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Wasim

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#1
Weiß jemand ob die bunkeranlage in Linz am Winterhafen gleichzeitig mit dem Damm errichtet wurde? Oder war zuerst der Damm und dann der Bunker? Wie tief ist er? Wie dick sind so durchschnittliche Bunkermauern bzw -decken und ist auch das beobachtungsgbäude begehbar bzw. renoviert? Falls irgentwer etwas mehr weiß als auf http://geheimprojekte.at/ zu erfahren ist wäre ich echt dankbar.
lg

Ich schubs´ das mal nach Österreich... SuR
 

josef

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#2
Winterhafen Linz

Hallo Simon,

vorerst einmal herzlich willkommen im Forum! Nun zu den Fragen:

Der Linzer Winterhafen und damit die Landzunge mit Damm als Abgrenzung zur Donau bestehen schon lange vor Ausbruch des 2. Weltkrieges. Der am Foto bei www.geheimprojekte.at gezeigte LS-Bunker ist, wie am Bild ersichtlich, auf der Hafenseite oberirdisch gebaut. Stromseitig ist jedoch ein begrünter Damm, der bis knapp unter die Bunkerdecke reicht. Dieser Damm mit befestigtem Promenadeweg ist sichtlich jüngern Datums. Ich nehme an, dass dieser Damm vor etlichen Jahren bedingt durch den Bau des unterhalb Linz liegenden Donaukraftwerkes Abwinden-Asten neuerrichtet wurde.

Wand- und Deckenstärke kenne ich nicht. In die „Tiefe“ dürfte die Anlage auch nicht gebaut sein, da ja sonst mit hohem Aufwand verbundene Vorkehrungen für den Hochwasserschutz nötig wären bzw. eine Abdichtung gegen das Grundwasser...

In Richtung „Hafenspitz“, der Einmündung des Hafenbeckens in die Donau, gibt es aber noch einige Bunkeranlagen, die mit Erde überdeckt, bzw. in den Damm eingebaut sind. Bei denen sind nachträglich große Toröffnungen ausgebrochen worden und sie werden als Abstellhallen für Boote verwendet.

Dazu ein Link zu einem Yachtclub, auf den Fotos ist die Lage eines Bunkers ersichtlich bzw. die Bauarbeiten für den Ausbruch einer großen Toröffnung:
http://www.askoe-wsk-linz.at/sites/chronik/chronik.htm

Vielleicht können die Forum-Kollegen aus OÖ. genaueres über die Bunkeranlagen berichten. Ich war 2002 einmal kurz vor Ort und verschaffte mir einen groben Überblick. Die Bunker werden heute, wie vorhin schon angedeutet, von diversen Ruder- und Yachtclubs genützt und sind natürlich abgesperrt.

Noch ein "Wiki"-Beitrag zu den Bunkeranlagen am Winterhafengelände: Befestigungsanlage Am Winterhafen (Linz) – Wikipedia


Lg
josef
 
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josef

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#3
Fotos zu Winterhafen Linz

Ich war wie vorhin schon angedeutet, im September 2002 am Gelände des Linzer Winterhafen. Leider war mieses Wetter und dementsprechend schlecht ist die Qualität der nachfolgenden Fotos.

Zur Übersicht für nicht Ortskundige vorerst ein kleiner Kartenausschnitt mit Nummernhinweise auf die folgenden Fotos. Die blauen Pfeile/Zahlen zeigen die Aufnahmerichtung zwecks besserer Orientierung und die schwarzen Zahlen bezeichnen die jeweiligen Objekte.
 

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josef

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#4
Bild 1

Foto 1, Blickrichtung vom Westende des Hafenbeckens Richtung Einmündung in die Donau (wegen Biegung des Beckens Mündung nicht sichtbar).

Linker Bildrand(Donauseite): Dunkle Betonflächen des oberirdischen LS-Bunkers, anschließend Klubhaus eines Rudervereines. Danach im Mittelgrund Gebäude der ehemaligen Kriegsmarine/Donauflottille. Im danach verlaufenden Grünbereich zum nicht mehr sichtbaren "Hafenspitz" befinden sich die überdeckten Bunkeranlagen, heute Bootshallen.

Rechter Bildrand: Liegeplätze der Donaubetriebe (ehem. Strombauamt), dahinter nicht mehr zu sehen war ein Shell-Tanklager und Richtung Donau, ebenfalls nicht mehr im Bild folgt die Schiffswerft.
 

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josef

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#5
2

Foto 2, Blickrichtung vom östlichen Bereich nach W zum Hafenende.
Rechter Bildrand: Nicht mehr sichtbar, hinter Bäumen, der Damm mit eingebauten Bunkeranlagen, dahinter dann die Donau. Das Strombett zieht sich im Bogen hinter den Grünanlagen/Damm bis zum linken Bildrand, dort erkennt mann im Dunst den Pylon der A7-Donaubrücke. Die Erhebung rechts vom Pfeiler ist der Pöstlingberg und dan weiter die Höhen des Mühlviertels hinter Urfahr. Die am Ufer des Hafenbeckens erkennbaren Gebäude sind wieder die Marinebauten der ehem. Donauflottille.
 

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josef

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#6
3

Foto 3, oberirdischer LS-Bunker von der Hafenseite. Links, donauseitig ist ein begrünter Damm bis ca. 2/3 der Bunkerhöhe. Die dunkle Farbe stammt noch von einem Tarn- und solieranstrich. Östlich ist das Klubhaus eines Rudervereines direkt angebaut. Auf Straßenniveau verlief früher bis zum Hafenspitz ein Normalspurgleis für die Versorgung der Marineeinrichtungen.
 

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josef

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#8
5

Foto 5, Blick über die Bunkerdecke Richtung W - Ende des Hafenbeckens (=> links), die Donau fließt rechts, ausserhalb des Bildes.. Die Türmchen dienten meiner Meinung nach der Belüftung bzw. als Notausstiege, keine Beobachtungstürme.
 

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josef

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#9
6

Foto 6: Bild zeigt Niveaulage des Bunkers, der Hafenbegleitstraße (früher mit Gleis) und Wasserspiegel des Hafenbeckens. Bei Hochwasser ist der Straßenbereich überflutet. Daher sicher auch kein Tiefbau des Bunkers.
 

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josef

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#10
7

Foto 7, Dammniveau auf der Donauseite mit Promenadeweg. Bildmitte sieht man die Anschüttung auf der Bunker Nordseite. Ganz links sieht man ein kurzes Stück des Donaubegleitweges ("Treppelweg") mit gleichem Niveau wie die Hafenbegleitstraße rechts vom Bunker...
 

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josef

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#11
8

Foto 8, nochmals die Donauseite stromabwärts - Donaubogen mit Treppelweg und Promenadeweg am Damm. Die Dammschüttung dürfte wie schon erwähnt, im Zusammenhang mi dem Donaukraftwerk Abwinden-Asten entstanden sein. Nur die nachfolgenden, hinter den Bäumen anschließenden Bunkeranlagen dürften mit Erde überdeckt gewesen sein.
 

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josef

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#12
9

Foto 9, ehemalige Marinegebäude. Auf das wasserseitige (=> Hafenbecken) Natursteinbauwerk wurde später ein Gebäude eines Yachtclubs aufgebaut. An das dahinterliegende Altgebäude ist rechts (beim Schornstein) ein Beobachtungsbunker mit Schießscharten angebaut. Rechts vom großen Gebäude beginnen die überdeckten Bunkeranlagen Richtung Hafenspitz.
 

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josef

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#14
11

Foto 11, überdeckte Bunkeranlage Richtung Hafenspitz. Die Wochenendhäuser stehen auf der Bunkerdecke. Oberhalb des Bootes liegt auch ein Stück Beton frei. Die Einfahrten wurden nachträglich geschaffen bzw. vergrößert. Das Hafenbecken befindet sich im Vordergrund, hinter den Häusern/Bunkerdamm ist die Donau.
 

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josef

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#16
13

Foto 13, große Einfahrt in die heutige Bootsabstellhalle. Hier kann man die Stärke der Bunkerdecke gut erkennen! Unbestätigten Erzählungen nach dienten diese Bunker zur Lagerung von Betriebsstoff (Treibstoff, Schmiermittel usw.) für die Donauflottille.
 

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Wasim

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#18
Hallo Josef!
Danke für deine umfangreiche Information und für die Bildern. Ich hab das Gebiet auch schon öfters besucht da ich dort meine Diplomarbeit mache. Über die Bunkeranlagen habe ich nicht recht viel herausgefunden, aber ein nettes bild aus der "Tages Post" vom Sontag dem 21. Jänner 1931 habe ich gefunden. Dieses schmucke Bootshaus hat wohl dem Bunkerbau platz machen müssen. lg
 

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josef

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#19
Hallo Simon,

auf der website http://www.wikinglinz.at/start.html des Ruderklubs "Wiking Linz" fand ich unter Geschichte zum vorgenannten Bootshaus folgendes:

1925 entstand unter Präsident Dr.Eduard Schiller das von Baumeister DI Ernst Hamberger entworfene neue Bootshaus im Winterhafen, am Spitz zwischen Hafen und Donaustrom.

Dann machte der Zweite Weltkrieg nicht nur dem Sport sondern auch dem Bootshaus den Gar aus: Das im nordischen Stil erbaute Gebäude musste Ölbunkern weichen.


Das bekräftigt nun die mir gegenüber gemachte mündliche Mitteilung, dass die Bunkeranlage am Hafenspitz kein LS-Bunker sondern ein "Betriebsmittelbunker" für die Donauflottille war! Könnte eine "kleine Ausführung" der WIFO-Bunker wie beim Ölhafen Wien-Lobau gewesen sein.

lg
josef
 
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josef

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#20
Schiffswerft Linz

Zur Werft im Winterhafengelände möchte ich noch auf einen älteren Thread hinweisen, wo es um den Transport von Schiffen von der Elbe zur Donau über die Autobahn ging.

Vor der Überstellung ins Schwarze Meer wurden diese "abgespeckt" zwischen Dresden und Ingolstadt über Land und dann auf der Donau nach Linz gebrachten Einheiten in der Werft am Winterhafen wieder aufgerüstet.

Schiffswerft Linz

lg
josef
 
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