die Zeitben ändern sich und heute sind diese Anlagen (zumindest teilweise) veraltert.

Gruß
cerberus9
 
#88
MG0815 hat geschrieben:
;)
Charioteer:
Danke für die Auskunft bezüglich der Cent´s!
Hast du noch mehr "Hintergrund"-Info´s? Das mit Israel wußte ich zb. nicht!!!
Was ist eigentlich mit den anderen Türmen, wie M-47, M-41, "Charioteer" ;)
gibts da auch ein paar Daten, wo haben wir sie her , wieviele und so weiter?
Danke im voraus!

75mm FAn "PAK M6" (M-24)


Diese FAn Türme stammten von ausgeschiedenen AufklPz M-24 von welchen das Bundesheer 48 Stück in Verwendung hatte. Vom AufklPz M-41 wurden keine Türme in FAn verwendet.

83,4m FAn "PAK L/70" (Charioteer)

Diese FAn Türme stammten von ausgeschiedenen KPz Charioteer von welchen das Bundesheer 56 Stück in Verwendung hatte.

90mm FAn "PAK M36" (M-47):

Diese FAn Türme stammten von ausgeschiedenen KPz M-47 von welchen das Bundesheer 153 Stück in Verwendung hatte.
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#89
FAn

Hallo @Steppenwolf,

habe gerade gesehen, dass @Charioteer und @cerberus9 zwischenzeitlich sehr fundierte Beiträge zum Thema eingebracht haben! Nun mein eher theoretischer Beitrag dazu:

Wobei es mich doch ein wenig verwundert, das hier so lang und breit über die FAN geschrieben und geplaudert wird, aber kein Mensch auch nur annähernd genaue Maße kennt
Ganz einfach, diese Anlagen unterlagen der höchsten Geheimhaltungsstufe, sowohl von der örtlichen Lage als auch von der Ausführung. Sicher wussten Teile der Bevölkerung, dass es in ihrer näheren Umgebung solche Sperranlagen gab, man sah ja speziell im Winter die „Bienenhütten“ oder „Gartenhütten“, aber genaueres war nicht bekannt! Weiters gab es ja noch Scheinanlagen, die sich äußerlich nicht von den „bestückten“ Fan unterschieden... Die Wandstärken der unterirdischen Teile schätze ich zwischen 20 – 30 cm Stahlbeton. Die von @Gusis bereits beschriebenen Räume im Bunker waren ja ohnedies, je nach Gelände und Bodenbeschaffenheit, etliche Meter unter der Erdoberfläche. Oberirdisch war ja nur der Panzerturm.

...das die Anlagen nur dazu gedacht sein sollten, 15 Schuß oder so, abzugeben, bis sie niedergekämpft waren…
Das Problem liegt darin, dass sich manche unter den Sperrstellungen/Fan des ÖBH gewaltige Festungsanlagen wie sie in der Schweiz errichtet wurden oder große Festungs- und Bunkerlinien wie Maginotlinie, West- oder Atlantikwall vorstellen. Dem ist nicht so! Dazu muss man die Aufgabenstellung und Ausrichtung des ÖBH von den 70iger Jahren bis Ende des „Kalten Krieges“ kennen. Fakt war, dass in den 60iger Jahren auf Grund der geringen und veralteten materiellen Ausstattung des damaligen Heeres und der Gliederung nach Vorbild der Nato-Großverbände jeder Aggressor das ÖBH binnen Stunden aufgerieben/zerschlagen hätte! Bei der legenderen „Panzerschlacht im Marchfeld“, einer voll panzergängigen Ebene an der Ostgrenze Österreichs, wären die 3 Panzergrenadierbrigaden des ÖBH von den Panzerdivisionen des Warschauer Paktes in Grund und Boden gewalzt worden. Die verbleibenden Infanterie(Jäger)-brigaden hätten den Durchmarsch entlang der Donaulinie Richtung Westen => Bayern bzw. nach Italien nicht verhindern können. Die Einführung einer Wehrdienstverkürzung Anfang der 70iger Jahre löste heftigste Diskussionen aus und führte zu einer Heeresreform.

Die Grundlage bildete die vom damaligen Armeekommandanten General Spannocchi entwickelte „Raumverteidigung“ mit „Raumsicherungszonen“ und „Schlüsselzonen“. Dabei ging es nicht um die Schaffung einer durchgehenden, breiten und starren Front, sondern um die nachhaltige Schwächung des Angreifers und Zeitgewinn durch viele kleine Einzelgefechte entlang dessen Vormarschweges => „Taktik der Tausend Nadelstiche“. Das Bundesgebiet wurde dabei in Raumsicherungszonen und Schlüsselzonen eingeteilt.

Raumsicherungszonen wurden vorwiegend in den panzergängigen Landesteilen, angenommenen Bewegungsräumen und in grenznahen Bereichen angelegt. Hier galt es, den Bewegungsdrang eines Aggressors zu bremsen bzw. auch in bestimmte Richtungen zu kanalisieren um dann in strategisch besser gelegenen Gebieten auf Schlüsselzonen zu treffen, die zur nachhaltigen Verteidigung eingerichtet waren. Sollte der Angreifer, sicher geschwächt, eine Schlüsselzone durchbrechen, musste er wieder durch eine folgende Raumsicherungszone mit beweglichen Landwehr- und Jagdkommandokräften und stieß mit Sicherheit auf die nächste Schlüsselzone. Bei allen diesen Planungen wurden die natürlichen Geländeverhältnisse mit einbezogen.

Mit anderen Worten gesagt, das ÖBH nutzte die für den Verteidigungsfall günstige Berg- und Gebirgsstruktur der österreichischen Landschaft zum Ausgleich für fehlendes Material und geringe Truppenstärke… Die Warschauer-Pakt-Truppen währen in Österreich mit ganz anderen Geländeverhältnissen konfrontiert gewesen als z.B. bei einem Angriff Richtung Atlantikküste in D, B oder NL. Beim geplanten Vorstoß der „Südwestfront“ des WP aus dem ungarischen Raum nach Norditalien/Poebene über Österreich hätten sich die Panzermassen im Kolonnenverkehr durch die engen Gebirgstäler und Alpenübergänge quälen müssen, ohne sich in die "Breite des Raumes" entfalten zu können! Die Pz-Kanonen und sonstigen Pz-Bekämpfungsmittel der an den Talflanken geschützt installierten Anlagen hätten da schon einige Erfolge erzielen können... Dies bestätigten nach der "Wende" auch "hohe ungarische Militärs", welche die ihren Truppen im Ernstfall zugedachten Angriffsräume in der Steiermark und Kärnten besichtigten!

…oder stärkere Streitkräfte (woher?) da wären…
In den Raumsicherungszonen operierten die „leichten Landwehrbataillone“, Jagdkampfkräfte, Sperrtruppen. In den Schlüsselzonen wurden „raumgebundene Landwehrbataillone“ und Sperrtruppen durch Panzer- und Infanteriekräfte der Panzergrenadier- und Jägerbrigaden verstärkt.

Waren dies Anlagen in der Lage sich gegenseitig zu decken?
Ja, Sperren in Raumsicherungszonen bestanden meist aus 3-er Gruppen. 2 Fan relativ auf engen Raum, 1 Anlage weiter weg, oder 2 auf einer Talseite, 1 Anlage am Gegenhang. War aber meist individuell den Gegebenheiten vor Ort angepasst. In den Schlüsselzonen war die Anzahl der FAn oft weit größer, z.B. in Tälern oft viele Anlagen auf etliche Kilometer verteilt an den Hängen. Die Zieläume-/Felder waren natürlich genau vermessen.

waren es einzelne Kleinstwerke, die völlig allein auf sich gestellt, dem sicheren Untergang geweiht waren?
Wie schon vorhin geschrieben, bildeten mehrere FAn => genaue Bezeichnung „Panzerabwehrkanonengruppe in Fester Anlage“ PAKGrp/Aan einen „Sperrzug“. Zur Außenverteidigung der Fan wurden Jäger und Panzerabwehrrohrgruppen (M66 Carl Gustav) eingesetzt.

Wie überall gab es natürlich auch Ausnahmen/Sonderregelungen/Sonderbauten… meine Ausführungen beziehen sich auf die meistverwendete Form => „Centurion-Turm mit 10,5 cm Pz-Kanone“.

Lg
josef
 
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josef

Administrator
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#90
Hallo @Charioteer,

von den 27 Stk. T34/85 (85 mm Kanone) welche die Russen da ließen, sollen ja auch einige verbunkert worden sein?

Soweit mir bekannt, waren ja die Türme aller älteren Typen verbunkert , mit Scharte. Oberirdisch angeordnet waren sicher die Centurion-Türme, bei den M 47 habe ich schon gegenteilige Aussagen/Meinungen gehört... Weißt Du da genaueres?

lg
josef
 
#91
josef hat geschrieben:
Hallo @Charioteer,

von den 27 Stk. T34/85 (85 mm Kanone) welche die Russen da ließen, sollen ja auch einige verbunkert worden sein?

Soweit mir bekannt, waren ja die Türme aller älteren Typen verbunkert , mit Scharte. Oberirdisch angeordnet waren sicher die Centurion-Türme, bei den M 47 habe ich schon gegenteilige Aussagen/Meinungen gehört... Weißt Du da genaueres?

lg
josef
Türme älterer Bauart wurden verbunkert als auch oberirdisch verwendet. Bei der 85mm PAK44/FAn (KPz T-34/85) ist noch festzuhalten, dass es von dieser auch einige Anlagen gab, in der komplette KPz T-34/85 stationiert waren.
 
#92
Charioteer hat schon recht, von den T-34 sind ein paar samt Wanne "einbetoniert" - eingebunkert worden. Schade das es da keine Fotos gibt!
Sind nicht die Charioteer-Türme mit der brit. L7-Kanone (gleiche 10,5cm Kanone wie im M-60 nachgerüstet worden?

Und was hat es mit der Zusatzpanzerung auf sich die an diesen Türmen zu finden ist, war dies bei allen so oder waren das "Truppenumbauten"?
Als zusätzlicher Schutz kann es wohl nur für Handfeuerwaffen gedient haben, Selbst für ältere Hohlladungsgranaten dürften diese zusätzlichen "Blechlagen" kein Hindernis dargestellt haben.

Siehe Seite 9 # 144
 
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S

Steppenwolf

Guest
#93
Danke.

Herzliche Grüße und meinen herzlichen Dank an alle, die meine Unwissenheit ein Stück weit beseitigt haben. Bislang wußte ich überhaupt nicht, das Österreichs Grenze dermaßen stark befestigt war.
Ist doch sehr interessant zu lesen, wie das damals so gedacht war. Wobei man von Glück sagen kann, das es nie zum Ernstfall kam. Wer weiß, wie das ausgegangen wäre.
Egal, alles Gute und viel Spaß beim weiteren Erforschen der Anlagen, wünscht Wolfgang. :hopp :hopp :hopp
 
#94
MG0815 hat geschrieben:
Charioteer hat schon recht, von den T-34 sind ein paar samt Wanne "einbetoniert" - eingebunkert worden. Schade das es da keine Fotos gibt!
Ich arbeite zur Zeit an einer Reportage über FAn in Österreich, in der alle je gebauten Anlagen behandelt werden. Wenn sie fertiggestellt ist, werd ich natürlich auch hier einen Link reinstellen!

MG0815 hat geschrieben:
Sind nicht die Charioteer-Türme mit der brit. L7-Kanone (gleiche 10,5cm Kanone wie im M-60 nachgerüstet worden)?
Das ist richtig! Die 83,4mm L70 von KPz Charioteer war zwar eine hervorragende, punkgenau treffende Kanone, ihr Kaliber war jedoch schon Ende der 70iger unzureichend. Daher wurden alle noch verwendeten Türme mit der amerikanischen 105mm M68 Kanone versehen, welche mit der britischen 105mm L7 (Centurion) ident war.

MG0815 hat geschrieben:
Und was hat es mit der Zusatzpanzerung auf sich die an diesen Türmen zu finden ist, war dies bei allen so oder waren das "Truppenumbauten"?
Als zusätzlicher Schutz kann es wohl nur für Handfeuerwaffen gedient haben, Selbst für ältere Hohlladungsgranaten dürften diese zusätzlichen "Blechlagen" kein Hindernis dargestellt haben.
Die Panzerbleche wurden bei der M68 Umrüstung an allen Turmfronten angebracht. Sie hatten eine Gesamtstärke von über 200mm und waren so schwer, dass am Ende des Turmdaches Panzerbleche als Gegengewicht angebracht werden mussten. Die Panzerung war dafür gedacht, auftreffende Hohlladungen vor der eigentlichen Turmpanzerung zur Explosion zu bringen.
 
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#96
Steppenwolf hat geschrieben:
Welche Wand- und Deckenstärken hatten diese Anlagen?
Die einem Direktbeschuss von feindlichem Flachfeuer ausgesetzten Außenwände waren gegen 3 Panzergranaten dimensioniert. Diese Wände verfügten über zumindest 1m Betonstärke. Darüberhinaus wurden solchen Wänden Zerschellerschichten vorgelagert. In der Erde betrug sie zumindest 6m. War aufgrund der Lage keine Erde vorhanden, wurden zentimeterbreite Betonmauern mit einer energieverbrauchenden grobkörnigen Schotterschicht dazwischen oder zumindest 2m grbkörniger Schotter vorgelagert. War das nicht möglich, wurden so exponierte Anlagen durch 3m starke Betonmauern geschützt.
Zum Schutz vor Steilfeuer waren sie gegen Direkttreffer von einem 20,3 cm bzw. 2 15,5cm Sprenggranaten mit Verzögerungszünder sicher. Die Decken von FAn waren grundsätzlich 0,5m stark. Zu deren Verstärkung wurde eine Betonzerschellerschicht von 0,6m und eine 0,4m starke Humusschcht aufgebracht. Statt dessen wurden auch wieder 2 Schotterlagen mit 0,4m verwendet, wobei dazwischen eine 5cm Betonschicht war und zumindestens 20cm Humus darüber den Abschluss bildeten.
 

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#97
wurden anläßlich des Slowenieneinsatzes 1991 sämtliche FAN an der Grenze aktiviert?

habe heute übrigens Standorte einiger für mich neuen Anlagen gegen Deutschland in Tirol entdeckt (in Scharnitz und im Kufsteiner Raum). Vielleicht schaff ich es das nächste mal auch, ein paar Fotos zu machen...
 
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#98
eine Frage: wie sieht das ganze eigentlich rechtlich aus??
ich hätte die FAN jetzt in ein Luftbild eingezeichnet, darf man so was aber überhaupt veröffentlichen... :confused: hab nämlich keine Ahnung, ob die schon desarmiert sind oder nicht... nicht dass dann eines Tages das HAA vor meiner Tür steht :cool:
 
#99
Kaiserjäger hat geschrieben:
wurden anläßlich des Slowenieneinsatzes 1991 sämtliche FAN an der Grenze aktiviert?
Keine Einzige !!!
Dazu hätte man nämlich die Sperrtruppen mobil machen müssen, und eine (Teil-)Mobilmachung ist ja bekanntlicherweise nicht erfolgt !

Im Bereich Grenzübergang Bleiburg hat das zB dazu geführt, dass neben einer FAn (mit Hütte drauf) ein KPz M60 seine Stellung hatte bzw. an einer anderen Stelle eine PAR-Gruppe in Stellung lag.

Die FAn stand nicht einmal als Schutzdeckung zur Verfügung !


Kaiserjäger hat geschrieben:
ich hätte die FAN jetzt in ein Luftbild eingezeichnet, darf man so was aber überhaupt veröffentlichen... :confused: hab nämlich keine Ahnung, ob die schon desarmiert sind oder nicht... nicht dass dann eines Tages das HAA vor meiner Tür steht :cool:
Die Einzeichnung und Veröffentlichung der Lage einer FAn verstößt nicht gegen strafrechtliche Bestimmungen.
Mit der Veröffentlichung des Luftbildes unterliegst du jedoch der Genehmigungspflicht durch das BMLV.

§130 Luftfahrtgesetz:
(1) Der Bundesminister für Landesverteidigung hat bei einem Einsatz des
Bundesheeres im Falle des § 2 Abs. 1 lit. a des Wehrgesetzes 1990 sowie
bei der Vorbereitung eines solchen Einsatzes einschließlich der Durchführung
einsatzähnlicher Übungen die Herstellung von Luftbildaufnahmen aus
Zivilluftfahrzeugen im Fluge oder von zivilen Luftfahrtgeräten aus durch
Verordnung zu verbieten, soweit dies zur Wahrung der militärischen
Interessen erforderlich ist. Hinsichtlich der Kundmachung dieser
Verordnung gelten die Bestimmungen des § 6 sinngemäß.

(2) Für die Verbreitung von Luftbildaufnahmen, die aus Zivilluftfahrzeugen
im Fluge außerhalb des Linienflugverkehrs oder von zivilen Luftfahrtgeräten
aus hergestellt wurden, ist unbeschadet sonstiger gesetzlicher Vorschriften
die Bewilligung des Bundesministers für Landesverteidigung erforderlich.

(3) Ausnahmebewilligungen von den Verboten gemäß Abs. 1 und Bewilligungen
gemäß Abs. 2 sind vom Bundesminister für Landesverteidigung zu erteilen,
wenn militärische Interessen nicht entgegenstehen; sie sind insoweit bedingt,
befristet oder mit Auflagen zu erteilen, als dies unter Bedachtnahme auf die
Interessen der militärischen Landesverteidigung erforderlich ist.
Diese Bewilligungen gelten als erteilt, sofern sie nicht innerhalb von sechs
Wochen ab dem Einlangen des Antrages versagt werden. Hinsichtlich von
Messungsaufnahmen ist das Einvernehmen mit dem Bundesminister für
wirtschaftliche Angelegenheiten herzustellen.


PS: Wenn dann kommt das Abwehramt - Abkürzung: AbwA
 
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