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mflbnordmole

Guest
#1
Weiss jemand etwas über diese stellung in der nähe von Petronell-Carnuntum?Und hat jemand fotos von diese stellung?

gr.Alex
 

josef

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#2
Hallo Alex,

Ich nehme an, Du meinst die ab 1703 errichtete "Kuruzzenschanze" zwischen der Donau bei Carnuntum/Petronell und dem Neusiedlersee...?

Diese Verteidigungslinie zur Abwehr der Türken und den mit diesen verbündeten "Kuruzzen" (=> ungarische Aufständische gegen die Habsburger) wird im Volksmund als "Alte Schanze" bezeichnet und ist als bewachsener Erdwall bzw. Graben heute noch stellenweise erkennbar.

Literatur dazu:

Leopold Banny "Schild im Osten - Der Südostwall zwischen Donau und Untersteiermark 44-45", Eigenverlag L.Banny, A 7322 Lackenbach, keine ISBN-Nr., nur mehr über Antiquariat erhältlich => Kapitel über "Alte Schanze" mit alten Karten als Vorgeschichte zum SOW, der in etwa parallel zur Kuruzzenschanze verlief...

Manfried Rauchensteiner "Vom Limes zum Ostwall", Heft 21 der Militärhistorischen Schriftenreihe (MHS) des Heeresgeschichtlichen Museums Wien, ISBN 3-215-01663-X, zu beziehen beim HGM-Wien => www.hgm.or.at

lg
josef
 
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mflbnordmole

Guest
#3
Vielleicht is das das gleiche,aber die leute die ich dort gesprochen habe nennten es Türkenschanze.


Hab dort tanksperre gesehen,bunkeranlagen,4 geschützbunkern mit kanonne drin.

gr.Alex
 
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josef

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#4
Hallo Alex,

zwischen der wirklichen "Türkenschanze, Kuruzzenschanze oder Alten Schanze", wie die Namen auch sind und den von Dir gesehenen liegen rund 300 Jahre Unterschied...

Diese Anlagen wurden ab 1955 vom Österreichischem Bundesheer (ÖBH) errichtet! Sie dienten zur Sicherung der sogenannten "Hainburger- und Brucker-Pforte" gegenüber den Warschauer-Pakt Armeen während des "Kalten Krieges". Dieser Raum war seit jeher von großer strategischer Bedeutung für die Sicherung von Wien gegen Osten. Wer hier ins Wiener Becken durchbrach fand bis fast zur Stadtgrenze (Wienerberg, Laaerberg...) keine natürlichen Hindernisse mehr vor.

Gleich nach Abzug der Besatzungstruppen 1955 (hier in Niederösterreich und Burgenland waren es die Sowjets) begann man mit dem Bau von Bunkeranlagen. Wobei die ersten Anlagen teilweise noch mit alten Geschützen der Wehrmacht bestückt wurden. Die "Festen Anlagen" (=> ÖBH-Bezeichnung) wurden laufend erweitert und modernisiert. Zum weiteren Einbau kamen Panzertürme von "Charioteer"-Panzern (8,34 cm PzK), M47 - Türme ( 9 cm PzK) und in großer Anzahl Centurion-Türme (10,5 cm PzK). Aber auch viele bei der Truppe ausgeschiedene Systeme, von der 4 cm Bofors-Fliegerabwehrkanone 55/57 bis zur 15,5 cm schweren Feldkanone M-2 (long Tom) wurden verbunkert eingebaut.

Mit der Wende und Auflösung des Warschauer-Paktes begann auch die Deaktivierung eines Großteils der Anlagen, welche einmal der strengsten Geheimhaltung unterlagen...

lg
josef

Nachstehend eine alte Darstellung aus 1711 der "Türken- oder Kuruzzenschanze", in etwa parallel dazu wurde dort 44/45 der SOW errichtet und nach 55 die Anlagen des ÖBH.
 

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josef

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#7
Hallo Alex,

Habe keine eigenen Fotos von den Bunkeranlagen des ÖBH aus der Gegend von Petronell. Wenn ich welche hätte, würde ich sie nicht zur Veröffentlichung bringen, da ich nicht weiß, welche Anlagen tatsächlich ausser Betrieb gesetzt wurden und welche noch weiter einsatzbereit gehalten werden!

Nachstehend ein Link zu einer web-Seite des ÖBH (Jägerbataillon 12 - Chronik der Kaserne Amstetten in Niederösterreich, da zeigt das letzte Bild unten eine feuernde Centurion-PzK einer "Festen Anlage".

http://www.bmlv.gv.at/organisation/beitraege/1jgbrig/jgb12/chronik.shtml

lg
josef

...und ein Foto einer "Festen Anlage" aus einer offiziellen ÖBH-Broschüre (>bereit für Österreich< vom BMfLV-Büro für Wehrpolitik) aus der Zeit vor dem Fall des "Eisernen Vorhanges":
 

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