Altenburg - FuMG-Stellung "Kleiber"

josef

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#1
Gestern war ich im Raum Horn unterwegs und schaute nach 13 Jahren wieder einmal im Bereich der 13. mittleren Flugmelde-Leit-Kompanie des II./LnRgt 238 (Amstetten) bei Altenburg, Deckname "Kleiber", vorbei.

Soweit ich mich erinnerte bzw. die alten Fotos sichtete, gibt es 2015 keine wesentlichen Veränderungen der spärlichen Reste zum Bestand von 2002:

Fotos 1. - 6.: Lagerbereich - diverse Fundamentreste der Trafostation sowie der Unterkunfts- u. Lagerbaracken
 

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josef

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#2
FuMG-Stellung "Kleiber" - Teil 2

Fotos Teil 2:

7.-8. Bei einigen Barackenfundamenten ist der Bewuchs seit 2002 schon etwas mehr geworden...

9. -10. ...und natürlich sind in den Erdstellungen, die das Lager umgeben, die Bäume zwischenzeitlich auch weiter gewachsen :)

11.-12. Das ca. 500 m vom ehemaligen Lagergelände entfernt noch vorhandene "Würzburg-Riese"-Fundament ist unverändert...
 

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Woodquarter

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#4
Einige Fotos die ich bei meinem Erstbesuch vor 13 Jahren machte als Vergleich zur fast unveränderten aktuellen Situation vom 24. September 2015:
Hallo Josef!
Hat es dich wieder einmal in den hohen Norden verschlagen;-); war auch erst wieder dort, da ändert sich zum Glück nichts. Wundert mich aber, dass die Fläche noch nicht mit Bäumen aufgeforstet wurde. Kann es sein, dass das Lagerareal "geschottert" war und deshalb dort kaum etwas wächst?
Den Landwirten/Grundbesitzern (sind fast lauter Wiener) ist wahrscheinlich auch der Aufwand für die Beseitigung der Betonfundamente zu groß, da sich ja der Ertrag eher in Grenzen hält; Ackerland ist da schon wertvoller.
LG Woodquarter
 

josef

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#5
Hallo Josef!
Hat es dich wieder einmal in den hohen Norden verschlagen...
Ja, war ein "Ausweichziel" auf der Rückfahrt von Sigmundsherberg bzw. Horn :)
Nach einem Vormittag im Bahnmuseum in Sigmundsherberg wollte ich noch am Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers (WKI) vorbeischauen und danach im Wald bei Rodingersdorf wieder einmal "Edelweiß" inspizieren. Für Nachmittag waren dann noch Höbarth- und Madermuseum in Horn eingeplant. Durch interessante Gespräche bei den Eisenbahnern kam ich schon in Zeitverzug. Dann stach mir die alte Dampfwalze im Hof des benachbarten Motorradmuseums ins Auge und der anwesende Museumsbetreiber, Herr Ehn, öffnete außerplanmäßig die Pforten seiner einmaligen Sammlung... Somit strich ich das Lagergelände und den Rodingsdorfer Wald vom Plan und begab mich in die Horner Museen. Dafür machte ich bei der Heimfahrt noch ein "Schleiferl" über Altenburg und so kam "Kleiber" noch zur Ehre meines Besuches :D

Ich vermute die Kosten der Fundamentbeseitigung bewahren das Gelände vor land- oder forstwirtschaftlicher Nutzung. Auch das Interesse der Jägerschaft dürfte an den Flächen groß sein, wenn man die hohe Anzahl der Hochstände dort betrachtet!

lg
josef
 
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#7
Hier nochmals(?) ein paar Fotos zu Kleiber; dachte die hätte ich schon irgendwo eingestellt?

Die Skizze stammt von Prof. Dr. W. Scheidl, Historiker aus Altenburg (er hat sie mir persönlich überlassen; Veröffentlichung also ok)

Das zweite Foto zeigt das bereits erwähnte Brunnenhaus zwischen Lagerareal und Stift Altenburg.
 

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josef

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#15
Verzeihung Josef, aber in dem von dir beigefügten Text wird von 2 FuMg 65 geschrieben.
Am Lubi kann ich ebenfalls 2erkennen, wenn ich nicht komplett irre.
Hallo Gerald,
meine Antwort bezieht sich auf:
Stehen da 2 Würzeburg-Riesen 500m westlich? Was ist das gleich links vom Lager?
500 m westlich vom Lager war nur 1 FuMG 65 "Würzburg-Riese". Das 2. Gerät befand sich ca. 400 m NNO vom Lagergelände:

1602600792487.png
 

josef

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#18
Per PN herangetragene Frage: Was ist ein ABCD-Gerät?

-> Weiterentwicklung des ursprünglichen FuMG 39, später umbenannt in FuMG 62 "Würzburg A" durch "aufmotzen" mit den Erweiterungsstufen B, C und D, dazu Auszug aus "Würzburg-Radargeräte" Wikipedia:

Im Herbst 1939 wurden 5000 Geräte von der Wehrmacht bestellt. Die erste Ausführung – das ab Anfang 1940 ausgelieferte Würzburg A – erforderte, das Maximum des vom Ziel reflektierten Impulses auf einer Kathodenstrahlröhre mit der Antenne einzujustieren. Weil sich nicht nur die Signalstärke selbst änderte und das Radar ja auch die Zielauffassung verlieren konnte, war das Verfahren nicht sehr genau und erforderte den Einsatz von Suchscheinwerfern zur Zielbeleuchtung, sobald mit dem Radar eine ungefähre Richtung ermittelt werden konnte. Trotzdem gelang einer Flakeinheit in Essen im Mai 1940 mit einem der ersten Würzburg-Geräte durch mündliche Zieleinweisung der Abschuss eines Flugzeugs.[1] Ab Oktober 1940 wurden serienmäßige Geräte an die Wehrmacht ausgeliefert und bei der Flak benutzt.

Würzburg B
Ein Versuchsgerät Würzburg B wurde noch mit einem Infrarotdetektor zur Verbesserung der Zielgenauigkeit ausgerüstet, aber diese Geräte erwiesen sich als unbrauchbar und die Produktion wurde eingestellt.


Würzburg C
Verbesserungen im Zielsystem führten zur Variante Würzburg C. Diese sendete mit zwei geringfügig vom Brennpunkt abweichend installierten Hornstrahlern, die wechselweise sendeten und mit hoher Geschwindigkeit umgeschaltet wurden. Die Echosignale wurden leicht zeitversetzt auf einem Oszilloskopschirm dargestellt. Als Ergebnis wurden zwei dicht nebeneinander liegende Spitzen auf dem Schirm dargestellt, die der Bediener auf der gleichen Höhe zu halten versuchte. Dieses System lieferte eine weit schnellere Rückmeldung von Änderungen der Zielposition, und weil jede Änderung in der Signalstärke beide Strahlkeulen betrafen, brauchte der Bediener nicht mehr unbedingt das Signalmaximum zu finden. Ein ähnliches System wurde in den Vereinigten Staaten als Feuerleitradar SCR-268 benutzt.


Würzburg D
Das 1941 eingeführte Modell Würzburg D wurde um ein konisches Abtastsystem durch eine versetzte Empfangsantenne erweitert, die sich mit 25 Hz drehte und deswegen auch „Quirl“ genannt wurde. Das sich daraus ergebende Signal wich leicht von der Hauptstrahlrichtung der Antenne ab und rotierte um die Strahlachse, die es in der Mitte überlappte. Wenn sich das Ziel auf einer Seite der Hauptstrahlrichtung der Antenne befand, veränderte sich die Signalstärke, wenn sich der Strahl darüber bewegte. Das ermöglichte es, die Antenne auf das axiale Signalminimum auszurichten und damit das Ziel im Fokus zu behalten. Außerdem konnte der Bereich des Signalminimums unter die Größe der Strahlweite der Antenne selbst reduziert werden, was die Genauigkeit drastisch erhöhte. Die Genauigkeit der Würzburg-D-Geräte betrug ungefähr zwei Grad in der Seitenrichtung (Azimut) und drei Grad in der Höhenrichtung (Elevation). Die bereits im Einsatz befindlichen Geräte wurden bei der Truppe generell auf den Stand des 'Würzburg D' aufgerüstet.
Die FuMG 62 "Würzburg" hatten eine Reichweite von 40 km und wurden ab 1942 durch die Type FuMG 65 "Würzburg Riese" mit ca. 60 - max. 80 km Reichweite ersetzt bzw. in FuMG-Stellungen ergänzt...

1602665827338.png FuMG 62 "Würzburg" 1602665882787.png FuMG 65 "Würzburg Riese"

(Quelle: Würzburg (Radar) – Wikipedia - Fotos CC-Lizenz (links - Bundesarchiv, Bild 101I-621-2930-32 / Walther / CC-BY-SA 3.0; rechts - Yummifruitbat)
 
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