josef

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#1
Ein Programmpunkt meiner „Ennstalfahrt“ vorige Woche war der Besuch des „Forstmuseums Silvanum“ in Großreifling, Gemeinde Landl. Im Freigelände ist ein „Kippmastseilkran“, aufgebaut auf einem Raupenfahrgestell mit der Typenbezeichnung „Motormuli“, gebaut in den 1950iger Jahren des vorigen Jahrh., ausgestellt. Der „Motormuli“ als Trägerfahrzeug kann seine „Abstammung“ vom „Raupenschlepper Ost“ (RSO) der Steyr-Daimler-Puch AG. nicht verleugnen! Dazu nachstehend einige Bilder…

Übrigens kann ich jeden nur einigermaßen am Forstwesen allgemein, Holzschlägerung, Holzbringung usw. Interessierten den Besuch dieses einmaligen Museums empfehlen!
 

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H

Harald 41

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#2
Hallo Josef;

War vor ca 4 Jahren in Frauestein kommt nach Molln in Oberösterreich im Urlaub,könnte sein das ich so ein Fahrzeug im Nationalpark Kalkalpen gesehen habe:fragend
Villeicht nicht mehr ganz so schön,kommt mir aber bekannt vor.

LG Harry
 
#4
RSO - Weiterentwicklungen

Der Motor-Muli wurde u.a. auch vom Österreichischen Bundesheer eingesetzt. Ein Exemplar wurde in Mittenwald/Luttensee und Oberjettenberg/Reiteralpe für die Bundeswehr/Gebirgstruppe getestet und erprobt - zu einer Einführung kam es damals aber nicht!
Auch die Österreichische Post setzte im alpinen Bereich - um Innsbruck - einen Muli in der Version als Bus ein! Der müsste eigentlich noch erhalten sein bei den Fahrzeugen des Österreischischen Post-Museum.

Bei Magirus-Deutz in Ulm wurde nach dem Krieg aus dem RSO ein "Halbkettenfahrzeuge" für die Forstarbeit. Ein Exemplat steht heute im Technischen Museum Sinnsheim.

mfg Fred
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#5
Der Motor-Muli wurde u.a. auch vom Österreichischen Bundesheer eingesetzt. Ein Exemplar wurde in Mittenwald/Luttensee und Oberjettenberg/Reiteralpe für die Bundeswehr/Gebirgstruppe getestet und erprobt - zu einer Einführung kam es damals aber nicht!
Auch die Österreichische Post setzte im alpinen Bereich - um Innsbruck - einen Muli in der Version als Bus ein! Der müsste eigentlich noch erhalten sein bei den Fahrzeugen des Österreischischen Post-Museum.
mfg Fred
Hallo Fred,

Da ist auch ein Bild einer restaurierten "Pionierzugmaschine Motormuli M80" des ÖBH drauf:

http://www.stefan-legat.at/vehicles.php


... laut diesem Prospekt der "Postbus Oldtimer-Flotte" kann der Muli für Nostalgiefahrten (Gelände ?) gemietet werden:

http://www.postbus.at/de/Bus_mieten/Oldtimer_Flyer_3.pdf


und zu guter Letzt noch eine kurze, geraffte Geschichte vom RSO:

Steyr 470 - der Raupenschlepper Ost (RSO):
Im Jänner 1942 wurden Hitler erste Entwürfe über ein neues Fahrzeugkonzept, das aus rationellen Gründen auf möglichst vielen Komponenten des 1500A bestand, vorgelegt und auch von ihm genehmigt. Dies war die Geburtsstunde des RSO. Hitler sah im RSO das geeignete Fahrzeug für den Feldzug gegen die Sowjetunion. Unter Verwendung möglichst vieler Komponenten aus dem 1500A wurde Anfang 1942 in nur 53 Tagen ein Fahrzeug für Probefahrten bereitgestellt. Nach eingehenden Tests im hochalpinen Gebiet sowie in den Donauauen konnten beeindruckende Testergebnisse präsentiert werden. Unter voller Konzentration auf die Entwicklung konnte bereits am 27. August 1942 der RSO dem Reichminister für Bewaffnung und Munition, Speer, und dem Vorsitzenden des Panzerausschusses, Porsche, präsentiert werden. Unter dem Eindruck der Berichte ordnete Hitler umgehend persönlich die Produktion an. So soll er damals eine Produktion von 2000 Fahrzeugen bis Ende 1942 befohlen haben, die dann bis Ende 1943 auf 2400 Einheiten/Monat zu steigern gewesen wäre. Er verfolgte danach mit Interesse die Geschehnisse rund um dieses Kettenfahrzeug und ließ es sich am 4.Jänner 1943 von Meindl persönlich vorführen. Diese extrem kurze Entwicklungsphase führte für das Hauptwerk in Steyr am 29. Jänner 1943 zur Verleihung des Titels "Kriegsmusterbetrieb". Steyr fertigte bis Jahresbeginn 1944 ca. 2.600 Stück. Als Lizenznehmer traten die Firmen Gräf & Stift, Klöckner-Humbold-Deutz (KHD) und Auto- Union/Wanderer auf. Der bedeutendste Nachbau hinsichtlich Stückzahl fand bei KHD mit 12.474 Fahrzeugen statt, gefolgt von Gräf & Stift mit 7.695 und Auto Union mit 5.650 RSO. Auto Union fertigte somit mehr als doppelt so viele RSO wie der Lizenzgeber selbst.
Das besondere in diesem Fahrzeug war seine geringe Bodenpressung (die Fachliteratur spricht von nur 0,18 kg/cm2 bei voller Beladung mit Winterkette). Diese Eigenschaft verdankt der nur 3.400 kg schwere Kletterer (70 % Steigfähigkeit auf griffigem Boden ohne Anhänger) seinen Raupenketten und seinem Laufwerk. Trotz des geringen Bodendrucks wurde die notwendige Griffigkeit durch eine überlegte Anordnung der Stollen und Höcker auf den Ketten erzielt. Zusätzlich konnten aufsteckbare Blechglieder die Kette "wintertauglich" machen. Immerhin erreichte der RSO eine Höchstgeschwindigkeit von 17 km/h max. im 4. Gang. Als Triebwerk wurde der schon aus dem 1500A bekannte luftgekühlte V8 Benzinmotor mit 70 PS Dauerleistung verwendet. Um den Fahrbedingungen im schwierigen Gelände zu entsprechen, wurde das Fahrwerk auf Längsstabilität und geringe Neigung zu Nickschwingungen optimiert. An dieser Stelle sei auch Oskar Hacker erwähnt. Er konnte als technischer Direktor der Steyr-Werke mit seinen Erfahrungen, die er durch die Entwicklung der Austro Daimler Motorkarette (ADMK) gewinnen konnte, die Entwicklung des RSO deutlich beeinflussen. Nach dem 2. Weltkrieg erstand der RSO in einer zivilen Bauform als Motormuli wieder.
Die schon mehrfach angesprochene Kletterfähigkeit, natürlich im anspruchsvollen Gelände, gepaart mit der Anforderung zum Waten erforderte eine geschlossene Wanne mit einem Boden, der keine Höcker oder ähnliches aufwies.
Gelenkt wurde der RSO durch Lenkhebel, die wiederum über eine Differentialbremslenkung wirkten. Der Vorteil in dieser Konstruktion lag in der Wiederverwendbarkeit des Antriebsdifferentials vom 1500A.
Für den Einsatz im harten russischen Winter konnte während der Fahrt das Fahrerhaus und der Mannschaftsraum mittels Motorwarmluft geheizt werden. Aber auch für die notwendige Wärme im Fahrzeug wurde gesorgt, wenn der Motor nicht lief. So gab es für den Mannschaftsraum einen Benzinofen. Für das "wohlige Gefühl von Wärme" im Fahrerhaus sorgte eine Lötlampe. Ruhen konnte der Fahrer in einer Hängematte, die im Fahrerhaus aufgehängt werden konnte. Für den Beifahrer hingegen stand eine liegesitzähnliche Konstruktion zur Verfügung.
Wie damals durchaus üblich bestand das Fahrerhaus aus einer Holzunterkonstruktion, die verblecht wurde. Zwecks Fertigungsvereinfachung wurde das Fahrerhaus später in vereinfachter Form aus weitgehend geraden Blechen zusammengesetzt. Als Sonderformen sind bekannt: eine Schwimmversion, ein Raupensattelschlepper für den Mannschaftstransport (mit zweitem Kettenlaufwerk für den Sattelauflieger) aber auch eine gepanzerte Version mit aufgesetzter PAK und solche mit offenem Fahrerhaus.
Quelle: Auszug aus http://www.austroclassic.at/index.php?option=com_content&task=view&id=1580&Itemid=46

lg
josef
 
B

blitzwerner007

Guest
#9
Anbei einiges an angesammelten Material aus ganz Österreich der letzten Jahrzehnte. Wird für die Nachwelt erhalten. Bilder wurden 2010 gemacht. Sorry für die Bildqualität einiger Bilder.
 

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B

blitzwerner007

Guest
#11
Teilweise werden die Teile wieder verwendet für Rekonstruktionen von Fahrzeugen, bzw als Anschauungsobjekt.

Ein Teil befindet sich verstreut in Museen und öffentlich zugängliche Sammlungen in Europa.

Wirtschaftlich gesehen ist es natürlich Schrott, historisch allerdings nicht. Der Hauptteil stammt von den Anfängen im Automobilbau bis zum 2WK.

Im HGM befindet sich das Schienenauto Nr 45 - gebaut von der W.A.F. aus dem Jahre 1917. In Frankreich konnte ich vor einiger Zeit ein weiteres Fahrgestell sichern. In Niederösterreich findet sich noch das Fahrgestell samt Achsen, Lenkung, Motor und Getriebe eines Subventionskraftwagen von 1905. Auch 2 Exemplare von Lastwagenanhänger (Baujahr 1906) für Subventionskraftwagen, (ex Brauerei Ottakring, ex Julius Meinl) konnte ich sichern.

Im Jahre 1993 konnte ich die einmalige Gelegenheit nutzen mit dem WAF im Schlepptau einer Saurer-Zugmaschine, von Mödling, quer durch Wien über den Gürtel bis nach Floridsdorf in die alte Gasfabrik, zwecks Filmaufnahmen, am Steuer zu sitzen und diese Vehikel zu lenken.
 
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