Vision Hochgeschwindigkeitskapsel-Transportsystem "Hyperloop"

josef

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#1
Hype oder Hoffnung: Der lange und steinige Weg zum Hyperloop
Eine erste Testfahrt gab es bereits mit der Hochgeschwindigkeitskapsel, die eines Tages bis zu 1.000 km/h schnell sein soll. Transportiert werden sollen damit aber vorerst nicht Menschen, sondern Waren, so die Idee

Hürden für den Bau eines Hyperloop-Systems gibt es einige. Bisher gab es erst eine bemannte Testfahrt.
Foto: REUTERS/Mike Blake/File Photo

Mehr als sieben Jahre ist es her, seit der Unternehmer Elon Musk erstmals mit der Idee aufhorchen ließ: Eine Kapsel, die in einer weitgehend luftleeren Röhre auf Luftkissen gleitend bis zu 1.200 km/h schnell sein und somit bald Flüge und Bahnfahrten ersetzen soll – so das Versprechen von damals, das von vielen Experten und Expertinnen von Beginn an als unrealistisch bezeichnet wurde. Die Möglichkeiten wären jedenfalls enorm: In nur 30 Minuten würde es so etwa von München nach Berlin oder von New York nach Washington gehen.

Vom alltäglichen Einsatz ist die Technologie aber auch heute immer noch weit entfernt. Immerhin: Im vergangenen Jahr gab es eine erste bemannte Testfahrt in Las Vegas, Nevada, bei der die Kapsel und zwei Passagiere auf einer Strecke von 500 Metern eine Geschwindigkeit von 172 km/h erreichten. Und auch einige Pläne für die Errichtung der ersten Strecken werden konkreter. Ab 2024 plant das Unternehmen Virgin Hyperloop erste Pilotprojekte, noch vor dem Ende des Jahrzehnts soll es erste kommerziell betriebene Verbindungen geben. Durch Solarzellen auf der Röhre würde der Transport eines Tages auch CO2-neutral sein, versprechen die Entwickler.

So könnte die Fahrt im Hyperloop laut den Entwicklern und Entwicklerinnen eines Tages aussehen.
Virgin Hyperloop

Viele Hürden
Hürden gibt es einige: Der Aufbau des Netzes würde laut Experten und Expertinnen viele Milliarden an Euro kosten, während die Kapseln vergleichsweise wenig Passagiere befördern können. Auch viele technische Fragen bleiben offen. Nicht zuletzt konnten die vielen Sicherheitsbedenken, die sich bei den enorm hohen Geschwindigkeiten ergeben, bisher noch nicht aus dem Weg geräumt werden.

"Die ursprüngliche Idee, die Musk 2013 zum Hyperloop vorlegte, könnte man auch als schlechte Bachelor-Arbeit bezeichnen", sagt Markus Hecht, Leiter des Fachgebiets Schienenfahrzeuge an der Technischen Universität Berlin, zum STANDARD. Die Idee des Hyperloops mache auf technischer Ebene wenig Sinn, die Sicherheitsrisiken für Passagiere seien enorm, und es werde für einen Transport von Menschen auch in absehbarer Zeit keine behördliche Zulassung geben, so Hecht.

Nicht Menschen, sondern Waren
Auch deshalb planen einige Unternehmen bereits, vorerst nicht Menschen, sondern Waren mit einem möglichen Hyperloop-System zu transportieren. In den Niederlanden beispielsweise schlug das Start-up Hardt vor, die beiden Städte Amsterdam und Rotterdam mit einem Hyperloop-Netz zu verbinden, auf dem Waren, allen voran Lebensmittel, transportiert werden sollen.

Die Strecke wäre zwar nur rund 80 Kilometer lang, trotzdem ließen sich so 80 Prozent des Lkw-Verkehrs auf der Strecke ersetzen, wodurch sich die CO2-Emissionen und die Luftverschmutzung reduzieren würden, heißt es von dem Unternehmen. Erweist sich das Projekt in den Niederlanden als erfolgreich, wolle man das Projekt auch in anderen europäischen Regionen ausweiten.

Ein ähnliches Projekt gibt es auch in Kanada. Dort hat das Unternehmen Transpod der Regierung vorgeschlagen, eine 300 Kilometer lange Hyperloop-Strecke zwischen den Städten Calgary und Edmonton zu errichten, um vorrangig Waren zu transportieren. Diese sollen mit einer Geschwindigkeit von 600 km/h zwischen den Städten bewegt werden, was die Lieferzeiten deutlich reduzieren soll. Rund 15 Milliarden Euro soll das Projekt laut dem Unternehmen kosten, am Ende sollen die Kosten pro transportierter Tonne nur die Hälfte des aktuellen Preises betragen.

Weniger Voraussetzungen
Laut den Entwicklern und Entwicklerinnen sei ein Hyperloop-Netz für die Logistik vor allem deshalb interessant, weil Schnelligkeit für die Branche immer wichtiger werde. Im Vergleich zu einem Transport von Menschen brauche ein Warentransport zudem weniger Genehmigungen und Infrastruktur, könne durch weniger stark besiedelte Gebiete verlaufen und überirdisch gebaut werden, was die Kosten verringern soll, so die Befürworter.

Geht es nach dem Traum vieler Entwickler und Entwicklerinnen, soll es am Ende ein mehrere tausend Kilometer langes Hyperloop-Netzwerk durch ganz Europa geben, auf dem Waren und Lebensmittel innerhalb von wenigen Stunden quer über den Kontinent geschickt werden und wodurch auch strukturschwache Regionen wirtschaftlich wiederbelebt werden sollen.

Energieverschwendung
Experten wie Hecht sind bei Ankündigungen wie diesen äußerst skeptisch. "Die bisher vorgestellten Projekte sind allesamt hochgradig ineffizient", sagt Hecht. Mit den Solarzellen auf den Röhren ließen sich allenfalls ein bis zwei Transporte am Tag durchführen. Die Projekte seien daher keineswegs umweltfreundlich, sondern kämen eher einer massiven Energieverschwendung gleich, so der Experte.

Auch die Investitionskosten seien oft weit höher als von den Entwicklern angegeben. "Wenn wir den Hyperloop wirklich zu einem Netzwerk ausbauen wollen, würde die Summe an Investitionen, die dafür nötig wäre, alle Dimensionen sprengen", sagt Hecht. Der Experte sieht sich dabei an einige andere Verkehrsprojekte erinnert, die in der Vergangenheit bereits dramatisch gescheitert sind. Dazu gehören für ihn etwa Projekte wie der geplante Ausbau der Magnetschwebebahn oder einer sogenannten Güter-U-Bahn in Europa. "Es ist nicht so, dass viele Leute das nicht wollen. Es scheitert daran, dass die dafür nötigen Investitionen und die Kosten für die Instandhaltung einfach zu hoch sind."

Ganz im Weg stehen möchte Hecht dem Hyperloop aber nicht. "Scheinbar braucht es solche Ideen, auch wenn sie in der Praxis kaum funktionieren können." Trotzdem plädiert der Experte dafür, verfügbare Gelder eher in den Ausbau konventioneller Verkehrssysteme, wie etwa in das Rad- oder Schienennetz, statt in äußerst riskante und teure Technologien wie den Hyperloop zu investieren. "Da ist der Ausbau zwar auch komplex, aber bei weitem nicht so wie beim Hyperloop."
(Jakob Pallinger, 22.7.2021)

Zum Thema:
Hyperloop: Lounge-Feeling bei bis zu 1.000 km/h
Meilenstein: Virgin Hyperloop schloss erste bemannte Testfahrt erfolgreich ab

Hype oder Hoffnung: Der lange und steinige Weg zum Hyperloop
 

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#2
HOCHGESCHWINDIGKEITSREISEN
Italien nutzt EU-Gelder für Test von Hyperloop-Technologie auf Bahnstrecke Padua-Mestre
Passagierkapseln sollen sich mit bis zu 1.220 Stundenkilometern bewegen

Verschiedene Unternehmen forschen an Hyperloops. Im Bild das Innere der Virgin Hyperloop nahe Las Vegas.
Foto: Reuters / Mike Blake

Rom – Italien will die Technologie der Hochgeschwindigkeitsbahn Hyperloop mit einer Geschwindigkeit von über 1.000 Stundenkilometer testen. "Wir werden den Hyperloop bauen und ihn zuerst in der Region Venetien und dann in einer anderen Region testen", kündigte der italienische Verkehrsminister Enrico Giovannini laut Medienangaben an.

Die Experimente sollen auf der 34 Kilometer langen Bahnstrecke Padua-Mestre stattfinden. "Wir können nicht mehr von Häfen, Flughäfen, Autobahnen und Schienenwegen sprechen, die nicht miteinander verbunden sind. Alles wird miteinander vernetzt sein", sagte Giovannini. Dafür sollen die Finanzmittel eingesetzt werden, die Italien von dem EU-Wiederaufbauplan erhält. 200 Milliarden Euro bekommt Italien aus Brüssel, ein Teil davon sollen der Modernisierung seiner Infrastrukturen dienen.
Das Hyperloop-Konzept sieht vor, dass elektrisch angetriebene Passagierkapseln mit bis zu 1.220 Stundenkilometern durch eine Röhre mit niedrigem Luftdruck sausen. Die Entwicklung der Technologie wird von mehreren Unternehmen vorangetrieben.
(APA, 2.7.2022)
Italien nutzt EU-Gelder für Test von Hyperloop-Technologie auf Bahnstrecke Padua-Mestre

Link zu Hyperloop-Tests in den USA: Langer und schwieriger Weg zum Hochgeschwindigkeitskapsel-Transportsystem "Hyperloop"
 

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#3
FUTURISTISCH
Hochgeschwindigkeitsstrecke: In nur einer Stunde von Paris nach Berlin
Die Hyperloop-Kapseln des spanischen Unternehmens Zeleros sollen eine Geschwindigkeit von 1.000 Kilometern pro Stunde erreichen
Die Vision klingt verlockend: Man steigt in Paris in eine Gondel, macht ein Nickerchen, und in etwas mehr als einer Stunde ist man in Berlin angekommen. Das sind über 1.000 Kilometer in weniger Zeit, als man derzeit für einen Flug zwischen den beiden europäischen Hauptstädten braucht.

Zeleros Hyperloop

Was wie Science-Fiction klingt, ist die Zukunft – zumindest, wenn es nach Zeleros geht, einem spanischen Hyperloop-Unternehmen. Bei Hyperloops handelt es sich im Wesentlichen um Transportprojekte auf der Basis von Gondeln und Röhren, die den Luftwiderstand minimieren und somit das Potenzial haben, Menschen über große Entfernungen hinweg sehr, sehr schnell zu transportieren.


Der Hyperloop von Zeleros soll zu 100 Prozent elektrisch sein.
Foto: Zeleros

Die Entwürfe von Zeleros sehen luftverschlossene, unter Druck stehende Gondeln vor, die bis zu 200 Passagiere mit einer Geschwindigkeit von 1.000 Kilometern pro Stunde befördern können. Der Hyperloop von Zeleros soll auch zu 100 Prozent elektrisch sein, was bedeutet, dass er, wenn er mit erneuerbarer Energie betrieben wird, gut für die Umwelt sein könnte.


200 Passagiere sollen mit einer Geschwindigkeit von 1.000 Kilometern pro Stunde transportiert werden können.
Foto: Zeleros

Eine flugzeugfreie Zukunft scheint derzeit nicht nur aus Gründen des Umweltschutzes attraktiv. Seit die Nachfrage nach Flugreisen nach der Pandemie wieder gestiegen ist, hat die Luftfahrtindustrie mit Verspätungen, Annullierungen, verlorenem Gepäck und langen Warteschlangen zu kämpfen. Eine Zukunft ohne diesen ganzen Stress scheint in der Tat sehr verlockend zu sein.


Das Unternehmen plant ein globales Röhrennetz.
Foto: Zeleros

Nicht nur zwischen Paris und Berlin will Zeleros seine Hyperloop-Strecken bauen. Das Unternehmen plant ein globales Röhrennetz, das die Reisezeiten zwischen Städten auf der ganzen Welt verkürzen könnte. Strecken wie San Francisco – Los Angeles, Paris–Barcelona, Sydney–Melbourne und Boston – Washington, D.C., könnten alle auf unter eine Stunde verkürzt werden.

Wann genau die Pläne von Zeleros in die Tat umgesetzt werden sollen, ist noch nicht bekannt, aber man kann hier mehr über die Pläne des Unternehmens und sein Netz erfahren.
(red, 2.8.2022)
Hochgeschwindigkeitsstrecke: In nur einer Stunde von Paris nach Berlin
 

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#4
INNOVATIONEN
Vision: In weniger als 30 Minuten von Wien nach München
TU München überholt Musk: Mit 1.000 km/h ans Ziel, dank Hyperloop-Technologie. Ende des Jahres 2022 soll eine Versuchsstrecke und eine Transportkapsel in Echtgröße fertig sein

Foto: REUTERS / Fotograf: Plompmozes/Hardt Hyperloop
Die Hyperloop-Technologie will Transportkapseln mit über 1.000 km/h befördern.

"Bullet Train" ist vielen bereits ein Begriff, spätestens nachdem Ankündigungen für den gleichnamigen Film mit Brad Pitt und Sandra Bullock diesen Sommer die Plakatwände der Städte eingenommen haben. Der Bullet Train fährt in Japans Hochgeschwindigkeitsverkehrssystem und transportiert Passagiere mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 320 Kilometern pro Stunde. Fast langsam im Vergleich zur geplanten Hyperloop-Transportkapsel der TU München. Die Hyperloop-Technologie soll es ermöglichen, Personen mit über 1.000 Kilometern pro Stunde an ihr Ziel zu bringen.

Das Team der TU München hält derzeit den Weltrekord für den schnellsten Hyperloop-Pod-Prototyp mit 482 Kilometern pro Stunde und ist vierfacher Sieger des von Elon Musks Space X veranstalteten "SpaceX Hyperloop Pod-Wettbewerbs". Das Münchner Team plant jetzt eine erste Hyperloop-Teststrecke in der Nähe von München, die bis Ende des Jahres fertiggestellt werden soll. Anfang 2023 will man in der 24 Meter langen Teströhre in einer ersten Phase Gegenstände mit der Hyperloop-Technologie befördern. Die Versuchsstrecke ist bereits so konzipiert, dass eine Passagierkapsel in Originalgröße, sprich Menschengröße, getestet werden kann — bis zur Personenbeförderung werden allerdings noch mindestens zehn Jahre vergehen.

Was ist Hyperloop?
In weniger als 30 Minuten von Wien nach München: Dafür wird, vereinfacht gesagt, in einer Betonröhre ein Vakuum erzeugt und eine Transportkapsel in dem reibungsarmen Raum beschleunigt. Ein Magnetfeld in der Röhre soll das Transportmittel dann zu einer klimaneutralen und bodengebundenen Option einer Highspeed-Verbindung zwischen Ballungsräumen machen, so auch die TU-München-Hyperloop-Forschung.

Eine Frage der Infrastruktur
Die Idee für diese spezifische Form des Hochgeschwindigkeitstransports kommt von Elon Musk, der sich allerdings mehr mit der benötigten Infrastruktur als mit der Technologie selbst auseinandersetzt. Röhren müssen gebaut werden, Anschlüsse zu Bahnhöfen ermöglicht beziehungsweise gänzlich neue Strecken erstellt werden; Infrastruktur ist ein wichtiger Aspekt der Hyperloop-Ambitionen. Der Infrastrukturentwickler Virgin Hyperloop hat eine bemannte Testfahrt in einer Hyperloop-Röhre auf einer eigens entwickelten Strecke in Nevada erstmals 2020 durchgeführt.

Die Forschung und Baumaßnahmen der TU München beschleunigen die Hoffnungen, die in Hyperloop gesetzt werden, jetzt – und zwar fast auf Schallgeschwindigkeit.
(smw, 3.8.2022)
Vision: In weniger als 30 Minuten von Wien nach München
 
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