monowitz ?

G

grübelmonster

Guest
#1
moin zusammen!

bin neumitglied, habe aber schonmal vor gut zwei jahren hier regelmäßig gestöbert und mitgelesen. bin mir deswegen ziemlich sicher, folgenden link hier bei euch gefunden zu haben: http://www.3dshort.com/NAZIBOMB2/CRITICALMASS.TXT
mittlerweile umgezogen auf: http://saba.fateback.com/criticalmass/begin.html

leider kann ich hier im forum nichts finden, vielleicht ist die suchmaschine etwas unscharf ?

carter p. hydrick stellt hier in seinem internetbuch "critical mass" von 1998 einige thesen auf:
1. umfangreiches zu bormann/odessa. finde ich persönlich nicht so interessant, gehört auch kaum hierher.
2. u-235 mit der problematik u234/238/oxid ist soweit bekannt aber hier schön ausführlich und sehr schön belegt
3. das wunder der amerikanischen atombombe hinterfragt. (plötzlich war genug u234 und zünder da…)
4. these ausschwitz/monowitz als deutsches oak ridge ???

meine fragen:
gab es dazu hier schonmal eine diskusion, die ich nur nicht finden kann?

wer kennt zu 3. weitere seriöse quellen ? war da wirklich ein mangel, fehlen wirklich amerikanische produktionsdokumente?

was haltet ihr von 4.? tatsache ist, daß die quellenlage zu dem angeblichen bunawerk sehr dürftig ist, obwohl da ein riesenwerk entstand und seltsamkeiten "gemunkelt" werden. ist euch diese these als solches bekannt?

schönes forum! :)
andreas aus berlin
 
G

grübelmonster

Guest
#2
2. u-235 mit der problematik u234/238/oxid ist soweit bekannt aber hier schön ausführlich und sehr schön belegt
da ich nun gut drei jahre später die erste reaktion bekomme :D , wenn auch nur über PN, wird es zeit, daß ich meinen peinlichen zahlendreher korrigiere.
es muß natürlich heißen:

"2. u-boot u-234 mit der problematik u235/238/oxid..."


leider habe ich zu punkt 4 immer noch keine weiteren sekundärquellen gefunden, um das bunawerk monowitz scheint etwas nebel zu wallen. warum konnte es in fast vier jahren nicht fertiggestellt werden, obwohl buna dringlich und I.G.farben sehr erfahren in großprojekten war? war es wirklich so wahnsinnig teuer? hydrick spricht von 900 millionen reichsmark... hat die baustelle wirklich so wahnsinnig viel elektrischen strom verbraucht, obwohl dort nichts zur produktion kam und buna sinnvollerweise eher mit kohle direkt befeuert wird? hydrick gibt als vergleich das damalige berlin, großstadt und riesiger rüstungsstandort, hätte ähnlich viel strom verbraucht... seine quelle für beides "joseph borkin, the crime and punishment of I.G.farben"

seine these monowitz als deutsches oak ridge ist höchst spekulativ, aber die drei genannten punkte sind schon seltsam und sollten sich doch klären lassen! warum ist dies so schwierig? aber irgendwann werde ich mir doch mal seine primärquellen vornehmen. auf die nächsten drei jahre!

gruß vom grübelmonster
 

SuR

... wie immer keine Zeit ...
Mitarbeiter
#3
Hallo und Respekt für Deinen Durchhaltewillen. :D

Das mit dem enorm hohen Stromverbrauch klingt ehrlich gesagt nicht sonderlich glaubwürdig.

Für solche Aussagen sind die zitierten Primärquellen von erheblicher Bedeutung.
Es wäre ja nicht das erste Mal, dass sich ein auf den ersten Blick sauber recherchiertes "Fach"buch zum Thema dt. Atomforschung bei näherer Betrachtung in gewissen Kapiteln als Schund erster Güte herausstellt. Die meisten wissen sicher, welches Buch ich meine.

Diese (angeblichen?) Angaben zum Stromverbrauch dürften sich ziemlich einfach verifizieren oder falsifizieren lassen, indem man überschlägig gegenrechnet, ob die damalige Stromprodution und das damalige Leitungsnetz sowas überhaupt zugelassen hätte.
 
H

hebbel

Guest
#5
Zur Frage der Wichtigkeit von Monowitz:
Interessant ist, daß 1943 in Deutschland die Produktion von Buna S mit 110569 t den Verbrauch von 91008 t übertraf. Allerdings konnte Buna S den Naturkautschuk in vielen Anwendungsgebieten nicht oder zumindest nicht gleichwertig ersetzen. Probleme wird es also erst mit der Bombardierung der chemischen Industrie gegeben haben.
Eine sehr interessante Quelle: http://www.uni-tuebingen.de/uni/wwl/streb-ht.doc

Der Industrie soll vom Projekt nicht "begeistert" gewesen sein und vielmehr auf die Kapazitätsausweitung der bestehenden Werke gesetzt haben.

Gruß
Dieter
 
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