Heeresversuchsstelle Kummersdorf

SuR

... wie immer keine Zeit ...
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#21
Besichtigung ist überhaupt kein Problem. Türe auf... und rein.
Schräg gegenüber war übrigens das Büro von Diebner.

Interessant ist allerdings, dass innerhalb der TU das ehem. Gebäude des Waffenamts (Jebensstraße 1) als "Cranzbau" (= Gebäude "CR") bezeichnet wurde - und nicht der UdK-Bau...
 
#22
Büro Diebner vermutlich schräg über die Fasanenstr. im Heeres-Waffen-Amt. Die interne Bezeichnung "Cranzbau" ist sicher der Tradition geschuldet, zwischendurch, zumindest um 1958, war es ja noch Hochspannungsinstitut der TU Berlin.

Gruß
 

SuR

... wie immer keine Zeit ...
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#23
Nöööö. :D

Das Büro von Diebner war in der (heutigen) Hardenbergstraße 10 - in dem Haus, in dem sich heute das 'Café Hardenberg' befindet.

Das Hochspannungsinstitut der TU war - Deiner Bildunterschrift zufolge - im heutigen Hauptgebäude der UdK.

Und der sog. "Cranzbau" ist das (ehem.) Gebäude des HWA in der Jebensstraße 1, ggü.des Bhf. Zoo.

Vielleicht wird es durch die Übersicht klarer?
 

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#24
Es ist etwas verwirrend, in dem Aufsatz zum 100. Geburtstag von Carl Cranz schreiben die Autoren folgendes: (Wehrtechnische Monatshefte 55. Jahrgang 1958, Seite 147)

...Durch die Arbeiten wurde er so bekannt, daß er bei Gründung der Militärtechnischen Akademie (M.T.A.) in Berlin-Charlottenburg (1903) den Ruf erhielt, dort die Ballistik zu vertreten. Hiermit war der Bau eines großen Laboratoriums für die speziellen Belange der Ballistik verbunden/.../ Mit der Neugründung eines Ballistischen Institutes ergaben sich für Cranz die Möglichkeiten, alle Ideen, die er bereits gesammelt hatte, nun wirklich auch durchführen zu können./.../ Das Institutsgebäude an der Ecke Fasanenstraße und Kurfürstenallee (neben dem späteren Waffenamt) war für die damalige Zeit sehr großzügig geplant und gut ausgestattet.

Daraus ginge für mich hervor, dass das damalige Ballistische Institut, die heutige Universität der Künste ist. Warum dann das später errichtete Heereswaffenamt mit der damalige Adresse, Charlottenburg- Wilmersdorf, Jebensstraße 1 (erbaut von März 1928 bis September 1929 nach Entwürfen von Karl Gallwitz - Bauleitung im Reichswehrministerium) "Cranzbau" genannte wird, erschließt sich mir noch nicht. Quelle

Gruß
 

SuR

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#25
Die Berliner Denkmalliste gibt Auskunft: ;)

Jebensstraße 1-4, Verwaltungen, Landwehr-Kasino, Ev. Oberkirchenrat, ehem. Kgl. Preuß. Oberverwaltungsgericht Hardenbergstraße 31 Fasanenstraße 87 Hertzallee
Baudenkmale siehe: Hardenbergstraße 31; Jebensstraße 2; 3

Weitere Bestandteile des Ensembles:

09020676 - Jebensstraße 1 / Hertzallee, ehem. Laborgebäude der Militärisch-Technischen Akademie, 1904-05 von Weisenberg
09020675 - Jebensstraße 1, ehem. Heereswaffenamt, 1928-29 von Karl Gallwitz und Gottlieb Lenzen, Erweiterung 1936-37 von Klar und Finck
09020346 - Fasanenstraße 87, ehem. Sondervermögens- und Bauverwaltung, 1954-56 von H. Fulge
und

09040482 - Fasanenstraße 1B, Hochschule für Musik, Altbau, 1898-1902 von Kayser & v. Großheim; Konzertsaal, 1952-54 von Paul G. R. Baumgarten (D); Studiobühne, 1971-75 von Paul G. R. Baumgarten

09040483
Fasanenstraße 89-90, Institutsbauten der Technischen Universität Berlin, 1954-57 von Erich Schuppe und Senator für Bau- und Wohnungswesen, Abteilung Hochbau (Leiter Bruno Grimmek); ehem. Institut für Brennstofftechnik (Fasanenstraße 89), 1955-57; ehem. Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik (Fasanenstraße 90), 1954-55; ehem. Institut für Strömungstechnik (Müller-Breslau-Straße 8), 1955-56, Umbau 1963-66; ehem. Institut für Lebensmittelchemie (Müller-Breslau-Straße 10), 1954-55, Umbau 1964-67 Müller-Breslau-Straße 8, 10

09040623
Straße des 17. Juni 115, 135, 145, ehem. Kgl. Technische Hochschule, heute Technische Universität Berlin (Stammgelände) ...
ehem. Institut für Metallhüttenkunde, 1913-18 von Rackebrandt (heute in Neubau integriert) (D) Fasanenstraße 1,
Institut für Kraftwerkstechnik und Apparatebau, um 1884 Fasanenstraße 1A,
Kessel- und Maschinenhaus, um 1884; erweitert 1915 von W. Hoffmann; Umbau 1957-58 Hardenbergstraße 35,
Studentenhaus, Verwaltungsbau, Festsaal, 1931 von Lütke Hardenbergstraße 36, 40-40A,
Institut für Physik, 1929-31 von Otto Weißgerber und Fritz Schirmer Hardenbergstraße 38,
...

09020581
Hardenbergstraße 10, Mietshaus (Fassade, Treppenhaus), 1902-03 von Kristeller und Sonnenthal (siehe Ensemble Hardenbergstraße 9-10)

09096193
Hardenbergstraße 33, ehem. Hochschule für bildende Künste (heute HdK), 1898-1902 von Kayser & v. Großheim
 
#26
Hallo SuR,

totale Verwirrung bei mir aber jetzt dämmert's. Das Gebäude auf dem historischen Bild von mir ist doch nicht das heutige UdK-Gebäude welches du paar Beiträge vorher erwähntest (Ähnlichkeit besteht aber, ich hatte es auch geglaubt). Dieses abgebildete Gebäude ist, so wie auch als Bildunterschrift beschrieben, vom Hof des ehemaligen Waffenamtes aus fotografiert und identisch mit dem von dir ebenfalls erwähnten "Cranzbau". So passt nun alles zusammen, der "Cranzbau" (erbaut 1904 - 1905 als Laborgebäude der Militärisch-Technischen Akademie, nach Entwürfen von Weisenberg), gehört heute zur TU Berlin Campus Charlottenburg. Adresse ist identisch mit der des späteren Heeres-Waffen-Amtes, Jebenstraße 1.

Siehe Bildanhang, ich habe die Fotoposition eingetragen.
 

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SuR

... wie immer keine Zeit ...
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#27
... Das Gebäude auf dem historischen Bild von mir ist doch nicht das heutige UdK-Gebäude welches du paar Beiträge vorher erwähntest (Ähnlichkeit besteht aber, ich hatte es auch geglaubt). ...
Du hast Recht! :bravo: Mein Fehler.

Welcher De** kam denn damals auch auf die Idee, die Schokoladenseite des Cranzgebäudes in den Innenhof zeigen zu lassen??? :hau:hau

Ich mach´ die Tage mal Bilder von den beiden Gebäuden.
 
#28
...Welcher De** kam denn damals auch auf die Idee, die Schokoladenseite des Cranzgebäudes in den Innenhof zeigen zu lassen???

Ich mach´ die Tage mal Bilder von den beiden Gebäuden.
Ja, ist wirklich auffällig, die Schokoladenseite wie du so schön sagst im Innenhof? Bilder wären super, bei Panoramio ist leider nichts geboten zu diesem wunderschönen Gebäude. Weiß grad nicht wo ich es gelesen habe aber in einem der Innenhöfe des HWA soll ein Denkmal stehen welches mich auch interessieren würde. Ich bin am Samstag 3.7. in Berlin, leider knapper Zeitplan, aber ich werde versuchen es zum Bahnhof Zoo zu schaffen und mir das selbst mal ansehen - die damalige Zentrale der Heeresversuchsstellen.

Gruß
 
#30
paar schöne fotos würden mich da auch mal interessieren
vg a
Auch wenn es den Anschein erwecken könnte, ich "weiß alles" ist dem nicht so. Aber Kummersdorf gehört zu meinen Randthemen aus historischer Sicht. Allerdings ist es vielleicht für alle Forenteilnehmer jetzt ein neuer Anstoß, das Thema Kummersdorf noch einmal aufzurollen. Ich habe seinerzeit mit Michael Hartlieb so manchen Gedankenaustausch (auch von Angesicht zu Angesicht) über das Thema Kummersdorf geführt und so manche Dokumente verglichen und ausgetauscht. Dabei ist uns aufgefallen, dass es einen DDR-Film gibt, der den Zustand von Kummersdorf aus der Sicht der SED beschreibt. Der damalige "Sprachregler" war ein Offizier - nach meiner Ansicht ein Major - ich nehme aber auch jede andere Person, wenn diese die Wahrheit spricht. Auf alle Fälle waren die S/W -Aufnahmen real. Wenn jemand diesen Film irgendwo selbst noch besitzt oder geerbt hat, wären zumindest die Kummersdorfer Museumsbetreiber bestimmt sehr froh, eine Kopie zu erhalten.
Meine vorhandenen Kopien von Dokumenten habe ich im vorigen Jahr einem Redakteur der "Fliegerrevue" übergeben.

Wenn das Thema "Kummersdorf" immer noch aktuell ist, stellt die Fragen doch ins Forum. Vielleicht kann auch ich "vermitteln" - wenn diese Aktion nicht gegen die Regeln verstößt.
 
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#32
Luftbildaufnahmen

Hallo Eulengebirge,

habe mir mal erlaubt die von Dir zur Verfügung gestellte Luftbildaufnahme von 1944 mit einer Aufnahme von 2014 zu kombinieren. So sieht man was sich in den letzten 70 Jahren verändert hat. Besser wäre sowas natürlich in deutlich höherer Auflösung.

Bin auch schon mehrfach in Kummersdorf Gut gewesen, letzten Dienstag auch in Gottow. Mußte die Sache dann leider erstmal abbrechen weils so früh dunkel wurde. Demnächst dann mehr. Meine Bilder habe ich hier zusammen getragen:

arche-foto.com/kummersdorf-gut_verskraft_schumkasee_sperenberg.html
arche-foto.com/kummersdorf-gut_gottow.html

War natürlich auch mal in HWA und Cranzbau, ebenso Artillerie-Prüfungskommission und habe einiges dazu bei Wikipedia geschrieben.

vielleicht ergibt sich ja mal was gelegentlich.

beste Grüße aus Berlin - von arche-foto
 

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#33
Da hast du aber eine schöne spannende Tour gemacht, herausgekommen ist auch eine ansehliche Fotoausbeute, an einigen Orten die ich auf deinen Bildern sehe war ich selber noch nie. Der Wetterbeobachtungsturm steht ja auch noch, vor paar Jahren waren wir noch oben aber nochmal würde ich es mir wohl nicht getrauen. Wer hinkommt der fotografiere doch den Turm nochmal aus allen Perspektiven ich glaube der steht nicht mehr lange.

Am Atommeiler wart ihr bzw. warst du aber nicht wie ich sehe. Sehr spannend auch der Kranz bzw. das Gesteck für die 1934 verunglückten Wissenschaftler, solche Gesten freuen mich ich hätte das gern selbst entdeckt, danke für die Fotos. Bin leider 500 km Luftlinie entfernt und komme nicht mehr so oft hoch, paar Tipps zu Objekten die weitestgehend unbekannt sein könnten (aus der Luftbildauswertung) kann ich dir noch per PN schicken - wenn du magst, an einigen war ich selber noch nicht weil mir die Zeit fehlt.

Ja, es wird aktuell zeitig dunkel. Wovon ich immer noch träume ist eine nächtliche Fotosession am großen Triebwerksprüfstand mit einer Lichtinstallation welche die historischen Tragweite dieses Ortes verdeutlichen sollte. Dieser Ort ist die Wiege der Raumfahrt und hat somit für die Menschheit einen ebenso epischen Charakter wie Stonehenge, die Pyramiden von Giseh und von Lateinamerika, Angkor Wat und andere mathematisch codierte Objekte, die stets ein Wissen voraussetzten welches seiner Zeit weit voraus war.

Grüsse
Eule...
 
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arche-foto

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#34
Hallo Eule,

da die DB ihren Streik gestern beendete war ich heut wieder draußen. 10 Minuten mit dem Rad bis zum Alex, dann eine Stunde mit dem Regio, dann mit dem Rad 3/4 Stunde durch die Pampa und ich war 8.oo in Gottow (der Wachschutz ebenfalls). Habe dann bis 17.oo 833 Fotos vom Objekt gemacht.

Sah den Tag dort außerdem 2 Motorradfahrer, einen Trecker mit Anhänger und Touristen hinten drauf sowie paar junge Eltern mit Kindern (erstere völlig zugetackert), nur letztere sahen mich. Ansonsten nutzte ich die Zeit bis es wieder einfach zu dunkel war.

Am Meiler war ich natürlich heute auch. Ist schon witzig was die damals zusammengebastelt haben mit kaum Mitteln - ganz anders die Amis! Siehe Los Alamos (http://de.wikipedia.org/wiki/Los_Alamos_National_Laboratory). Was die mit Aufwand von Geld, Menschen und Material getrieben haben! Gottow ist doch extrem bescheiden, umso beachtenswerter was die immerhin geleistet haben.

Wetterbeobachtungsturm ist nicht mehr zu besteigen.

Kummersdorf als "Wiege der Raumfahrt" bleibt trotzdem weiter spannend (solange es da noch was gibt). Zwar nimmt Peenemünde das immer für sich in Anspruch doch liegt die Wiege eindeutig in Kummersdorf. Auch gab es vorher schon Raketenstarts auf dem Tegeler Schießplatz, aber das waren wohl eher Amateurgeschichten (auch wenn damalige "Amateure" es später weit brachten).

Veröffentlichst Du Deine Arbeiten irgendwo? Wär doch schade wenns im privaten Archiv verstaubte.

Nun steht bei mir erst mal wieder Bildbearbeitung an (demnächst dann auf meiner Seite).

bis denne - Gruß
 
#35
Servus,

du meinst wirklich Wachschutz in Gottow, an der Versuchsstelle Gottow? Dort braucht man doch mindestens ein Bataillon um das zu bewachen, naja, sei es drumm, es ist eben immer noch zu viel Geld da. Zum erkunden ist der Nov. trotz spärlichen Lichtes immer noch ein guter Monat.

Veröffentlichen werde ich im Zusammenhang mit der HVS wohl nichts, dass hat der Günter Nagel schon gemacht und es wird nicht gelingen ihn zu übertreffen da braucht man das Rad nicht zum zweiten Mal erfinden.

Allerdings gibt es im Zusammenhang mit dem "Kessel von Halbe" noch einiges zu recherchieren und die Epoche ab 1800 Jahrhundert ist in dieser Gegend auch ganz interessant besonders was die Besitzungen der Fürsten zu Solms Baruth betrifft, ein Pferdefriedhof mitten im Wald usw. Auch ist im Zusammenhang mit dem Wiederstand deutscher Offiziere (Kreisauer Kreis) und dem letzten Fürst zu Solms Baruth noch nicht alles bekannt, besonders die zur Verfügung Stellung eines seiner Forsthäuser für konspirative Treffen.

Eule...
 
A

arche-foto

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#38
Habe gestern den Museums-Verein angeschrieben und Unterstützung, beispielsweise mal bei Arbeitseinsätzen oder in Form von Recherchen/Bildmaterial angeboten. Habs ja von Berlin aus nicht so weit...

Gruß v. arche-foto
 

Kracher

Active Member
#39
Welches Vorhaben meinst du? Der Meiler rottet so vor sich hin und für einen Versuch G4 gibt es bisher wohl keinen Beweis.

Eule..
Na die Idee, die du zu Beginn in groben Umrissen beschrieben hast.

Dazu gleich eine Frage, die Informationen aus deinem Geschäftsverteilungsplan sind welcher Stand ? Gibt Nagel dafür eine Primärquelle an ?

Maier macht dies dies auf Seite 1034 mit BA-MA RH 8I/1714 und datiert auf ca. 1943.

Gruppe V, Leitung Prof. Dr. Walter Kadow, 6 Mitarbeiter.

Ich wäre daran interessiert mal eine Inventarisierung der relevanten Archivbestände im Hinblick auf den Gesamtkomplex Kummersdorf im allgemeinen und auf den der "Gruppe Diebner" im besonderen durchzuführen.

Ich stehe in dieser Angelegenheit allerdings noch am Anfang, von daher wäre es für mich wichtig Gesamtziele festzulegen, Kooperationsmöglichkeiten, bzw. Berührungspunkte auszuloten um dann anschliessend Arbeitspakete zu definieren.
 
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