Mit dem Kanu im überschwemmten Bergwerk (SLO)

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Ahoi!

Auf der Suche nach unteridrischem Sommerprogramm für heuer bin ich auf das ehemalige Bergwerk in Mežica (in Slowenien, gleich hinter der Grenze bei Bleiburg) gestoßen. Dort können ein paar der etwa 1000km Stollen mit dem Rad befahren werden (Das geht sowohl familientauglich als auch in Doppelschwarz-Downhill). Weiters gibt es die Möglichkeit, dort mit dem Kanu zu fahren.
Der Hintergrund ist, dass das Bergwerk bis zur Höhe des Entwässerungsstollen abgesoffen ist, die Ebene mit der Wasseroberfläche kann besucht werden.

Dazu fährt man zuerst mit einem Zug in den Berg. Die Lok schafft etwa 15km/h, der Zustand der Geleise und der zur Passagierbeförderung nachgezogenen "Hundehütten" (ohne Beleuchtung) lässt dennoch Schnellzugfeeling aufkommen. Die Waggons sind übrigens breit genug für 4 Arschbacken, nicht aber für 2 Schultern. Aber so lange ist die Fahrt nicht, das hält man aus.
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Im Berg geht es dann entlang zweier Schrägaufzüge nach unten, dazwischen wird man mit Wathose und Schwimmweste ausgestattet.
Der Unterschied zwischen vorher und nachher beim Begehen der endlos langen, engen und unregelmäßigen Stiegen mit einem einzigen rostigen Handlauf ist deutlich merkbar. Allerdings rinnt übringens ein kontinuierlicher Wasserfluss entlang des Handlaufs, sodass zumindest ich die Oberfläche nicht als unsauber oder unhygienisch wahrgenommen habe.
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Unten angekommen, steigt man in das oberschenkelhohe Wasser und fasst ein Boot aus, das man dann ein kleines Stückerl gegen die Strömung in die erste Kaverne zieht.
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Es gibt eine kurze Unterweisung ("You cannot get lost. If you can't find me, I will find you!") und dann darf man sich auf dieser Ebene eine Stunde mit dem Boot und "am Ufer" in den Kavernen frei bewegen, nur beleuchtet durch die eigenen Helmlampen (oder was man sonst noch an Lichtquellen hineingeschmuggelt hat).
Es gibt enge Gänge, Seen, Sackgassen und große Kavernen.
Das Wasser ist kristallklar, man sieht die "Löcher", die in die unteren Ebenen führen würden, ziemlich gut.
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Anschließend folgt noch eine Führung durch das Bergwerk zu Fuß (ohne Wathose) und eine sog. Knappenjause.
Letztere ist hinsichtlich der Inszenierung ist ein besonderes Highlight. Man stapft durch das staubige, halbdunkle Bergwerk, biegt um eine Ecke und plötzlich riecht es nach frisch geschnittenem Speck:p.
Da ist die innere Uhr schnell auf "Mittagszeit und Jausenzeit" abgeglichen.


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