Wien: "Villa Blum" der Heinkel AG in Hietzing, Objekte Flakstellung "Roter Berg" Ober St. Veit

#1
Hallo!

Ein Arbeitskollege stellte mir die Frage ob ich etwas über Flak auf dem "Roten Berg" weiß. er hat sich ein Kleingartengrundstück dort gepachtet und in der Nachbarschaft einen "Bunker" in einem Garten entdeckt, der Feuerleitstand oder Kommando oder so gewesen sein müsste.....

Da ich auf diesem Gebiet(Flak) nicht so bewandert bin, leite ich die Frage hier an Euch weiter mit der Bitte um Hilfe, bzw. viell hat jemand Karten auf denen diese Stellung eingezeichnet ist, oder Einheitsbezeichnung usw.

Wenn möglich werde ich noch versuchen Fotos zu machen und einzustellen.

Herzlichen Dank im Voraus!

LG Mike

PS: Weiß jemand ob das Buch von L. Banny " Dröhnender Himmel - brennendes Land" noch irgendwo zu kriegen ist?
 
#2
Hallo Zeitgeist,

Schwere Flak mit Sicherheit nicht. Diese war am Küniglberg, also in unmittelbarer Nähe.
Möglicherweise war eine leichte Flak dort stationiert. Werde am Abend nachsehen ob ich was finde.
Wenn ich nicht ganz irre waren dort in der Nähe allerdings Stollen mit U-Verlagerungen (Konstruktionsbüro Heinkel?).

lg

Cerberus9
 
#3
Anbei ungefähre Lage.


Quelle: Goggle Earth

Im kreis befindet sich das bauwerk, dürfte sich um
UNTER St. Veit handeln, nicht wie in der Anfrage Ober St. Veit

Foto folgt morgen wenn möglich!

LG Mike
 

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josef

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Mitarbeiter
#7
Hallo Zeitgeist,
Schwere Flak mit Sicherheit nicht. Diese war am Küniglberg, also in unmittelbarer Nähe.
Möglicherweise war eine leichte Flak dort stationiert. Werde am Abend nachsehen ob ich was finde.
Wenn ich nicht ganz irre waren dort in der Nähe allerdings Stollen mit U-Verlagerungen (Konstruktionsbüro Heinkel?).
lg
Cerberus9
Unter dem großen Gartengelände der ehemaligen "Villa Blum" (Angermayergasse 1) am Trazerberg befinden sich alte Kelleranlagen, die durch Stollen erweitert wurden => Nutzer Fa. Heinkel!

Am Lubi links vom Kreis.

Siehe:

http://de.wikipedia.org/wiki/Villa_Blum

http://www.1133.at/document/view/id/466

http://www.hietzing.at/Bezirk/geschichte1.php?id=157

lg
josef
 
#8
@Harald 41:

Thema ist eine eventuelle Flakstellung am Roten Berg.
In "deinem" Bericht ist die Hagenbergstellung angesprochen. Diese war gegen Kriegsende nicht mehr besetzt.


lg

Cerberus9
 
#9
Interessiert mich auch schon seit 20Jahren was da am roten Berg mal war. Genauso wie auf der Riederberghöhe.
Ist einfach in beiden Fällen ein auffälliges Gelände.
Bin schon gespannt was sich bei Eurer Recherche herausstellt und werde gespannt mitlesen. :)
 
#10
Guten Morgen!
:danke @Josef & @cerberus9

Erst mal vielen Dank :danke für eure Hilfe! ist am wahrscheinlichsten, dass es mit Villa Blum zusammenhängt wie @josef sagte. würde gut passen. auch sieht der Gebäuderest aus wie ein Zu oder Ausgang.

An diese Keller dachte ich auch schon, da ich dienstlich öfters in der Schule bin die jetzt in der Villa ist und auch schon mal in den "Untiefen" war, jedoch nicht wusste, daß diese ausgebaut bzw. erweitert wurden bzw. sind! werd mal über meine Dienststelle:D versuchen Zugang zu bekommen um herauszufinden ob und inwieweit diese Stollen noch bestehen!



Anbei die versprochenen Fotos. viell könnt ihr daraus Rückschlüsse ziehen.

Vorerst LG Mike
 

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#11
@Zeitgeist:

Falls es was mit dem Stollen (Keller) zu tun haben sollte, würde ich auf Notausgang tippen. Dafür spricht die relativ kleine Zugangsöffnung.

Allerdings kann es aber auch was ganz banales sein.
Könnte es ev. eine Quellfassung sein, oder eine Autoabstellfläche für das obere Grundstück?
Mich irritieren ein wenig die Zaunsteher an den Ecken und der Mitte des Bauwerks. Könnten aber auch nachträglich eingebaut worden sein.

lg

Cerberus9
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#12
Riederberg

Interessiert mich auch schon seit 20Jahren was da am roten Berg mal war. Genauso wie auf der Riederberghöhe.
Ist einfach in beiden Fällen ein auffälliges Gelände.
Kenne die Gegend nur von der B1 aus, bin dort noch nicht im Gelände herumgekrochen...
Lt. Erzählungen (also mit Vorsicht zu behandeln...!) bauten die Sowjettruppen dort und weiter an den Wienerwaldhängen über Tulbinger Kogel bis an die Donau im Raum Greifenstein Ende April 45 Verteidigungsstellungen gegen einen möglichen Angriff von W aus. Dabei sollen auch Einheimische zu Arbeitsleistungen verpflichtet worden sein.

Ähnliches gab es ja auch, wie dir bekannt, an den Osthängen des Traisentales, von Traismauer südwärts...

Die Russen hatten damals scheinbar wirklich Angst, dass das Wunschdenken einiger deutscher Militärs (Gerüchteweise auch in manchen Truppenteilen verbreitet...) realisiert wird, gemeinsame Sache mit den aus dem Westen anrückenden Amis zu machen, um gegen sie vorzugehen!

lg
josef
 
#13
Habe heute vor Ort Kontakte geknüpft; Wie der Zufall spielt, musste ich dienstlich in die Schule auf den Berg....

lt. Auskunft müßte es noch "irgendwo im Haus" die alten Pläne geben, da ja der Staat Eigentümer wurde und aber auch alles aufgehoben wurde.....jeden zettel von den Umbauten für den Schulbetrieb und zu dieser Zeit wurden auch die Stollen vermauert..... sagt ein zuständiger Herr der Schule. versprach mir in den nächsten Tagen nachzuschauen im schuleigenen Archiv....

LG mike
 
M

MIB1985

Guest
#14
@Josef


Tulbingerkogel ist für mich interessant, gibt es nur Gerüchte darüber oder vllt auch Aufzeichnungen. Ich könnte mich am Tulbingerkogel schon eine Stelle denken und zwar in der Gegend der Warte......aber das ist nur eine Vermutung meinerseits.

lg Mani
 
A

ak71

Guest
#15
Interessiert mich auch schon seit 20Jahren was da am roten Berg mal war. Genauso wie auf der Riederberghöhe.
Ist einfach in beiden Fällen ein auffälliges Gelände.
Bin schon gespannt was sich bei Eurer Recherche herausstellt und werde gespannt mitlesen. :)
Hallo Stephan,

was meinst du mit "auffälligen Gelände" in Bezug auf die Riederberghöhe genau? Da ich in am Rand von Mauerbach wohne, bin ich auch oft im Wienerwald um Mauerbach, Purkersdorf, Gablitz unterwegs, so auch am Riederberg, aber ausser dem alten Steinbruch kenne ich dort nichts auffälliges.

In Mauerbach hätte ich etwas entdeckt, anscheinend ein alter Weinkeller, der zu Luftschutzzwecken umfunktioniert wurde. Jedenfalls sind dort 2 Luftdruckschleusen bzw. -türen installiert, ist aber fest verschlossen, kommt man nicht rein. Ansonsten kenne ich in der Umgebung hier nichts aus der Zeit (Die "Bunker-Ruine" auf der Sophienalpe halte ich eher für zivile Überreste)...


lg
alexander
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#17
Die bewegte Geschichte der „Villa Blum“

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Die „Villa Blum“ in Hietzing ist vor knapp 100 Jahren erbaut worden. Die jüdischen Besitzer wurden 1941 von den Nazis enteignet. Heute befindet sich dort die „Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik“. Nun wurde die bewegte Geschichte beleuchtet.
„Wir sind hier und arbeiten hier und lehren hier in einem Gebäude, das auch beschlagnahmt worden ist, wo ja Leute in die Flucht geschlagen worden sind. Die dann zum Glück das Haus wieder bekommen haben, aber trotz allem ist es historisch belastet“, sagt Rektor Thomas Haase, der die geschichtliche Aufarbeitung initiiert hat, gegenüber „Wien heute“.

1922 zog das Industriellen-Ehepaar Lepopld und Meta Blum in die Villa in der Angermayergasse ein, die von Architekt Carl Witzmann erbaut worden ist. Gelebt hat das jüdische Ehepaar hier mit einer Pflegetochter und zwei adoptierten Kindern. „Die Familie hat hier ein großbürgerliches Leben geführt, sie hatten auch viele prominente Freundinnen und Freunde hier. Bis das Jahr 1938 gekommen ist. Da musste die Familie dann fliehen“, sagt Haase.

ORF
Heute ist in der Villa die Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik untergebracht

ORF
1952 verkaufte die Familie Blum die Villa an das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft


ORF
Heute hat die Hochschule rund 650 Studierende


ORF
Die Villa wurde von Architekt Carl Witzmann geplant


ORF
Die Vergangenheit des Hauses ist an der Hochschule noch deutlich spürbar

Von Gestapo beschlagnahmt
Leopold und Metha Blum sind nach New York geflüchtet. Lucy Blum, später verheiratete Mertens, ist mit ihrem Man in die Dominikanische Republik geflohen. Die Villa wurde von der Gestapo beschlagnahmt und an den Flugzeugwerk-Besitzer Ernst Heinkel verkauft. Die in den Südhang gegrabenen alten Keller wurden von Heinkel ausgebaut und während des Zweiten Weltkrieges zur Herstellung von Flugzeugmotoren genutzt. „Heute sind sie wegen des eingedrungenen Grundwassers gesperrt“, heißt es auf einer Online-Plattform für den 13. Bezirk.

Großer Ausbau Ende der 1950er-Jahre
Nach dem Zweiten Weltkrieg hat Lucy Blum-Mertens aus dem Exil ein Restitutionsansuchen gestellt. 1947 wurde dem Rückstellungsbegehren der Tochter Leopold Blums stattgegeben. Drei Jahre später war sie Eigentümerin der Liegenschaft, 1951 übergab sie den Besitz ihrer Mutter, die ihn 1952 an das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft verkaufte.

Seit 1954 befindet sich hier die Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik. 1958/59 erfolgte ein umfangreicher Um- und Ausbau des Gebäudes mit einem Hörsaal für 100 Personen, drei Klassenräumen und einem Heim für rund 70 Studierende. Heute studieren hier 650 Menschen.
red, wien.ORF.at

Link:
Kultur: Die bewegte Geschichte der „Villa Blum“
 
#18
Wurden jetzt in den "Kelleranlagen" Motoren hergestellt oder nicht?
In den im Beitrag #7 angeführten Links heist es auch einmal so, einmal so! Oder war das nur ein "bombensicheres" Konstruktionsbüro?
Was für Motoren hat Heinkel hergestellt -Hirth?, Lizenzbauten, oder wurden dort gar Heinkel-Strahltriebwerke gebaut? ;)
Wie groß waren diese "Kelleranlagen"?
Vielleicht weist du da genaueres Josef?
 
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