Stollenanlage "Syenit" - bei Kapfenberg, heute Datenbunker

#1
12/13. 2. 1934 Der Aufstand der Sozialdemokraten führt in Kapfenberg und Bruck/Mur zu besonders schweren Kämpfen.
1938 - 1944 Die nationalsozialistische Regierung forciert den Ausbau der Rüstungsindustrie. Zu dem im Thörltal gelegenen Stammwerk werden neue Fertigungshallen, das heutige Werk VI, und ein neues Stahlwerk (WerkXII in St. Marein) im breiteren Mürztal gebaut. Die vielen Arbeitskräfte werden in Barackenlagern untergebracht.
1944 - 1945 Zwischen dem 6. Nov. 1944 und dem 10. Mai 1945 zerstören die Bomben der Allierten Streitkräfte die Werksanlagen und auch Privathäuser. Etwa 200 Todesopfer sind zu beklagen.
9. Mai 1945 Mit dem Kriegsende marschieren 30.000 russische Soldaten in Kapfenberg ein. Der Großteil der noch erhaltenen Industrieanlagen wird demontiert und abtransportiert. Am 24. Juli
lösen britische Soldaten die russische Besatzung ab


das sind mal die daten die in der stadt chronik zu finden sind.

das datenzentrum liegt direkt neben der autobahn. wenn du in fahrtrichtung wien aus dem kapfenbergtunnel kommst kurz vor der raststation auf der rechten seite. nicht zu übersehen. oberirdisch ist ein weißer pilz der auch in der nacht sehr gut beleuchtet ist. die firma die das center betreibt ist "daimler chrysler" und das center nennt sich "earth data center".

www.earthdatasafe.com

sie haben dafür die stollen aus dem 2.wk benutzt!! info stammt von einem insider. vielleicht kann ich mehr über die geschichte der stollen rausfinden. mal sehen aber auf der page sind auch bilder von den stollen.
von einer unterirdischen verbindung nach bruck ist mir nichts bekannt klingt aber ein wenig unglaubwürdig, vor allem zu welchen zweck soll es die gegeben haben!?.
weiß aber noch aus meiner schulzeit das es im bereich der HTL kapfenberg zwei kleine luftschutzbunker gab. ob sie noch da sind kann ich nicht sagen da meine schulzeit dort ja schon ein bißchen länger her ist :eek:)
ganz sicher sind noch vorhanden die alten keller unter dem brucker schloßberg aber die mir bekannten zugänge sind leider alle zu.
die geschichte mit den panzerketten klingt ein wenig fantastisch meiner meinung nach. wo sollte diese höhle sein??

zu "SYENIT"

Syenite sind mesotype, mittel- bis grobkörnige Tiefengesteine bestehend aus den Hauptgemengteilen

Alkalifeldspat (Orthoklas) 50 - 90 % und
Amphibol < 20 %.

Untergeordnet treten auch Plagioklas, Pyroxen, Biotit und Quarz (stets weniger als 5%) auf, mitunter auch Foide (Nephelin). Nebengemengteile sind Magnetit, Apatit, Zirkon und besonders Titanit.

Farbe: grau bis dunkelgrau, graurot, rot, bräunlichgrau, grünlichgrau.

siehe: Deckname "Syenit" - Kapfenberg

die geschichte mit dem flugzeug ist mir auch bekannt. ist ein alter bomber der auf einem berghang liegt. ist aber nicht mehr viel zu sehen nur mehr ein paar reste und da nagt der zahn der zeit auch recht schnell.

mehr kann ich zwar dazu auch nicht beitragen aber ich werd mich in der sache mal schlau machen. ist ja meine "alte" heimat :eek:)


mfg
 

josef

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#2
Hallo,

@murdoc - besten Dank für die Hinweise!

Könnte es sein, dass die Reste der ehemaligen U-Verlagerung "Syenit" zum "earth data center" ausgebaut wurden? Den Bildern nach zu schließen dürfte es sich um die Nachnutzung einer bestehenden Stollenanlage handeln.

Die Lage könnte ja auch stimmen => müßte der Hang hinter den Werksanlagen in Deuchendorf sein (mit zwischenzeitlicher Trennung durch die Schnellstraße)...

Zum demontierten Werk St. Marein hätte ich auch noch eine Frage: Kennst du die Lage des Komplexes? Ist dort noch etwas vorhanden? Baureste, Ruinen? Von der Logistik her müßte es an der Südbahn gewesen sein...?

lg
josef
 
#3
Datenbunker 2

laut hp und den aussagen meiner quelle sind stollen aus dem krieg genutz worden. es wurde die vorhandene örtlichkeit genutzt und die stollen nicht erweitert. die lage hinter dem werk in deuchendorf ist natürlich richtig und ich denke mal das deine vermutung mit syenit ebenfalls richtig ist.
aber ich werd versuchen mehr darüber herauszufinden.
über die anlage in st. marein hab ich selbst keine infos aber werd mich dahinterklemmen

mfg
 

josef

Administrator
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#4
@murdoc, nochmals besten Dank, wäre nett, wenn Du weiteres dazu eruieren könntest. Bei "Wichert" ist zu Syenit auch nichts weiter zu finden als "Deuchendorf"...

lg
josef
 
#5
Datenbunker 3

hab da gerade eine pressemitteilung ausgegraben:

Fliegerstollen wird Hochsicherheitsarchiv
Ein ehemaliger Fliegerstollen aus dem Zweiten Weltkrieg in Kapfenberg bekommt jetzt einen neuen Verwendungszweck. In dem Stollen wird ein Hochsicherheitsarchiv für elektronische Daten errichtet.


Internationales Datenarchiv
Die Stadt Kapfenberg wird das Projekt heute abend präsentieren. Internationale Firmen können dort wichtige Daten ablegen, damit sie im Falle eines Terrorangriffes wie etwa auf das World-Trade-Center nicht mehr verloren gehen.

Rechenzentrum in 340 Meter Tiefe
Das Rechenzentrum soll sich auf insgesamt 8.000 Quadratmeter erstrecken. Die Datenbank soll internationalen Firmen als Hochsicherheitsarchiv dienen. Die Daten sind durch die unterirdische Lage und zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen vor äußeren Einflüssen geschützt, sagt der Kapfenberger Bürgermeister Manfred Wegscheider:

"Es wird dort eine Gesamttiefe des Stollens sein von 340 Meter, wo Serverräume eingerichtet werden. Es wird aber nicht nur unter der Erde gebaut, sondern auch davor ein großes Verwaltungsgebäude in Form einer futuristischen Kugel. Und es wird die Luft des Stollens zum Kühlen verwendet und die Serverabwärme zum Heizen."


Baubeginn ist im Juli

"Gebaut wird in Rekordzeit"
Errichtet wird das Rechenzentrum von der Grazer Firma BRN und zwar in Rekordzeit, sagt Geschäftsführer Wolfgang Thalhammer:

"Teile dieses Stollensystems müssen mit Spritzbeton abgesichert werden. Wenn diese Absicherung geschehen ist, werden dann Infrastrukturmaßnahmen in diesem Tunnel gesetzt. Das heißt Abschottungen, verschliessbare Eingänge nach außen etc. und wir denken, dass wir dieses System bis Ende des Jahres in Betrieb nehmen können."

Die Baukosten betragen zwei Millionen Euro.

werd in den nächsten tagen mal mit der pressestelle des centers in verbindung treten. vielleicht bekomme ich ja infos wie es da vor dem umbau ausgesehen hat. mal sehen

;)
 

josef

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#11
U-Anlage "Syenit" Kapfenberg-Deuchendorf

Wenn wir schon beim Thema sind, kennt jemand diesen Bunker?
earthDATAsafe – Wikipedia
Siehe Deckname "Syenit" - Kapfenberg
Wurde, wie viele geplante U-Anlagen, nur teilweise fertiggestellt und für die Kurbelwellenfertigung verwendet.

Nachstehend eine Plankopie v. 1944 der LS- und Produktionsstollen. Fertiggestellt dürften nur die LS-Stollen (Gefolgschafts-St.) und dahinter die grauen Abschnitte der Produktionsstollen worden sein... Genau über die Stollenmundlöcher (linke Planseite) führt heute die Trasse der S6, wobei angeblich ein Zugang durch Verlängerung des Stollens 13 bzw. Produktionsstollen C unter der Dammschüttung für die Schnellstraße Richtung N ins Werksgelände offen blieb. Heute erfolgt der Zugang zum Stollensystem über einen Schacht vom "Kugelgebäude" aus. Wobei ich die Angaben der Schemaskizze bei Wiki über den 250 m Liftschacht stark anzweifle...

Quelle: Stadtmuseum Kapfenberg, Abteilung "Geschichte der Böhlerwerke"
 

Anhänge

K

Kahlscher

Guest
#13
Bin gerade im Bundesarchiv und habe ein paar Akten über die U-Verlagerung "Syenit" vor mir. Wenn jemand daran interesse hat, einfach ne PN schreiben. Bin noch bis morgen in Berlin. Ich würde es nur bei Bedarf kopieren, mein Schwerpunkt liegt in Thüringen ;)
 

SuR

... wie immer keine Zeit ...
Mitarbeiter
#14
Hallo Kahlscher,

auch wenn sich keiner bei Dir melden solle (was ich nicht glaube):

Teilst Du uns bitte die Signatur(en) mit, damit man die Sachen bei Bedarf wieder finden kann?
 
K

Kahlscher

Guest
#15
Klar kein Problem:

R3101/31236
R3101/31197

Beides Bestände im RWM. Sind aber "nur" die üblichen ausgefüllten Fragebogen einer Anlage die für U-Verlgung in Frage kommen könnte.


Grüße,
Markus
 

granada

Active Member
#16
"earthDATAsafe"-Rechenzentrum von Kapsch in Kapfenberg

Ansichtssache im Online-Standard:

"... Die 2008 in Betrieb genommene Anlage ist eine ehemalige, unterirdische Waffen-Produktionsstätte der Nationalsozialisten. Zwischen 1943 und 1945 mit Zwangsarbeitern erbaut, konnte der 8.500 Quadratmeter große Bunker seinen kriegerischen Zweck jedoch nie erfüllen. Und so stapeln sich heute keine alten Waffen, sondern Server und Millionen sensible Daten in den Hallen ..."

link und quelle mit vielen Bildern: derstandard.at
(http://derstandard.at/1334796991568/Ansichtssache-Abstieg-in-den-Daten-Bunker-von-Kapfenberg)
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#17
Syenit

@granada :danke für den Link! Habe die "Syenit-Berichte" aus "Stollenanlagen Kapfenberg und Bruck" http://www.unterirdisch-forum.de/forum/showthread.php?t=2853&highlight=Bunker+Kapfenberg zu einem eigenen Thread herausgelöst und mit Deinem Beitrag zusammengeführt.
...ist eine ehemalige, unterirdische Waffen-Produktionsstätte...
...konnte der 8.500 Quadratmeter große Bunker seinen kriegerischen Zweck jedoch nie erfüllen...
...Waldbrände, Unwetter (und einst Kanonenbeschuss) sollen keine Auswirkungen auf die Sicherheit haben...
=> "Juornalistische Freiheit" :D

lg
josef
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#19
Wieder einmal eine Pressemeldung zu "Syenit"

Riesiger Datenbunker in Kapfenberg

250 Meter unter dem Höhenkogel bei Kapfenberg hat die Kapsch Gruppe eine der größten Datenbanken Österreichs errichtet. In diesem Hochsicherheitstrakt verwaltet das Technologieunternehmen sensible Daten von mehr als 100 Unternehmen.

In Zeiten von Datenklau und Bespitzelung ist die Sicherung von Daten ein heikles Thema geworden. In Kapfenberg, an der Semmeringschnellstraße (S6), hat die Kapsch Gruppe das riesige, unterirdische Rechenzentrum „earthDATAsafe“ untergebracht.

Sicherheit durch Stollensystem
Die Datenbank befindet sich in einem 2,5 Kilometer langen Stollen- und Bunkersystem aus dem Zweiten Weltkrieg. In diesem Hochsicherheitstrakt verwalte Kapsch die Daten von mehr als 100 österreichischen Unternehmen, sagt Kapsch-Vorstand Jochen Borenich: „So sind zum Beispiel Unternehmen aus der Finanzdienstleistungsbranche dabei wie eine Österreichische Volksbanken AG oder eine Payments Services Austria.“

„Mehrere Millionen USB-Sticks an Daten“
Die Payments Services Austria betreibt in Österreich rund 8.000 Bankomaten. Die Infrastruktur für die Transaktionen und die Bankomatterminalüberwachung läuft bei Kapsch in Kapfenberg zusammen. Das gesamte Datenvolumen, das unterirdisch verwaltet und rund um die Uhr überwacht wird, sprenge jegliche Vorstellungskraft, so Borenich: "Das ist schwierig zu greifen, weil wir jetzt in technische Begriffe reinkommen wie Betabyte und mehr. Wenn man das versucht, in Einheiten zu übersetzen, die jeder kennt, so könnte man sagen, dass hier mehrere Millionen USB-Sticks an Daten lagern.“

Anlage wird rund um die Uhr überwacht
Zutritt haben nur wenige, und wer hinein darf, schafft das nur über ein ausgeklügeltes System und mehrere Sicherheitsschleusen. Zehn Mitarbeiter sind bei Kapsch in Kapfenberg beschäftigt. Die gesamte Anlage wird zudem von Zentralen in Graz und Wien aus sieben Tage die Woche, rund um die Uhr, überwacht.

Daten vor Hackerangriffen geschützt
Die Kunden von Kapsch setzen zur Sicherung ihrer Daten auf österreichisches Know-How, sagt der Leiter der Informationstechnik, Günter Englert: "Wir haben hier diesen Vorteil, dass die Daten unserer Kunden in Österreich und nicht irgendwo nicht klar definiert weltweit liegen.“ Die Daten sind in Kapfenberg nicht nur vor Erdbeben und anderen Naturkatastrophen sicher, sondern sollen auch Hackerangriffen standhalten.
Quelle: http://steiermark.orf.at/news/stories/2589566/
 
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