Goldburg Murstetten

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Joa

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#7
Anschließend an den Besuch des Mausoleums besuchte ich noch die Kirche in Murstetten.

Die Pfarrkirche "Verklärung Christi" steht auf einer Anhöhe südöstlich über dem Ort. Das 1616 erbaute Gotteshaus ist ein seltenes Beispiel einer protestantischen Kirche, die als Familienmausoleum diente. Nach teilweiser Zerstörung im Jahr 1683 ließ sie Gundacker Graf Althan 1712-1724 nach Plänen von Antonio Beduzzi erneuern. 1725 wurde im Norden eine Lorettokapelle angebaut. Der dreiviertelkreisförmige Altarraum hat ein sechsteiliges Gewölbe. Die einheitliche Einrichtung erfolgte nach dem Umbau. Der Hochaltar, vermutlich aus der Schlosskapelle, ist ein Sockel mit Opfergangsportalen. Ein Leinwandbild zeigt die Mater Dolorosa, eine Statuengruppe die Dreifaltigkeit mit Heiligen und Engeln. Die Seitenaltäre haben unter Baldachinen Figuren des hl. Antonius bzw. hl. Josef. Die Kanzel trägt reiches Schnitzwerk und Evangelisten-Reliefs. Die Emporenaufbauten sind, wie die Altäre, Kanzel und Kirchenbänke, einheitlich in Braun-Gold gefasst. Vor der Empore steht ein monumentales barockes Kruzifix mit Weihwasserbecken. Die Orgel baute Konrad Neusser 1884 in ein neobarockes Gehäuse. In der Kirche befinden sich eine Reihe bedeutender Epitaphien, Grabdenkmäler und Totenschilde der Familie Althan von 1571 bis 1980.

Ein paar Bilder vom Inneren der Kirche
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Eine ausführlichere Beschreibung der Kirche findet sich hier
 
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Joa

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#8
Das Gelände der ehemaligen Goldburg

ist allseits von einer Mauer umgeben und deshalb zeige ich nur ein paar Bilder von den noch erhaltenen Gebäuden von außen. Erhalten geblieben ist einzig das schon gezeigte Mausoleum der Familie Althann. Das große Gelände wurde von der Natur zurück erobert und es sollen sich noch ein paar Steinstatuen und Reste einer den ehemaligen Wassergraben überspannenden Brücke darin befinden.

Die Goldburg gehörte dem Adelsgeschlecht Althan und war einst eines der prächtigsten Schlösser Niederösterreichs. Heute findet man nur mehr Reste der Gartenmauer im Zentrum von Murstetten.

Von 1140 bis 1529 stand auf dem Areal die Burg Murstetten, die 1526 durch eine Heirat in den Besitz der Althans gelangt ist. Sie wurde durch die Türken vollkommen zerstört. 1580 haben die Althans etwas oberhalb mit dem Bau der Goldburg im Stil der italienischen Renaissance begonnen. 1644 erfolgte der Ausbau zum Barockschloss. 1683 wurde es erneut durch die Türken schwer beschädigt, doch wurde es ab 1706 durch Johann Bernhard Fischer von Erlach unter Graf Gundacker von Althan noch prunkvoller ausgestaltet.

Kaiser Karl VI., Kaiserin Maria Theresia und Kaiser Joseph II. sollen prominente Gäste auf der Goldburg bei Graf Gundacker von Althan gewesen sein, der damals Hofkriegsrat und kaiserlicher Hofbaudirektor war. Nach dem Tod des Grafen übersiedelte die Familie 1747 nach Zwentendorf an der Donau.

1809 waren in Murstetten napoleonische Truppen in der leerstehenden Goldburg einquartiert. Als nach einer durchzechten Nacht im Schlosshof ein Soldat erstochen aufgefunden wurde, ließ der Kommandant kurzerhand die Goldburg in Brand schießen. Danach wurde das Schloss nicht wieder aufgebaut.

Heute steht das von Gestrüpp überwucherte Areal unter Denkmalschutz. Eigentümer ist nach wie vor die in Zwentendorf wohnhafte Familie Althan. Oberhalb der Pfarrkirche findet man am Rande des Haspelwalds noch ein unbeschädigtes Mausoleum, das die vergangene Schönheit der Goldburg erahnen lässt.


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Die Pracht der einstigen Goldburg zeigt dieser Kupferstich Bildquelle
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