Wien 1. - Stephansdom, Stephansplatz usw.

josef

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#21
Stephansdom: Großbrand „unwahrscheinlich“
Der verheerende Brand in der Kathedrale Notre-Dame wirft auch Fragen nach dem Brandschutz in heimischen Kirchen auf. Einen Großbrand im Stephansdom sieht Dombaumeister Wolfgang Zehetner als „sehr unwahrscheinlich“ an.
Lokale Brände seien im Stephansdom natürlich möglich, etwa wenn ein Bild oder ein Einrichtungsgegenstand Feuer fange. „Aber die große Brandlast gibt es nicht mehr“, sagte Zehtner mit Verweis auf den eisernen Dachstuhl, der nach dem Brand im Jahr 1945 errichtet worden war.

Nichtsdestotrotz gibt es Brandschutzpläne für den Dom. Im Vorjahr habe es auch eine Übung mit der Feuerwehr gegeben, berichtete Zehetner. Sollte im Dom tatsächlich etwas passieren, seien die Zufahrtsmöglichkeiten besser als rund um Notre Dame. „Es ist hier nicht so eng wie in Paris, es gibt mehr Freiflächen.“


ÖNB-BILDARCHIV/ALBERT HILSCHER
Historische Aufnahme des Brandes im Wiener Stephansdom am 12. April 1945

Neue Brandmelder und spezielles Schutzsystem
Auch Dompfarrer Toni Faber beruhigte. Er betonte, dass die Grundkonstruktion des Dachstuhls aus Waagner-Biro-Stahl bestehe - das sei sicherer. Einzig die Latten, welche die 270.000 Dachziegel halten, seien aus Holz. „Wir haben Brandschutzmelder, wo gearbeitet wird. Wir erneuern sie im Dachboden, dass im First solche Brandschutzmelder eingezogen werden, dass frühzeitig eine eventuelle Brandentwicklung gemeldet werden kann“.

Auch im Kircheninnenraum gibt es spezielle Sicherheitsvorkehrungen, wobei es sich dabei nicht um Brand- und Rauchmelder im klassischen Sinn handelt, da diese auch bei Weihrauchentwicklung anschlagen würden. Vielmehr handelt es sich laut Faber um spezielle Sensoren, die bei Weihrauch nicht Alarm auslösen. Zusätzlich stünden im Stephansdom zahlreiche Feuerlöscher - etwa in der Sakristei, bei den Eingängen oder an den Orten, wo Kirchenbesucher Kerzen anzünden - bereit.

In den Nebenräumen befindet sich außerdem eine „gute Sicherheitsanlage“, führte der Dompfarrer weiter aus. Diese habe allerdings keine Direktverbindung zu Feuerwehr. „Wir hatten seinerzeit so viele Fehlermeldungen, dass wir gesagt haben, da braucht es Menschen.“ Der Portiersdienst des Domes sei rund um die Uhr besetzt und wenn ein Alarm ausgelöst wird, halte dieser zunächst Nachschau, veranschaulichte Faber das Prozedere.

Der „Steffl“ ist nicht versichert
Sollte trotz der Sicherheitsmaßnahmen ein Feuer im Stephansdom ausbrechen, wäre dies ein Schaden von unschätzbarem Wert - denn: Der „Steffl“ ist nicht versichert. „Wir haben nach dem Hofburg-Brand 1992 darüber nachgedacht. Doch zu welchem Wert? Das ist nicht zu versichern“, sagte Faber. „Da investieren wir lieber mehr als zwei Millionen Euro im Jahr in die Instandhaltung und Renovierung.“

„Notre Dame muss wieder aufgebaut werden“
Kardinal Christoph Schönborn zeigt sich über den vernichtenden Brand der Kathedrale Notre Dame tief traurig - und denkt schon an die Zukunft.
Auch der Wiener Kardinal Christoph Schönborn sieht den Stephansdom jedenfalls einer unvergleichlich geringeren Brand-Gefahr ausgesetzt als Notre Dame. Er verwies ebenfalls auf die Stahlkonstruktion im Dachbereich.

Freiwillige Feuerwehren würden angefordert
Gäbe es im Wiener Stephansdom ein ähnliches Feuer wie im Pariser Notre Dame, würde wohl die höchste Alarmstufe ausgelöst - 7 oder 8, jedenfalls deutlich höher als beim Brand des Donauzentrums Anfang März, als Alarmstufe 4 ausgelöst wurde.

„Aber nicht sofort: Man würde die Unterstützung von Freiwilligen Feuerwehren heranziehen, damit diese die Wachen besetzen, falls es weitere Ereignisse gebe. Die Wiener Berufsfeuerwehr könnte sich damit auf die Brandbekämpfung im Dom konzentrieren. Man müsste sicherstellen, dass es Ablösungen gibt. Es würde nichts bringen, wenn man 400 Einsatzkräfte auf einmal heranzieht und die einander im Weg stehen“, sagte der Sprecher der Wiener Berufsfeuerwehr Christian Feiler.Oben

Links zzum Brand in der Kathedrale Notre-Dame :
Publiziert am 16.04.2019
Stephansdom: Großbrand „unwahrscheinlich“
 

josef

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#22
Auch Dompfarrer Toni Faber beruhigte. Er betonte, dass die Grundkonstruktion des Dachstuhls aus Waagner-Biro-Stahl bestehe - das sei sicherer.
Da irrt der gute Toni Faber, Waagner Biro dürfte die stählerne Dachkonstruktion montiert haben, der Stahl dazu stammt von der damaligen VÖEST AG (heute voestalpine Stahl GmbH), wie auch Kardinal Schönborn gestern im ZIB2 Interview erklärte... Waagner Biro war kein Hüttenbetrieb!
 
#24
Da denke ich an den Brand vor Jahren in der Entstaubungsanlage von einem Kraftwerk im Ruhrgebiet. Den Brand hatte man relativ schnell unter Kontrolle. Ergebnis nach 6 h, die 60 cm Breitflanschträger aus Wärmefesten Stahl waren nur noch Schrott. Geringster Durchhang 40 cm auf ca.6 m. :)
Selbst ein Stahldachstuhl ist kein Heilmittel, die Staubbelastung tut ihr übriges!
 
#25
Da irrt der gute Toni Faber, Waagner Biro dürfte die stählerne Dachkonstruktion montiert haben, der Stahl dazu stammt von der damaligen VÖEST AG (heute voestalpine Stahl GmbH), wie auch Kardinal Schönborn gestern im ZIB2 Interview erklärte... Waagner Biro war kein Hüttenbetrieb!

Voest stahl, Verarbeitung Wagner Biro .... so wollten sie es schreiben ‍♂️
 
#26
Natürlich kann nicht nichts passieren.
Aber - die Brandlast am Dachstuhl im Vergleich zu einem Holzdachstuhl ist sehr, sehr gering.
Der Dachboden ist leer (ich war selber schon oben), und wo nichts ist, kann nichts brennen.
Soweit ich weiß, und auch aus persönlicher Besichtigung, gibt es im Südturm über der Türmerstube noch eine Holzkonstruktion.
 
#27
Damit man sich was drunter vorstellen kann, der Dachboden von St.Stephan:
zz2019.08.24-2016_4715.jpg
der Blick durch die Decke in die Kirche (diese Betondecke wurde nach dem Brand des Dachstuhles 1945 eingezogen um die offene Kirche zu schützen bis das neue Dach errichtet werden konnte) :
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einen StockImEisen gibt es dort auch ;-)
zz2019.08.24-1941_4561.jpg

Die Dachziegel wirken wieder recht sauber ;-)
zz2019.08.24-1954_4601.jpg
zz2019.08.24-2008_4671.jpg

liebe Grüße Blacky
PS: noch ein paar Fotos vom Stephansdom: Regenrinne
 
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josef

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#30
Blitz schlägt in Stephansdom ein
Bei dem Gewitter am Donnerstagabend hat der Blitz im Stephansdom eingeschlagen. Weil der Dom über einen Blitzableiter verfügt, hat es keine Bauschäden gegeben, heißt es vom Dombaumeister.
„Der Blitz hat in den Blitzableiter am Südturm eingeschlagen, der in ein Erdungssystem geht. Es sind einige Sicherungen gefallen. Aber es ist uns kein Bauschaden aufgefallen“, sagte Dombaumeister Wolfgang Zehetner gegenüber wien.ORF.at. Der Einschlag ist auch auf einem spektakulären Foto festgehalten. Aufgenommen hat es Michael Braun, der im AKH im Nachtdienst war.


Michael Braun machte dieses Foto vom AKH aus

Zehetner weiß auch einige historische Anekdoten zum Blitzschutz am Stephansdom. Nach der französischen Belagerung Wiens wurde laut dem Dombaumeister „zum ersten Mal ein richtiger Blitzschutz“ eingebaut. Davor waren vier „kapitale Hirschgeweihe“ am Dom montiert. Denn die Leute hätten damals geglaubt, dass Hirsche nicht vom Blitz getroffen werden, erzählt Zehetner.
30.08.2019, red, wien.ORF.at/Agenturen
Chronik: Blitz schlägt in Stephansdom ein
 

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#31
Mögliche Dürer-Zeichnung im Stephansdom entdeckt
Hat Albrecht Dürer im Stephansdom eine Wandzeichnung angefertigt? Fest steht, dass eine Zeichnung, die bei Restaurierungsarbeiten am gotischen Bischofstor an der Nordseite des Doms gefunden wurde, höchste Qualität aufweist und aus dem frühen 16. Jahrhundert stammt.
„Die Qualität erinnert an Dürer“, erläuterte Bernd Euler-Rolle, Fachdirektor im Bundesdenkmalamt (BDA), am Freitag die Vermutung, der Wissenschaftler am Freitag in der Tagung „Dürerzeitliche Wandmalerei im Wiener Stephansdom“ nachgehen. Eine sichere Zuschreibung zu Albrecht Dürer sei aber eine Herausforderung, denn schließlich gebe es keinerlei Aufzeichnungen, dass der Alte Meister je in Wien gewesen sei.


APA/BDA/Irene Dworak
Laut Experten trägt die Zeichnung „eindeutig“ Dürers Handschrift

Reihe von Indizien
Vielmehr sind es eine Reihe von Indizien, die das Forscherteam rund um Projektleiter Markus Santner zu der Theorie verleiten. Dass die Zeichnung entdeckt wurde, sei ein Zufall gewesen, so Euler-Rolle. Sie befinde sich oberhalb des Shop-Einbaus in der Vorhalle des Bischofstors und sei stark verschmutzt gewesen.

Nach der Reinigung und zahlreichen Untersuchungen kleinster Farbpartikel habe man eine Vorzeichnung freigelegt, die einen an die Wand gemalten Flügelaltar darstellt. An den Altarflügeln sind die Heiligen Katharina und Margarethe abgebildet. Besonders bemerkenswert sei dabei der Detailreichtum, „die besondere künstlerische Qualität lässt auf einen großen Meister schließen, der hier eine ‚Zeichnung an der Wand‘ hinterlassen hat“, so Euler-Rolle.

„Keine Frage, ob, sondern wann“
Zur Erhaltung und Erschließung des Werks hat die Abteilung für Konservierung und Restaurierung des Bundesdenkmalamts im Zusammenwirken mit der Dombauhütte St. Stephan ein Konservierungs-und Forschungsprojekt realisiert. Nach eingehendem Studium des Bestandes beschloss man, mit externen Fachexpertinnen und Fachexperten im Rahmen einer wissenschaftlichen Tagung am Freitag zu diskutieren.


APA/BDA/Irene Dworak
Die Wandzeichnung wurde am Bischofstor an der Nordseite des Doms entdeckt

Erwin Pokorny, der als Dürer-Spezialist auch am Katalog zur aktuellen Dürer-Ausstellung der Albertina mitarbeitete, sieht in der Unterzeichnung ein eigenhändiges Werk von Albrecht Dürer, wie es in einer Aussendung heißt: „Die Frage ist nicht ob, sondern wann Dürer in Wien war. Die virtuose Pinselführung lässt eindeutig seine Handschrift erkennen.“

Anekdote könnte sich bewahrheiten
Der Kunsthistoriker Michael Rainer stellt fest: „In Joachim Sandrarts Biografie von Albrecht Dürer befiehlt Kaiser Maximilian I. dem Künstler, dass er ‚ihm etwas Großes auf die Mauer abzeichnen soll‘. Wir könnten nun den Ort dieser bislang als bloße Legende verkannten Anekdote gefunden haben.“ Die Ergebnisse des Projekts und der Tagung werden in einem Band der „Österreichischen Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege“ veröffentlicht.
15.11.2019, red, wien.ORF.at/Agenturen

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