Wehrmachts Tanklager und Tankbehälter

TORad

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#1
Guten Morgen,

nun, da ich mich schon länger mit dem Thema befasse, habe ich einen großen Schritt vorwärts erzielt.
Daa die Wehrmacht gerne immer wieder bewährtes verwendete sind viele Tanklager gelich und unterscheiden sich von den örtlichen Gegebenheiten.
Hier Herzlich Willkommen... sind nun die Meisten wenn nicht alle Tanklager angeführt.
Aufgegliedert in Großtanklager, Heerestanklager, Luftwaffen, Tanklager und Marinetanklager.
Nur giebt es meiner Meinung nach einiges aufzuklären bezieungsweise zu berichtigen.

Bei den Großtanklager gab es zwei unterschiedliche Typen.
Die erste Form waren 3 Gruppen zu 10 Tankbehälter. Diese 10 Behälter einer Gruppe waren mit einer Ringleitung untereinander verbunden und die Gruppen untereinander auch.
Die zweite spätere Form, wie in der Lobau, waren Gruppen zu 5 Tankbehälter in einer großen Grube nebeneinander eingegraben und dann mit Beton umhüllt.
Die zweite Form sparte Zeit und Material.
Die erste Form hatte anscheinen Behälter zu 3.300m³ die zweite Form solche mit einem Fassungsvermögen von 4.000m³. Nur wenn man bei den Maßen der Behälter soweit sei vorliegen nachsiet sind beide fast gleich Groß.
Ich Suche die genaue Abmessung der beiden großen Behälter.
Hat jemand den BIOS Final Report 120 dort könnte es drinnen stehen oder giebt es woanders genaue angaben?

Bei den Wehrmachts und Luftwaffentanklager waren scheinbar immer 12 Behälter mit je 600m³ in Verwendung.
Von diesen Behältern waren scheinbar nur 11 Befüllt der zwölfte diente zum Abmischen (hier www.andymueller.at/Heiligau.pdf).
Auch waren zumindest in den Heerestanklagern noch 4 Behälter mit je 100m³ vorhanden.

Hier gilt meine Frage wiederum den Abmessungen der beiden Tanks.
Die Lösung könnte im BIOS Final Report 122 stehen.

Liebe Grüße
Ralf
 

Geist

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#2
Wenn du an dem Wissen, das in Archiven schlummert, interessiert bist, dann registriere dich hier beim Deutschen Bundesarchiv und suche nach Tanklager. Da wirst du eine große Menge an Suchtreffern durchforsten können, von denen einige für dich relevant sind. Anschließend müsstest du Kontakt mit dem Archiv aufnehmen und Kopien bzw. Scans bestellen. Das dauert zwar alles einige Wochen, dafür hast du dann die Originalunterlagen quasi in der Hand.

Was die BIOS-Berichte betrifft, ist mein erster Tipp das Archiv des Deutschen Museums München. Dort gibt es eine umfangreiche Sammlung an derartigen Berichten (BIOS, CIOS, FIAT, JIOA usw.).
Außerdem gibt es dort jede Menge an Plänen, Karten usw. Hier hast du die Bestandsübersicht -> Deutsches Museum: Bestände.
Dieses Archiv hat ja außerdem den Vorteil, dass du von Salzburg aus recht schnell dort bist.

Weitere umfangreiche Sammlungen an solchen Berichten findet man in der Technischen Informationsbibliothek Hannover (TIB) und in der Universitätsbibliothek Bochum.
 

TORad

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#3
Mahlzeit Geist

Danke für deine Hinweise Über das Bundesarchiv läuft gerade wieder eine Bestellung für mich aber in anderer Sache.
Nachdem es einige BIOS berichte Online gibt hatte ich gehoft das mit jemand einen Link gibt oder entsprechende Zeilen einstellt.

Das mit dem Deutschen Museum und die Informationsbibliothek in Hanover werde ich einmal nähertreten.

Grüße
Ralf
 

josef

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#5
Der Anhang "C" (Seite 25) des vorgenannten BIOS-Berichtes zeigt wieder einmal die Unsicherheit bzw. Schlampigkeit der Amis mit dem Umgang von geographischen Begriffen!

1552313209243.png

Wobei Raudnitz und Iglau genau genommen im damaligen "Protektorat Böhmen und Mähren" lag/liegt und mit
"Pinavarth" der Weinviertler Ort "Pirawarth" gemeint sein dürfte...?
Kennt dort jemand Planungen für ein Wifo-Tanklager?
 

TORad

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#7
Schönen Nachmittag

@josef einmal waren es nich die Amis den BIOS = Britisch Intelegence Objektivers Sub-Comitee
Also die vom Brexit.

Leider sind die Unterlagen zu den Tanklagern spährlich.
Wobei die Auflistung auf Seite 12 und 13 vollständig sein könnte.
Ich habe zumindest auf den ersten Blick keine Lücke entdeckt.

Grüße
Ralf
 

josef

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#8
@josef einmal waren es nich die Amis den BIOS = Britisch Intelegence Objektivers Sub-Comitee
Also die vom Brexit.
Natürlich, sorry, war in der Eile so auf die Amis fixiert, die ja immer alles verwechseln und falsch schreiben :(;)
Bin gerade bei der Suche nach Hinweisen zu Pirawarth, leider bisher ohne Erfolg...
In den restlichen unter Österreich genannten Orten befanden sich jedenfalls Tanklager bzw. waren projektiert, die Frage ist nur, ob tatsächlich von der Wifo oder sonstigen Mineralölgesellschaften bzw. direkt von Heer, Marine oder Luftwaffe?:
- Linz Winterhafen -> Marinetanklager,
- Linz Tankhafen -> Mineralölgesellschaften, Wifo ?
- Krumnussbaum -> Projekt Wifo, nie fertiggestellt
- Wien -> Wifo Lobau
- Wien Lände Donaukai -> diverse Mineralölgesellschaften
- Wien Praterspitz -> Luftwaffentanklager
- Neusiedl -> da bin ich mir nicht sicher, ob das Tanklager/Abfüllstation usw. zur Wifo gehörte oder nicht Teil der dort tätigen Förder- bzw. Bohrfirmen war?
 

TORad

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#9
Guten Morgen,

ja, ja, josef passiert mir auch immer wiedero_O

Da ich gerne immer Zusammenhänge suche verstehe ich ja bei der Treibstoffversorgung einiges nicht.

Ursprünglich waren sieben Großtanklager mit je 100.000m³ geplant (3 Gruppen zu je 10 Behälter à 3.300m³ im gelände verteilt).
Das Waren Derben, Nieburge, Samland, Krailing, Neuburg a.D., Hitzacker und Straßfurt wobei Straßfurt in einem Ehemaligen Bergwerk untergebracht war und das doppelte faste.
Etwas Später (1936) wurde Farge geplant und gebaut. Nach Krigsbeginn sollen die beiden Tanklager in Radunitz und Lobau begonne worden sein.
Und das nach dem neuen etwas Materialsparenden System (10 Gruppen zu je 5 Tanks à 4.000m³). Wobei die Frage Steht ob die Tanks nicht gleich groß waren und nur durch die Bessere Betonierung stärker gefüllt waren.

Zum Feldzuggebiet gegen Rußland waren die Tanklager scheinbar Randvoll und von da an ging es mir den Vorräten bergab.
So verbrauchte die Wehrmacht im Sommerhalbjahr 1941 an Flugbenzin 740.000t im Monat.
Im Sommerhalbjahr 1942 hatte die Wehrmacht dan aber nur noch 630.000t im Monat.
Bei Fahrbenzin waren die Werte 850.000 Monattonne zu 720.000 Monatstonnen.
Bei Dieselkraftstoffe waren es 410.000moto zu 350.000 moto.
Bei Heizöl für die Kriegsmarine 390.000 moto zu 340.000moto.
Ergiebt Werte von 2.390.000moto zu 2.040.000 moto.
(aus Burkart Müller-Hillebrand "Das deutsch Heer 1933-1945" Band III)

So nun zu dem was ich nicht verstehe.
Da aber nun die Vorräte schrumpften wurden trotzdem in den Großtanklagern ausgebaut wie Hitzacker und Farge.

Danebebn gab es noch 10 Tanklager des Heeres von denen 9 Baugleich waren.
Das waren 12 Behälter mit 600m³ für Treibstoff und 4 Behälter mit je 100m³ für Öle.
Das waren Neunherse, Heiligenstadt, Ebach, Amstetten, Vorderheide, Eickeloh, Zarretin Rüthen und Münchensbergdorf.
Das Zehnte das Lager Märisch-Schönberg war ein ehemaliges Hydrierwerk mit 10 Tanks von zusammen 9.538m³ fassungsvermögen.

Leider muss ich jetz beenden werde demnächst die Aufzählung der Luftwaffe vortsetzen.

Grüße
Ralf
 
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TORad

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#10
Schönen Nachmittag,

hier die Fortsetzung:
Innsgesammt gab es 9 Tanklager alter Art und 3 neuer art.
Die Luftwaffentanklager waren wie die Heerestanklager aufgebaut nur ohne Ölbereich.
Dies waren Langenselbold, Annaburg, Ehmer, Bad Berka, Weißenhorn, Ebenaus, Löwenhagen, Niederrullersdorf, Dülmen.
Die derei neueren waren Oldendorf, Kloster Loocum und Büchen.
Ausnahme war Ebenaus das hatte einen 13 Behälter. Im Krieg wurden zusätzliche Luftwaffentanklager errichtet diesmal mit ganz anderer Struktur. Diesmal waren 3 Gruppen mit je 9 Behältern zu je 750m ³ um ein gemeinsames Steuerhaus errichtet. Diese drei Tanklager wurden Mitte 43 Oldendorft, Ende 44 mit 2 Gruppen oder gar nicht wie Büchen fertig.

Mit den Marinetanklagern habe ich mich noch nicht auseinandergesetzt da sie nch keinem Muster errichtet wurden.
Die marinetanklager waren Achim, Bleckede, Einswarden, Farge, Flemhulde, Mönekeberg, Nordholz, Sande, Schaefstaedt und Wilhelmshafen.

Grüße
Ralf
 

TORad

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#11
Guten Morgen

Gestern habe ich mir den Mob.-Plan Luftwaffe vom 1.7.1939 vorgenommen. Siehe da dort waren dann 13 Lufttanklager verzeichnet.
Neben den 9 oben angeführten waren dan noch 3 im Luftkreis VIII nämlich Domaschin, Hallenkov und Repcin.
Das Tanklager Halenkov dürfte von der Tschechischen Armee übernommen worden sein.
Und dann noch das Lufttanklager des Luftkreises XVII nämlich Praterspitz.
Dieses bekam sogar am 12 12 38 eine Lock nämlich eine DWK 160B Fabriknummer 648 Bauart B-dm Baujahr 38 Spurweite 1435 mm
Siehe loks-aus-kiel.de - Portrait DWK 648
Die Anlage dürfte eine Übernahme eines bestehenden Tanklager gewesen sein zumindest deutet das Luftbild von 1956 darauf hin.
Hier Geodatenviewer der Stadtvermessung Wien

Vielleicht kann ja noch jemand etwas zu diesen vier Tanklagern sagen.

Liebe Grüße
Ralf
 
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josef

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#13
LW-Tanklager Wien-Praterspitz

Wobei es um die grundsätzliche Klärung des örtlichen Begriffes "Praterspitz" geht!
Lt. Google-Maps (aktuelle Variante) ist der "Praterspitz" für die Landzunge bei der Donaukanalmündung verortet:

1552982759378.png
Darum die Frage an die "Wissenden":
Betrifft die Bezeichnung Praterspitz nur den auf G.M. gekennzeichneten Bereich - die Landzunge bei der Donaukanlmündung (ROT) oder auch den "ehemaligen, nun durch das Donaukraftwerk Freudenau umgestalteten Bereich der Hafeneinfahrt (GELB)?

Auf den Lubi von 1938 sind die Tanklager direkt an der Donau (verlängerter Kai) bzw. der Hafeneinfahrt Freudenau zensiert!
Auf der Landzunge darunter bei der Mündung des Donaukanals ist jedoch ein Tank erkenntlich, dessen späterer kriegsbedingte "Splitterschutzummantelung" ist auch noch auf dem Lubi von 1956 erkennbar...

Wobei meine Vermutung der Lage in Richtung erstere Variante tendiert, da es dort auch Bahnanschluss gab!

1552983427212.png
Lubi 1938 mit zensierter Fläche der Mineralöllände und unzensuriert erkennbaren Tank auf der Landzunge der Donaukanalmündung.

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Vergrößerung Lubi 1938: Oben hafeneinfahrt Freudenau, unten Tank auf der Landzunge der Donaukanalmündung

1552983671074.png
Nochmalige Vergrößerung des Tanks am Lubi 1938

Und nun die Lubi von 1956:

1552983756630.png
Gesamt-Situation 1956 (zum Vergleich mit 1. Lubi aus 1938)

1552983864369.png
Vergrößerung aus Lubi 1956: Der von mir vermutete Standort des LW-Tanklagers zwischen Donaukai unf Hafeneinfahrt östlich der gesprengten Bahnbrücke

1552983997155.png
Vergrößerung aus Lubi 1956: Reste des Tanks auf der Landzunge bei der Donaukanalmündung (Splitterschutzummantelung).
Alle Lubi Vienna GIS.
 
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