Herrenholz Stammersdorf - Flugmotoreninstandsetzungswerk

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will_sehen

Guest
#1
Sehr geehrte Interessenten!

Seit langem interessiere ich mich für die Bunkerstadt "Bisamberg".
Immer wenn ich Zeit hatte googelte ich im Internet und wurde auch ein wenig fündig. Nun mittlerweile ist mir dies zu wenig und ich will mehr Wissen!

Also wenn jemand Interesse hat mit mir die Anlagen zu XXX und mit mir zu "Forschen" ist herzlich eingeladen.

Natürlich werde ich hier Bilder und Unterlagen auch einstellen, denn ich denke mal das ich nicht der Einzige bin der die Wahrheit wissen will (die wahre Wahrheit nicht das Erzogene)!

MkG euer

Will Sehen
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
#2
Hallo will_sehen,

bin "Anrainer" des Bisamberges, erkunde diesen schon seit etlichen Jahren,
konnte aber nur einen Luftschutzbunker (beim Herrenholz), wohl aber etliche Gräben und Stellungen aus der Zeit des 1. und 2. Weltkrieges, wie auch vom Jahre 1866, finden.

Exakte Informationen und Daten vom FLUMO Werk Herrenholz habe ich, trotz Anfragen beim Heeresgeschichtlichen Museum, wie auch bei der Gemeinde Wien, bis jetzt nicht erhalten.

Und, die Wahrheit wissen nur Jene, die dabei waren.

Liebe Grüße
chris11
 
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will_sehen

Guest
#3
Mein erster Beitrag

Kurz zur Vorgeschichte:
Ich bin kurz vor dem Herrenhölzl aufgewachsen und in meiner Jugend sehr oft dort Wandern gewesen. Natürlich hat mich dieses Gebiet wie ein Magnet angezogen. Als ich mit meinem Vater mal darüber gesprochen habe, da mir diese Laufgräben und der gleichen sehr seltsam vorgekommen sind, erfuhr ich etwas sehr interessantes! Mein Vater war in der ersten Kompanie die nach dem Krieg wieder Regulär ausgebildet wurde, das war noch nicht das Interessante jedoch hat er mir erzählt das seine Kompanie nach der Grundausbildung sehr oft da oben zum Zusammenräumen waren. Er hat mir von Teilstücken von Tragflächen die aus der Erde herausragten, Maschienenteilfunden unmengen von Drahtglas und natürlich auch Waffen- und Munitionsfunden erzählt.

Ein schritt weiter:
Einige Monate danach, ich war gerade 14 Jahre alt lernte ich durch Zufall einen Komandanten eines Traditionsregimentes kennen. Schnell habe ich erfahren das dieser Bezirksrat in Wien/ Floridsdorf war. Ich dachte mir super vielleicht kann ich mehr erfahren über den Herrenhölzl den die Sesselpollierer wissen sicher im Bezirksmagistrat mehr! Nach einiger Zeit und einen gewissen Vertrauensaufbau habe ich von Ihm erfahren das es dieses Flugmotorenwerk wirklich im Herrenhölzl gegeben hat und dies rund Acht Stockwerke nach unten gegangen ist. Auf mein Nachhacken wo die Eingänge sind ist er leider nicht mehr darauf eingegangen, nur soviel, unten ist sicher noch genug denn vor dem Überrennen durch die Russen wurden einige Eingänge von der SS gesprengt. Natürlich hat es in den Jahren unter dem Bezirksvorsteher einige AUfträge zur "schöneren Landschaftsgestalltung" gegeben!

Zu Gestern:
Seit dem ich diesen Bereich im Forum eröfnet habe, Forschte ich nach (Kriegsarchiv, HGM,...) es war sehr trocken. Dann habe ich eine neue Wissensquelle entdeckt. Mit voller Tatendrang bin ich dann am 4.3.09 zum Herrenhölzl in meinen Feldschuhen schwer, da es sehr Gatschert war, gestampft. Siehe da der Herr hatte recht ich habe einiges gefunden. Einige Bilder dieser Fundstücke folgen. Muss diese erst reinigen.

Kurz und gut! Vielleicht übertreibe ich es jedoch dies werde ich zu einem Buch bringen. Berichte folgen wieder!

MkG euer

Will_Sehen
 

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will_sehen

Guest
#4
Hallo Chris11

Hättest du mal lust auf ein kühles Blondes würde gerne mit dir Wissen austauschen?

MkG

Will_Sehen
 

Edgar

CN 5. Kolonne
#6
Mal nur so einen Tip von mir: Leg doch bitte bei Fundstücken ein Segment von nem Zollstock (Gliedermaßstab klingt mir zu sexistisch :D ) neben den Fund. Oder ne Zigarettenschachtel z.B.. Erleichtert den Größenvergleich.


Gruß vom Edgar
 
P

peterben

Guest
#7
Rätsel Herrnholz

Seit längerer Zeit interessiere ich mich für alte Anlagen wie Flugfeld Seyring,
Herrnholz etc. Leider brechen die Einträge vor einigen Jahren ab da es scheinbar nicht gelingt nur etwas Licht in die sache zu bringen, bzw. man immer wieder nur auf die gleichen spärlichen Hinweise stößt. Gibt es vielleicht
eine Gruppe oder Verein die sich mit diesen Dingen beschäftigt? Würde mich
gerne zur Mitarbeit anschließen.

MFG

Peter
 
H

Harald 41

Guest
#8
Hallo Peter;
Willkommen im Forum,wieder einer aus meiner Umgebung wünsche Dir viel Spass beim Recherchieren.

1. Zu Herrnholz kann ich Dir leider auch nicht mehr viel sagen,da leider schon viel zerstört wurde.(Hatte ich auch viel zu spät kennen gelernt durch Geheimprojekte.at obwohl ich sicher schon früher dort vorbeifuhr).
Ist leider nicht mehr viel übrig.

2.Zum Flugplatz Seyring kann ich nur den Stand heuer im Frühjahr angeben.
Nordwestlich von Seyring bzw.Richtung Obersdorf war noch ein Teil der Piste vorhanden,wie es jetzt dort aussieht kann ich leider nicht sagen aber durch den Bau des Autobahnzubringers wurde dorten schlimm gewütet.

Weiters vor dem Bahnhof Seyring geht unmittelbar parallel zur Gleisanlage ein Teil des Flugfeldes,da stehen heute links und rechts Reienhäuser entlang.

Dann gibt es noch einem Rest der Piste wenn man von Seyring Richtung Gerasdorf fährt beim 2 Kreisverkehr Rechts links geht es nach Kapellerfeld und Deutsch Wagram.
Mehr ist leider nicht mehr vorhanden.:schlecht:

LG Harry
 
#9
Servus,

habe bezüglich Herrenholz "Gott und die Welt" befragt ( Heeresgeschichtliches Museum, MAs und Zeitzeugen ) und immer nur keine genauen Daten und Fakten darüber bekommen. ( Baujahr, usw. ) Solltest du mehr interessante Informationen erhalten, lass es uns im Forum wissen.

Liebe Grüße
Christian
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#10
Herrenholz

Der Schlüssel zur Entwirrung der Sache dürfte im Archiv des Werkes Wien-Liesing von MAN-Österreich liegen:

Vorgängerfirmen: Austro-Fiat, Österreichische Automobilfabriks AG, Gräf & Stift...

Hinweis auf ursprüngliches Werk von Austro-Fiat siehe bei
http://www.geheimprojekte.at/firma_wiener-flugmotoren_wien.html
bzw. wurde ich bei einem Literaturhinweis fündig:

Von Fiat Wien zu MAN Nutzfahrzeuge Österreich

Karl-Heinz Rauscher
Von Fiat Wien zu MAN Nutzfahrzeuge Österreich

Format 20,5 cm x 28,5 cm, 288 Seiten, 194 teils farbige Abb., geb.
ISBN 978-3-7059-0282-4

Das Unternehmen, zu dem das heutige LKW-Werk in Wien Liesing zählt, wurde als Fiat-Werke AG 1907 in Wien Floridsdorf gegründet und 1920 in Österreichische Automobil-Fabriks-AG, vormals Austro-Fiat umbenannt. In den Zwanziger- und Dreißigerjahren wechselte es mehrfach den Eigentümer, bis es 1938 von M.A.N. *erworben wurde. Nach dem Krieg Teil des USIA-Konzerns, von 1958 bis 1969 im Staatsbesitz, 1969 reprivatisiert, wurde die Firma in weiterer Folge wieder von M.A.N. erworben. Heute ist MAN in Wien im Rahmen des MAN Nutzfahrzeuge Verbundes ein weltweit agierender Hersteller von Militärfahrzeugen.

Aus dem Inhalt:

Der Ursprung – Fiat Wien (1907–1918) – Die Unternehmensgründung – Auf den Schanzen erbaut, die die Österreicher 1866 gegen die heranrückenden *Preußen errichteten Die ersten PKW – Kaiser Franz-Joseph und das Marketing mit den *Habsburgern – Subventions-Militär-LKW und Post-Einheitstype – Die Unternehmensentwicklung – Das Kriegsprogramm – Die versuchte Austrifizierung – Die Brünnerstraße wird untertunnelt – das Werk II entsteht – Boots- und Flugmotorenfertigung.

Wechselnde Eigentümer (1918–1929) – Strukturprobleme der österreichischen Fahrzeugindustrie – Neubeginn mit Motorpflügen und *Spezialmotoren – Die ersten Nachkriegsfahrzeuge – Aussöhnung mit Fiat Turin – Austro Fiat wird zur Österreichische *Automobil-Fabriks-AG – Camillo Castiglioni – Hyperinflation und Kapitalerhöhungen – ÖAF als Tochterunternehmen von *Austro-Daimler – Ein Intermezzo: Dr. Ferdinand Porsche im Vorstand der ÖAF – Rennaktivitäten und auslaufende PKW-Fertigung – Der bedeutendste LKW der Zwischenkriegszeit: der Schnell-Lastwagen „AFN“ – Das Schwerfahrzeugprogramm – Zahnräder, Stationärmotoren und Baumaschinen – Die Fahrzeuge der späten Zwanzigerjahre – Ruhe vor dem Sturm.

Die große Krise (1929–1938) – Die Wirtschaftskrise – Die Fahrzeuge der Dreißigerjahre – Die Kettenfahrzeuge der Type AFR – Der dritte Versuch – Zurück zu Fiat Turin – Die M.A.N. Motorenlizenz – Die ersten Dieselfahrzeuge – Konsolidierung.

Unter Führung von M.A.N. (1938–1945) – M.A.N. wird Mehrheitsaktionär – Die NS-Fahrzeugpolitik – Die Unternehmensentwicklung – Die Kriegsprodukte – Das Flugmotorenwerk Herrenholz Bombenangriffe und Kriegsschäden.

ÖAF als USIA-Betrieb (1945–1955) – Wem gehört die ÖAF? – Die Fertigung der unmittelbaren Nachkriegszeit – ÖAF als Betrieb der USIA – Die Fahrzeuge der frühen Fünfzigerjahre – Die Frage des deutschen Eigentums – Die Rückgabe des Betriebes.

Unter öffentlicher Verwaltung (1955–1969) – Fiat wird wieder Mehrheitseigentümer – Das erste Staatsvertragsdurchführungsgesetz – Die ungeliebte Tochter Die wirtschaftliche Entwicklung – Spezialfahrzeuge der späten Fünfziger- und Sechzigerjahre – Die Austro M.A.N. – Ein Erbe aus der USIA-Vergangenheit – Der Vertrieb von Wolga- und Moskwitsch-PKW – Im Zentrum der Weltpolitik: Chrustschow *besucht die ÖAF – Die Schwerlastwagenserie Tornado – Auf weltweiter Käufersuche – Husar und Hurricane.

Reprivatisierung und Konsolidierung (1969–1971) – ÖAF in der Krise – Neue Übernahmegerüchte – Der Verkauf an MAHA Liechtenstein – Sanierung und Restrukturierung in *Zusammenarbeit mit M.A.N. – Der Erwerb der Gräf & Stift AG.

Von der Brünnerstraße in die Brunnerstraße (1971–1988) – Neuausrichtung der Werke – Lastwagen- und Getriebebau in Floridsdorf – Omnibusbau und Ersatzteillager in Liesing – Die wirtschaftliche Entwicklung – Moskwitsch, Lada und Co. – Die LKW der Siebziger- und Achtzigerjahre – Die Busse der Siebziger- und Achtzigerjahre – Das neue Werk entsteht.

Konsolidierung im neuen Werk (1988–1995) – Die wirtschaftliche Entwicklung – Die PKW-Importe – Sonderfahrzeuge im M.A.N.-Fertigungs*verbund – Die Busse der frühen Neunziger Jahre.

Von ÖAF-Gräf & Stift zur MAN Nutzfahrzeuge Österreich AG (1995–2008) – Die MAN Nutzfahrzeuge Österreich AG entsteht – Die Strukturbereinigung der Fertigung – Die Neuausrichtung des Vertriebs – Sonderfahrzeuge – Auslaufende Busfertigung – Der größte Auftrag aller Zeiten.

Verzeichnis der verwendeten Literatur – Bildquellennachweis.
Quelle: https://ssl12.inode.at/weishaupt.at/details.php?id=361&kategorie=1&main_kat=&start=0&nr=

lg
josef
 
Zuletzt bearbeitet:
#11
@Harald41
Betreffend Seyring: Da ist noch mehr vorhanden, Rollwege, Abstellflächen mit Splitterschutz (fehlen auf dem Plan in Schauplätze), etc.

lg

Cerberus9
 
H

Harald 41

Guest
#12
Hallo @Cerberus9;
Kannst Du mir vielleicht in einer Mail genauer beschreiben wo die noch sind,mein Vater sagte mir auch das vor ein paar Jahren+- irgendwo bei Seyring auch noch ein Brückenpfeiler stand,für einen eventuell geplanten Reichsautobahnabschnitt.
Konnte ich bis heute aber nicht lokalisieren:fragend

LG Harry
 
P

peterben

Guest
#13
Seyring

Hab heute gerade wieder kurz in Seyring vorbeigeschaut da ich ja fast Anrainer bin. Es gibt dort tatsächlich noch Pisten, Bodenplatte und Fundament von einem Hangar, einen Flug-MG-Schießstand, eine Flakstellung
und ein Wasserbecken aus der Zeit. Ein freund aus Seyring hat mir erzählt,
daß in Seyring neben dem Waldstück beim Friedhof Einfamilienhäuser und
Firmen teilweise auf Bunkern gebaut wurden. In dem Waldstück gibt es ein Ruinenfeld, daß ich aber noch nicht besichtigt habe. Seyring Richtung gerasdorf vor dem Kreisverkehr Reste der letzten Piste die nicht fertiggebaut wurde. Angeblich war Zentrum der Anlage dieses Waldstück??

MFG

Peter
 
#14
Der Ursprung – Fiat Wien (1907–1918) – Die Unternehmensgründung – Auf den Schanzen erbaut, die die Österreicher 1866 gegen die heranrückenden *Preußen errichteten – Die ersten PKW – Kaiser Franz-Joseph und das Marketing mit den *Habsburgern – Subventions-Militär-LKW und Post-Einheitstype – Die Unternehmensentwicklung – Das Kriegsprogramm – Die versuchte Austrifizierung – Die Brünnerstraße wird untertunnelt – das Werk II entsteht – Boots- und Flugmotorenfertigung.



Warum damals im NICHTS eine Fabrik erbauen? Keine Anbindung an irgendeine Infrastruktur? Von der zu dieser Zeit noch vorhandenen Bahnlinie?? gab es nicht einmal eine betonierte Verbindung zur Fabrik.

LG
chris11
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#15
Warum damals im NICHTS eine Fabrik erbauen? Keine Anbindung an irgendeine Infrastruktur? Von der zu dieser Zeit noch vorhandenen Bahnlinie?? gab es nicht einmal eine betonierte Verbindung zur Fabrik.
Habe das Buch bestellt, vielleicht gibt es darin eine Antwort?

Wegen Verkehrsanbindung: Zumindest im WKII dürfte es an Anschlussgleis zur "Stammersdorfer-Bahn" mit Abzweigung etwa beim "Rendezvous-Berg" und dann im Bogen hinter der Schießstätte zum Bereich Herrenholz gegeben haben.

lg
josef
 
#16
Hallo @Cerberus9;
Kannst Du mir vielleicht in einer Mail genauer beschreiben wo die noch sind,mein Vater sagte mir auch das vor ein paar Jahren+- irgendwo bei Seyring auch noch ein Brückenpfeiler stand,für einen eventuell geplanten Reichsautobahnabschnitt.
Konnte ich bis heute aber nicht lokalisieren:fragend

LG Harry
Ja, das habe die Geschichte von dem Brückenpfeiler auch auch gehoert.

Ich habe in Seyring mal einen "Obstler" gekauft, da bin ich durch Zufall ueber diese Thematik ins Gespraech gekommen. Dies war aber schon 1998, und schon ne Weile her.
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#18
@Josef
Widerspreche dir nur sehr ungern, aber nach meinen Unterlagen gab es zumind. 1943/44 keine Bahnanbindung.
Hallo Gerald,
Will ich auch nicht behaupten, schrieb ja dürfte es ein Anschlussgleis zur "Stammersdorfer-Bahn"...gegeben haben... habe da mal irgendwo was gelesen oder gehört (Eisenbahnzeitschrift oder Forum ?) und in meine "Birne" abgespeichert :D Vielleicht finde ich noch etwas dazu...

lg
josef
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#19
Habe heute das vorhin erwähnte Buch bekommen:

1938 wurden die Reparatur- und Instandhaltungstätigkeiten der ÖAF in der Firma „Austro-Fiat Flugmotoren Ges.m.b.H.“ zusammengefasst und 1939 in die „Wiener Flugmotoren-Reparaturwerk Ges,m.b.H.“ umgewandelt. Da die Werksanlagen beidseitig der Brünnerstraße in Wien-Floridsdorf für die Ausweitung der LKW-Fertigung vorgesehen waren und dadurch eine Expansion des Flumo-Reparaturwerkes nicht möglich war, suchte man nach einem neuen Standort für diesen Geschäftszweig.
Diesen fand man im Herrenholz nördlich Stammersdorf. So begannen noch 1938 die Planungsarbeiten für das Flumo-Instandsetzungswerk, für das Baukosten von 2 Millionen RM bei einem Zuschuss von 0,5 Milionen RM durch das Reichsluftfahrtministerium veranschlagt wurden.
1940 nahm das neue Werk seine Tätigkeit auf, ursprüngliche Planungen sahen die Instandsetzung von BMW-Sternmotoren für die Ju 52 und von DB 12-Zylinder-V-Motoren für Me-Jäger vor. Im September 1941 wurde rund die Hälfte der Belegschaft zu einer Frontreparaturwerkstätte an der Ostfront abkommandiert. Dies hatte die Folge, dass die vom RLM vorgegebenen Reparaturaufträge nicht eingehalten werden konnten.
Die Personalsituation verbesserte sich ab 1942 durch Zuweisung von französischen Kriegsgefangenen, die ab 1943 den Status von Zivilarbeitern bekamen. Weiters wurden ab April 1942 nur mehr DB 600 und DB 601 Motore repariert bzw. kamen zur Grundüberholung. Die geforderten Leistungen konnten aber wegen der Typenumstellung bzw. wegen Schwierigkeiten der Ersatzteilversorgung nie voll erreicht werden. Ab Mitte 1944 kam noch der DB 603 ins Programm.
Durch Personalaufstockung auf 1.100 Mitarbeiter und Hallenneubauten sollte eine Jahresreparatur- und Überholungsleistung von 2.600 Motoren erreicht werden, wozu es aber nie kam. Der maximale Belegschaftsstand betrug im August 1944 816 Personen, davon 125 Kriegsgefangene.
Das Werk wurde durch Luftangriffe nicht beschädigt, aber der monatliche Ausstoß an reparierten Motoren sank gegen Kriegsende wegen der zusammengebrochenen Ersatzteilversorgung auf unter 50 Stk. Pro Monat. Der Reparaturbetrieb wurde dennoch, soweit es ging, bis zum herannahen der Roten Armee aufrechterhalten. Nach Kriegsende betrieben die Russen das Werk im Herrenholz noch bis ca. 1947 als Autoreparaturwerk weiter und sprengten nach vorheriger Demontage der technischen Einrichtungen die Baulichkeiten 1948.
Soweit eine kurze Zusammenfassung des Kapitels „Flugmotorenwerk Herrenholz“ auf den Seiten 134 u. 135 aus dem Buch von K.H. Rauscher; „Von Fiat Wien zu MAN-Nutzfahrzeuge Österreich“; Weishaupt Verlag 2008; ISBN 978-3-7059—0282-4

Jedenfalls gibt es auch da keine Hinweise auf die immer wieder auftauchenden Spekulationen über riesige unterirdische Anlagen, die bis zu 8 Etagen in die Tiefe gehen sollen… Fakt ist, dass es einen oder mehrere LS-Deckungsgräben gab, alles Weitere kann man getrost im Reich der Märchen und Fabeln ansiedeln. Sicher erstreckt sich dann nächstes Jahr die U-Anlage schon auf 9 Stockwerke unter Niveau… :D:D:D

lg
josef
 
#20
Danke Josef,

erstmals, seit langer Suche, habe ich eine konkrete Information bezüglich FLUMO-Werk Herrenholz erhalten. Trotzdem denke ich, dass der Bau der Fabrik in dieser Lage schon damals aus militärischen und nicht baulichen Gründen gewählt wurde.

LG
chris11
 
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