Schutzhaus Semmering

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#1
Schönen guten Abend!

Auf der Passhöhe am Semmering steht das "Schutzhaus Semmering" völlig verwahrlost herum und verfällt langsam. Ich war vor ein paar Tagen dort und habe das Haus von aussen besichtigt. Wirklich schade dass so ein tolles und grosses Haus einfach verfällt. Weiss jemand bis wann es in Betrieb war? Habe ein Telefonbuch aus dem Jahren 1987/88 dort gefunden. Im Haus bin ich allerdings nicht herum gegangen. Hat jemand Fotos von drinnen? Ich stell mal 2 von draussen hier ein:
 

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Zwerg Bumsti

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#2
Wenn ich mich recht erinnere bin dort, anfang der 90er Jahre, sogar mal Eingekehrt. Der Beleuchtungskörper (auf dem nur noch "Schutzhaus" erkennbar ist) war ein "Gösser" Schild.
 

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#3
Danke Bumsti! Ich freue mich über alle Infos. Ich weiss zwar nicht warum mich solche Dinge die mir eigentlich wurscht sein könnten interessieren, aber ich finds eben spannend. So gerne würde ich ja mal drinnen bis in den letzten Stock raufgehen, aber das ist ja nicht mein Haus und irgendwie hab ich schiss dabei :)
 
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Zwerg Bumsti

Guest
#4
Man müßte sich mal mit der Gemeinde in Verbindung setzen, um zu erfragen wer (jetzt) der Besitzer ist, bzw. ob eine Begehung möglich ist.
Soviel ich weiß gibt es in diesem Gebäude Interessante Sachen, wie zb. einen Stollen der vom Bierkeller zum Semmeringtunnel führt.
 
#5
Hi Leute, war am Wochenende am Semmering.
Anbei ein aktuelles Foto vom Schutzhaus. Das Erdgeschoß ist leider ziemlich zugemüllt. Weiter rauf bin ich nicht vorgedrungen, da ich alleine war und man sowas ja mindestens zu zweit machen sollte. D.h. ich werde mir vom Besitzer die Erlaubnis besorgen, dann folgt die Bebehung mit Kumpel. Vorallem der Keller könnte interessant werden ;-)

Mir ist auch noch aufgefallen dass so einiges verlassenes im Kurort Semmering herumsteht; schade eigentlich...
LG
Amokachi
 

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#8
Lieber Amokchi!
Bitte mach einige Fotos von den oberen Stockwerken. Achja, habe von aussen gesehen dass das Dachfenster offen ist. Machs zu ha? Ist ja nicht notwendig dass es reinregnet und zusätzlich Schaden verursacht wird.
Übrigens, vor ein paar Tagen war ich wieder in der Gegend und dabei habe ich im Wald hinter dem Hotel Panhans ein verlassenes Schwimmbad entdeckt. Da wachsen schon Bäume im Becken. Ist auch recht interessant.:)
 
#9
Sers

Bin wahrscheinlich in den nächsten 2 Wochen mal dort; werde das Fenster natürlich schliessen! Im Winter sollte man das schon machen :) Hab auch 3 andere Hotels gefunden wo schon lange niemand mehr einkehrt. Und ds Südbahnhotel ist auch recht verlassen ;-) Aber natürlich kann man da nirgends rein, man sieht nur Fotos von anderen; hehe ;-)

LG
Amokachi
 
#10
Noch einigen WKII Bezug zum Semmering:
Erwin Rommel war zur Kur dort (war ja einige Zeit zuvor Kommandant der Militärakademie in Wiener Neustadt)
Günther Prien (U Boot) war im Panhans auf Besuch
Heinz Rühmann (Schauspieler) feierte Hochzeit im Panhans
Alois Brunner (Judenschlächter) hielt Besprechungen im Panhans
Sowie im Zuge der Jugoslawien Besetzung eine Vielzahl an NS Prominenz

Später über Monate HKL etc.etc

P.S. das Panhans war früher ein mondäner Alpenbadeort mit Casinobetrieb. Aud dieser Zeit (und danach) stammen die Ruinen des Schwimmbadbeckens. Auch vor kurzem wollte man noch den Badebetrieb neu errichten, scheiterte aber an der Wasserverfügbarkeit und der Kosten.
 
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TENO1

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#11
Übrigens, vor ein paar Tagen war ich wieder in der Gegend und dabei habe ich im Wald hinter dem Hotel Panhans ein verlassenes Schwimmbad entdeckt. Da wachsen schon Bäume im Becken. Ist auch recht interessant.:)
Was Du da gefunden hast, dürfte das "Alpenstrandbad Semmering" sein.
Laut Wikipedia entstand es in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts, wobei der aus Estland stammende, neue Eigentümer des Grandhotel Panhans, William D. Zimdin, das moderne, große, aus Holz und Glas bestehende Hallenschwimmbad, zum Anlass nahm, um gegen den ewigen Rivalen, das benachbarte Südbahnhotel, die Nase vorne zu haben, da dies ein weitaus bescheideneres Schwimmbad besaß.
Das Alpenstrandbad hatte gegen Süden eine große Glasfront, die an sonnigen Tagen geöffnet werden konnte.
Außerdem war das Grandhotel Panhans damals mit einem Spielcasino ausgestattet und es gab eine von Zimdin finanzierte Schienenbusverbindung nach Wien....!!
Das Schwimmbad war auch unter dem Namen "LIDO ALPIN" bekannt und damals eine große Attraktion des Semmeringgebietes, das viele Gäste und Tagesausflügler anlockte. Es blieb während des 2. Weltkrieges unzerstört und wurde bis in die 1960er Jahre frequentiert. Als das Panhans dann für viele Jahre leerstand, verfiel auch das Schwimmbad immer mehr und wurde schließlich im Zuge der Revitalisierung teilweise abgerissen. Einige Teile wurden allerdings verschont und sind seither Witterung, Vegetation und Vandalismus ausgesetzt.

Bild 1 und 2 zeigen das Alpenstrandbad in den 30er Jahren, Bild 3 den traurigen Zustand heute.

(Quellen: Wikipedia, geocaching.com. Bilder: geocaching.com)

Lg Peter:)
 

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#12
Noch einigen WKII Bezug zum Semmering:
Erwin Rommel war zur Kur dort (war ja einige Zeit zuvor Kommandant der Militärakademie in Wiener Neustadt)
Erwin Rommel war nie Kommandant der Militärakademie!

Mit 6.April 1938 wurde durch das OKH erlassen, dass die Ausbildung der Offiziersanwärter an der Schule in Wiener Neustadt durch den Inspekteur der Kriegsschule zu regeln sei. Dementsprechend wurde auch sofort die Militärakademie in eine Kriegsschule umgegliedert.

Oberst Rommel wurde am 9. November 1938 zu deren Kommandeur ernannt.
Er übte diese Funktion bis 22. August 1939 aus - danach wurde er als Kommandant des Führerhauptquartiers verwendet.

Die Kriegsschule wurde mit Kriegsausbruch aufgelöst!

Erwin Rommel war folglich nie Kommandant der Militärakademie, sondern Kommandeur der Kriegsschule Wiener Neustadt!

Deshalb scheint Erwin Rommel auch nicht auf der Tafel der Akademiekommandanten auf und sein Bild hängt nicht in der Reihe der Gemälde der anderen Akademiekommandanten - weil es schlichtweg falsch wäre!
 
#13
Hallo Tom69,

Interessant,
Also es gab die Militärakademie, und nach dem Anschluss wurden die gleichen Gebäude Kriegsschule genannt-> weil sie anscheinend dem deutschen System angepasst wurden.
Der Leiter dieser neuen Einrichtung war Rommel.
Nach dem Krieg hießen die gleichen Gebäude (zumindest der verbleibende Rest) wieder Militärakademie.

Daraus zu argumentieren, Rommel wäre nie Kommandant der Militärakademie Wiener Neustadt gewesen, mag zwar dem Buchstaben nach zutreffen, ist aber eine typische Vergangenheitsbewältigung der österreichischen Art.

Aber durchaus mit den traditionsbewussten Absolventen der Militärakademie zu erklären.

Mehr Details aus dem Buch von Allmayer-Beck (Militärakademie-Kriegsschule-Fahnenjunker Schule Wiener Neustadt 1938-1945, Verlag Böhlau 2010:

Bis zum 15. November 1938 wurden die letzten österreichischen Jahrgänge als Oberfähnriche verabschiedet. Nun waren die Burg und der Akademiepark frei für die Ausführung großer Pläne. Der Ausbau der nunmehrigen Kriegsschule konnte beginnen.
Am 15. November 1938 rückte ein neuer Kriegsschullehrgang ein, der nunmehr Fahnenjunker aus allen Teilen Deutschlands umfasste. Alle österreichischen Offiziere wurden entweder in den Ruhestand oder zu anderen Dienststellen versetzt. Der Verein ehemaliger Militärakademiker *Alt Neustadt* wurde in eine *Krieger-Kameradschaft* umgetauft. Die Burg und der Park wurden militärisches Sperrgebiet.
Aus einer im Nachlass Rommels befindlichen Geburtstagsliste geht hervor, dass seit der Kommandoübernahme Rommels das Offizierskorps in den ersten Monaten des Jahres 1939 nochmals um fast ein Viertel aufgestockt wurde. Speziell das Lehrpersonal wurde verstärkt.
Alle Kriegsschulen hörten mit Kriegsbeginn zu bestehen auf, weil man für die Neuaufstellungen Offiziere brauchte und es sich nicht leisten konnte, hoch qualififizierte Offiziere als Lehrpersonal im Hinterland zu belassen, zumal mit einer kurzen Kriegsdauer gerechnet wurde.
Rommel behielt seine Dienstwohnung in Wiener Neustadt.
Bis zum Frühjahr 1943 konnte man ihn dort öfters sehen.
Im Sommer 1943 forderte Rommel seine Frau auf, den Familienaufenthalt zurück nach Württemberg zu verlegen (angeblich befürchtete er Bomberangriffe auf die Stadt, welche ab August 1943 einsetzten).
 
#14
Daraus zu argumentieren, Rommel wäre nie Kommandant der Militärakademie Wiener Neustadt gewesen, mag zwar dem Buchstaben nach zutreffen, ist aber eine typische Vergangenheitsbewältigung der österreichischen Art.
Nein, es ist ein geschichtliches Faktum - es gab ab dem Anschluss keine Militärakademie! Es fand zwar in den selben Gebäuden eine ähnliche Ausbildung statt, aber unter einem anderen Namen!
Du bezeichnest zb. Obst KÖFFEL, den Kdt des JgB17, ja auch nicht als Kdt des LWSR53, nur weil der Verband einmal diese Bezeichnung getragen hat.
 
#15
Unter der Homepage von Wiener Neustadt findet sich dieses:

Von größter Bedeutung für die Stadt war der 1751 gefasste Entschluss Maria Theresias, in der kaiserlichen Burg zu Wiener Neustadt ein adeliges Kadettenhaus einzurichten: diese berühmte „Theresianische Militärakademie“, in der 1752 der Unterricht aufgenommen wurde, besteht (von kurzfristigen Unterbrechungen abgesehen) bis zum heutigen Tag. Die Militärakademie ist die einzige Ausbildungsstätte für Offiziere des österreichischen Bundesheeres und damit die älteste Militärakademie der Welt. Seit einigen Jahren hat die MilAk auch die Anerkennung als Fachhochschul-Studiengang für „Militärische Führung“, wodurch die Ausbildung noch weiter aufgewertet wurde.

Es war also diese "kurzfristige Unterbrechung".
So gesehen hast du durchaus Recht und ist verständlich.
Trotzdem finde ich es interessant, in Wiener Neustadt einen Rommel als Leiter einer Kriegsschule zu identifizieren - nachdem er doch eine gewisse Bekanntheit erlangt hat.
 
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Zwerg Bumsti

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#16


Deshalb scheint Erwin Rommel auch nicht auf der Tafel der Akademiekommandanten auf und sein Bild hängt nicht in der Reihe der Gemälde der anderen Akademiekommandanten - weil es schlichtweg falsch wäre!



Einspruch Euer Ehren!


In den 80er Jahren hing sein Bild sehr wohl (noch) in der Gemäldereihe. :genauso:

In sandfarbener Uniform, als Generalfeldmarschall, portraitiert.
 
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