Im Takt der Pumpen

Joe

Fehlerkramrumschlager
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#1
04.01.2008 Von Reinhard Engel (Die Presse)

Die Kelag baut ein Kraftwerk. In den Hohen Tauern. Und kein Protest in Sicht: Denn heutzutage geht es nicht mehr um die Errichtung einer Riesenstaumauer, sondern um die Optimierung vorhandener Speichersee-Systeme.

Ein halber Meter Schnee kann harte Burschen nicht stoppen. Kurt David, Bauleiter Untertagebau der Kelag, steuert seinen Kia-Allradler auch in der kalten Jahreszeit zügig die glatten Serpentinen der steilen Bergstraße hinauf. Von seinem Hauptquartier am Ortsrand von Innerfragant fährt er zuerst in Richtung Talstation der Mölltaler Gletscherbahnen, wo die modisch-bunten Skifahrer ihr Sportgerät abladen. Einige hundert Höhenmeter weiter sind die Männer ganz anders gekleidet: Jetzt dominieren die grell orangen Arbeitsjacken und die gelben und schmutzig weißen Helme der Mineure und Tunnelspezialisten.

weiter bei http://diepresse.com/home/spectrum/zeichenderzeit/351638/index.do
 

josef

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#2
Tauernkraftwerke Kaprun - Bauvorhaben "Pumpspeicherwerk Limberg II"

Auf der Nordseite des Alpenhauptkammes ist derzeit im Bundesland Salzburg mit "Limberg II" der Kraftwerkskette Kaprun ein noch größeres Vorhaben in Bau! Nach Inbetriebnahme des neuen Pumpspeicherwerkes wird durch optimale Nutzung der zur Verfügung stehenden Wassermengen die Kapazität der alten Kapruner Anlagen gewaltig erhöht! Eigentlich müsste man das Ganze in die Sparte "unterirdisch" verlegen, da sich alles in kilometerlangen Stollen und riesigen Felskavernen abspielt...

Hinweis zu den Tauernkraftwerken Kaprun: http://www.geheimprojekte.at/t_kaprun.html


lg
josef
 
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josef

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#3
Kavernenkraftwerk "Limberg II" - Testbetrieb aufgenommen

Im riesigen Kavernenkraftwerk "Limberg II" der Kraftwerksgruppe Kaprun wurde der Testbetrieb aufgenommen:

Kaprun: Limberg II produziert erstmals Strom
Das Kraftwerk Limberg II in Kaprun (Pinzgau) liefert seit Freitag erstmals testweise Strom ans Netz. Das meldet der Verbund. Mit dem erfolgreichen Test sind die Bauarbeiten abgeschlossen.

Anlage liefert 833 Megawatt Strom
Viereinhalb Jahre nach dem Spatenstich seien die Bauarbeiten nun abgeschlossen, jetzt starten die rund sechs Monate dauernden Vorarbeiten für die Inbetriebnahme der beiden neuen Maschinensätze. Im kommenden halben Jahr wird auch ein zweiter Generator montiert, sagt Verbund-Vorstandsdirektor Karl Heinz Gruber. Die bestehende Kraftwerksanlage in Kaprun liefter künftig insgesamt 833 Megawatt Strom.

400 Millionen Euro investiert
Zum Vergleich: Das Wiener Donaukraftwerk Freudenau hat eine Leistung von 172 MW. Rund zehn Prozent der in Österreich benötigten Ausgleichs- und Regelenergie sollen künftig aus Kaprun kommen. Die Investitionen in Limberg II werden vom Verbund mit 400 Mio. Euro beziffert. Die endgültige Inbetriebnahme von Limberg II ist für das dritte Quartal 2011 geplant. Der Verbund plant aber schon eine neue Erweiterung: Das Projekt Limberg III, im wesentlichen eine Zwillingsanlage zu Limberg II.
Quelle: http://salzburg.orf.at/stories/485500/

Mehr über das Kavernenkraftwerk: https://www.verbund.com/de-at/ueber-verbund/kraftwerke/unsere-kraftwerke/kaprun-limberg-2

lg
josef
 
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Harald 41

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#4
Hallo Josef;
Das Kraftwerk liefert ja einen enorme Menge Energie,aber das der Strom dadurch billiger wird bezweifle ich.Aber zweifelsohne um etliches besser als die Windräder mit denen sie bei uns das ganze Marchfeld ( Weinviertel ) zupflastern und ein Vermögen kosten die ganze Gegend verschandeln und außerdem hässlich sind.

LG Harry
 

josef

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#5
Das Kraftwerk liefert ja einen enorme Menge Energie,aber das der Strom dadurch billiger wird bezweifle ich...
LG Harry
Sicher nicht, dient ja zur Abdeckung von Bedarfsspitzen! In Zeiten von weniger Verbrauch wird mit dem in kontinuierlich laufenden Kraftwerken produzierten Stromüberschuss Wasser von einem tieferliegenden Staubecken in ein höhergelegenes gepumpt. Beim Ansteigen des Stromverbrauches zu bestimmten Tageszeiten wird "Limberg II" kurzfristig hochgefahren. D.h., dass das vorher hochgepumpte Wasser über eine Druckleitung wieder durch die Turbinen in der tiefer liegenden Kaverne "gejagt" und der durch die Generatoren erzeugte "Spitzenstrom" ins Netz gespeist wird. Die "abgearbeitete" Wassermenge wird wieder im unteren Becken gespeichert und in "Schwachlastzeiten" ins obere Becken zurückgepumpt...

lg
josef
 

josef

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#6
Kaprun: Limberg II in Vollbetrieb

Mit 07.09.2011 nahm das Kavernen-Pumpspeicherkraftwerk Limberg II den Vollbetrieb auf:

Limberg II geht in den Vollbetrieb
Die Spannung steigt – beide Maschinensätze sind ab sofort im Vollbetrieb
07.09.2011, Kaprun

Nach fünfeinhalb Jahren Bauzeit ist es endlich soweit – das Pumpspeicherkraftwerk Limberg II nimmt seinen Betrieb auf. Das unterirdische Kraftwerk liefert ab sofort wertvolle Ausgleichs- und Regelenergie und knüpft damit nahtlos an die Erfolgsgeschichte des Kraftwerksbaus im hinteren Kapruner Tal an.

Limberg II fügt sich beinahe unsichtbar in die Werksgruppe Kaprun-Salzach ein. Lediglich die Energieableitung und die Einfahrt zur unterirdischen Kaverne verraten das „Kraftwerk im Berg“. Mit einer Verdopplung der Turbinenleistung auf 988 MW und einer Steigerung der Pumpleistung um das annähernd Fünffache auf 610 MW liefert der Standort Kaprun künftig rund 10 % des in Österreich benötigten Strombedarfs zu Spitzenzeiten.
Quelle http://www.verbund.com/cc/de/news-presse/news/2011/09/07/kaprun-limberg2-im-vollbetrieb
 

josef

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#8
Ein weiteres riesiges Kavernenkraftwerk "Limberg III" wurde behördlich genehmigt, der Bau wird aber wegen den derzeitigen niedrigen Strompreisen vorerst nicht begonnen:


Kraftwerk Kaprun: Ausbau genehmigt
Ein möglicher Ausbau der Kraftwerke in Kaprun (Pinzgau) um das Pumpspeicherkraftwerk Limberg III ist jetzt im Umweltverfahren genehmigt worden. Ein Baubeginn ist wegen der aktuell niedrigen Strompreise aber offen.

Die Salzburger Landesregierung als Umweltbehörde erließ nun nach der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) einen positiven Bescheid. Dieser wird rechtskräftig, wenn er innerhalb der nächsten sechs Wochen nicht beeinsprucht wird. Danach gilt die Genehmigung bis zum 31. Dezember 2025.

Zu wenig Geld für „notwendige Dienstleistung“
Ob und wann das unterirdische 480-Megawatt-Pumpspeicherkraftwerk Limberg III aber gebaut wird, lässt der Verbund als Betreiber noch offen. Zwar seien Pumpspeicherkraftwerke „eine wichtige Dienstleistung für die Netzstabilität und Stromversorgung“, sagt Verbund-Sprecher Wolfgang Syrowatka. Für Strom aus Windkraft- oder Photovoltaikanlagen dient ein Pumpspeicherwerk nämlich quasi als Batterie: Mit überschüssigem Strom zu Spitzenzeiten wird dort das Wasser in einen höheren Speichersee hinaufgepumpt - und dann abgelassen und wieder zu Strom gemacht, wenn der Strombedarf das Angebot übersteigt.

Aber: „Der Markt erbringt derzeit nicht die notwendige und adäquate Abgeltung dieser Systemdienstleistung“, sagt Syrowatka. Über den aktuell niedrigen Stromhandelspreis sei der Kraftwerksbau derzeit nicht zu finanzieren. Auskunft zu den erwarteten Kosten für Limberg III machte Syrowatka nicht.

Limberg II seit 2011 in Betrieb
Seit 2011 ist in Kaprun ja schon das unterirdische Pumpspeicherkraftwerk Limberg II in Betrieb: Es erzeugt 480 Megawatt Strom. Für das Kraftwerk wurde eine Kaverne aus dem Fels gesprengt, in der der Wiener Stephansdom Platz hätte. Der Bau kostete mehr als 400 Millionen Euro. Zusammen mit der Erweiterung Limberg III würde die Leistung des Standorts Kaprun auf mehr als 1.300 Megawatt steigen - und hätte damit die Kapazität, enorme Energiespitzen abzudecken.

Links:

Publiziert am 15.07.2017
http://salzburg.orf.at/news/stories/2855116/
 
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