Neue Führung in unbekannte ABC-Bunker
Wiens Unterwelt kann man nicht nur aus der Perspektive des „Dritten Manns“ betrachten. Es gibt auch eine Unterwelt, in der Menschen einen Atomschlag überleben hätten sollen. Der Verein „Unter Wien“ bietet jetzt Führungen in zwei stillgelegte ABC-Bunkeranlagen an.
Online seit heute, 0.05 Uhr
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Neue Führung in unbekannte ABC-Bunker
Wiens Unterwelt kann man nicht nur aus der Perspektive des „Dritten Manns“ betrachten. Es gibt auch eine Unterwelt, in der Menschen einen Atomschlag überleben hätten sollen. Der Verein „Unter Wien“ bietet jetzt Führungen in zwei stillgelegte ABC-Bunkeranlagen an.
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Die Bunker sollten Menschen vor den Folgen atomarer, biologischer und chemischer (ABC-)Waffen schützen. Der Einsatz solcher Waffen war während des Kalten Krieges durchaus für möglich gehalten worden. Seit Jahrzehnten außer Betrieb können nun zwei dieser Bunker im Rahmen der „Tour K“ im 3. Bezirk besichtigt werden. Der Verein „Unter Wien“ erforscht und dokumentiert unterirdische Bauten und bietet diese und andere Touren durch Wiens Unterwelt an.
Ihren Anfang nimmt die „Tour K“ in einem Parkhaus, von dem aus es in einen Bunker geht, der Platz für 1.200 Menschen geboten hätte. Allerdings anders als im Zweiten Weltkrieg nicht für alle Menschen, sondern nur für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Behörden. Das sei auch der Grund, warum diese Anlagen kaum jemand kenne und sie auch nicht im Internet zu finden seien, wie Vereinsvorstand Lukas Arnold betonte.,3
Fotostrecke
Unter Wien
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Unter Wien
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Nuklearduschen und eine Rolle Klopapier
Im Unterschied zu Weltkriegsbunkern betritt man den ABC-Bunker durch eine Schleuse mit Dekontaminationsduschen bzw. Nuklearduschen. Die Menschen hätten sich eine Minute lang duschen müssen, weil davon auszugehen gewesen wäre, dass sie bereits kontaminiert seien, so Arnold. Erst dann wäre es weiter in das Innere des Bunkers gegangen. Und noch ein Unterschied zu Weltkriegsbunkern: Niemand hätte den Bunker nach einigen Stunden wieder verlassen. Der Aufenthalt war auf 14 Tage ausgelegt.
14 Tage in beengten Verhältnissen unter der Erde, während oben vielleicht ABC-Kampfstoffe die Stadt verwüstet hätten. Für jeden Einzelnen lag für diese Zeit im Bunker eine Minimalausstattung bereit: ein Jogginganzug, eine (!) Rolle Klopapier, ein Betttuch, eine Decke sowie Suppenteller und Häferln aus Plastik. Aus Plastik deswegen, um die Verletzungsgefahr zu verringern, falls jemand in der Bunkeratmosphäre ausrastet.
Tour führt durch zwei Bunker
Der für 14 Tage anberaumte Aufenthalt im Bunker machte natürlich auch eine entsprechende Ausstattung des Bunkers notwendig. Bei der Führung gibt es Einblicke in einen medizinischen Behandlungsraum, in eine Küche, in einen Lagerraum für Nahrungsmittel und Trinkwasser. In einem Schlafraum stehen Stockbetten, in Aufenthaltsräumen einfache Holzbänke mit Rückenlehnen. Neben einem Bunker für 1.200 Menschen führt die Tour auch noch in einen kleineren Bunker, der für 240 Menschen ausgelegt war.
11.04.2026, red, wien.ORF.at
Weitere Infos:
Unter Wien
Ihren Anfang nimmt die „Tour K“ in einem Parkhaus, von dem aus es in einen Bunker geht, der Platz für 1.200 Menschen geboten hätte. Allerdings anders als im Zweiten Weltkrieg nicht für alle Menschen, sondern nur für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Behörden. Das sei auch der Grund, warum diese Anlagen kaum jemand kenne und sie auch nicht im Internet zu finden seien, wie Vereinsvorstand Lukas Arnold betonte.,3
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Nuklearduschen und eine Rolle Klopapier
Im Unterschied zu Weltkriegsbunkern betritt man den ABC-Bunker durch eine Schleuse mit Dekontaminationsduschen bzw. Nuklearduschen. Die Menschen hätten sich eine Minute lang duschen müssen, weil davon auszugehen gewesen wäre, dass sie bereits kontaminiert seien, so Arnold. Erst dann wäre es weiter in das Innere des Bunkers gegangen. Und noch ein Unterschied zu Weltkriegsbunkern: Niemand hätte den Bunker nach einigen Stunden wieder verlassen. Der Aufenthalt war auf 14 Tage ausgelegt.
14 Tage in beengten Verhältnissen unter der Erde, während oben vielleicht ABC-Kampfstoffe die Stadt verwüstet hätten. Für jeden Einzelnen lag für diese Zeit im Bunker eine Minimalausstattung bereit: ein Jogginganzug, eine (!) Rolle Klopapier, ein Betttuch, eine Decke sowie Suppenteller und Häferln aus Plastik. Aus Plastik deswegen, um die Verletzungsgefahr zu verringern, falls jemand in der Bunkeratmosphäre ausrastet.
Tour führt durch zwei Bunker
Der für 14 Tage anberaumte Aufenthalt im Bunker machte natürlich auch eine entsprechende Ausstattung des Bunkers notwendig. Bei der Führung gibt es Einblicke in einen medizinischen Behandlungsraum, in eine Küche, in einen Lagerraum für Nahrungsmittel und Trinkwasser. In einem Schlafraum stehen Stockbetten, in Aufenthaltsräumen einfache Holzbänke mit Rückenlehnen. Neben einem Bunker für 1.200 Menschen führt die Tour auch noch in einen kleineren Bunker, der für 240 Menschen ausgelegt war.
11.04.2026, red, wien.ORF.at
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