Klagen über Missstände
US-Flugzeugträger in Nahost wird abgelöst
Nach alarmierenden Beschwerden über Missstände auf der „USS Abraham Lincoln“ soll der in Nahost eingesetzte Flugzeugträger laut Medienberichten abgelöst werden. Ersetzt wird er durch die „USS George Washington“, wie mehrere US-Medien Donnerstagabend unter Berufung auf Insider meldeten. Die „USS Abraham Lincoln“ befindet sich Berichten zufolge bereits seit sieben Monaten auf hoher See im Nahen Osten. Die Versorgung sei schlecht, viele Seeleute und Marinesoldaten an Bord kämpfen laut Angehörigen und dem US-Kongress mit psychischen Problemen.
Online seit gestern 13.08.2026, 21.52 Uhr (Update: heute, 7.22 Uhr)
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Klagen über Missstände: US-Flugzeugträger in Nahost wird abgelöst
US-Flugzeugträger in Nahost wird abgelöst
Nach alarmierenden Beschwerden über Missstände auf der „USS Abraham Lincoln“ soll der in Nahost eingesetzte Flugzeugträger laut Medienberichten abgelöst werden. Ersetzt wird er durch die „USS George Washington“, wie mehrere US-Medien Donnerstagabend unter Berufung auf Insider meldeten. Die „USS Abraham Lincoln“ befindet sich Berichten zufolge bereits seit sieben Monaten auf hoher See im Nahen Osten. Die Versorgung sei schlecht, viele Seeleute und Marinesoldaten an Bord kämpfen laut Angehörigen und dem US-Kongress mit psychischen Problemen.
Online seit gestern 13.08.2026, 21.52 Uhr (Update: heute, 7.22 Uhr)
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Laut CNN war der Austausch der Schiffe bereits geplant. Unklar war laut beiden Sendern hingegen, wie lange das Ganze dauert. NBC News zufolge dauert ein solcher Wechsel gewöhnlich mehrere Wochen. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte sich wenige Stunden vor Bekanntwerden des Abzugs zur Causa gegenüber dem US-Medium Newsmax geäußert.
Die Berichte seien „missinterpretiert“ worden, so Hegseth. Man würde dafür sorgen, „dass jedes Schiff, jede Besatzung und jeder Kapitän zu jedem Zeitpunkt über alles verfügt, was man ihnen bieten könne“. Es sei „unglaublich“, was die Seeleute unter „kargen Bedingungen“ leisten würden. Laut früheren Angaben der US Navy war die „USS George Washington“ Ende Juli im vietnamesischen Da Nang eingelaufen. Am Mittwoch war dann bekanntgeworden, dass der Flugzeugträger die Hafenstadt im Zentrum des südostasiatischen Landes bereits am 5. August verlassen hat. Wohin er samt Verbund steuerte, war zu dem Zeitpunkt unklar.
Centcom: Falschberichterstattung
Das US-Militär wies in der Nacht auf Freitag Berichte über Missstände auf dem Flugzeugträger zurück. Er weise unter allen der US Navy eine der höchsten Wiederverpflichtungsraten der Besatzung mit 84,4 Prozent auf, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom via X mit. Eine solche Rate beschreibt den Anteil der Soldaten, die freiwillig weiter im Militär bleiben, nachdem ihre Vertragszeit abgelaufen ist.
Von Centcom hieß es in der Nacht auf Freitag weiter, die Matrosen und Marines blieben widerstandsfähig und entschlossen, nachdem sie mehr als 260 Tage auf See verbracht hätten. Anders als berichtet sei kein Besatzungsmitglied an Bord des Flugzeugträgers ums Leben gekommen. Ein Matrose, der am 3. August über Bord gegangen sei, sei schnell und sicher geborgen worden, hieß es weiter. Centcom sprach von Falschberichterstattung.
US-Senator verlangte Aufklärung
Kurz zuvor hatten Mitglieder des US-Senats Aufklärung über die Zustände auf der „USS Abraham Lincoln“ gefordert. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump solle erklären, was sie tue, um die Streitkräfte auf dem schwimmenden Luftwaffenstützpunkt zu unterstützen, schrieb der Senator aus dem Bundesstaat Connecticut, Richard Blumenthal, auf der Plattform X. „Weitverbreitete Berichte über Versorgungsengpässe, Probleme bei den Sanitäranlagen, eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit und mehr erfordern sofortiges Handeln.“
Der Demokrat richtete als Mitglied des Senatskomitees für die US-Streitkräfte eine offizielle Anfrage an Verteidigungsminister Hegseth und Marinestaatssekretär Hung Cao. Darin heißt es, die „Abraham Lincoln“ habe seit nunmehr fast sieben Monaten keinen Hafen mehr angelaufen – eine Rekorddauer, die für die Besatzung offenbar spürbar zur Belastung wird. Es gebe zahlreiche Berichte über Probleme, etwa bei der Grundversorgung und den Sanitäranlagen auf dem Schiff, so Blumenthal.
Probleme bei Versorgung und Sanitäranlagen
Fehlende Seife und verstopfte Klos seien nicht einmal das schlimmste Problem: Bei Soldatinnen und Soldaten sei eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit festzustellen, heißt es. Es seien „Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Außendecks“ geäußert worden, hieß es. Störungen im Postverkehr hätten zudem dazu geführt, dass viele an das Schiff adressierte Versorgungspakete über Monate auf dem Transportweg verloren gegangen seien.
IMAGO/ZUMA Press Wire/Handout/U.s Navy
Rund 5.000 Seeleute und Marinesoldaten befinden sich an Bord der „USS Abraham Lincoln“
Senatsdelegation wollte „Lincoln“ besuchen
Auf Blumenthals Fragen, etwa wie die Regierung mit der wachsenden Ermüdung und Belastung der Truppe auf der „Abraham Lincoln“ umgehen werde, hätten die adressierten Ressorts bis zum 27. August antworten sollen. Sein demokratischer Senatskollege aus Arizona, Ruben Gallego, kündigte an, den Flugzeugträger mit einer parteiübergreifenden Delegation besuchen zu wollen, um die Lage in Augenschein zu nehmen.
„Die Geschichten von Besatzungsmitgliedern, die damit drohen, vom Schiff zu springen, sind ein erschreckendes Alarmsignal dafür, wie schlimm die Situation geworden ist“, schrieb er auf X. Trumps Umgang mit seinen Marinetruppen sei „nicht nur abstoßend, sondern auch gefährlich“, kritisierte Gallego. „Diese Seeleute haben ein Anrecht darauf zu wissen, wann sie nach Hause zurückkehren werden.“ Die US-Armee äußerte sich zunächst nicht dazu.
„Zerstörtes Vertrauen zu US-Führung“
Über die Zustände an Bord hatten zuerst die beiden Militärzeitschriften „Navytimes“ und „Stars and Stripes“ berichtet. Viele Angehörige der Seeleute hätten sich in den Blättern über die schlechten Bedingungen an Bord geäußert. Einige berichteten auch über ein zerstörtes Vertrauen „zwischen uns und der US-Führung“.
Auch im April gab es laut „Guardian“ bereits eine Welle öffentlicher Kritik an den Zuständen. Fotos von minderwertigen Lebensmitteln tauchten auf, außerdem gab es auch damals schon Berichte über Wasserknappheit, verschimmelte Duschen und defekte Waschmaschinen. Verteidigungsminister Hegseth wies die Berichte als Fake News zurück.
Bericht über extreme Arbeitsbedingungen
Der Nachrichtensender MS NOW berichtete unter Berufung auf Angehörige über extrem lange Arbeitsschichten und gefährliche Arbeitsbedingungen, etwa am Deck des Flugzeugträgers, laut dem Sender bereits einer der gefährlichsten Orte im US-Militär. Es herrsche stets große Verbrennungsgefahr, die Gefahr von Hörverlust sei allgegenwärtig, zudem fänden die Arbeiten zu jeder Tageszeit und zu jeden Witterungsbedingungen statt.
Die „USS Abraham Lincoln“ hatte San Diego am 21. November verlassen und war ursprünglich für den Einsatz im Südchinesischen Meer bestimmt. Als das US-Militär jedoch Anfang Jänner seine Präsenz in Nahost ausbaute, wurde das Schiff im Zuge der US-israelischen Angriffe im Iran gemeinsam mit ihren Begleitschiffen in den Nahen Osten umgeleitet.
Seitdem war die über 5.000 Köpfe zählende Crew laut dem Sender MS NOW nur zwei Tage an Land: einmal im US-Außengebiet Guam im Dezember und in Oman im Juli. Der Einsatz hätte ursprünglich im Mai enden sollen, wurde aber wegen des andauernden Krieges immer wieder verlängert. Der Flugzeugträger ist seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar im Arabischen Meer im Einsatz, um die US-Seeblockade gegen Schiffe durchzusetzen, die versuchen, iranische Häfen anzulaufen oder zu verlassen.
14.08.2026, red, ORF.at/Agenturen
Die Berichte seien „missinterpretiert“ worden, so Hegseth. Man würde dafür sorgen, „dass jedes Schiff, jede Besatzung und jeder Kapitän zu jedem Zeitpunkt über alles verfügt, was man ihnen bieten könne“. Es sei „unglaublich“, was die Seeleute unter „kargen Bedingungen“ leisten würden. Laut früheren Angaben der US Navy war die „USS George Washington“ Ende Juli im vietnamesischen Da Nang eingelaufen. Am Mittwoch war dann bekanntgeworden, dass der Flugzeugträger die Hafenstadt im Zentrum des südostasiatischen Landes bereits am 5. August verlassen hat. Wohin er samt Verbund steuerte, war zu dem Zeitpunkt unklar.
Centcom: Falschberichterstattung
Das US-Militär wies in der Nacht auf Freitag Berichte über Missstände auf dem Flugzeugträger zurück. Er weise unter allen der US Navy eine der höchsten Wiederverpflichtungsraten der Besatzung mit 84,4 Prozent auf, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom via X mit. Eine solche Rate beschreibt den Anteil der Soldaten, die freiwillig weiter im Militär bleiben, nachdem ihre Vertragszeit abgelaufen ist.
Von Centcom hieß es in der Nacht auf Freitag weiter, die Matrosen und Marines blieben widerstandsfähig und entschlossen, nachdem sie mehr als 260 Tage auf See verbracht hätten. Anders als berichtet sei kein Besatzungsmitglied an Bord des Flugzeugträgers ums Leben gekommen. Ein Matrose, der am 3. August über Bord gegangen sei, sei schnell und sicher geborgen worden, hieß es weiter. Centcom sprach von Falschberichterstattung.
US-Senator verlangte Aufklärung
Kurz zuvor hatten Mitglieder des US-Senats Aufklärung über die Zustände auf der „USS Abraham Lincoln“ gefordert. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump solle erklären, was sie tue, um die Streitkräfte auf dem schwimmenden Luftwaffenstützpunkt zu unterstützen, schrieb der Senator aus dem Bundesstaat Connecticut, Richard Blumenthal, auf der Plattform X. „Weitverbreitete Berichte über Versorgungsengpässe, Probleme bei den Sanitäranlagen, eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit und mehr erfordern sofortiges Handeln.“
Der Demokrat richtete als Mitglied des Senatskomitees für die US-Streitkräfte eine offizielle Anfrage an Verteidigungsminister Hegseth und Marinestaatssekretär Hung Cao. Darin heißt es, die „Abraham Lincoln“ habe seit nunmehr fast sieben Monaten keinen Hafen mehr angelaufen – eine Rekorddauer, die für die Besatzung offenbar spürbar zur Belastung wird. Es gebe zahlreiche Berichte über Probleme, etwa bei der Grundversorgung und den Sanitäranlagen auf dem Schiff, so Blumenthal.
Probleme bei Versorgung und Sanitäranlagen
Fehlende Seife und verstopfte Klos seien nicht einmal das schlimmste Problem: Bei Soldatinnen und Soldaten sei eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit festzustellen, heißt es. Es seien „Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Außendecks“ geäußert worden, hieß es. Störungen im Postverkehr hätten zudem dazu geführt, dass viele an das Schiff adressierte Versorgungspakete über Monate auf dem Transportweg verloren gegangen seien.
Rund 5.000 Seeleute und Marinesoldaten befinden sich an Bord der „USS Abraham Lincoln“
Senatsdelegation wollte „Lincoln“ besuchen
Auf Blumenthals Fragen, etwa wie die Regierung mit der wachsenden Ermüdung und Belastung der Truppe auf der „Abraham Lincoln“ umgehen werde, hätten die adressierten Ressorts bis zum 27. August antworten sollen. Sein demokratischer Senatskollege aus Arizona, Ruben Gallego, kündigte an, den Flugzeugträger mit einer parteiübergreifenden Delegation besuchen zu wollen, um die Lage in Augenschein zu nehmen.
„Die Geschichten von Besatzungsmitgliedern, die damit drohen, vom Schiff zu springen, sind ein erschreckendes Alarmsignal dafür, wie schlimm die Situation geworden ist“, schrieb er auf X. Trumps Umgang mit seinen Marinetruppen sei „nicht nur abstoßend, sondern auch gefährlich“, kritisierte Gallego. „Diese Seeleute haben ein Anrecht darauf zu wissen, wann sie nach Hause zurückkehren werden.“ Die US-Armee äußerte sich zunächst nicht dazu.
„Zerstörtes Vertrauen zu US-Führung“
Über die Zustände an Bord hatten zuerst die beiden Militärzeitschriften „Navytimes“ und „Stars and Stripes“ berichtet. Viele Angehörige der Seeleute hätten sich in den Blättern über die schlechten Bedingungen an Bord geäußert. Einige berichteten auch über ein zerstörtes Vertrauen „zwischen uns und der US-Führung“.
Auch im April gab es laut „Guardian“ bereits eine Welle öffentlicher Kritik an den Zuständen. Fotos von minderwertigen Lebensmitteln tauchten auf, außerdem gab es auch damals schon Berichte über Wasserknappheit, verschimmelte Duschen und defekte Waschmaschinen. Verteidigungsminister Hegseth wies die Berichte als Fake News zurück.
Bericht über extreme Arbeitsbedingungen
Der Nachrichtensender MS NOW berichtete unter Berufung auf Angehörige über extrem lange Arbeitsschichten und gefährliche Arbeitsbedingungen, etwa am Deck des Flugzeugträgers, laut dem Sender bereits einer der gefährlichsten Orte im US-Militär. Es herrsche stets große Verbrennungsgefahr, die Gefahr von Hörverlust sei allgegenwärtig, zudem fänden die Arbeiten zu jeder Tageszeit und zu jeden Witterungsbedingungen statt.
Die „USS Abraham Lincoln“ hatte San Diego am 21. November verlassen und war ursprünglich für den Einsatz im Südchinesischen Meer bestimmt. Als das US-Militär jedoch Anfang Jänner seine Präsenz in Nahost ausbaute, wurde das Schiff im Zuge der US-israelischen Angriffe im Iran gemeinsam mit ihren Begleitschiffen in den Nahen Osten umgeleitet.
Seitdem war die über 5.000 Köpfe zählende Crew laut dem Sender MS NOW nur zwei Tage an Land: einmal im US-Außengebiet Guam im Dezember und in Oman im Juli. Der Einsatz hätte ursprünglich im Mai enden sollen, wurde aber wegen des andauernden Krieges immer wieder verlängert. Der Flugzeugträger ist seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar im Arabischen Meer im Einsatz, um die US-Seeblockade gegen Schiffe durchzusetzen, die versuchen, iranische Häfen anzulaufen oder zu verlassen.
14.08.2026, red, ORF.at/Agenturen
