Studie zur Verlegung der Bahn im Raum Bregenz unter die Erde

josef

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#1
Bahntunnel würde 1,5 Milliarden Euro kosten
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Am Montag werden in Bregenz die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, mit der die Möglichkeiten zur Verlegung der Bahn im Raum Bregenz unter die Erde untersucht wurden. Die geschätzten Dimensionen, Kosten und Bauzeit sind bereits bekannt.
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Seit Jahren wird darüber diskutiert, ob die Bahntrasse bei Bregenz verlegt werden könnte oder nicht. Schon im Jahr 2002 hat eine Studie im Auftrag der ÖBB diese Frage mit einem „Ja“ beantwortet. Jetzt kommt eine neue Untersuchung im Auftrag der Stadt Bregenz zum gleichen Ergebnis: Die Bahn könnte unter die Erde verlegt werden. Es wäre aber ein Riesenprojekt.

Die Studie stammt von einer Arbeitsgemeinschaft aus dem Unternehmen Rhomberg-Bahntechnik, Bahntechnik-Experte Gunter Zierl und der Finanzierungs-Gesellschaft BDO in Dornbirn.

11 km Tunnel zwischen Hörbranz und Lauterach
Konkret geht es um einen 11,2 Kilometer langen Tunnel zwischen Hörbranz und Lauterach. Darin könnte der Eisenbahnverkehr auf zwei Gleisen geführt und alle bereits bestehenden Bahnhöfe und Haltestellen angebunden werden. Das Projekt würde 1,5 Milliarden Euro kosten, wenn man auch zeitnah mit dem Bau begänne – das wäre in diesem Fall im Jahr 2026.
Die fünf Jahre Vorlaufzeit liegen daran, dass die Vorarbeiten – wie zum Beispiel die genaue Planung – rund viereinhalb Jahre dauern würden. Die reine Bauzeit würde dann bei noch einmal fünf Jahre liegen.
30.06.2021, red, vorarlberg.ORF.at
Bahntunnel würde 1,5 Milliarden Euro kosten
 

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#2
Kommt bald eine unterirdische Bahnlinie?
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Die Bahnlinie entlang des Bodenseeufers könnte in der Erde verschwinden. Lochau, Bregenz und Hörbranz könnten sich so ein Projekt durchaus vorstellen, die große Frage bleibt aber, wer zahlt die 1,5 Milliarden Euro, die das Projekt kosten würde.
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Der Bregenzer Bürgermeister Michael Ritsch (SPÖ) setzt sich seit Jahren dafür ein, die Bahn unter die Erde zu verlegen. Am Montag wird eine neue Studie präsentiert. Sie sagt das ist generell möglich. Es wäre aber ein Riesenprojekt. Der Kostenpunkt läge bei 1,5 Milliarden Euro. Die Frage ist jetzt, wer soll das bezahlen.

Matt für Bahntunnel trotz Kosten
Der Lochauer Bürgermeister Frank Matt (Grüne) ist ein begeisterter Befürworter des Bahntunnels. Trotz hoher Kosten ist er überzeugt, dass die 1,5 Milliarden Euro finanzierbar sind, wenn Bund, Land und ÖBB in einen großen Topf einzahlen würden, außerdem hofft er auch auf die Hilfe der Gemeinden. Matt meint, dass der Bahntunnel eine historische Chance sei, um das Bodenseeufer breiter zu machen. Zudem würde der Bahntunnel helfen, die Strecke zweigleisig auszubauen.

Kresser glaubt kaum an Hilfe der Gemeinden
Ein paar Kilometer weiter in Hörbranz ist die Euphorie nicht ganz so groß. Bürgermeister Andreas Kresser hätte auch generell lieber die Bahn unter der Erde. Aber er meint, dass man schon Kosten und Nutzen genau hinterfragen müsse. Er kann sich nicht vorstellen, dass die Gemeinden was mitzahlen könnten, gerade jetzt in der CoV-Pandemie seien die Finanzen in den Kommunen nicht gerade rosig, da brauche man das Geld für andere Projekte.

Rhomberg will zuerst Details klären
Lauterach hat in den vergangenen Jahren mehr als fünf Millionen Euro aus der eigenen Kasse in die Bahn investiert. Es gibt seit fünf Jahren den neugebauten Lauteracher Bahnhof, man hat in den Lärmschutz investiert und jetzt wird an der Schweizer Bahnlinie die Haltestelle Lauterach Unterfeld gebaut.

Bürgermeister Elmar Rhomberg (ÖVP) will sich jetzt zuerst einmal genau die Details dieser Bahnlinie anschauen. Er meint auch, dass man die Rechnung nicht ohne die ÖBB machen darf. Dass die Gemeinden hier mithelfen, kann er sich schwer vorstellen. Auch er bringt das Argument, dass man aufgrund der Pandemie viel weniger Geld habe.
30.06.2021, red,vorarlberg.ORF.at
Kommt bald eine unterirdische Bahnlinie?
 

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#3
Bahntunnel „mach- und finanzierbar“
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Am Montagnachmittag wurde im Bregenzer Rathaus die Vorstudie für die Verlegung der Eisenbahntrassen im Großraum Bregenz unter die Erde präsentiert. Das 1,5-Milliarden-Projekt sei aus der Sicht der Stadt und der Studienverfasser mach- und finanzierbar. Bürgermeister Ritsch (SPÖ) hofft, fünf weitere Gemeinden und das Land zu überzeugen.

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Verfasser der Vorstudie waren die Bregenzer Baugruppe Rhomberg, die international auch im Bahnbau tätig ist, ein Zivilingenieurbüro sowie der Vorarlberger Ableger des Finanzierungsexperten BDO. Demnach soll die rund zehn Kilometer lange Bahnstrecke zwischen der Staatsgrenze zu Deutschland und dem Güterbahnhof Wolfurt sowie der Abzweigung bei Lauterach in Richtung Schweiz in einem Tunnel bzw. Unterflurtrasse verlegt werden.

Die Studienautoren empfehlen für die technische Umsetzung des Projekts eine offene Bauweise, bei der das Vorhaben in einzelnen Abschnitten realisiert werden kann. Damit würde das Großprojekt nach den Vorarbeiten wie der Planung (für die etwa viereinhalb Jahre angenommen werden) bis zur Inbetriebnahme in etwa knapp neuneinhalb Jahren umgesetzt werden, so die Stadt Bregenz.

Fotostrecke
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Visualisierung der Unterflur-Streckenführung um die Bregenzer Bucht

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Ab Wolfurt würde die Bahn unter die Erde verlegt werden


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In Lauterach sieht der Plan eine Abzweigung in die Schweiz vor

Nadelöhr werde zu Problemen führen
Die Strecke wäre dann durchgehend zweigleisig, was heute zwischen Bregenz und Lochau entlang des Bodenseeufers nicht der Fall ist. Dieses Nadelöhr werden zwangsläufig in naher Zukunft zu Problemen führen, so der Bauunternehmer Hubert Rhomberg, da mit und ohne Zutun Vorarlbergs der Bedarf für Güterverkehr auf der Strecke steigen wird.

„Der zweigleisige unterirdische Ausbau der Bahntrasse im Großraum Bregenz ist nicht nur technisch möglich, sondern auch notwendig", so Rhomberg: „Denn unsere Nachbarn Deutschland und Schweiz haben in den vergangenen Jahren ihre Schienennetze stark ausgebaut: Mehr Personenschnellverbindungen und Güterzüge sind damit möglich. Die zusätzlichen Güterzüge wären beim derzeitigen Zustand aber nur mehr nachts unterzubringen.“

Ritsch: Klare Beschlüsse herbeiführen
Bürgermeister Michael Ritschs „Fahrplan ist, auf kommunaler Ebene klare Beschlüsse herbeizuführen“, damit das Land ebenfalls nicht um das Projekt vorbeikomme. Den Beginn macht die Landeshauptstadt selbst bei ihrer Sitzung am 15. Juli. Am Ende sollten schließlich die ÖBB die Unterflurtrasse in die nächste oder übernächste Sechs-Jahre-Zielplanung aufnehmen.

Jährlich 21,1 Mio. auf 50 Jahre
Die Planungs- und Ausführungsleistungen werden für das Gesamtprojekt rund 1,5 Milliarden Euro netto veranschlagt. Der Betrag bezieht sich auf einen frühestmöglichen Baubeginn im Jahr 2026. Die Finanzierbarkeit des Großprojekts durch die öffentliche Hand würde bei der genannten Summe eine jährliche Gesamtbelastung für Bund, Land und Umlandgemeinden von rund 21,1 Mio Euro bei einer Laufzeit von 50 Jahren bedeuten, teilt die Stadt mit.

Die Studienautoren betonen, dass das Unterflur-Projekt für die öffentliche Hand nicht zuletzt auch aufgrund seiner hohen Umwegrentabilität in Bezug auf die Wertschöpfung finanzierbar ist. In Vorarlberg könnten so rund 9.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Allein durch die fiskalischen Effekte würde fast ein Drittel der Investitionskosten in das öffentliche Budget zurückfließen.

Grahammer: „Auf lange Laufzeit finanzierbar“
„Trotz der hohen Investitionssumme halten wir das Projekt unter den heutigen Rahmenbedingungen auf eine lange Laufzeit für finanzierbar. Die Umsetzung bedarf allerdings einer großen gemeinsamen politischen Willensbildung“, so der BDO-Partner Michael Grahammer.
Berücksichtige man verschiedene Finanzierungskonzepte, Verkäufe jetziger Bahnflächen und Umwegrentabilitäten, läge die jährliche Gesamtbelastung der öffentlichen Hand auf 50 Jahre Laufzeit gesehen bei 21 Mio. Euro. Allein durch die fiskalischen Effekte würde fast ein Drittel der Investitionskosten in die Budgets von Bund, Land und Gemeinden zurückfließen.
05.07.2021, red, vorarlberg.ORF.at/Agenturen

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Bahntunnel „mach- und finanzierbar“
 
#4
Ich sehe dieses Projekt als recht gut und sinnvoll an. Platz ist ja dort relativ wenig, wenn die Bahn unter die Erde verschwinden wuerde ist das kein Fehler. Auch die Anbindung an das Schweizer Netz ist gut, ich hoffe sie bieten dann auch bessere Zugverbindungen in die CH an, etwa nach Kloten. Der Rest ist eher eine Frage des Geldes.
 
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