"Geheimnisse einer Stadt - Die Wiener Unterwelt"

granada

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#1
heute Sonntag, also JETZT um 19:45 ist eine Reportage "aus dem Leben" auf servus.tv

Thema: Geheimisse einer Stadt - Die Wiener Unterwelt"

empfang via DVBT

keine Ahnung obs interessant wird...

lg
 
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#4
zur gleichen Zeit, wie ServusTV gedreht hat (war schon im Oktober) hat auch Wien heute gedreht. Gedreht wurde im Rahmen der CCC (Capital Comander Conference) und nachher wollte servus TV noch ein paar weitere szenen drehen. die strotter szenen haben wir dann noch extra für ServusTV gemacht. Das war recht lustig, als über den NAschmarkt ca. 30 uniformierte Soldaten spaziert sind, die Leut können echt deppert schaun :)

Hier das Youtube video vom wien heute bericht

http://www.youtube.com/watch?v=s9UeKKq_QSE&feature=channel

Servus TV hat leider kein DVD service und kann uns die sendung nicht schicken ...

Da hats noch eine kleine "Wienerische Andektote" gegeben ... In meiner Funktion als strotter hab ich einen großen Koffer mitgehabt, und als der Tross mit den Soldaten weitergegangen ist, hat ein Kanalarbeiter den Koffer getragen, weil er so schwer war, haben wir in den Jeep gestellt, und der Kanalarbeiter hat gemeint ... nicht wundern, ich hab euch einen Koffer reingestellt (Wienerisch: gefurzt) ... Na super ..... na wirklich, ein echter Koffer .... jaja wissen wir schon .... genug zum Lachen haben wir ihn dann eh gehabt...
 
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#6
Ich hab zur info ein paar "Strotter Fotos" rausgesucht..

auch bei den STrottern gab es verschiedene Hierachien...

oberste Schicht: Metallfischer (Besteck, Zahnprothesesen,....) wurde 1x im Monat bei der Ögussa eingetauscht
Mittlere Schicht: Knochenfischer .... verkauft für die Seifenproduktion
Unterste Schicht: Fettfischer die haben unterhalb von Restaurants und Lokalen das Fett rausgefischt, ebenfalls als Industriefett verkauft..

In Hamburg haben diese herrschaften (verzeiht mir die vielleicht falsche Schreibweise): Fletenkieker

So, nun die Fotos, Copyright liegt hier bei der NB:

1.Bild: Schtrotter fischt im Kanal
2.Bild: Polizeikontrolle eines Strotters
3.Bild: Die strotter haben teilweise auch IM Kanal gewohnt, in höher gelegenen Stellen, berüchtigt war der Bereich unter dem Schwarzenberplatz, Razzien waren sinnlos, die Strotter kannten mehr ausgänge als die Polizei eingänge, Ratten waren übrigens die besten Freunde der Strotter denn sobald die Ratten nervös wurden und raus wollten hat das geheissen, Regen kommt,Wasser steigt Lebensgefahr (hat mir mittlerweile auch ein Kanalarbeiter bestätigt)
4. Bild: Umtausch, für 1.Kg abfallfett gabs 1.Kg KErnseife

Aja, manchmal fanden Strotter auch LEichen/Leichenteile (ähnlich der Trbala bei Kottoam)... siehe hier die Geschichte: http://www.kripo-online.at/krb/show_sel.asp?sel=8&aus=52

lg stoffi

ps. Bis in die 70ziger waren Strotter unterwegs
 

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josef

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#7
Stoffi :danke für den Link zum Video und den "kulturhistorischen Auszug" aus dem Strotterleben!
Da ich nicht wußte, was ein Strotter ist, habe ich mal die Wikipedia befragt...
Bei uns, ca. 80 km westlich von "Wean", ist der Ausdruck "Strotter" eigentlich auch nicht mehr direkt bekannt bzw. verwendet! Da sagt man einfach "Miststierler" zu so einer Person:)

Es gibt hier einen ähnlichen Mundartausdruck => "strutten, umanaunda-struttn" = stöbern, umherziehen! Ist sicher von "Strotter" => "strotten"... abgeleitet... Regionale Mundarten und Dialekt würden sicher ein eigenes Forum füllen (vielleicht gibt es sogar eines ? Habe noch nicht "herumgegoogelt").

lg
josef
 
H

Harald 41

Guest
#8
Hallo Stoffi;
:superOK Beitrag ich bin ca.. 30km östlich von Wien aufgewachsen aber diesen Ausdruck höre ich zum ersten mal,kenne höchstens wie Josef schreibt einem Miststierler oder Mistkieblstierler

LG Harry


PS:Man lernt nie aus.:D
 
#10
Wie schon mal erwähnt, war ich 5 Jahre als Kanalarbeiter unter Wien unterwegs.

Daher noch ein kleiner Exkurs ins Wienerische unter der Erde.

Die Strotter, strottern nicht sondern sie strebbeln.

Beide Begriffe sind?/waren in der Fachsprache der MA 30 noch verankert. Erstere sind beliebtes Jagdgut - besonders von Nachschichten bei Begehungen der Sammelkanäle und Überlaufbauwerke. Zweiteres wird nach wie vor betrieben - heute allerdings am Plateau der Räumfahrzeuge von den Kollegen die gerade Pause haben bzw. vom Auslahra (Ausleerer) (jener Arbeiter der den Kübel am LKW entleert - Eine Privilegiumstelle!).

Tja wie sagt die Werbung - Wien ist eben anders - auch in der Sprache.

PS:
Was mich bis heute fasziniert ist die Menge an Löffel die man findet. Keine Gabeln, kaum Messer aber jede Menge Löffel.
Damals (1984 - 89) haben wir in Lauf eines Jahres soviel Altmetall (nebenher) gefunden, dass damit eine Weihnachtsfeier für die ganze Dienststelle (rund 50 Personen) finanziert wurde - und ca. 85% davon waren Löffel!
 
#11
@Fragender: MA30 gibts ja nimma - ist ja jetzt WienKanal :)

Es gibt auch ein sehr gutes Buch von Max Winter ( http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Winter )

Im unterirdischen Wien 1907 erschienen http://de.wikipedia.org/wiki/Leben_im_Wiener_Untergrund

bzw. dann 2006 erschienen

Max Winter: Expeditionen ins dunkelste Wien – Meisterwerke der Sozialreportage. Picus Verlag, Wien 2006 ISBN 3-85452-493-5

Vor einigen Jahren fand ein Mitarbeiter von WienKanal (a Kanala) einen amerikanischen "Graduation ring" so einen Ring den man nach abschluß des College in den Staaten bekommt, der Kanal, selber ein Amerika Fan, hat die Besitzerin ausfindig gemacht, lustig dabei, die Frau war noch nie außerhalb der USA, ihr geschiedener Mann dürfte den Ring nach Wien gebracht haben, der Kanalarbeiter ist übrigens mittleriweile nach Amerika ausgewandert und betreibt ein Schnitzelhaus :)

lg Stoffi

lg stoffi
 
H

Harald 41

Guest
#18
Hallo;
Hätte da noch eine Frage,zu Wiens Unterwelten.
Ein sehr guter Freund von mir hat mir gestern erzählt(er lebte bis zu seinem 5 Lebensjahr) in Simmering,und daß es angeblich von oder zum Zentralfriedhof einen Gang gegeben hat.
Weiss da jemand mehr darüber?

LG Harry
 
#19
also ich trau mir zu, das mit einer hohen wahrscheinlichkeit zu verneinen.

Es hat allerdings im 19 Jhdt. einen kühnen Plan eines Ingeneurs gegeben, der wollte nämlich eine druckluftleitung von der STadt bis zum "Zentral" zu bauen, damit die Särge hier per druckluft befördert werden können, sollte alles schneller gehen....
 

Soundy

Well-Known Member
#20
also ich trau mir zu, das mit einer hohen wahrscheinlichkeit zu verneinen.

Es hat allerdings im 19 Jhdt. einen kühnen Plan eines Ingeneurs gegeben, der wollte nämlich eine druckluftleitung von der STadt bis zum "Zentral" zu bauen, damit die Särge hier per druckluft befördert werden können, sollte alles schneller gehen....
Ja, die "Sargrohrpost":D, wurde aber nie ausgeführt.

Unterirdische Gänge im Bereich Zentralfriedhof sind sehr unwahrscheinlich. Beim benachbarten Schloß Neugebäude wäre das eher möglich.

Soundy
 
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