Stausee und Kraftwerk Ottenstein im Waldviertel

josef

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#1
Am Samstag 05.10. war ein Ausflug ins Waldviertel, genauer in den Bereich des Kamptales bei Stift Zwettl und Ottenstein, am Programm. Das Kraftwerk und der Stausee Ottenstein ist die größte Anlage der 3 Staustufen am Kamp. Der durch die 69 m hohe Staumauer entstandene Stausee reicht mit einer Länge von 14 km bis Stift Zwettl. Das linke Ufer in Fließrichtung gesehen bildet auf weite Strecken die Südgrenze des Tüpl Allentsteig (Döllersheim) . Vom Parkplatz oberhalb der Staumauer aus gingen wir auf der Sperrenkrone und eine 2007 errichtete Fußgeherbrücke über das Überlauffeld nach Norden zur Burg Ottenstein.

Nachfolgend der 1. Fototeil von 3:

1. Übersichtskarte der 3 Kampstauseen.
2. Blick ans Nordufer im Bereich der ehemaligen Fürnkranzmühle auf den Südrand des Tüpl Allentsteig
3. …erkennbar durch Pioniergerät
4. Blick von der Terrasse des Seerestaurants zur Ruine Lichtenfels
5. …und weiter nach Westen.
6. Die Staumauer und das Turbinenhaus vom Talboden des ursprünglichen Kamptales.
 

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josef

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#2
Stausee und Kraftwerk Ottenstein - Teil 2

Teil 2. Von 3:

7. Blick vom Parkplatz über die Sperrkrone Richtung Nordufer, durch den dahinter liegenden Wald führt der Weg zur Burg Ottenstein.
8. Über eine neuerrichtete Brücke gelangt man über das Überlauffeld der Wehranlge ans Nordufer.
9. Blick über die Sperrkrone nach Norden und in die Tiefe…
10. Eine Gruppe von „Greenpeace-Aktivisten“ trainierte an der nach innen gewölbten Staumauer das Abseilen und die Entfaltung eines Transparents (bei der Übung in Form einer Kunsstoffplane…).
11. Blick von der Mauer in die Gegenrichtung nach S. Im Vordergrund wieder die übenden „Greenpeace-Leute“…
12. …und das Übungsziel ist erreicht!
 

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josef

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#3
Stausee und Kraftwerk Ottenstein - Teil 3

Teil 3. von 3:

13. Blick ins Tal mit Turbinenhaus und Freiluftschaltanlage. Im Hintergrund das Kamptal abwärts in Richtung des folgenden Staus bei Dobra-Krumau.
14. Nochmals die Betriebsanlagen des EVN-Kraftwerkes.
15. Der Strom muss ja auch zum Verbraucher gebracht werden…
16. Ruine Lichtenfels vom Nordufer bzw. dem Weg zur Burg Ottenstein. -> Siehe dazu die folgenden Beiträge #4 und #5.
17. Am Rückweg… die „Greenpeace’ler“ haben schon aufgeräumt…
18. Nochmals die Vorabendstimmung am fjordartigen Stausee...
 

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josef

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#4
Burg Ottenstein - Teil 1

Einige Bilder vom Außenbereich der nördlich der Staumauer gelegenen Burg Ottenstein im Waldviertel:

Teil 1:


1. Die Burg auf der Hochfläche über dem Kamp, vom Tal unterhalb des Kraftwerkes aufgenommen…
2. …und von der Zugangsseite auf der Hochfläche.
3. -4. Nach der Passage von 3 Tortürmen und 2 Zwischenhöfen gelangt man in den Hof der Vorburg.
5.-6. Die Front der Hauptburg. Am Torhaus sind die im Rätsel 129 behandelten Wasserspeier zu sehen, die das Dachwasser in den Burggraben ableiten.
 

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#5
Burg Ottenstein - Teil 2

Teil 2:

7.-8. Eine Steinbogenbrücke führt über den Burggraben zum Torhaus der Hauptburg.
9. Eingang in den engen Hof der Hauptburg.
10. Der eigentliche Burghof. (War wegen einer Hochzeitsfeier für Besucher nicht zugänglich).
11. Blick vom Torhaus über die Brücke zur Vorburg.
12. Rückweg durch die 3 Torbögen…
 

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josef

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#6
Stausee Dobra-Krumau

Unterhalb des Stausees Ottenstein folgt der ca. 5 km lange Stausee Dobra. Das Wasser des Sees wird in einer großteils durch Stollen führenden 3 km langen Druckrohrleitung zum Kraftwerk Krumau geleitet. Die Bezeichnung des Stausees stammt von der am Nordufer liegenden Ruine Dobra.

Wegen der zwischenzeitlich eintretenden Dunkelheit konnte ich von der Staumauer, Druckrohrleitung und Krafthaus keine Fotos mehr machen.

Bilder vom Staussee Dobra:

1.-3. Der fjordartige See.
4.-6. Die Ruine Dobra.
 

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#7
Einsturz der Kampbrücke

Zur Geschichte der Stauseen ein tragisches Detail:

Am 24. Oktober 1956 um 15.30 Uhr stürzte die im Bau befindliche Brücke über den Purzelkamp ein.

Fotos von dem Unglück sind auf der Webseite des Zwettler Stadtarchives zu sehen:

http://www.zwettl.gv.at/system/web/...rkonr=0&detailonr=218218188&menuonr=220864572

Der Grund des Einsturzes lag in den Stahlrohren die den Rohbau stützten: Die italienische Lieferfirma lieferte anstatt der bestellten Rohre mit 3 mm Wandstärke solche mit nur 2,3 mm Wandstärke, was keiner bemerkte bis es zu spät war.

Bei dem Unglück starben mehrere Bauarbeiter. Zu ihrem Gedenken ist am westlichen Ufer bei der Brücke eine Kapelle errichtet worden.

An der Brücke hat übrigens die Baufirma H. Rella & Co. maßgeblich mitgearbeitet.

LG,
Martin
 
#8
"Fels und Beton"

Hab noch zwei Fotos gefunden, die hier her passen. Im August 2007 gab es im Krafthaus des Kraftwerkes Ottenstein eine Ausstellung mit dem Titel "Fels und Beton", die die Geschichte der Energiegewinnung im Kamptal erklärte.

Bild 1: Foto vom Bau des Krafthauses (Quelle: "Fels und Beton" - Ausstellung im KW Ottenstein)

Bild 2: Die Generatoren (Quelle: eigene; anläßlich des Austellungsbesuches 2007)

Lg,
Martin
 

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H

Harald 41

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#9
:danke Für die interessanten Einblicke der Stauseen, machte das letzte mal mit meinem kleinen Sohn eine Tour um die drei Stauseen.:schaem:
Ist leider schon ewig her.

LG Harry
 

josef

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#10
Einsturz der in Bau befindlichen Brücke über den Purzelkamp 1956

Zur Geschichte der Stauseen ein tragisches Detail:
Am 24. Oktober 1956 um 15.30 Uhr stürzte die im Bau befindliche Brücke über den Purzelkamp ein.
Martin :danke für die Info!

Bericht zum tragischen Unglück:
Einsturz der Stauseebrücke bei Lichtenfels

Am 24. Oktober 1956 kam es um 15.30 Uhr im Gemeindegebiet von Friedersbach zu einer Katastrophe: Die im Bau befindliche Brücke über den Purzelkamp, nahe der Ruine Lichtenfels, stürzte ein.
Durch die Errichtung des Stausees Ottenstein und den damit verbundenen Aufstau des Purzelkamps und des einmündenden Friedersbaches wurde die Straßenverbindung zwischen Friedersbach und Rastenfeld unterbrochen. Nach langwierigen Verhandlungen einigte man sich, eine neue Straße zu errichten und diese auf einer Brücke über den aufgestauten Purzelkamp zu führen. Mit dem Bau dieser 700 m langen Spannbetonbrücke wurde die renommierte Baufirma Rella und Co. beauftragt. Bis Mitte Oktober 1956 waren bereits die beiden Brückenpfeiler hoch gezogen und das Stahlgerüst zur Errichtung des Tragwerks fertiggestellt. Nun wurden die einzelnen Felder betoniert, bis 24. Oktober war etwa ein Viertel der Brücke fertiggestellt, als am Nachmittag das eben in Arbeit befindliche Brückenfeld zwischen dem Lichtenfelser Ufer und dem ersten Pfeiler in Bewegung geriet und abstürzte.
Der Vorarbeiter, der die große Mischmaschine am Lichtenfelser Ufer bediente, bemerkte, dass sich plötzlich die Kabel bewegten, die von seiner Arbeitsstelle zur Brücke führten. Dann sah es für ihn so aus, als ob die am Widerlager der Brücke aufgestellten Latten zu flimmern beginnen würden. Schließlich brach das Gerüst zwischen dem Widerlager und dem ersten Pfeiler. Wie eine Wiege kippte der gewaltige Betonklotz über den Pfeiler, drehte sich um die eigene Achse und schlug, alles unter sich zertrümmernd, am Boden auf. Drei Arbeiter wurden von dem einstürzenden Brückenfeld durch die Luft geschleudert und kamen mit relativ geringen Verletzungen am Ufer zu liegen. Zehn weitere Arbeiter aber wurden von den Massen an Beton, Stahl und Holz begraben. Der 52jährige Zimmermann Hermann Haider aus Mitterreith war unter den Trümmern eingeklemmt und rief verzweifelt um Hilfe. Die herbeigeeilten Feuerwehrleute und Hilfskräfte arbeiteten fieberhaft. Als sie Haider nach zwei Stunden endlich befreien konnten, waren seine Hilferufe bereits verstummt. Die Betontrümmer, unter denen er eingeklemmt lag, hatten seine beiden Beine zerquetscht, er war verblutet.
Die Bezirkshauptmannschaft Zwettl forderte sofort, nachdem das Ausmaß der Katastrophe bekannt geworden war, das Bundesheer zur Hilfeleistung an und innerhalb kürzester Zeit waren Pioniere aus Melk mit schwerem Arbeitsgerät zur Stelle. Sie lösten die erschöpften Feuerwehrleute ab und suchten weiter nach den Verschütteten. Neun Arbeiter wurden noch unter den Trümmern vermisst, nämlich Josef Artner aus Albern, Ludwig Führer aus Friedersbach, Robert Jonas aus Loschberg, Wilhelm Leutgeb aus Hirschenschlag, Franz Rauscher aus Franzen, Ing. Walter Schippani aus Wíen, Anton Steinmetz aus Oberwaltenreith, Leopold Tastl aus Rastenfeld und Ing. Hermann Widder aus Wien. Trotz intensivster Bemühungen musste man sehr bald die Hoffnung aufgeben, noch einen der Arbeiter lebend bergen zu können. Bis Mitte November konnten lediglich drei weitere Leichen gefunden werden, unter ihnen auch jene von Ludwig Führer, die am 3. November in Friedersbach beigesetzt wurde. Erst im Februar 1957, als der Wasserspiegel des Stausees um viele Meter gesunken war, wurden die restlichen sechs Leichen geborgen, unter ihnen Anton Steinmetz aus Oberwaltenreith. Sein Begräbnis fand am 7. Februar in Friedersbach statt.
Wie eine Untersuchungskommission feststellte, war das Unglück auf menschliches Versagen zurückzuführen. Monteure der Gerüstfirma hatten Verbindungsstücke zwischen einzelnen Stahlträgern des Gerüsts, welches das erste Feld der Spannbetonbrücke bis zum Erhärten des Betons tragen sollte, nur mangelhaft fixiert.
Heute erinnert unmittelbar neben dem Brückenkopf am Lichtenfelser Ufer eine kleine Kapelle an die zehn Opfer dieses Unglücks.
http://www.zwettl.at/system/web/zusatzseite.aspx?menuonr=218224671&detailonr=218218181

Dazu Bilder der Brücke aus einiger Entfernung von der Staumauer und dem Seerestaurant (Übersichtskarte vom Parkplatz beim Infostand):
 

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#11
Fotos von früher?

Liebe Leute! Hat denn niemand Fotos von der Landschaft und den Dörfern welche sich im Ottensteiner Stausee befinden? Ich meine, der See war doch schon mal ausgelassen. Da könnte jemand Fotos gemacht haben. Oder auch Fotos von der Zeit vor der Mauer. Das wäre echt eine tolle Sache, aber ich suche schon seit etlichen Jahren und niemand konnte mir noch ein Foto zeigen. :schlecht:
 

josef

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#13
Stausee Dobra-Krumau

Leider konnte ich darüber nichts finden :leidtu:, aber im benachbarten Stausee Dobra wirst Du fündig.
Hier findest Du eine versunkene Mühle Schlote, Häuser, Kirchen....usw.
Das mit "Kirchen" ist etwas übertrieben! Eine kleine Kapelle, einige Marterln und Wegkreuze...

War vor einigen Jahren zu sehen, als der Stausee wegen Revisionsarbeiten an der Mauer, Einlassbauwerk usw. abgelassen war.

lg
josef
 

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#14
Stausee Ottenstein

Liebe Leute! Hat denn niemand Fotos von der Landschaft und den Dörfern welche sich im Ottensteiner Stausee befinden? ...:
Da gab es nur ein Dorf, nämlich "Niederplöttbach" und der kleine Ort war schon seit der Kriegszeit ausgesiedelt. Die (wenigen) weiteren Siedlungen liegen alle auf der Hochfläche über dem Kamptal und diese sind oberhalb des rechten Ufers. Auf der Anhöhe über dem linken Ufer waren die Orte zum Bauzeitpunkt schon abgesiedelt -> Tüpl Allentsteig/Döllersheim! In der Talsohle entlang des Flusses lagen (neben Niederplöttbach) nur einige Einzelgehöfte und Mühlen... Die größte Objektgruppierung war die "Fürnkranzmühle", bestehend aus Gebäuden für ein Gasthaus, Sägewerk und Mühle. Die heutige Landschaft dort siehe auf Bild 2 u. 3. im 1. Beitrag.

Sieh dazu auch => http://www.waldviertel-bilder.at/Alteheimat.htm

lg
josef
 

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#15
Stausee Dobra

Ich weiss zwar nicht obs jemanden interessiert, aber vor rund 20 Jahren war der Dobra Stausee fast zur Gänze ausgelassen und damals habe ich ein paar Fotos gemacht welche ich euch nicht vorenthalten möchte. Man kann noch einige Häuser gut erkennen. Weiss jemand warum man eine recht schöne Brücke gebaut hat obwohl anscheinend kurz danach alles überschwemmt wurde? Ich meine, die Brücke sieht nicht wirklich alt aus.
 

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josef

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#18

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M

M4D M4X

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#19
Wir sind sicher an Grund des abgelassenen Stausees spazieren gewesen...
(Mein Vater war Förster im südl. angrenzenden Revier)

"Panzerbrücke" ist mir in Erinnerung - als "Zuagroaste" wussten wir aber auch vieles nur aus 2. Hand und das kann auch Blödsinn gewesen sein... ;)
 

josef

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#20
Fotos Stausee Ottenstein v. 04.07.2016

Als Ergänzung zum Thema einige aktuelle Fotos von einer E-Boot Rundfahrt am Stausee:

1. Kaffeerestaurant und Bootsverleih Ottenstein
2. Blick vom Oberwasser auf die Krone der Staumauer (links)
3. Der fjordartige Stausee Richtung Stift Zwettl
4. Blick von der Restaurant-Terrasse auf den Seitenarm des "Purzelkampes" mit der beim Bau 1956 eingestürzten Brücke (siehe auch Beiträge #7 und 10). Rechts der Burgruine Lichtenfels geht der Hauptfluss des Kampes Richtung Zwettl (-> Bild 3.)
5. Nochmals die Straßenbrücke (B 37)über den Seitenarm
6. Rückblick vom Brückenbereich zum Restaurant und Ruine Lichtenfels.
 

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