Am Gelände des ehemaligen Außenlagers des KZ-Dachau an der Wiestalstraße zwischen Hallein und Adnet wurde durch die Privatinitiative eines Unternehmers ein Gedenkstein errichtet. Die Existenz eines KZ-Außenlagers bei Hallein wurde jahrelang von gewissen lokalen Kreisen bestritten bzw. verharmlost...
Dazu ein Ausschnitt eines Berichtes im ORF-Salzburg:
Zitat:
Mutiger Gedenkstein für KZ-Opfer
An der Wiestalstraße zwischen Hallein und Adnet (Tennengau) ist Mittwoch ein großer Gedenkstein für Opfer des Nationalsozialismus und ehemalige Häftlinge des KZ Hallein enthüllt worden - direkt vor dem Betonwerk Deisl. Dieses hat das Projekt finanziert.
Lager für ehemalige Spanienkämpfer
Die neue Gedenkstätte direkt an der Wiestalstraße erinnert an die bis zu 90 Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau bei München, die bei Hallein in Baracken eines Außenlagers untergebracht waren - um im Tennengau ausgebeutet und zum Teil ermordet zu werden.
Es waren großteils politische Gegner Hitlers aus Salzburg, Oberösterreich und Bayern sowie republikanische Österreicher, die im Spanischen Bürgerkrieg gegen den Faschismus gekämpft hatten. Von diesen waren besonders viele in den KZ-Imperien von Dachau und Mauthausen mit ihren hunderten Außenlagern gefangen. In Hallein war auch der Widerstandskämpfer Sepp Plieseis in Haft, dem am 23. Oktober 1943 - auch mit Hilfe der Halleinerin Agnes Primocic - die Flucht gelang. Später gründete Plieseis in den Bergen des nahen Salzkammergutes eine kleine Befreiungsarmee gegen den Nationalsozialismus.
Heute steht auf dem ehemaligen KZ-Gelände von Hallein das moderne Betonwerk Deisl. Dessen gastfreundliches Management begrüßte Mittwoch in der Werkskantine an die 100 Gäste bei Speis` und Trank. Wenig später erfolgte nach Festreden direkt neben der Firmen-Einfahrt die Enthüllung des neuen Gedenksteines - an prominenter Stelle neben der Wiestalstraße.
Sklaven für Bau von SS-Kaserne
Häftlinge wurden hier bis ins Frühjahr 1945 jeden Tag mehrere Kilometer ins Halleiner Stadtgebiet getrieben, immer wieder auch fürchterlich geprügelt und misshandelt, wie Zeitzeugen schildern. Als Arbeitssklaven unter katastrophalen Bedingungen waren die KZ-Häftlinge beim Bau der großen Halleiner SS-Kaserne beschäftigt. Diese sollte in der Nähe der heutigen Papierfabrik ab Anfang 1943 für etwa 1.000 SS-Soldaten errichtet werden.
Der Halleiner Historiker Wolfgang Wintersteller hat bei wissenschaftlichen Forschungen herausgefunden, dass es im nahen Tauglwald auch zu Mordaktionen der SS an wehrlosen, kranken und geschwächten Häftlingen gekommen ist.
Wirbel nach FPÖ-Aussagen
Wintersteller hatte in den Archiven der KZ-Gedenkstätte Dachau bei München und bei betagten Zeitzeugen zu recherchieren begonnen, nachdem ein Stadtrat der FPÖ Hallein öffentlich behauptet hatte, in der Region habe es niemals ein KZ gegeben; nur ein „Arbeitslager“. Solche Aussagen führten zu einem langen Streit und Widerständen unter Kommunalpolitikern, deren Nachwirkungen bis heute zu spüren sind. LHstv. David Brenner sagte bei der Gedenkfeier am Mittwoch, Verharmlosungen seien eine Vorstufe zu möglichen Diktaturen der Zukunft, die es zu verhindern gelte.
Zufällig in der Ausgabe "Schwechat-Fischamend" der NÖN gefunden:
Zitat:
Zeitgeschichte zum KZ-Außenlager „Santa I + II“
SCHWECHAT / Die alten Schwechater Brauereikeller wurden zwischen 1944 und 1945 als Außenstellen des Konzentrationslagers Mauthausen verwendet, berichtet Adolf Ezsöl in der Serie "Anno Dazumal".
„Santa I + II“ war der Tarnname der Außenlager des KZ Mauthausen in den alten Bierkellern der Schwechater Brauereien. Bis vor kurzem gab es auch in den großen Archiven Österreichs kaum Hinweise auf diese Lager, da die SS fast alle Unterlagen vernichtet hatte. Ein glücklicher Zufall wollte es, dass ich (Ezsöl; Anm.d. Red.) in den Besitz von Geheimdokumenten gelangte, welche bei der Rekonstruierung dieser Lager wertvolle Hinweise geben konnten.
Einmietung von kriegswichtigen Betrieben
Als die Alliierten Westmächte ab 1943 vorerst von England aus Gebiete im deutschen „Altreich“ einflogen und bombardierten, gab der Reichsminister für Bewaffnung und Munition am 26. August 1943 einen „Erlass über die Verlegung kriegswichtiger Betriebe und Betriebsteile“ heraus, infolge dessen auch im damals scheinbar noch sicheren und vor Bombenangriffen geschützten Wien (Schwechat gehörte ab 1938 zu Wien) alle Kelleranlagen und unterirdischen Großräume gemeldet werden mussten.
Die alten Schwechater Brauereikeller, die durch die Errichtung von modernen Betontanks ab 1928 vom Brauhaus kaum mehr zur Bierlagerung in Holzfässern in Gebrauch standen, wurden sofort von verschiedenen Großbetrieben beansprucht, die ihre Fertigungsstätten unter die Erde verlagern wollten. Den Zuschlag für die Benützung der Keller, die sich im Ausmaß von rund 9.500 m² unter dem Areal der ehemaligen „Pechhütte“, in der Wiener Straße 52 befanden, erhielten die „Flugmotorenwerke Ostmark“ in Wiener Neudorf. Trotz des Protestes der Schwechater Brauereiführung beschlagnahmte das Rüstungsministerium diese Keller und bereits im März 1944 wurde mit dem Verlagerungstransport von Maschinen aus dem Flugzeugwerk Wiener Neudorf in die alten Brauereikeller begonnen.
Das KZ-Nebenlager Schwechat „Santa I“
Die ersten Häftlinge aus dem „KZ-Mutterlager“ Mauthausen dürften bereits Mitte März 1944 im Zuge der Verlagerung in den Brauereikellern eingelangt sein, wo sie mit den Umbauarbeiten und der Installation von Maschinen für die „Flugmotorenwerke Ostmark“ begannen.
Nach der Gründung der KZ-Nebenlager im Ortsgebiet von Schwechat wurde als geheimer Tarnname „Santa I + II“ festgelegt, obwohl es sich eigentlich um zwei getrennte Lager gehandelt haben dürfte. „Santa I“ bezog sich demnach auf die alten Bierkeller der Brauerei Schwechat unter dem Areal der Pechhütte und auf die unter dem Popper-Brauhaus am Hauptplatz 3 und dem gegenüberliegenden Figdor-Brauhaus liegenden ehemaligen Bier-Lagerkellern in der Größe von insgesamt 3.400 m². Nach Schätzungen von Schwechater Augenzeugen dürfte die erste Gruppe von KZ-Häftlingen aus rund 200 Mann bestanden haben, die neben den Um- und Ausbauten in den Kelleranlagen auch mit dem Bau eines Barackenlagers am ehemaligen „Phönix-Sportplatz“ begannen. Nach den Bombardierungen des Hauptwerkes der Flugmotorenwerke Wiener Neudorf ab 26. Juli 1944 dürfte die Anzahl der Häftlinge in Schwechat bereits auf rund 600 gestiegen sein.
Das KZ-Nebenlager Schwechat „Santa II“
Das Rüstungsministerium hatte am 15. April 1944 auch Keller in der Bruck-Hainburger Straße 26 im Ausmaß von 12.000 m² gemietet und dort einen Teil der Heinkel-Werke eingewiesen, die bereits seit 1943 am Fliegerhorst Schwechat mithilfe von bis zu 2.665 KZ-Häftlingen Flugzeugteile fertigten. Das Kommando über die KZ-Häftlinge im Ortsgebiet von Schwechat hatte der berüchtigte SS-Hauptsturmführer und Massenmörder Anton Streitwieser, der auch Kommandant des KZ-Arbeitslagers „Wien-Schwechat 2“ am Fliegerhorst Schwechat war.
Wie viele KZ-Häftlinge in Schwechat zwischen März 1944 und März 1945 bei den Sklavenarbeiten für die Nazis ums Leben kamen wird kaum mehr zu eruieren sein. Fast alle diesbezüglichen Unterlagen im KZ-Mauthausen wurden vor Kriegsende vernichtet. Im Verlauf des Luftkrieges 1944/1945 fielen auf Schwechat rund 4000 Bomben, davon 78 auf die Brauerei. Nach neuesten Unterlagen wurden in dieser Zeit in Schwechat mindestens 416 Menschen getötet: 117 Schwechater, in der Mehrzahl Frauen und Kinder und 299 Ortsfremde, KZ-Häftlinge, Zwangsarbeiter, Kriegsdienstverpflichtete und in Schwechat stationierte Soldaten. Rund 600 Schwechater sind als Deutsche Soldaten an verschiedenen Kriegsschauplätzen gefallen. Über die Soldaten beider Fronten, die im Endkampf im Raum Schwechat gefallen sind, gibt es derzeit keine Unterlagen. Diese Zeit, mit ihrem unmenschlichen Regime dürfen wir NIEMALS VERGESSEN.
ich bin neu hier.
Wollte an dieser stelle einmal fragen, ob jemand weiß welchen Zweck die Bunkeranlagen in der Langenschönbichler Au (NÖ) gedient haben.
Ich denke, das diese vielleicht in Verbindung mit der Pulverfabrik in Pischelsdorf standen. Werde hier mal ein paar Bilder reinstellen.
Freu mich auf Eure Auskünfte!
Liebe Grüße,
Shugendo
Rund um Poysdorf und Herrnbaumgarten vermutet man große Vorkommen von Schiefergas:
Zitat:
Umstrittene Gasbohrungen geplant
Im Weinviertel sollen gewaltige Gasreserven schlummern. Etwa in Poysdorf (Bezirk Mistelbach) will die OMV in Zukunft das sogenannte Schiefergas fördern. Die Methoden für dessen Gewinnung sind jedoch umstritten.
3.500 Mal hat die OMV bereits in heimischen Böden gebohrt, um Gas und Öl zu gewinnen, vor allem im Marchfeld, etwa bei Gänserndorf. Mit Gas meint die OMV Erdgas - jetzt aber interessieren sich deren Experten auch für Schiefergas - also Gas in festem Gestein.
Gefunden wurde passendes Gestein im Wiener Becken und im Weinviertel - rund um Poysdorf und Herrnbaumgarten könnte es große Mengen Schiefergas geben.
Umstrittene Chemikalien zur Gasgewinnung
Die Förderung des Schiefergases ist jedoch deutlich komplizierter, als die von Erdgas: Schiefergas wird mit viel Wasser und Chemikalien mit einem Knickbohrer aus der Tiefe geholt. Diese Methode nennt man „Fracking“. Wegen der Chemikalien ist sie jedoch nicht unumstritten - in Frankreich sogar verboten.
Möglicher Kritik will die OMV vorbeugend begegnen: Man habe sich in der Region in den letzten Jahrzehnten einen guten Ruf aufgebaut, den man nicht zerstören wolle, sagt Christopher Veit, Geschäftsführer der OMV Austria, „und deswegen werden hier sicher nur Chemikalien verwendet, die umweltverträglich sind.“
Befürchtungen in den Gemeinden
„Dieses Verfahren, das in Amerika angewendet wird, wird sehr kritisiert“, gibt auch Christian Frank, Bürgermeister von Herrnbaumgarten, zu bedenken. Einige der verwendeten Chemikalien seien krebserregend, die OMV habe jedoch auch der Gemeinde versichert, dass solche Stoffe definitiv nicht verwendet werden. „Es wird einen Vertrag geben mit der Servicefirma, in dem das definitiv ausgeschlossen wird,“ sagt Frank.
Die Bewohner der betroffenen Gemeinden sehen sowohl Vor-, als auch Nachteile: Neue Arbeitsplätze stehen Befürchtungen wegen erhöhtem Verkehrsaufkommen und Gefahren für das Grundwasser gegenüber. Auf diese Fragen soll es Anfang 2012 bei Informationsveranstaltungen für die Bürger Antworten geben.
Fix sei die Gasförderung im Weinviertel ohnehin noch nicht, sagt Christopher Veit von der OMV: „Hier sprechen wir ausdrücklich von einem Pilotprojekt und die Probebohrungen sollen feststellen, ob das Gas wirtschaftlich und technisch förderbar ist.“ Wann es Probebohrungen geben könnte, darauf legt sich die OMV noch nicht konkret fest.