„Kennst du Kärnten“
Als einst Gold und Silber abgebaut wurden
Im historischen Rückblick war Kärnten ein wichtiges Bergbau-Zentrum in Europa. Vor allem der Abbau von Gold und Silber war gewinnbringend. Trotz der schwierigen klimatischen Bedingungen, die den Bergbau zum Beispiel in der Teuchl auf die Sommermonate beschränkten, wurde er bis zum 18. Jahrhundert betrieben.
Online seit heute, 6.45 Uhr
Teilen
Als einst Gold und Silber abgebaut wurden
Als einst Gold und Silber abgebaut wurden
Im historischen Rückblick war Kärnten ein wichtiges Bergbau-Zentrum in Europa. Vor allem der Abbau von Gold und Silber war gewinnbringend. Trotz der schwierigen klimatischen Bedingungen, die den Bergbau zum Beispiel in der Teuchl auf die Sommermonate beschränkten, wurde er bis zum 18. Jahrhundert betrieben.
Online seit heute, 6.45 Uhr
Teilen
Neben Kohle seien in Kärnten viele weitere Rohstoffe geschürft und abgebaut worden. Besonders Gold und Silber hätten im Verlauf der letzten Jahrhunderte zu den Metallen gehört, die in Kärnten gewinnbringend gefördert wurden, sagte die Historikerin Manuela Maier. Die Vorkommen seien so reichhaltig gewesen, dass der Naturforscher Belsazar Hacquet in einer seiner Publikationen sehr überschwänglich darüber berichtete: „Er hat geschrieben, dass es kaum ein so kleines Land in Europa gibt, in dem so viel Bergbau getrieben wird, wie in Kärnten“.
ORF
Sanierte Hochöfen in der Heft in Hüttenberg
In der Teuchel wurde Silber abgebaut
Im 18. Jahrhundert wurden in Kärnten neben Gold auch Blei, Eisen und Silber abgebaut. Neben den heute noch bekannten Bergbauorten wie Hüttenberg (Heft) und Bleiberg habe es auch viele andere Abbaustätten gegeben, erklärte Maier: „Aus dem ältesten Rechnungsbuch des Berggerichtsbezirks Obervellach aus dem Jahr 1480 erfährt man, dass in der Teuchel, auch Teichel genannt, einem Nebental des Mölltals, auch Silber abgebaut wurde. Und das Tal wird als rau und sonnenarm beschrieben und auch als klimatisch äußerst ungünstig gelegen.“
Zur Teuchl: „Im Winter ein wahres Sibirien“
Die Bedingungen im Tal waren so ungünstig, dass der Bergbau jedes Jahr bereits im September eingestellt werden musste, so Mayer: „Sie lagen bis Pfingsten des darauffolgenden Jahres still. Der Bergbaubetrieb beschränkte sich somit nur auf die Sommermonate.“ Auch der Friesacher Geistliche und Forscher Franz Lorenz Hohenauer beschreibt die Teuchl als einen der isoliertesten und traurigsten Orte unserer Provinz, sagte Maier: „Es soll ein Exil sein. Zumal im Winter ein wahres Sibirien.“
ORF
Die Teuchl im Winter
Gold und Silber zogen Menschen in die Teuchl
Vor allem Gold und Silber dürften die Menschen in die Teuchl gelockt haben, so Mayer: „An drei Orten, die er hier nennt, – in der Dechant, am Ladelnig und bei den Stollgruben – soll sich noch im 16. Jahrhundert ein Bergbau auf Gold und Silber befunden haben.“
Bis 1747 seien auch diese Gruben dem Verfall preisgegeben worden. Doch der Bergbau habe nicht so schnell aufgegeben, wie es auf den ersten Blick scheint. „Es hat dann im selben Jahr eine Untersuchung durch die Staatsverwaltung gegeben und der Bergbau wurde neuerlich erhoben. Im Zuge dessen konnten Erzgänge, Lager sowie Gold- und Silbergehalt rekonstruiert werden.“
Bau einer eigenen Schmelzhütte
Ab diesem Zeitpunkt sei man auch wirtschaftlicher vorgegangen, um sich den Fuhrlohn zu den Schmelzöfen im Drautal zu ersparen. Daher sei in der Teuchl eine eigene Schmelzhütte gebaut worden: „Diese wurde aber nie ganz ausgebaut und steht, wie es so schön heißt, mit unnützer Herrlichkeit noch heute zu Tage, so der Bericht Franz Wöllners.“
Auf lange Sicht waren die Investitionen dann aber doch höher als die Erlöse und so ist „der Bergbau dann Ende des 18. Jahrhunderts gänzlich eingestellt worden.“ Etwas ist geblieben. Wandert man durch die Teuchel, könne man die Reste der Schmelzhütte als stumme Zeitzeugen heute noch sehen, sagte Historikerin Maier.
06.05.2025 red, kaernten.ORF.at
Links:
Mölltal: Das Tal der tausend Stollen
Geschichtsverein Kärnten
Sanierte Hochöfen in der Heft in Hüttenberg
In der Teuchel wurde Silber abgebaut
Im 18. Jahrhundert wurden in Kärnten neben Gold auch Blei, Eisen und Silber abgebaut. Neben den heute noch bekannten Bergbauorten wie Hüttenberg (Heft) und Bleiberg habe es auch viele andere Abbaustätten gegeben, erklärte Maier: „Aus dem ältesten Rechnungsbuch des Berggerichtsbezirks Obervellach aus dem Jahr 1480 erfährt man, dass in der Teuchel, auch Teichel genannt, einem Nebental des Mölltals, auch Silber abgebaut wurde. Und das Tal wird als rau und sonnenarm beschrieben und auch als klimatisch äußerst ungünstig gelegen.“
Zur Teuchl: „Im Winter ein wahres Sibirien“
Die Bedingungen im Tal waren so ungünstig, dass der Bergbau jedes Jahr bereits im September eingestellt werden musste, so Mayer: „Sie lagen bis Pfingsten des darauffolgenden Jahres still. Der Bergbaubetrieb beschränkte sich somit nur auf die Sommermonate.“ Auch der Friesacher Geistliche und Forscher Franz Lorenz Hohenauer beschreibt die Teuchl als einen der isoliertesten und traurigsten Orte unserer Provinz, sagte Maier: „Es soll ein Exil sein. Zumal im Winter ein wahres Sibirien.“
Die Teuchl im Winter
Gold und Silber zogen Menschen in die Teuchl
Vor allem Gold und Silber dürften die Menschen in die Teuchl gelockt haben, so Mayer: „An drei Orten, die er hier nennt, – in der Dechant, am Ladelnig und bei den Stollgruben – soll sich noch im 16. Jahrhundert ein Bergbau auf Gold und Silber befunden haben.“
Bis 1747 seien auch diese Gruben dem Verfall preisgegeben worden. Doch der Bergbau habe nicht so schnell aufgegeben, wie es auf den ersten Blick scheint. „Es hat dann im selben Jahr eine Untersuchung durch die Staatsverwaltung gegeben und der Bergbau wurde neuerlich erhoben. Im Zuge dessen konnten Erzgänge, Lager sowie Gold- und Silbergehalt rekonstruiert werden.“
Bau einer eigenen Schmelzhütte
Ab diesem Zeitpunkt sei man auch wirtschaftlicher vorgegangen, um sich den Fuhrlohn zu den Schmelzöfen im Drautal zu ersparen. Daher sei in der Teuchl eine eigene Schmelzhütte gebaut worden: „Diese wurde aber nie ganz ausgebaut und steht, wie es so schön heißt, mit unnützer Herrlichkeit noch heute zu Tage, so der Bericht Franz Wöllners.“
Auf lange Sicht waren die Investitionen dann aber doch höher als die Erlöse und so ist „der Bergbau dann Ende des 18. Jahrhunderts gänzlich eingestellt worden.“ Etwas ist geblieben. Wandert man durch die Teuchel, könne man die Reste der Schmelzhütte als stumme Zeitzeugen heute noch sehen, sagte Historikerin Maier.
06.05.2025 red, kaernten.ORF.at
Links:
Mölltal: Das Tal der tausend Stollen
Geschichtsverein Kärnten












