Richard Branson, Jeff Bezos und Elon Musk: Duell der Milliardäre wegen Geschäft mit dem Weltraumtourismus

josef

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#1
DUELL DER MILLIARDÄRE
Branson will Bezos’ Flug ins All „abstechen“
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Der britische Milliardär Richard Branson will mit Hilfe seiner Raumfahrtfirma Virgin Galactic am 11. Juli ins All fliegen. Das Unternehmen gab den Termin für die geplante „Unity 22“-Mission am Donnerstag bekannt. Bleibt es bei dem Starttermin am 11. Juli, würde Branson mit diesem Flug Amazon-Gründer Jeff Bezos neun Tage zuvorkommen und dessen Reise als ersten Privatflug „abstechen“. Hintergrund für das Duell ist das Rennen um das große Geschäft mit dem Weltraumtourismus.
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„Ich bin immer ein Träumer gewesen“, schrieb Branson auf Twitter. Seine Mutter habe ihm beigebracht, nie aufzugeben und nach den Sternen zu greifen. Jetzt sei es an der Zeit, diesen Traum zu verwirklichen. Blue Origin, die Raumfahrtfirma von Bezos, hatte bereits im Mai einen bemannten Flug mit der Rakete „New Shepard“ für den 20. Juli angekündigt. Der reichste Mensch der Welt will unter anderen seinen Bruder und die 82-jährige ehemalige US-Pilotin Wally Funk auf den Jungfernflug in den Weltraum mitnehmen.

Funk wird damit als ältester Mensch der Geschichte in den Weltraum reisen. Sie hatte schon als junge Frau ins All fliegen wollen: In den 1960er Jahren nahm sie an dem privat finanzierten Programm „Women in Space“ (Frauen im Weltraum) teil, bei dem Pilotinnen auf ihre Tauglichkeit als Astronautinnen getestet wurden. Die später als „Mercury 13“ bekanntgewordenen Frauen durchliefen die gleichen Tests wie die Astronauten der NASA-Mission Mercury, flogen aber nie ins All.

AP/NASA
Wally Funk soll Jeff Bezos begleiten und der älteste Mensch im All werden

Branson-Raumschiff absolvierte Testflug
Funk war die jüngste Absolventin des Programms. Später wurde sie als erste Frau Inspekteurin der US-Luftaufsichtsbehörde (FAA) und erste weibliche Ermittlerin der Unfallermittlungsbehörde NTSB. Nun wird Funk gemeinsam mit Bezos, dessen Bruder Mark und einem vierten Passagier, der bei einer Onlineauktion 28 Millionen Dollar (23 Mio. Euro) gezahlt hatte, am 20. Juli ins All fliegen.
AP/Matt Hartman
Die „VSS Unity“ von Virgin Galactic beim Testflug, noch am Trägerflugzeug verankert

Auch Bransons Vorbereitungen gehen bereits seit Längerem. Im Mai hatte das Raumflugzeug „VSS Unity“ von Virgin Galactic einen bemannten Weltraumtestflug mit zwei Piloten absolviert. Die Kapsel war an Bord eines Trägerflugzeugs von dem kommerziellen Weltraumbahnhof Spaceport America im US-Bundesstaat New Mexico gestartet. In knapp 14 Kilometer Höhe setzte das Mutterschiff die „VSS Unity“ ab. Danach beschleunigte die Raumkapsel mit eigenem Raketenantrieb und setzte den Flug kurz fort. Sie erreichte eine Höhe von 89,2 Kilometern, wie Virgin Galactic mitteilte.
Virgin Galactic Branson (4. v. l.) und seine Weltraumbegleitung

Wo beginnt der Weltraum?
Der Internationale Luftfahrtverband (FAI) und viele andere Experten sehen zwar 100 Kilometer über der Erde als Grenze zum Weltraum an. Es gibt jedoch keine verbindliche internationale Regel. So haben auch Soldaten der US Air Force die Bezeichnung Astronaut erhalten, obwohl sie nur in eine Höhe von 50 Meilen (80,5 Kilometer) geflogen waren. Zum Vergleich: Die Internationale Raumstation (ISS) fliegt 400 Kilometer über der Erdoberfläche.
Reuters/Isaiah Downing
Amazon-Gründer Jeff Bezos vor seiner Rakete „New Shepard“

Neben zwei Piloten sollen am 11. Juli zwei Astronautinnen, ein Astronaut und Branson in der Raumkapsel mitfliegen. Der steinreiche Abenteurer will mit seiner Firma kommerzielle Weltraumflüge anbieten. Das 18 Meter lange „VSS Unity“-Raumflugzeug bietet zwei Piloten und sechs Passagieren bzw. Passagierinnen Platz.

Wettrennen um das große Geschäft
Ab 2022 soll das „VSS Unity“-Raumflugzeug Touristen und Touristinnen ins All bringen. Nach dem Flug am 11. Juli wolle er eine „sehr aufregende“ Ankündigung machen, sagte Branson am Donnerstag. Mehr Menschen sollten die Chance haben, Astronauten zu werden. Bezos, der ebenfalls den Weltraumourismus ausbauen will, hatte Blue Origin vor rund 20 Jahren gegründet.

Mitte April testete die Firma „New Shepard“ mit Astronautenkapsel zuletzt. Dabei erreichte sie eine Höhe von rund 105 Kilometern, bevor sie zur Erde zurückkehrte. Der eigentliche Testflug blieb aber unbemannt – mit Menschen an Bord ist die „New Shepard“ noch nie geflogen. Im Wettlauf um touristische Flüge ins All mischt auch die Firma SpaceX von Tesla-Chef Elon Musk mit. Das Unternehmen will bis Ende des Jahres einen ersten Flug mit Weltraumtouristen starten. Bisher flogen mit SpaceX bereits Astronauten zur ISS.
02.07.2021, red, ORF.at/Agenturen

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Duell der Milliardäre: Branson will Bezos’ Flug ins All „abstechen“
 

josef

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#2
DUELL MIT BEZOS
Milliardär Branson ins Weltall geflogen
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Der britische Unternehmer Richard Branson ist am Sonntagnachmittag (MESZ) mit seinem eigenen Raumschiff „VSS Unity“ in den Weltraum geflogen und wohlbehalten wieder auf der Erde gelandet. Er kam damit Amazon-Gründer Jeff Bezos neun Tage zuvor. Ziel der Milliardäre ist der Einstieg in das Geschäft mit dem Weltraumtourismus.
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Gemeinsam mit zwei Piloten, zwei Astronautinnen und einem Astronauten hob Branson in der „VSS Unity“ im Schlepptau eines Trägerflugzeugs von dem kommerziellen Weltraumbahnhof Spaceport America im US-Staat New Mexico ab. Das Mutterflugzeug setzte das Raumschiff – wie geplant – in etwa 15 Kilometer Höhe ab. Danach beschleunigte das Raumschiff mit eigenem Antrieb auf mehr als die dreifache Schallgeschwindigkeit. Es erreichte eine Höhe von über 80 Kilometern.

Nach wenigen Minuten landeten Branson und seine Begleiterinnen und Begleiter mit dem Raumflugzeug wieder auf der Erde. Auch via Livestream war der Flug mitzuverfolgen. In der Zeit dazwischen erfuhren die Astronauten die Schwerelosigkeit – Branson gratulierte noch im Landeanflug seiner Firma und nannte die Erfahrung „wunderschön“. „Willkommen zum Anbruch eines neuen Weltraumzeitalters“, sagte der britische Milliardär im Anschluss bei einer Ansprache am Spaceport America.

„Traum von Weltraumreisen zur Realität machen“
Auf seinem Twitter-Account hatte der 70-Jährige dem Weltraumflug seit Tagen entgegengefiebert. „Ein großer Tag steht bevor. Toll, den Morgen mit einem Freund zu verbringen. Fühle mich gut, fühle mich aufgeregt, fühle mich bereit“, schrieb der Milliardär am Sonntag unter ein Foto mit Tesla-Chef Elon Musk, dessen Firma SpaceX im Rennen um touristische Reisen ins All ebenso mitmitscht. Musk kam am Sonntag auch als Gast zu der Abflugzeremonie.

Fotostrecke
www.youtube.com
Der britische Milliardär Branson trat mit seinem Raumschiff den Weg ins Weltall an
Reuters
Branson wurde von zwei Astronautinnen und einem Astronauten begleitet
APA/AFP/Patrick T. Fallon
Das Trägerflugzeug war gegen 17.00 Uhr (MESZ) mit der „VSS Unity“ vom Raumfahrtbahnhof Spaceport im US-Bundesstaat New Mexico abgehoben
Reuters/Joe Skipper
Das Mutterflugzeug setzte das Raumschiff – wie geplant – in etwa 15 Kilometer Höhe ab
www.youtube.com
„VSS Unity“ beschleunigte auf mehr als die dreifache Schallgeschwindigkeit – über 3.500 km/h
APA/AFP/Patrick T. Fallon
Menschenmassen auf dem kommerziellen Weltraumbahnhof Spaceport America im US-Staat New Mexico

Er wolle den „Traum von Weltraumreisen zur Realität machen. Für meine Enkel, für deine Enkel, für alle“, schrieb er zudem nur wenige Stunden vor dem Abflug unter eines von vielen Countdown-Videos, das Branson zeigt. Der steinreiche Abenteurer will mit seiner Firma kommerzielle Weltraumflüge anbieten. Das 18 Meter lange „VSS Unity“-Raumflugzeug bietet zwei Piloten und sechs Passagieren bzw. Passagierinnen Platz. Branson kündigte den Flug erst Anfang Juli offiziell an.

Duell mit Bezos
Mit dem Flug kam er auch Amazon-Gründer Bezos zuvor: Immerhin hatte Blue Origin, die Raumfahrtfirma von Bezos, bereits im Mai einen bemannten Flug mit der Rakete „New Shepard“ für den 20. Juli angekündigt. Laut Branson hätten sich Bezos und er allerdings bereits gegenseitig Glückwünsche ausgerichtet. Bezos will unter anderen seinen Bruder und die 82-jährige ehemalige US-Pilotin Wally Funk auf den Jungfernflug in den Weltraum mitnehmen.

Funk wird damit als ältester Mensch der Geschichte in den Weltraum reisen. Sie hatte schon als junge Frau ins All fliegen wollen: In den 1960er Jahren nahm sie an dem privat finanzierten Programm „Women in Space“ (Frauen im Weltraum) teil, bei dem Pilotinnen auf ihre Tauglichkeit als Astronautinnen getestet wurden. Die später als „Mercury 13“ bekannt gewordenen Frauen durchliefen die gleichen Tests wie die Astronauten der NASA-Mission „Mercury“, flogen aber nie ins All.

Branson-Raumschiff absolvierte Testflug
Funk war die jüngste Absolventin des Programms. Später wurde sie als erste Frau Inspekteurin der US-Luftaufsichtsbehörde (FAA) und erste weibliche Ermittlerin der Unfallermittlungsbehörde NTSB. Nun wird Funk gemeinsam mit Bezos, dessen Bruder Mark und einem vierten Passagier, der bei einer Onlineauktion 28 Millionen Dollar (23 Mio. Euro) gezahlt hatte, am 20. Juli ins All fliegen.

Doch auch Bransons Vorbereitungen gingen seit Längerem. Im Mai hatte das Raumflugzeug „VSS Unity“ von Virgin Galactic einen bemannten Weltraumtestflug mit zwei Piloten absolviert. Den Traum vom eigenen Raumschiff äußerte er allerdings bereits erstmals im Jahr 2004. Einen herben Rückschlag erlebte das Vorhaben 2014: Damals kam bei einem Absturz ein Pilot ums Leben.

AP/Matt Hartman
Die „VSS Unity“ von Virgin Galactic beim Testflug, noch am Trägerflugzeug verankert

Wo beginnt der Weltraum?
Im Duell der Milliardäre spielt die Frage, wo denn der Weltraum beginnt, keine unwesentliche Rolle. Der Internationale Luftfahrtverband (FAI) und viele andere Experten sehen zwar 100 Kilometer über der Erde als Grenze zum Weltraum an – die Marke wird auch als Karman-Linie bezeichnet. Es gibt jedoch keine verbindliche internationale Regel. So haben auch Soldaten der US Air Force die Bezeichnung Astronaut erhalten, obwohl sie nur in eine Höhe von 50 Meilen (80,5 Kilometer) geflogen waren. Zum Vergleich: Die Internationale Raumstation (ISS) fliegt 400 Kilometer über der Erdoberfläche.

Bezos’ Blue Origin nützte in einem Tweet vom Freitag auch die Gelegenheit, das Vorhaben des Briten Branson durch den Kakao zu ziehen: „Von Anfang an wurde ‚New Shepard‘ so designt, dass sie über der Karman-Linie fliegt, sodass keiner unserer Astronauten ein Sternchen neben seinem Namen stehen hat.“ Oder vereinfacht gesagt: Wer sich nicht 100 Kilometer über dem Meeresspiegel befindet, der war – so Blue Origion – nicht wirklich im All.

Wettrennen um das große Geschäft
Bransons „VSS Unity“-Raumflugzeug soll Touristen und Touristinnen jedenfalls ab 2022 in den Weltraum bringen. 600 Personen hätten sich bereits für einen Flug angemeldet – Kostenpunkt 250.000 US-Dollar (rund 210.500 Euro). Nach dem Flug am 11. Juli wolle er eine „sehr aufregende“ Ankündigung machen, sagte Branson Anfang Juli. Mehr Menschen sollten die Chance haben, Astronauten zu werden.

Bezos, der ebenfalls den Weltraumtourismus ausbauen will, hatte Blue Origin vor rund 20 Jahren gegründet. Mitte April testete die Firma „New Shepard“ mit Astronautenkapsel zuletzt. Dabei erreichte sie eine Höhe von rund 105 Kilometern, bevor sie zur Erde zurückkehrte. Der eigentliche Testflug blieb aber unbemannt – mit Menschen an Bord ist die „New Shepard“ noch nie geflogen. Musks Firma SpaceX will bis Ende des Jahres einen ersten Flug mit Weltraumtouristen starten. Bisher flogen mit SpaceX bereits Astronauten zur ISS.

Branchenexperten der Schweizer Großbank UBS rechnen damit, dass sich bis Ende des Jahrzehnts ein Markt von jährlich drei Milliarden Dollar entwickelt.
11.07.2021, red, ORF.at/Agenturen

Duell mit Bezos: Milliardär Branson ins Weltall geflogen
 

josef

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#3
Bezos’ Kurzausflug ins All geglückt
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Rund zehn Tage nach dem britischen Milliardär Richard Branson ist am Dienstag auch Amazon-Gründer Jeff Bezos ins Weltall gestartet. Mit an Bord der Blue-Origin-Rakete waren sowohl die älteste als auch die jüngste Person, die je in den Weltraum geflogen sind. Auch wenn Bezos immer auf den Fortschrittsgedanken verwies, sah er sich im Vorfeld mit Kritik von allen Seiten konfrontiert.
Online seit heute, 15.43 Uhr (Update: 17.48 Uhr)
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Bezos ist am Jahrestag der ersten Mondlandung in den Weltraum gestartet. Der 57-Jährige hob am Dienstag kurz nach 15.00 Uhr an Bord des Raumschiffes „New Shepard“ vom US-Bundesstaat Texas aus ab, wie auf einer Liveübertragung des Unternehmens zu sehen war. Insgesamt dauerte der vollautomatisch ablaufende Flug rund zehn Minuten – mittlerweile sind alle wieder sicher auf der Erde gelandet.

Bei dem ersten bemannten Weltraumflug seiner Firma Blue Origin waren neben dem US-Unternehmer auch sein Bruder Mark sowie eine 82 Jahre alte frühere US-Pilotin und ein 18-Jähriger, dessen Vater ihm den Flug geschenkt hat, dabei. Nach dem Start beschleunigte das Raumschiff innerhalb von zwei Minuten auf mehr als 3.700 km/h. Kurz danach trennte sich die Kapsel von der wiederverwendbaren Rakete.

APA/AFP
Bezos, der einen blauen Raumfahrtanzug und einen Cowboyhut trug, und seine drei Mitreisenden erreichten bei ihrem Flug eine Höhe von etwas mehr als 100 Kilometern

107 Kilometer über der Erde
Die Schwerelosigkeit setzte ein, die vier Passagiere durften kurzzeitig ihre Sitze verlassen, und Lachen und Jubel war zu hören. Drei bis vier Minuten lang genossen die Insassen der Kapsel anschließend die Schwerelosigkeit und einen Blick auf die Erdkrümmung.

Reuters/Joe Skipper
Die Kapsel und die drei Fallschirme, die sie abbremsten

An ihrem höchsten Punkt erreichte die Kapsel 107 Kilometer über der Erde, bevor sie abgebremst von großen Fallschirmen in der westtexanischen Wüste landete. Es sei „eine sehr glückliche Gruppe von Menschen in dieser Kapsel“ gewesen, sagte Bezos nach der Landung. Der Amazon-Gründer und seine Mitreisenden klatschten vor den Kameras miteinander ab und umarmten Familienangehörige, die gekommen waren, um den erfolgreichen Flug zu feiern.

„Bester Tag überhaupt“, sagte Bezos, nachdem die Raumkapsel mit insgesamt vier Passagieren im Sand in der Wüste im Westen von Texas aufgesetzt hatte. Bezos benannte sein Raumschiff nach Alan Shepard, der 1961 als erster Amerikaner in den Weltraum geflogen war.

Branson-Weltraumflug umstritten
Bereits vor rund zehn Tagen hatte mit Richard Branson bereits ein anderer Milliardär mit seinem eigenen Raumschiff einen Kurzausflug ins All unternommen. Die „VSS Unity“ seiner Firma Virgin Galactic stieg am 11. Juli im US-Bundesstaat New Mexico auf eine Höhe von etwa 86 Kilometern auf. Unter Experten ist es damit strittig, ob Branson tatsächlich im Weltraum war.

Der Internationale Luftfahrtverband (FAI) und viele andere Experten sehen zwar 100 Kilometer über der Erde als Grenze zum Weltraum an – die Marke wird auch als Karman-Linie bezeichnet. Es gibt jedoch keine verbindliche internationale Regel. So haben auch Soldaten der US Air Force die Bezeichnung Astronaut erhalten, obwohl sie nur in eine Höhe von 50 Meilen (80,5 Kilometer) geflogen waren. Zum Vergleich: Die Internationale Raumstation (ISS) befindet sich 400 Kilometer über der Erdoberfläche.

Bezos’ Blue Origin nützte in einem Tweet vom Freitag auch die Gelegenheit, das Vorhaben des Briten Branson durch den Kakao zu ziehen: „Von Anfang an wurde ‚New Shepard‘ so designt, dass sie über der Karman-Linie fliegt, sodass keiner unserer Astronauten ein Sternchen neben seinem Namen stehen hat.“ Oder vereinfacht gesagt: Wer sich nicht 100 Kilometer über dem Meeresspiegel befindet, der war – so Blue Origin – nicht wirklich im All.

AP/Tony Gutierrez
Bezos’ Rakete „New Shepard“ beim Start. In Zukunft könnten wohl öfter Touristen und Touristinnen ins All fliegen – Kritik daran kommt unter anderem von Klimaschützern

Bezos: Kein Wettstreit
Unmittelbar vor seinem ersten Weltraumflug bestritt Bezos jedoch einen Wettstreit der Superreichen um die Premiere im All. Es gebe bereits einen ersten Menschen im All, sagte der 57-jährige Multimilliardär am Montag dem US-Sender NBC. Das sei „Juri Gagarin – und das ist schon lange her“. Er bezog sich dabei auf den historischen Flug des sowjetischen Kosmonauten im April 1961.

Bezos fügte hinzu, sein Flug sei „kein Wettbewerb“: Vielmehr gehe es darum, „einen Weg ins All zu errichten, damit zukünftige Generationen unglaubliche Dinge im Weltraum tun können“.

Kritik von allen Seiten
Die Milliardäre erhoffen sich neben der Erfüllung eigener Träume auch einen Einstieg in das Geschäft mit dem Weltraumtourismus. Kritiker werfen ihnen vor, ohne Rücksicht auf das Klima und weitgehend ohne wissenschaftliche Forschungsinteressen sehr viel Geld zu verschwenden.

205 Mrd. Dollar
Bezos’ Vermögen beläuft sich auf rund 205 Milliarden Dollar. Somit ist er die klare Nummer eins auf der „Forbes“-Milliardärsliste.
US-Linken-Ikone Bernie Sanders zürnte etwa kürzlich auf Twitter, „hier auf der Erde, im reichsten Land der Welt“ hätten viele Menschen kaum genug Geld zum Essen. „Aber hey, die reichsten Menschen der Welt reisen ins Weltall!“ Es sei an der Zeit, Milliardäre ordentlich zu besteuern, mahnte der Senator und frühere Präsidentschaftsbewerber – ein Verweis darauf, dass Superreiche wie Bezos in den USA gemessen an ihrem Vermögen kaum Einkommensteuer zahlen.

Auswirkungen auf die Umwelt?
Fragen werden auch laut zu den Auswirkungen der Weltraumflüge auf die Umwelt. Dass große Mengen Treibstoff verbrannt werden, um Vermögenden ein außergewöhnliches Erlebnis im All zu bescheren, erscheint inmitten der Debatte über den Kampf gegen Erderwärmung fragwürdig.

Nach Berechnungen des französischen Astrophysikers Roland Lehoucq und seiner Kollegen betragen beispielsweise die Emissionen bei einem Flug mit dem Raumflieger von Bransons Unternehmen Virgin Galactic pro Passagier 4,5 Tonnen. Das ist ungefähr so viel wie bei einer Autofahrt rund um die Welt. Und Virgin Galactic schweben Hunderte Flüge im Jahr vor – mit durchschnittlich sechs Passagieren an Bord.

Reuters/Virgin Galactic
Der britische Unternehmer Richard Branson ist bereits vergangenen Sonntag mit seinem eigenen Raumschiff „VSS Unity“ und seiner Crew in den Weltraum (oder auch nicht) geflogen

Weltraum als Tourismusgebiet
Neben Branson und Bezos spielt mit Tesla-Gründer Elon Musk noch ein weiterer Milliardär mit in der Branche. Sein Raumfahrtunternehmen SpaceX absolviert schon Flüge für die NASA und will künftig Weltraumtouristinnen und Weltraumtouristen viel weiter ins All bringen als Virgin Galactic und Blue Origin. Musk wünschte Bezos über den Kurznachrichtendienst Twitter viel Glück.
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Im September soll eine Falcon-9-Rakete von SpaceX den US-Milliardär Jared Isaacman und drei weitere Passagiere für mehrere Tage auf eine Erdumlaufbahn bringen.

Dass der Markt großes Potenzial hat, daran gibt es keine Zweifel. Virgin Galactic hat schon 600 Tickets für künftige Flüge verkauft, Stückpreis: zwischen 200.000 und 250.000 Dollar. Um am ersten bemannten Flug von Blue Origin teilzunehmen, zahlte ein anonymer Bieter bei einer Online-Auktion ganze 28 Millionen Dollar. Umso überraschender, dass der Gewinner der Versteigerung nun am Dienstag doch nicht mitfliegen wird – wegen „Terminkonflikten“, wie Blue Origin erklärte. Er soll an einem späteren Flug teilnehmen.

APA/AFP/Blue Origin
Rund 200.000 Euro kostet derzeit ein Ticket ins All

Mit 60 Jahren Verspätung in den Weltraum
Deswegen rückt als erster zahlender Blue-Origin-Kunde der erst 18-jährige Oliver Daemen nach, der Sohn eines niederländischen Finanzinvestors. Wie viel er für den Flug hinlegen musste, verriet das Weltraumunternehmen nicht.

Unterdessen musste die 82-jährige US-Pilotin Funk fast 60 Jahre warten, bis sich ihr großer Traum erfüllte. Sie hatte schon als junge Frau ins All fliegen wollen: In den 1960er Jahren nahm sie an dem privat finanzierten Programm „Women in Space“ (Frauen im Weltraum) teil, bei dem Pilotinnen auf ihre Tauglichkeit als Astronautinnen getestet wurden. Die später als „Mercury 13“ bekannt gewordenen Frauen durchliefen die gleichen Tests wie die Astronauten der NASA-Mission „Mercury“, flogen aber nie ins All. Funk war die jüngste Absolventin des Programms.


AP/Blue Origin
Amazon-Gründer Bezos in der Mitte gemeinsam mit seinem Bruder Mark und den beiden weiteren Alltouristen Oliver Daemen sowie Wally Funk

Die Pilotin bewarb sich viermal bei der NASA um einen Einsatz als Astronautin. Jedes Mal wurde sie abgelehnt. Ein angeblicher Grund: Sie hatte keinen Abschluss als Ingenieurin und das Flugprogramm auf einem militärischen Kampfjet nicht absolviert – zu dieser Zeit für eine Frau nicht zu erfüllende Anforderungen.

Später wurde sie als erste Frau Inspekteurin der US-Luftaufsichtsbehörde (FAA) und erste weibliche Ermittlerin der Unfallermittlungsbehörde NTSB.
20.07.2021, red, ORF.at/Agenturen

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Völlig losgelöst: Bezos’ Kurzausflug ins All geglückt
 
#5
Schön dass die Raumfahrt jetzt auch für ganz normale Menschen möglich ist. Zwar lange nicht mehr flächendeckend, aber immer noch, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
 

Varga

Mann aus den Bergen
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#6
Die Menschen, die sich seit Jahrzehnten im All, und auf dem Mond bewegen, sind normale Menschen.
Beamte und Arbeiter werden sich nie einen Ausflug ins All gönnen können! Das sagt ein ausgebildeter Pilot.

Gruss
Varga
 

josef

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#8
"Falsche Route": Startverbot für Bransons Spaceship Two
Das Raumflugzeug war bei einem Flug am 11. Juli vom geplanten Kurs abgekommen

SpaceShipTwo bei der Rückkehr von einem Testflug, Mojave, 13. September 2018.
Foto: REUTERS/Gene Blevins

Washington – Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat Virgin Galactic am Donnerstag ein Startverbot für das Raumflugzeug Spaceship Two erteilt. Zunächst müsse ein Zwischenfall während des Flugs am 11. Juli geprüft werden, hieß es.

Die Zeitschrift "The New Yorker" hatte davor berichtet, dass das Raumflugzeug eine Minute und 41 Sekunden lang außerhalb des vorgeschriebenen Luftraums geflogen sei. Bei dem Einsatz war der Milliardär Richard Branson an den Rand des Weltraums geflogen. Virgin-Galactic-Aktien lagen im Verlauf sieben Prozent im Minus.
(APA, Reuters, 2.9.2021)

Links
BBC News: Virgin Galactic flights grounded over Branson spaceflight 'mishap'
CNBC:
FAA grounds Virgin Galactic’s spacecraft during investigation of Branson flight issues

"Falsche Route": Startverbot für Bransons Spaceship Two
 

josef

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#9
Musk schickt Laien ferngesteuert ins All
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Erstmals sind vier Touristinnen und Touristen mit einer Rakete des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX von Tesla-Gründer Elon Musk eigenständig für mehrere Tage ins All gestartet. Die Rakete vom Typ Falcon 9 hob kurz nach 20.00 Uhr Ortszeit (Donnerstag, 2.00 Uhr MESZ) vom Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida ab.
Online seit heute, 8.20 Uhr
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Der Flug ist die erste bemannte Mission in die Erdumlaufbahn ohne professionelle Astronauten, der weit über die Grenze zum Weltraum hinaus in den Orbit führt. Die „Dragon“-Kapsel fliegt per Autopilot und kann im Notfall von der Erde aus ferngesteuert werden.

Kurz vor dem Start meldete sich das Kontrollzentrum von SpaceX noch einmal bei den vier Passagieren. „Heute inspiriert ihr wirklich die Welt“, kam es aus den Lautsprechern. „Gute Reise!“ Wenige Minuten später hob die Raumkapsel ab. „Die Ausblicke sind spektakulär“, jubelte der 38-jährige US-Milliardär und Gründer und Geschäftsführer des Finanzdienstleisters Shift4 Payments, Jared Isaacman. Er hatte die „Dragon“ für den Ausflug unter der Missionsbezeichnung „Inspiration4“ gechartert.

AP/Florida Today/md
Die „Dragon“-Kapsel beim Start in Florida

„Time“: 200 Mio. Dollar für vier Flugtickets
Der E-Commerce-Milliardär Isaacman hat eine bisher ungenannte Summe an Tesla-Gründer Musk gezahlt, um sich und seine drei Mitreisenden für drei Tage in die Erdumlaufbahn zu schicken. Das „Time Magazine“ bezifferte den Ticketpreis für alle vier Plätze auf 200 Mio. Dollar. Das Raumschiff wurde mit einer speziellen Beobachtungskuppel anstelle der üblichen Andockluke ausgestattet, damit die vier Laienastronauten die Aussicht ins All in einer Höhe von rund 575 Kilometern genießen können.

Die Umlaufbahn ist damit höher als die der Internationale Raumstation und des Hubble-Weltraumteleskops und laut SpaceX der am weitesten von der Erde entfernte Flug eines Menschen seit dem Ende des Apollo-Mondprogramms der NASA im Jahr 1972. In dieser Höhe soll die Crew die Erde alle 90 Minuten einmal umrunden, und zwar mit einer Geschwindigkeit von etwa 27.360 Kilometern pro Stunde, also etwa dem 22-Fachen der Schallgeschwindigkeit.

Auswahl via Benefizaktionen
An Bord sind neben Isaacman die 29-jährige Arzthelferin Hayley Arceneaux, die als Kind eine Knochenkrebserkrankung besiegt hatte, die 51-jährige Künstlerin und Professorin Sian Proctor und der 41-jährige Raumfahrtingenieur Chris Sembrosk.

Reuters/Inspiration 4
Die rein zivile Besatzung der Mission „Inspiration4“

„Unsere Crew trägt die Verantwortung“
Die Mitreisenden suchte Isaacman über verschiedene Benefizaktionen aus, weil er mit der Mission Spenden für ein Kinderkrankenhaus im US-Bundesstaat Tennessee sammeln will. Während des Ausflugs, über den auch eine Dokumentation im Streamingdienst Netflix entsteht, sollen die vier Passagiere auch wissenschaftliche Experimente durchführen, wie es hieß.

Ganz dem finanziellen Aufwand entsprechend äußerte sich Isaacman vor dem Start pathetisch: „Wenige sind vor uns gegangen und viele werden folgen“, sagte er etwa, und: „Unsere Crew trägt die Verantwortung und weiß um die Bedeutung dieser Mission“. Man habe sich auf die „Herausforderungen der kommenden drei Tage gut vorbereitet“ und freue sich, „unser Erlebnis mit der Welt zu teilen“, so der Milliardär.

Bisher nur kürzere Ausflüge
Die konkurrierenden Unternehmen Virgin Galactic von Richard Branson und Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos boten wohlhabenden Weltraumtouristen bisher nur ein kurzes Eintauchen in die Schwerelosigkeit: Ihre jeweiligen Jungfernflüge mit Branson und Bezos an Bord erreichten die Grenze zwischen Luft- und Raumfahrt, die Karman-Linie bei rund 100 Kilometer Höhe. Die Ausflüge dauerten nur einige Minuten.
16.09.2021, red, ORF.at/Agenturen

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SpaceX: Musk schickt Laien ferngesteuert ins All
 

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#10
SPACE-X
Laien-Raumfahrt-Crew zurück auf der Erde
Die vier Reisenden waren am Mittwochabend gestartet und umrundeten mehrmals die Erde. Reise wurde von Musk-Unternehmen SpaceX durchgeführt

Die Crew bestand aus dem 38-jährigen US-Milliardär Jared Isaacman, der 29 Jahre alten Arzthelferin Hayley Arceneaux, der 51 Jahre alten Künstlerin und Professorin Sian Proctor und dem 41 Jahre alten Raumfahrtingenieur Chris Sembrosk.
Foto: AP

Cape Canaveral – Nach ihrer Reise ins All ist die erste nur aus Laien bestehende Raumfahrt-Crew in der Nacht auf Sonntag wieder auf der Erde gelandet. Um 1:08 Uhr mitteleuropäischer Zeit setzte die Kapsel mit den zwei Rückkehrerinnen und zwei Rückkehrern vor der Küste Floridas im Atlantik auf, berichtete die "New York Times". Die "Dragon"-Raumkapsel des privaten US-Raumfahrtunternehmens SpaceX von Star-Unternehmer Elon Musk war am Mittwochabend vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet.

Die Kapsel kreiste in den vergangenen drei Tagen um die Erde. Pro Erdumrundung brauchte das Raumschiff rund 90 Minuten. Mit einer Höhe von 580 Kilometern über der Erde war sie sogar höher als die Internationale Raumstation (ISS). An Bord sind der 38-jährige US-Milliardär Jared Isaacman, der den All-Ausflug gechartert hatte, sowie die 29 Jahre alte Arzthelferin Hayley Arceneaux, die 51 Jahre alte Künstlerin und Professorin Sian Proctor und der 41 Jahre alte Raumfahrtingenieur Chris Sembrosk.

Landung geschah vollautomatisch
"Es war eine aufregende Fahrt für uns alle, aber jetzt geht es erst richtig los", sagte der Kommandant der Laienbesatzung, Isaacman, nach der "Splashdown" getauften Wasserlandung kurz vor Sonnenuntergang.

Die Wiedereintrittslandung sei voll automatisch gelaufen. Die Weltraumkapsel sei bei ihrem Sturz durch die Erdatmosphäre Temperaturen von fast 2.000 Grad an der Außenseite ausgesetzt gewesen. Die Fluganzüge der Weltraumtouristen und -touristinnen seien so konzipiert gewesen, dass sie kühl blieben, wenn die Kabine sich aufheizt.

Aus dem SpaceX-Flugkontrollzentrum in einem Vorort von Los Angeles war Applaus zu hören, als sich die ersten Fallschirme öffneten, die die Geschwindigkeit der Kapsel auf etwas über 24 km/h verlangsamten, bevor sie im Wasser aufschlug. Die Live-Übertragung des Unternehmens zeigte Bergungsschiffe, die sich der Weltraumkapsel näherten, die im Wasser trieb. Aufnahmen aus dem Inneren der Kapsel zeigten die Reisenden offenbar gelassen in ihren Sitzen.

Die Kapsel wurde aus dem Wasser gehievt und auf ein Bergungsschiff verlagert. Die Crew soll nach ihrem Ausstieg mit einem Hubschrauber zu medizinischen Untersuchungen nach Cape Canaveral geflogen werden.

Dritter Milliardär im All
Isaacman ist bereits der dritte Milliardär innerhalb weniger Monate, der von den USA aus ins All aufgebrochen ist. Im Juli hatten erst der Brite Richard Branson und rund zehn Tage später Amazon-Gründer Jeff Bezos erstmals ihre eigenen Raumschiffe getestet – allerdings beide nur mit wenigen Minuten langen Kurzausflügen und deutlich niedrigerer Flughöhe. Wie viel Isaacman für das Chartern des "Dragon"-Raumschiffs zahlte, wollten weder er noch SpaceX verraten.

Die Mitreisenden suchte Isaacman über verschiedene Benefiz-Aktionen aus, weil er mit der Mission Spenden für ein Kinderkrankenhaus im US-Bundesstaat Tennessee sammeln will. Während des All-Ausflugs, über den auch eine Dokumentation beim Streaming-Dienst "Netflix" entsteht, vertrieben sich die vier Amateur-Astronautinnen und -Austronauten die Zeit in der beengten Kapsel unter anderem mit Gesprächen mit Schauspieler Tom Cruise oder SpaceX-Gründer Musk.

Auch die Glocke, die das Signal zum Handelsstopp an der New Yorker Börse gibt, durften sie am Freitagabend virtuell läuten. Essenstechnisch wurde die Besatzung deutlich aufwendiger versorgt als konventionelle und längere Mission: Neben Kaffee und Tee gab es unter anderem Sandwiches, Nudeln mit Bolognese-Sauce und einen Haufen Süßigkeiten.
(APA,19.9.2021)
Laien-Raumfahrt-Crew zurück auf der Erde
 

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#11
CARGO DRAGON
SpaceX-Frachtraumschiff landet erfolgreich vor der Küste Floridas
An Bord befinden sich Material aus Weltraumexperimenten, die von Forschern nun weiter untersucht werden

Die Cargo Dragon kehrt zur Erde zurück.
Foto: SpaceX

Nach rund einem Monat an der Internationalen Raumstation hat der private Raumfrachter Cargo Dragon die ISS wieder verlassen und ist zur Erde zurückgekehrt. Der von dem Unternehmen SpaceX betriebene unbemannte Frachter hat am Donnerstag unter der Aufsicht von NASA-Astronaut Shane Kimbrough von der ISS abgedockt, teilten SpaceX und die US-Raumfahrtbehörde NASA mit. Rund 14 Stunden später landete der Frachter im Atlantik vor der Küste Floridas, unter anderem mit einigen wissenschaftlichen Experimenten an Bord.

Schnell ins Labor
Die Wasserlandung vor Florida ermöglicht einen schnellen Transport der wissenschaftlichen Experimente an Bord der Kapsel zum Kennedy Space Center. Dieser kürzere Zeitrahmen soll Effekte der Mikrogravitation auf die Untersuchungsmaterialien weitgehend erhalten, bis sie von den Forschern in den Laboren untersucht werden können.


Die Frachtkapsel kurz vor ihrem Andocken an der ISS am 30. August.
Foto: Nasa

Der Dragon war am 29. August mit rund 2.000 Kilogramm Nachschub und Materialien für wissenschaftliche Experimente an Bord vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida zur ISS aufgebrochen.
(red, APA, 1.10.2021)
SpaceX-Frachtraumschiff landet erfolgreich vor der Küste Floridas
 

josef

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#12
MIT BEZOS-RAKETE
Captain Kirk flog wieder ins All
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„Star Trek“-Ikone William Shatner – Darsteller des legendären Captain Kirk – ist am Mittwoch mit einer Kapsel von Jeff Bezos’ Raumfahrtunternehmen für rund zehn Minuten ins All geflogen. Der 90-Jährige ist damit nicht nur in die Geschichte der fiktiven, sondern auch der realen Raumfahrt eingegangen: Er hat den Rekord als ältester Weltraumreisender geknackt.
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Der offenbar problemlos verlaufene Flug des Raumfahrtunternehmens Blue Origins führte die Besatzung bis zur Karman-Linie in 100 Kilometern Höhe, die laut internationaler Definition die Grenze zum Weltraum markiert. Nach nur wenigen Minuten landete die Raumkapsel „New Shepard“ abgebremst von Fallschirmen wieder in der Wüste.

Auf dem Boden wurden die Weltraumgäste unter anderen von Amazon-Chef Bezos empfangen. Shatner zeigte sich sichtlich gerührt. Die Erfahrung sei „tiefgreifend“ und „außergewöhnlich“ gewesen. Er hoffe, dass er sich davon nie erholen werde.
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Der PR-trächtige Flug wurde live übertragen. Er hätte eigentlich schon am Dienstag starten sollen, wurde aber wegen starker Winde auf Mittwoch verschoben. Gemeinsam mit Shatner flogen der frühere NASA-Ingenieur Chris Boshuizen, der Unternehmer Glen de Vries und die stellvertretende Chefin von Blue Origin, Audrey Powers, mit. Es war der zweite bemannte Flug der Kapsel „New Shepard“. Bei der Premiere im Juli war Bezos selbst mit drei weiteren Astronauten und Astronautinnen an Bord.

Reuters/Mike Blake
Die Rakete kurz nach dem Start

Shatner durfte Flug genießen
Shatner beschäftige sich schon lange mit dem Weltraum, sagte er im Vorfeld. „Nun ergreife ich die Chance und sehe ihn mir selbst an. Was für ein Wunder.“ Das Abenteuer sei für ihn „lebensverändernd“. 1966 hatte Shatner erstmals die Rolle des Captain James T. Kirk in der Science-Fiction-Serie „Star Trek“ übernommen. Während seiner jahrzehntelangen Karriere kommandierte der Schauspieler immer wieder das Raumschiff Enterprise.

AP/Blue Origin
Die Weltraumreisenden Boshuizen, Shatner, Powers und de Vries

In der Raumkapsel von Blue Origin durfte er aber nur den Flug genießen – sie fliegt weitgehend automatisiert. Nach dem Start beschleunigt das Raumschiff innerhalb von zwei Minuten auf mehr als 3.700 km/h. Kurz danach trennt sich die Kapsel von der wiederverwendbaren Rakete. Die Passagiere können dann ihre Sitze verlassen und ein paar Minuten den Ausblick und die Schwerelosigkeit genießen.

Keine „unendlichen Weiten“
Zudem geht es nicht durch die „unendlichen Weiten“ des Weltraums und in „fremde Galaxien“, sondern lediglich rund zehn Minuten lang bis auf etwa 100 Kilometer über der Erde oberhalb der westtexanischen Wüste. Der Internationale Luftfahrtverband (FAI) und viele andere Experten sehen 100 Kilometer über der Erde als Grenze zum Weltraum an, es gibt jedoch keine verbindliche internationale Regelung.
Die Teilnahme von Captain Kirk als viertem Passagier wird als PR-Coup für Bezos und seine Firma Blue Origin angesehen. Anders als Boshuizen und de Vries habe Shatner nicht für sein Ticket bezahlt, sondern sei als „Gast“ von Blue Origin eingeladen worden, berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf die Firma.

Star Trek – Wikipedia

APA/dpa
Mr. Spock (Leonard Nimoy) und Captain Kirk (William Shatner)

„Space Race“ der Milliardäre
Bezos misst sich bereits seit geraumer Zeit mit anderen Milliardären in einem „Space Race“. Kurz vor Bezos war etwa Richard Branson mit der „VSS Unity“ seiner Firma Virgin Galactic ins All gestartet. Er erntete dafür aber Spott von Bezos, weil die Kapsel nur eine Höhe von 50 Meilen (ca. 80 Kilometer) erreichte. Schlimmer für Branson ist allerdings, dass die US-Flugaufsicht FAA ein nachträgliches Startverbot für seinen Weltraumflieger verhängte, weil dieser von der geplanten Flugbahn abgewichen war.

Mehr Erfolg hatte Tesla-Gründer Elon Musk: Sein Weltfahrtunternehmen SpaceX schickte Mitte September zum ersten Mal einen rein mit Weltraumtouristen besetzten Flug ins All. Die Reise dauerte drei Tage.

Klage wegen Auftrag für Mondflug
Die Rivalität dehnt sich aber auch auf den Gerichtssaal aus: Blue Origin klagte jüngst gegen die Vergabe des US-Regierungsauftrags für ein Raumschiff zur Mondlandung an Musks Unternehmen SpaceX. Musk dazu: „Man kann sich nicht zum Mond klagen, egal wie gut die Anwälte sind“, sagte er im September auf einer Konferenz.

Das Weltraumrennen der Milliardäre stößt auf reichlich Kritik, etwa aufgrund der Auswirkungen für die Umwelt. Blue Origins sah sich zudem zuletzt mit Vorwürfen konfrontiert, man pflege eine zermürbende und frauenfeindliche Unternehmenskultur.
13.10.2021, red, ORF.at/Agenturen

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Mit Bezos-Rakete: Captain Kirk flog wieder ins All
 
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