Horchposten bzw. Spionageposten

#21
Abseits von dem ganzen Schmus den ich die letzte Zeit gefragt hab gibts jetzt mal was zum Thema.

Hab die Anlage aus dem Eröffnungspost heute endlich mal besichtigt. Bilder gibts auf Wunsch.

Liest sich jetzt im Nachhinein ganz ulkig, die Beschreibung der Anlage. Hauptgrundstück hat drei Gebäude, davon würd ich eines als Versorgungsgebäude (Südwest-Seite)(konnte einige der Aufschriften als "Heizraum" u.ä. identifizieren, zwei Garagen) und das zweite (Nordost-Seite) als Wohn-/Arbeitsgebäude definieren. Das dritte Gebäude (Nordwest-Seite) (wurde scheinbar während der Dienstzeit einmal erweitert) sieht wie ein weiteres Wohngebäude aus, passt aber irgendwie von der Konstruktion her nicht dazu. Vielleicht die Technik für die Antennen.

Auf der Nordost-Seite (vor dem Arbeitsgebäude, in direkter Richtung zur Staatsgrenze) stehen vier Betonsockel, zwei ca. 3x3 Meter und zwei ca. 1x1 Meter. Waren wohl Antennensockel, ist aber alles demontiert. Zumindest auf den kleineren Sockel scheinen aber noch die abgeschnittenen Stümpfe zweier Stahlmasten zu stehen (aber in Folie verpackt).

An der Grundstücksgrenze (sowohl inner- als auch außerhalb) wurden einige Gruben (ich glaub fünf) ausgehoben, ca. 1,20 tief. Darinnen recht starker Baustahl in Beton und am oberen Ende umgebogen. Der noch recht frische Aushub war am Gelände gelagert. Kann mir einer den Sinn erklären?

Die Anlage selbst sah relativ lebendig aus, die Aushubarbeiten würde ich nicht viel länger als Herbst datieren (wahrscheinlich sogar Frühling da in den Gruben weder Laub oder ähnliches und auch keine unglücklichen Tiere zu finden waren). Auch ein ganzer Haufen Baumschnitt war am Gelände, der eventuell auf Kyrill zurückzuführen ist. Im Hof waren einige Rohre (60er oder 80er) gelagert, fein säuberlich gestapel, direkt an den Flanschen demontiert. Für die drei Häuser wären das ziemlich mächtige Heizwasserrohre, und Gas gibts hier draussen nicht. Könnten das Kühlwasserleitungen sein?

Ca. 100 Meter südlich der Anlage liegt ein weiteres umzäuntes Grundstück, ca. 15x15m. Inhalt genau nix, komplett bewachsen. Die Abmessungen, die Baumhöhen sowie der Anschein von Grabarbeiten lassen wohl schliessen dass da mal ein relativ mächtiger Mast (20m+) samt Fundament stand der wohl mit den Antennen bei den Gebäuden entfernt/geschliffen wurde.

Unmittelbar neben dem Gelände war eine "Saugstelle" (ebenfalls eingezäunt). KA ob die nur als Pumpstelle fürs kommunale Netz diente (die Anlage selbst lag wohl noch gut einen Kilometer und 50-100 Höhenmeter vom Ortsende entfernt, und der Ort selbst deckt selbst sicher auch 150 Höhenmeter ab; brauchst ne ganz schöne Power um das Wasser auf den Berg zu schaffen) oder selbst ne Quelle hatte, das Grundwasser muss hier aber recht tief sein.

Ich hätt dazu zwei Fragen: Im Gegensatz zur Königswarte hatte die Anlage das nette Sperrgebiet-Schüdl am Zaun. Wie ist das jetzt tatsächlich mit diesen HNA-Anlagen? Fallen die überhaupt ins Sperrgebietsgesetz und kann das nur geltend gemacht werden wenn es auch als solches markiert ist (ich denk da an TÜPl-Durchfahrten wo ja auch alle höchstens 50m das gelbe Taferl steht).
Und zweitens: Warum hat eine Anlage wie diese eine Hausnummer (das "21"-Schild, obwohl schon ein bisschen verblasst ist ausgezeichnet erkennbar)?? Ist alleine schon aufgrund der Lage verwunderlich...

Das ganze sieht für mich nicht aus als ob es schon wer gekauft hätte, bei der Lage nicht verwunderlich.

Noch was:
Zwischen dem Hauptgrundstück und der Lichtung ohne der Antenne liegt eine Ruine. Wird etwa ein 16x8 Meter-Gebäude sein. Man erkennt nur mehr einige Mauerteile (bis ca. 80 cm hoch) den Rest kann nur mehr als Unebenheiten im Boden erkennen. Mindestens vier Räume waren noch identifizierbar nebst einem scheinbar ehemals gemauerten Kamin. Da nur unbehauene Steine verwendet wurden und der Mörtel (Lehm?) der das alles zusammenhielt schon seit langem fort ist, würd ich den Rest einfach mal als "sehr alt" schätzen.

BTW... irgendein Hint was das war? Sonst geh ich mal die Bevölkerung ärgern.
 
R

Räppold

Guest
#23
:cool:
@ CaptainMaxwell:
Wenn Du frisch ausgeschachtete Gruben mit Betonfundamenten entdeckt hast, erhebt sich die Frage, ob auch der Beton neueren Datums ist oder ob man - aus welchem Grund auch immer - alte Fundamente freigelegt hat.
Bewehrungsstahleinlagen, die oben aus Fundamenten heraus ragen, nennt man "Steckeisen". Für Sockelmauern o. ä. sind diese gerade, nur für größere Belastungen werden diese oben umgebogen, um beim Weiterbetonieren eine gute Verbindung zum aufgehenden Beton herzustellen. Dieses Umbiegen ist aber nur bei glattem Baustahl erforderlich, (auch bei hochlegierten oder kaltgereckten Stählen), Rippentorstahl u. ä. werden nicht umgegebogen.
Den von Dir erwähnten "Lehmmörtel" gibt es für derarige Bauwerke nicht, so etwas nutzt man höchstens für Trockenmauerwerk. Schau Dir mal bitte alte Burgen - wie Hochosterwitz u. a. - an, hier wurde ein Kalkmörtel verwandt, den auch bereits die Römer - außer Trass - nutzten (s. Magdalensberg). Man hat festgestellt, dass vielfach bei sehr dicken Mauern der Kalkmörtel zwar im Innern trocken ist, aber immer noch nicht abgebunden hat.
In diesem Sinne - Franken grüßt Oesterreich
Jürgen
 
#24
Räppold hat geschrieben:
:cool: , nennt man "Steckeisen". Für Sockelmauern o. ä. sind diese gerade, nur für größere Belastungen werden diese oben umgebogen, um beim Weiterbetonieren eine gute Verbindung zum aufgehenden Beton herzustellen. Dieses Umbiegen ist aber nur bei glattem Baustahl erforderlich, (auch bei hochlegierten oder kaltgereckten Stählen), Rippentorstahl u. ä. werden nicht umgegebogen.

In Östterreich schon - wegen dem Arbeitsschutz - das sich niemand "aufspiesen" kann!!! :superOK

Bist wohl auch aus dem Baugewerbe? :D
 
R

Räppold

Guest
#25
@ MG0815
Ich war im Baugewerbe, befinde mich aber im Ruhestand, oder besser gesagt, "Unruhestand"; habe zwar auch noch Stress, den ich mir aber selbst mache und deswegen auch wieder abstellen kann. Nur wenn die Frau mitmischt......
Gruß
Jürgen
 
R

Räppold

Guest
#28
Gute Aufnahme, Otto!
Im ersten Moment glaubte ich, es handle sich um eine einfache Spannrichtung, aber beim näheren Betrachten scheint eine kreuzweise bewehrte bewehrte Platte eher möglich zu sein. Die aus dem Beton ragenden Eisen deuten darauf hin, dass man hier noch Beton aufbringen wollte (Zerschellschicht?!?).
Die Eisen im Hintergrund dürften mit Sicherheit keine Formstähle, sondern ganz normaler Baustahl I sein, denn nur hier wurden und werden Haken gebogen; vielleicht wollte man ein Hindrnis (Mauer) errichten?
Gruß Jürgen
 
#30
josef hat geschrieben:
Das stimmt! Besonders bei BH-Manövern lagen im österreichischem Donauabschnitt viele Schiffe, besonders von der ehemaligen sowjetischen Donaureederei, vor Anker. Auffällig waren die vielen Antennen dieser Wasserfahrzeuge und da die Donau ein "internationales Gewässer" ist, hatten, solange die Besatzung nicht von Bord ging, österreichische Behörden keine Möglichkeit zum Einschreiten!
Diese Tatsache kann ich ebenfalls bestaetigen, und zwar lt. Berichten meines Vaters, der 1968 ( Zeit des Prager Fruehlings) beim oesterreichischen Bundesheer diente.

Zu diesem Zeitpunkt wurden sovjetische Schiffe besonders haeufig beobachtet.
 

josef

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#31
Ehemaliges "Fernmeldeamt" Plochwald

In Beitrag # 21 schrieb @CaptainMaxwell:
Das ganze sieht für mich nicht aus als ob es schon wer gekauft hätte, bei der Lage nicht verwunderlich usw. ...
Das ist richtig! Fand bei weiteren Recherchen zum Thema folgenden Artikel in einem OÖ.Bezirksblatt:

Auf den weiteren Ausbau der Windkraft zur Gewinnung von Strom wird weiter in der Gemeinde Windhaag gesetzt. Gut besucht war die Informationsveranstaltung die kürzlich zu diesem Thema im Gasthaus Sengstschmid abgehalten wurde. Transportunternehmers Josef Fleischanderl aus Leopoldschlag, der auch der Initiator des Projektes ist, sowie Bürgermeister Alfred Klepatsch und Mühlenwart Franz Zacharias informierten über das Vorhaben eine Windkraftanlage am Plochwald zu errichten. Vorbild ist der 1999 gebaute Windpark Spörbichl. Bereits 2005 gab es erste Gespräche mit den Verantwortlichen des Landes Oberösterreich um Abklärung im Vorfeld zu finden. Mögliche Standorte wurden erhoben. Diese sind in der aktuellen Windhaager Energieausstellung eingearbeitet. Mit dem Verkauf der Bundesheer Station am Plochwald, die Josef Fleischanderl erwarb, bekam das Projekt frischen Wind. Als nächster Schritt wird am Gelände der Station ein 64 Meter hoher Messmast aufgestellt. Ein Jahr lang wird damit die Windintensivität gemessen um die Brauchbarkeit des Standortes festzustellen. Erst dann kann über den Bau und den punktgenauen Standort der Anlage entschieden werden. Möglich wäre auf Grund der örtlichen Gegebenheiten ein Windrad mit einer Leistung bis 1,5 Megawatt. Bedacht müssen dabei auch die Schutzabstände zu Wohngebäuden werden die hier bei bis zu 800 Meter liegen. Eine Bürgerbeteiligung zur Finanzierung wird angestrebt. Der Zeitplan zur Realisierung des Projektes liegt bei fünf Jahren.

lg
josef
 
Zuletzt bearbeitet:
#32
Weiss ich mittlerweile auch schon...
Der Mast steht übrigens schon; hab die Anlage zwar seitdem nicht mehr besucht, aber die AustroControl-Bulletins verzeichnen einen 60m-Mast an besagter Stelle.

Wenns die Zeit erlaubt werd ich den Fleischanderl noch kontaktieren, zwecks Begehung und Unterlagen.

Ich könnt ausserdem schwören dass die Anlage hier und die am Kohlreitberg aus dem selben Planungsbüro stammen, sieht einfach zu ähnlich aus.
 
W

Wm_W1

Guest
#33
schönen nachmittag!

also ich habe mittlerweile neue informationen bzgl der anlage auf der reisalpe (die übrigens nach wie vor schön gehegt und gepflegt wird)...

laut dem pächter des reisalpen-schutzhaus diente die "vzlt jabornegg" - hütte bis ungefähr 1993/4 als horchposten in den osten! von der lage her ja auch kein wunder ;)

lg,
gregor
 
#35
Also das es früher keine Stationen fremder Staaten in Österreich gegeben hat, würde ich bezweifeln. Z.B. die ehem. DDR Botschaft in Wien war bis unters Dach voll mit allen möglichen Antennen...

guru
 

schurli

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#36
Also das es früher keine Stationen fremder Staaten in Österreich gegeben hat, würde ich bezweifeln. Z.B. die ehem. DDR Botschaft in Wien war bis unters Dach voll mit allen möglichen Antennen...
Das war aber exterritoríales Gebiet, genau so wie die "russische Handelsdelegation" im 22ten Wiener Gemeindebezirk. Sowas hat es immer gegeben bzw. gibt es noch immer überall. Nicht nur in Österreich.
Hier ging es aber eher um fremde Horchposten die, mehr oder minder genehmigt, auf österreichischen Staatsgebiet errichtet bzw. in Betrieb gewesen sein sollen. Für das gibt es natürlich keinerlei Beweise.
 

josef

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#37
"Köigswarte" bei Berg, NÖ.

Im Anhang ein Bild mit den Objekten auf der Königswarte v. 18.10.2011, aufgenommen von der Straße Kittsee-Berg:
 

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#38
neue Fotos von der Königswarte

In Berg parken und die ca. 2km zu Fuss bergauf. (ich hatte es unterschätzt, naja) Aber der Aufstieg lohnt sich !!! Der Turm ist super!, beim Einstieg hängt ein Kästchen mit der Bitte um € 1,- "Benutzungsgebühr" - zahlt sich auf alle fälle aus! Auf! Auf!

1.) der Turm
2.) der Turm, von unten
3.) Infotafel
4.) Blickrichtung Bratislava
5.) Blickrichtung Petrsalka/Ungarn
 

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josef

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#40
Zusammenarbeit der österreichischen Militärgeheimdienste mit der NSA

Bundesheer soll eng mit der NSA kooperiert haben

Aus den in der vergangenen Woche veröffentlichten NSA-Dokumenten geht hervor, dass die Zusammenarbeit der österreichischen Militärgeheimdienste mit der NSA weit umfangreicher sein muss, als bisher bekannt war. Österreich rangiert als NSA-Partner gleichauf mit Deutschland und 14 anderen NATO-Staaten. Das Bundesheer hatte auf Anfrage von ORF.at keine Erklärung für diesen privilegierten Status.

Enge Bundesheer-Kooperation mit der NSA [/B
Österreich rangiert als NSA-Partner gleichauf mit Deutschland und 14 anderen NATO-Staaten. Das Bundesheer hatte auf Anfrage von ORF.at keine Erklärung für diesen Status.

Aus den in der vergangenen Woche veröffentlichten NSA-Dokumenten geht hervor, dass die Zusammenarbeit der österreichischen Militärgeheimdienste mit der NSA weit umfangreicher sein muss, als bisher bekannt war.
In einer Liste von Staaten, die mit der NSA am engsten zusammenarbeiten, findet sich das neutrale Österreich in einer überraschend prominenten Position. Als "Tier B"-Partner steht Österreich da in einer Reihe mit Deutschland und 14 weiteren NATO-Staaten, die "fokussierte Kooperation" mit der NSA betreiben. Dabei handelt es sich um "Kooperation bei Operationen in Computernetzen" und deren Auswertung ("Exploitation").
"Die Frage, wie und warum die Republik Österreich in internen Papieren der NSA erwähnt wird, kann nur durch die NSA beantwortet werden", hieß es dazu aus dem Verteidigungsministerium auf Anfrage von ORF.at. Warum Österreich als Partner im Ranking der NSA höher als Frankreich und die Hälfte der NATO-Staaten eingestuft wurde, wurde damit nicht beantwortet.

"Punktuelle Kooperationen"
Seitens des österreichischen Bundesheers wurde betont, dass es sich jeweils nur um "punktuelle Kooperationen" handle. Zumindest das deckt sich mit dem betreffenden NSA-Dokument, in dem "Tier B"-Staaten generell als solche mit "focused cooperation" charakterisiert werden.

In Deutschland bedeutet derselbe Status als "Tier B" allerdings, dass der deutsche Bundesnachrichtendienst mit teilweise von der NSA gestelltem Equipment ganz offiziell bis zu 20 Prozent des Datenverkehrs auf deutschen Glasfasernetzen überwacht. Seitens des Bundesheers habe man "keinen Zugang zu Glasfaserknoten oder Servern von Providern", heißt es dazu aus dem Verteidigungsministerium in Wien.

"In Not geratene Österreicher"
Auf die Frage, was unter einer solchen "punktuellen Zusammenarbeit" mit der NSA denn sonst zu verstehen sei, gab es folgende Auskunft. Diese Zusammenarbeit würde sich ausschließlich auf die Einsatzräume des Bundesheeres und die Sicherheit der dort eingesetzten Soldaten" beziehen, bzw. dazu dienen, "im Ausland in Not geratene Österreicher wieder sicher nach Hause zu holen." Dass man sich von der NSA bei der Verfolgung der eigenen Interessen unterstützen lässt, stellt allerdings noch keine Kooperation dar, die den Status als "Tier-B" rechtfertigen würde.

Schweiz, Schweden und Österreich
Das Verteidigungsministerium verwies allerdings darauf, dass mit der Schweiz und Schweden auch zwei weitere neutrale Staaten auf dieser "Tier B"-Liste der NSA stünden.

Im Fall von Schweden ist das wenig überraschend, denn seit 2008 ist dort ein Gesetz in Kraft, das den schwedischen Militärgeheimdienst FRA ermächtigt, den gesamten ein- und ausgehenden Datenverkehr an den Glasfaserkabeln zu überwachen. Ebenso bekannt ist, dass Schweden seit der Zeit das Kalten Kriegs in puncto Spionage mit den USA intensiv zusammenarbeitet.

In der Schweiz ist bereits seit dem Jahr 2000 ein aus drei Stationen bestehendes System zur Satellitenüberwachung in Betrieb. Es ist ein offenes Geheimnis, dass es neben eigenem Erkenntnisgewinn dazu dient, auch über Daten zu verfügen, die für Dritte von Interesse sind. Nur damit kommt ein Land wie die Schweiz an relevante Informationen, die anderswo auf der Welt "gewonnen wurden", wie das Abzapfen gerne umschrieben wird.

Genf, Wien und die UNO
Die Schweiz und Österreich aber stehen aus einem anderen, gemeinsamen Grund unter den NSA-Kooperationspartnern so weit vorne. Genf ist mit 9 500 Angestellten noch vor New York der weltweit größte UNO-Sitz, in Wien sind es etwa 4 000 UNO-Beschäftigte.

Dazu kommen hierin Wien noch die die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO), die Organisation erdölexportierender Staaten (OPEC), die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und andere UNO-Teilorganisationen.
Genf wie Wien haben also für die NSA mithin die höchste Dichte an solchen "hochrangigen Zielen" ("high profile targets") in Europa aufzuweisen.

Nur dehalb war man seitens der USA an einer solch hochrangigen Kooperation mit diesen beiden neutralen Staaten überhaupt interessiert. Dazu passen die neuesten Enthüllungen des Guardian vom Samstag über die Bespitzelung von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon. Das betreffende Dokument datiert vom April 2013. Ende Februar 2013 war der UN-Generalsekretär mehrere Tage lang in Wien.

Datenökonomie der Dienste
Klar ist, dass die NSA nicht starr der Hierarchie militärischer oder wirtschaftlicher Bündnisse folgt, sondern dass sich die Kooperationen auch an der Wertigkeit der jeweiligen Ziele orientiert. Und: An der Willigkeit des Kooperationspartners.
Die Frage ist nur, was die NSA im Gegenzug dafür bekommt, wenn sie dabei behilflich ist, "in Not geratene Österreicher" heimzuholen. Die Gesetze der militärischen Datenökonomie sind nämlich nicht anders als die im Wirtschaftsleben, alles folgt dem "quid pro quo".

Militärbefugnisgesetz, Februar 2013
In diesem Sinne erscheint ein Gesetzentwurf aus dem Frühjahr 2013 in völlig neuem Licht. In der Novelle zum Verwaltungsgerichtsbarkeitsgesetz war unter einem Wust von kleinen Änderungen einzelner Paragrafen auch eine Änderung zum "Wehrrecht-Begleitgesetz" versteckt. Die sollte den Paragrafen 22, Absatz 2a des Militärbefugnisgesetzes adaptieren. Jeder einzelne Absatz wurde ausgeweitet, präzise Definitionen wurden grundsätzlich durch Verweise auf andere Gesetzespassagen und/oder durch Allgemeinplätze ersetzt. Die geplanten neuen "Auskunftspflichten" waren so schwammig formuliert, dass eine umfassende Mitwirkung bei den Datendeals mit den USA nach dem Muster Schwedens gesetzlich gedeckt worden wäre. Die das Militärbefugnisgesetz betreffende Passage wurde vom Verteidigungsministerium nach ihrem Bekanntwerden jedoch blitzartig zurückgezogen.

Im Licht der neuesten Entwicklungen stellt sich nun die Frage, ob diese juristische Nacht- und Nebelaktion im Februar dazu gedacht war, zukünftig über mehr Handelsware im Datenaustausch mit "befreundeten" Diensten zu verfügen. Oder ob damit, was weit wahrscheinlicher ist, ein status quo juristisch untermauert werden sollte.
http://fm4.orf.at/stories/1727683/
 
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