Melk im II. WK, KZ und Krematorium

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ZorritoII

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#1
KZ Melk:
es wurde im April 1944 als Nebenstelle vom KZ Mauthausen geöffnet. Ziel war es im sogenannten Wachberg Stollenanlagen zur Erzeugung von Kugellagern zu errichten (Projektname B9 Quarz). Hier ein paar Bilder vom Krematorium, wo sich heute eine Austellung befindet.
 

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ZorritoII

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#3
und noch ein paar.. bzw. auch ein paar Bilder vom Kz

Quelle SW-Fotos: A.Harrer, E.Schmid; Melk 1938-45; Ausstellungskatalog
 

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josef

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#4
@ZorritoII :danke für die Fotos!

Hier weitere Daten zum KZ-Außenlager Melk:
Andere Bezeichnungen: "Quarz"
Art des Lagers: Außenkommando, Männerlager
Ort: Niederösterreich, Bezirk Melk, Melk, Birago-Kaserne (Lager) bzw. Roggendorf bei Loosdorf (Stollenanl
Höchste Belegungsstärke: 10.314
Gründung: 20.04.1944
Schließung: 15.04.1945
Firmen, Auftraggeber: Quarz GmbH. (Tochterfirma der Steyr-Daimler-Puch A.G.); Sonderstab Kammler
Arbeitseinsätze: Ausbau von Stollenanlagen; Produktion von Kugellagern; Siedlungsbau; Bau von Hochwasserbehältern
Referenzen - Literatur:
Die Geschichte des Konzentrationslagers Mauthausen
Projekt Quarz. Steyr-Daimler-Puch und das KZ Melk
Il campo die concentramento di Melk. "Commando" di Mauthausen - Impianto sotteraneo "Quarz"
186 ha-madregot : korotav shel na`ar Yehudi ba-mahanot Oshvits, Ma'utha'uzen, Melk ve-Ebenzeh
Konzentrationslager Melk
"Neue Höhlenmenschen". Eine von KZ-Häftlingen errichtete unterirdische Rüstungsfabrik bei Melk an der Donau
Die vergessenen Toten von Melk. Das Melker Konzentrationslager und die Roggendorfer Stollenanlage
Mauthausen, Melk, Ebensee
Kurzgeschichte der Konzentrationslager Mauthausen und seiner drei größten Nebenlager Gusen, Ebensee und Melk
Mauthausen. La neuvième cercle
La parola agli aguzzini. Le SS e i Kapò di Mauthausen svelano de leggi del Lager
Widerstand und Verfolgung in Niederösterreich 1934 - 1945. Eine Dokumentation
Konzentrationslager Melk. Begleitbroschüre zur ständigen Ausstellung in der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Melk
Nationalsozialistisches Management. Zur Person des Generaldirektors der Steyr-Daimler-Puch AG Dr. Georg Meindl
Politisches Management im Wirtschaftskonzern. Georg Meindl und die Rolle des Staatskonzerns Steyr-Daimler-Puch bei der Verwirklichung der NS-Wirtschaftsziele in Österreich
Quelle: http://www.mauthausen-memorial.at/index_open.php
 
#5
Dienstag, 2. April 2013, 10:00 Uhr:
Besichtigung und Führung der/durch die KZ-Gedenkstätte Melk (gleich hinter der Birago-Kaserne) durch
Mag. Paul Magg und/oder SR Walter Schroll. Erfahre mehr über das KZ Melk und Quarz B9 Roggendorf.
Treffpunkt vor der Gedenkstätte.
Anmeldung erforderlich: Paul Magg, 0676/844 715 550, stadtarchiv@stadt-melk.at oder archiv@stadt-melk.at.
Die Gedenkstätte ist in der Bevölkerung kaum bekannt. Es wird im sog. „Krematorium“ die Geschichte um
das Unternehmen Quarz B9 in der Stollenanlage im Wachberg bei Roggendorf dargestellt.
 
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egmar

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#8
Hallo Josef,

hab' leider erst heute aufgedacht, dass ich den Termin hier im Forum auch posten könnte. Vielleicht hat ja jemand trotzdem Urlaub/Zeit :)

Wer Aktuelles lesen will, am besten ab und zu mal hier vorbei schauen:
http://www.quarz-roggendorf.at/index.php?id=28&L=0

oder hier:
https://www.facebook.com/Quarz.B9.Roggendorf

oder hier:
https://www.facebook.com/UnterirdischAT

Lg
Anita
Kann mir mal jemand verraten, warum sich Kammler um Kugellager kümmern hätte sollen?

Egmar
 
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Diver

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#10
Exkursion KZ Melk + Wachberg

Bei schönem Wetter besuchten wir, @zeitgeist + Anhang, die von der SJ Niederösterreich durchgeführte Exkursion in das KZ Melk sowie auf den Wachberg rund um das Gelände des Quarz B9 Roggendorf.

Da im Herbst 2013 @josef ein Usertreffen in jenes Gebiet veranstalten möchte, werde ich nur ein paar Fotos posten.

Wir möchten uns bei den Organisatoren und den Referenten auf diesem Wege, für die sehr gelungene Veranstaltung, bedanken.

Wir sind bei den Usertreffen 2013 auf jeden Fall wieder dabei!

Lg. Thomas
 

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josef

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#14
Das Engagement einiger weniger lokaler "Geschichte-Enthusiasten" dürfte nun doch Früchte tragen:
Das ÖBH ermöglicht nun einen erweiterten Personenkreis den Zutritt zu den durch das ehemalige "KZ-Außenlager Melk" historisch belasteten Teilen der Melker "Birago-Kaserne"!

Dazu ein Artikel aus den "Niederösterreichischen Nachrichten - Bezirksausgabe Melk":
Erinnerungskultur in Melk: „Wollen nichts verbergen“Im April 1944 wurden im Objekt 10 der Birago-Kaserne die Häftlinge des KZ Melk untergebracht.
Erstmals gibt es jetzt organisierte Begleitungen durch das Areal



Seit 70 Jahren prangert „Arbeit macht frei“ im Objekt 10 der Birago-Kaserne.
Auf www.melk-memorial.org können Interessierte Begleitungen auswählen. | Schweiger

In das Objekt 10 auf dem Gelände der Birago-Kaserne müssen Bundesheerler eigentlich nur, wenn sie Werkzeug, Gerätschaften oder andere Gegenstände aus dem Lager holen. Ab dieser Woche wird sich das allerdings ändern, denn in dem abgelegenen Schuppen verbirgt sich ein dunkles Kapitel von Melk:
Im Objekt 10 wurden 1944 die ersten Häftlinge des Konzentrationslagers Melk untergebracht. Der Versuch, Nazi-Parolen mit Farbe zu übermalen, ist mit der Zeit abgeblättert: „Arbeit macht frei“ ist dort nach über 70 Jahren immer noch auf den Holzbrettern zu lesen.

Mit der Zusammenarbeit von Heer und dem Verein „Merkwürdig“ sollen jetzt auch Grundwehrdiener und Soldaten mit der Geschichte der Kaserne verstärkt konfrontiert werden.
„Wir sind uns der Historie bewusst und haben etwa Schulklassen immer auf das Gelände gelassen“, betont Oberst Reinhard Koller. „Wir wollen nichts verbergen, ganz im Gegenteil. Das qualifizierte Personal für organisierte Begleitungen hat uns einfach gefehlt.“

„Wir wollten ein differenziertes Angebot schaffen und das ist uns jetzt gelungen.“Alexander Hauer, Verein "Merkwürdig"
Dass es bisher an ausgebildeten Guides und somit auch an regelmäßigen Begleitungen gescheitert ist, sieht auch der Obmann des Vereins „Merkwürdig“ Alexander Hauer so: „Wir wollten ein differenziertes Angebot schaffen und das ist uns jetzt gelungen.“
Berufsschullehrer Gunter Wolfsberger unternimmt mit seinen Schülern aus Pöchlarn seit 2011 Exkursionen in das KZ Melk. Dass es jetzt organisierte Touren für Soldaten und Interessierte durch das Kasernengelände gibt, freut ihn. „Es hat mich immer schon verwundert, warum man die Grundwehrdiener beim Einrücken nicht schon über die Geschichte aufklärt. Die Jugendlichen verbringen schließlich Monate in der Kaserne“, findet Wolfsberger.

Einen Wermutstropfen gibt es für den Lehrer aber noch: „Es gibt auf dem gesamten Areal keine Gedenktafel, die darauf hinweist, dass hier einmal ein KZ war.“

Erstellt am 28. Juli 2018,
von Denise Schweiger
Erinnerungskultur in Melk: „Wollen nichts verbergen“
 
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josef

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#16
Und auch der ORF-NÖ. berichtet darüber:

KZ-Geschichte als Teil des Grundwehrdienstes
Auf dem Melker Kasernen-Areal befand sich während der NS-Zeit ein Konzentrationslager. Rekruten, die nun in Melk einrücken, werden künftig mit ausgebildeten Begleitern über das Gelände geführt und über die grausamen Ereignisse aufgeklärt.
Die Soldaten schlafen in denselben Räumen wie damals die KZ-Häftlinge und treten montags an jenem Platz an, der im letzten Kriegsjahr zum Ort von Schikane und Gewalt wurde. Und dennoch wissen einige Rekruten der Melker Birago-Kaserne nur wenig über das Konzentrationslager, das hier zwischen 1944 und 1945 bestanden hat. „Davon bekommt man im militärischen Alltag nicht wirklich etwas mit“, erzählt ein Grundwehrdiener. „Ich habe bis jetzt nicht gewusst, dass es das hier gegeben hat“, sagt ein anderer.



ORF/Miriam Steiner

Diese Wissensdefizit soll nun behoben werden. Der Melker Verein MERKwürdig hat sich der Vergangenheitsaufarbeitung verschrieben und sechs Guides ausgebildet, die künftig jedem neu eingerückten Rekruten diesen dunklen Teil der Geschichte ihrer Kaserne näherbringen. Für Organisator und Zeithistoriker Christian Rabl war dieser „Unterricht“ längst naheliegend: „Bis jetzt gab es keine systematische oder gezielte Vermittlungsarbeit für die Rekruten“.

Im Auftrag der Demokratie
Doch gerade für diese jungen Männer sei es von großer Bedeutung, über das Geschehene Bescheid zu wissen, erklärte Rabl: „Grundwehrdiener werden beim Militär ausgebildet, um die Demokratie zu schützen. Sie sollen auch wissen, was passiert, wenn die Demokratie in Gefahr gerät.“ Das Projekt läuft in Kooperation mit dem Bundesheer. „Auch für uns ist es wichtig, dass die Geschichte aufgezeigt und auch weiter vermittelt wird“, betont Felix Höbart von den Melker Pionieren.

Das KZ Melk war im April 1944 zum Zwecke der Rüstungsindustrie errichtet worden. Es war ein Außenlager des Konzentrationslagers in Mauthausen und erreichte im Jänner 1945 mit 11.000 Insassen seinen Höchststand. Die Stadt Melk selbst zählte damals nicht einmal halb so viele Einwohner. Im Krematorium wurden zu dieser Zeit täglich 35 Leichen verbrannt. Bis zum Kriegsende ließen im KZ Melk nahezu 5.000 Menschen ihr Leben.

Miriam Steiner, noe.ORF.at

Links:
Publiziert am12.08.2018







Alle Fotos ORF/Miriam Steiner

KZ-Geschichte als Teil des Grundwehrdienstes
 
#20
Nur zur Doku der Fragebeantwortung (falls der Link verschwindet)
Auf diesem Seziertisch wurden den KZ-Häftlingen nach dem Tod die Goldzähne entfernt - heute erinnern weiße Rosen an diese Opfer.
 
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