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Zwerg Bumsti

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#61
Kleinbunker am Fliegerhorst Wiener Neustadt

Beim Stöbern am FHWNW habe ich diesen Kleinbunker entdeckt.

Der Wach(?)Bunker liegt am Westrand des Flugfeldes in der nähe der, von der "Strasse der Gendarmerie" aus sichtbaren, Splitterboxen. Der Bunker bietet etwa 3-4 Mann Platz und befindet sich neben einem, nur noch schwach Sichtbaren, Splittergraben von etwa 15m Länge. Am Ende des Grabens scheint eine Bombe kleineren Kalibers eingeschlagen zu haben. Der Bunker hat ein paar Schrammen davongetragen. Splitter liegen auch noch herum.
Durch die Scharten blickt man nach O und SO aufs Flugfeld. An der linken Seite, beim Bunkereinstieg, befindet sich ein offener Beobachtungsstand. Könnte früher auch mit einer Luke Abgedeckt gewesen sein. Ca. 500m SSW liegen die 3 großen Hangars der Einsatzverbände, bzw. was davon noch übrig ist. Ca. 100m W, also praktisch hinter dem Bunker, beginnt der ehem. Luftpark Wöllersdorf.
 

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josef

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#65
Flh. WN 1938

In der Ausstellung "100 Jahre Militärluftfahrt in Österreich" in Zeltweg fand ich auch historische Fotos vom Fliegerhorst Wiener Neustadt:

1. Jagdflugzeuge Fiat CR32 der Luftstreitkräfte des 1. ÖBH vor der "Fliegerkaserne" in WN. Das Kasernenobjekt wurde im Krieg zerstört.

2. Nach dem "Anschluss" 1938: Caprioni Ca133 der ehemaligen ÖBH-Luftstreitkräfte bereits mit Hoheitsabzeichen der deutschen Luftwaffe. Die Aufnahme zeigt die kleinen "österreichischen" Hangars in der SW-Kurve des Flugplatzes.

3. Lageskizze mit dem Aufnahmebereich.

Quelle Anhänge 1 u. 2: Bildtafeln Ausstellung 2011 Flh. Zeltweg, Hangar 8
Lageskizze: J.B. - geheimprojekte.at
 

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#66
Josef,

du hast erwähnt, dass am Flugfeld West an die 100 MIG-15 (drei Staffeln à über 30 Stück) und ab 1951 zusätzlich IL-28 stationiert worden sind. Ein dauerhafter Jet-Betrieb auf Grasplätzen ist auf Grund der Bodenerosion wohl nicht machbar. Waren die Pisten mit Luftlandeblechen ausgelegt oder fand man andere Lösungen? Fand der Betrieb bis zum Abzug der Sowjets 1955 statt? Waren Unfälle zu verzeichnen? Gibt es dazu Quellen, Literatur oder eventuell Bildmaterial?

Vielen Dank & Grüße
 

josef

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#67
Hallo Rolf,
zuerst einmel ein herzliches Willkommen im Forum!
Ein dauerhafter Jet-Betrieb auf Grasplätzen ist auf Grund der Bodenerosion wohl nicht machbar.
Soweit ich der eher dürftigen Literatur dazu entnehmen kann, ging es in WN sehr wohl! WN-West hat keine bzw. hatte nie eine Beton- oder Asphaltpiste!

Literatur:

Markus Reisner "Bomben auf Wiener Neustadt", Wiener Neustadt 2006
Flanner Karl; "Das Arbeiterwohnviertel am Flugfeld"; Dokumentationsbroschüre; Industrieviertelmuseum; Wiener Neustadt 1991
E. Pitsch; „Die Fliegerhorste des Bundesheeres – In Krieg und Frieden“; Wien 1982
R.Marwan-Schlosser; Luftfahrt und Flugsport in Wiener Neustadt; Wiener Neustadt 1981


lg
josef
 
#68
Vielen Dank für die rasche Antwort und die Quellenverweise.

Klar ist, dass nie eine Asphalt- oder Betonpiste bestanden hat. Es erscheint dennoch unwahrscheinlich, dass ein dauerhafter Jet-Betrieb auf einem (gewalzten) Grasplatz durchführbar ist. Bereits im 2. WK konnte die Me-262 wegen der Beschädigung der Graspiste durch den Triebwerksstrahl nur in Ausnahmefällen von solchen Plätzen eingesetzt werden (es wurde u. a. auf Autobahnteilstücke ausgewichen). Ich vermute, dass Bleche für die Start- und Landebahn verlegt worden sind (ähnlich wie u. a. im zeitgleichen Korea-Krieg).
 
#69
Il-28?

Hallo an alle,

ganz blöde Frage, warum waren IL-28 stationiert, vor allem warum erst 1951 Bomber stationieren? Das sind Bomber! Beginn den kalten Krieges und Absicherung gegen Westen bzw. Drohgebährde?

LG
Aschi79
 
#70
Zieht man in Betracht, dass die IL-28 erst Mitte 1951 der Öffentlichkeit in der UdSSR präsentiert worden ist, kann man eine Stationierung im besetzten Österreich zur gleichen Zeit als eher frühzeitig ansehen. Das gleiche gilt übrigens für die MIG-15, wenn diese tatsächlich bereits ab 1950 vom Platz West aus eingesetzt worden ist.
Und zur Frage selbst - der kalte Krieg lief seinem ersten Höhepunkt entgegen (Korea) - wie von dir erwähnt, stellt eine solche Stationierung immer ein Statement gegenüber der Gegenseite dar.
 
#71
Bomber

Hallo Basil,

eben aufgrund des späten Indienststellungsdatum, deutlich nach II. WK hats mich interessiert. Aber scheinbar wollte die UdSSR die modernste Technik präsentieren. Was die Mig 15 damals ja doch war.

LG
Aschi79
 
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cwalbaum

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#72
Pyramiden Bunker

In der SO-Ecke des Flugplatzes WN-West sind noch einige pyramidenförmige LS-Bunker vorhanden. Die Eingänge, eher "Einstiege", wurden mit Beton verschlossen.

Meine Frage an die Experten: War diese Bauform ein Regel-, Typen-, System-, Serien- oder sonstiger Bau oder handelt es sich hier um eine einmalige Sonderbauform?

lg
josef
Ich habe als Kind oft in den von den Sowjets nicht überwachten Pyramiden gespielt. Die Meisten davon gingen vom Einstieg aus c. 1 m nach unten und es kann wohl angenommen werden, daß diese von Verteidigern des Flugplatzes, soweit Angriffe erfolgen würden, als Schutz dienen sollten.
 

josef

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#73
Hallo Claus,
ein herzliches Willkommen im Forum! Da bist Du ja ein Zeitzeuge betreffend der "Russen-Zeit" in WN:) Vielleicht kannst u auch die Fragen betreffend der Start- u. Landebahnbeschaffung beantworten? Da es ja keine Beton- oder Asphaltpiste gab, wickelten die Russen ihre Flugbewegungen mit den MIG's usw. auf der Naturpiste ab oder waren Stahlplatten => "PSP-Matten" (-> Pierced Steel Planks) verlegt?

lg nach England
josef
 
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Zwerg Bumsti

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#74
:hilfe2: Treadreanimier:

Ich hätte eine Frage zu den Splitterboxen am Platzrand.

Sie sind recht klein, konnten wohl nur einen Jäger, maximal einen Zerstörer aufnehmen.
Man findet sie in den Park und Auflockerungsflächen am Platzrand.
Die an der Nordwestecke liegenden sind aus Betontrümmern aufgeschlichtet. Es ragen aus den Brocken teilweise die Stahlarmierungen heraus, manchmal findet man welche an denen noch Reste von Teerpappe oder Fließen kleben.
Gleiches gilt auch für die Boxen am Westrand (im Wald) und für jene im Süden.
Möglicherweise sind Trümmer der Luftparkgebäude als Baumaterial verwendet worden.
Wenn ja so müßten sie nach Ende Mai 44, also nach der Zerstörung des Luftparks, entstanden sein.

Auf der Ostseite sind es nur mit wenigen Ziegeln und Steinen verstärkte Erdaufwürfe.

Wann wurden diese Splitterboxen errichtet bzw. stammen die von der Luftwaffe oder von den Russen?
Für die Kriegszeit würde ein eindeutiger Bombenschaden an einer Box im Wald sprechen.

Falls jemand Aufklärungsphotos von Anfang 44 bis Anfang 45 hatt wäre ich Dankbar. Damit ließe sich dieses Rätsel für mich lösen.
 

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josef

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#75
Flpl. WN-West - Splitterschutzboxen SW-Platzgrenze

Wann wurden diese Splitterboxen errichtet bzw. stammen die von der Luftwaffe oder von den Russen?
Für die Kriegszeit würde ein eindeutiger Bombenschaden an einer Box im Wald sprechen.

Falls jemand Aufklärungsphotos von Anfang 44 bis Anfang 45 hatt wäre ich Dankbar. Damit ließe sich dieses Rätsel für mich lösen.
Habe an Hand der mir spärlich zur Verfügung stehenden Aufklärungsfotos die Situation mit Stand Kriegsende zu rekonstruieren:

SW-Ecke - Bereich der ehemaligen kleinen Hangars:

1. u. 2. Aktuelle GM-Bilder mit den Resten der Splitterschutzboxen
3. Ausschnitt eines AFHR-Fotos v. 11.12.44 (in etwa eingenordet und der Lage der GM-Bilder angepasst) -> keine Boxen erkennbar...
4. Auf Bild v. 02.04.45 ist ebenfalls nichts zu erkennen. Zu weiteren Boxen in den Abstellflächen im westlich des Rollfeldes gelegenen Waldbereich ist keine genaue Aussage zu machen...

Bildquellen: Google-Maps und div. AFHR-Fotos

Zu den anderen Objekten muss ich noch wegen entsprechenden Aufklärungsfotos nachsehen...
 

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josef

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#76
Flpl. WN-West - Splitterschutzboxen NW-Platzgrenze

Bei den Splitterschutzboxen in der NW-Ecke des Platzes im Bereich der ehemaligen 3 Großhangars und den nördlich davon liegenden Werfthangars könnte es noch während der LW-Zeit solche Boxen gegeben haben. Auf einem AFHR-Bild (leider ohne Datum), aufgenommen während eines Bombardements der Werftobjekte, sind (eventuell) die Strukturen von boxen (Kreis-GELB) erkennbar. Könnten aber auch alte Bombentrichter sein ?

Fotoquellen: Google Maps u. AFHR

1. (a) Aktuelles GM -Bild: Unten Mitte sind die Reste der betonierten Hangarböden und des Vorfeldes zu erkennen. Oberhalb bis zur B21-"Gutensteiner Straße" erkennt man die Reste der Boxen. In der Mitte nördlich der B21 waren die Werfthangars...

2. (b) Detail der Reste...

3. AFHR-Aufklärerbild während Bombenangriff auf Werftgelände mit möglichen Boxen. Bild eingenordet...
 

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Zwerg Bumsti

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#77
Danke erst mal, Josef! :hand:

Das Rätsel wird jetzt (für mich) aber noch Rätselhafter.
Irgendwie passt die Lage (der Hellen Flecken) nicht mit der Lage der Boxen zusammen.
Vor allem sind zu wenige sichtbar. Könnte sich aber auch um die ersten beiden fertiggestellten handeln.
Die Flecken könnten andererseits aber auch von getroffenen Werkstatt(?)Gebäuden stammen.

Zu denken gibt mir auch das Foto von der Südseite, wo man nichts dergleichen sieht.

Vielleicht stammen diese Bauwerke also doch aus der Zeit des Stählernen Schnurrbartträgers, wären dann also für MiGs gedacht gewesen???
 

josef

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#78
Flpl. WN-West - Splitterschutzboxen SO-Ecke

Habe nun auch Aufklärungsfotos von der SO-Ecke des Platzes gefunden.
Auf dem Foto aus den letzten Kriegsmonaten 45 (leider kein genaues Datum) sind zwar jede Menge Splitterschutzgräben und Deckungen, Bombentrichter usw. erkennbar, aber keine größeren, hufeisenförmigen Boxen für Flugzeuge!

Die heute vorhandenen Reste dürften demnach auch von den Russen stammen... Diese zeitlichen Zuordnungsprobleme gibt es ja auf mehreren Plätzen, die von der Sowjet-Luftwaffe belegt waren (Aspern, Götzendorf, Deutsch-Wagram usw. ...).

Fotoquellen: Google Maps u. AFHR
 

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josef

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#79
Frage Kompensierscheiben

Lt. den Bildern im vorigen Beitrag gab es am Flh. WN-West in der SO-Ecke anscheinend 2 Kompensierscheiben? Kann dies jemand bestätigen?

lg
josef
 
#80
Vielen Dank für diese interessanten Luftbildbeiträge. Gibt es eigentlich Bildmaterial oder sonstige Dokumente zum Flugbetrieb einerseits der Luftwaffe, andererseits der Russen auf diesem Platz (- sprengt allerdings den zeitlichen Rahmen dieses Themas)? Ein regulärer Jetbetrieb auf einem Grasplatz über Jahre hinweg ist für mich weiterhin schwer vorstellbar (die Stationierung der MIG-15 ist selbstverständlich ein Faktum).
 
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