Da es gerade blitzt und donnert...

josef

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#1

Blitze: Hotspots, Mythen und Wahrheit
Die derzeitige Wetterlage ist für Gewitter geradezu „ideal“. Allein am letzten Samstag registrierte das österreichische Blitzortungssystem ALDIS über 4.500 Blitze. Im Juli beginnt die Gewitterhochsaison. Regional ist die Blitzhäufigkeit unterschiedlich. Beim richtigen Verhalten im Freien mischen sich Mythen und Wahrheit.

Die ALDIS-Auswertung für 2017 zählte bisher insgesamt rund 281.000 Blitze, bei 39.000 davon handelte es sich um Wolke-Erde-Blitze, also tatsächliche Blitzeinschläge. Damit liege 2017 derzeit ziemlich genau im Durchschnitt der vergangenen Jahre, heißt es. Ein Trend zu mehr Gewittern lässt sich nicht ausmachen.


Grafik: ORF.at; Quelle: APA/ZAMG/Aldis

Mehr Gewitter durch Klimaerwärmung
Internationale Studien mit Klimamodellen gingen aber davon aus, dass bei einer weltweiten Temperaturerhöhung von einem Grad Celsius die Blitzhäufigkeit um fünf bis zehn Prozent steigt. „Einfach gesagt: Wird die Atmosphäre wärmer, gibt es auch mehr Gewitter.“ Dass Blitze in diesem Jahr bisher in Summe nicht häufiger sind als sonst, zeigt die Statistik: So wurden etwa im Juli 2012 binnen zwölf Stunden 22.000 Blitze gezählt.

Regional unterschiedliche Häufigkeit
Trotzdem gehören Teile Österreichs, nämlich die Bundesländer Steiermark und auch Kärnten, insgesamt zu den Regionen mit den meisten Blitzen in Europa. Hier herrschen durch die südliche Lage und die Nähe zur Adria oft „ideale“ Voraussetzungen für Gewitter: Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit. Das zeigt auch die bisherige ALDIS-Jahresstatistik, wo die Steiermark mit knapp über 10.000 von 39.000 Blitzeinschlägen insgesamt österreichweit eindeutig vorne liegt.

Oststeiermark ganz vorne
Eine Auswertung der Bezirke mit der höchsten Blitzdichte (Zeitraum 2010 bis 2016) zeigt gleich sechs steirische Bezirke an der Spitze, wobei Weiz mit über drei Blitzeinschlägen pro Quadratkilometer und Jahr den ersten Platz einnimmt. Am wenigsten blitzt es aufgrund der dortigen Bedingungen in Westösterreich, wo die Bezirke mit den wenigsten Entladungen Feldkirch und Bludenz sind (0,7 und 0,8 Entladungen pro Quadratkilometer und Jahr). Auch der Nordosten Österreichs ist im Vergleich zu den südlicheren Regionen blitzarm.

Die Zahl der Blitze in Österreich schwankt dabei insgesamt von Jahr zu Jahr stark und liegt meist zwischen 100.000 und 200.000 Blitzeinschlägen in den Boden („Flashes“) pro Jahr. Rechnet man auch die Wolke-Wolke-Blitze dazu, blitzt es in Österreich pro Jahr durchschnittlich zwischen 700.000- und 800.000-mal, berichtete ALDIS.

Mythen und Wahrheiten
Beim Thema richtiges Verhalten bei Gewittern und Blitzen mischen sich traditionell Wahrheiten und Weisheiten ohne wissenschaftliche Grundlage. Experten raten dazu, beim Aufziehen von Gewittern möglichst in einem Gebäude Schutz zu suchen. Schutz bietet auch das Auto. Ein Handy zieht Blitze nicht an, wie vielfach fälschlich behauptet.

Die Sache mit der Buche
Ein Wald bietet mehr Schutz als ein freies Feld. Ist kein Unterstand in Sicht, wird empfohlen, hockend, nach Möglichkeit in einer Mulde, das Vorbeiziehen des Gewitters abzuwarten. Die Weisheit „Eiche weiche, Buche suche“ hat keine Grundlage. Blitze suchten sich für den Einschlag bevorzugt den höchsten Punkt, heißt es von ALDIS - auch wenn der eine Buche ist.

Hilfreich zur Einschätzung der Gefahr ist die „30/30-Regel“: Liegen zwischen Blitz und Donner weniger als 30 Sekunden, ist das Gewitter noch zehn Kilometer entfernt. Bei Blitzen entfalten sich enorme physikalische Kräfte: Ein Blitz erreicht Stromstärken zwischen 2.000 und 30.000 Ampere (A), meistens sind es laut ALDIS zwischen 10.000 und 30.000 A. Im Blitzkanal erreicht die Luft eine Temperatur von 30.000 Grad Celsius. Bildlich gesprochen „zerreißt“ die Hitze die Luft und verursacht den bekannten Knall.

Link:

Publiziert am 27.06.2017
http://oesterreich.orf.at/stories/2851483/
 

schurli

Active Member
#6
Bei mir lassen sich die Blitze leider nicht akustisch darstellen.
Alle Lautsprecher an, ... nix. Nur optisch.

Falls Du Windows benützt... Unten rechts für den Browser auch den Ton aufdrehen.... Kannst Du z.B. youtube mit Ton schauen? Aber das würde hier schon zu weit führen... bei mir macht es auf beiden Seiten knacks-knacks :) Was bei lightningmaps.org lustig ist, ist daß da quasi auch noch die Laufzeit des Schalls mit Ringen mit angezeigt wird.
 
#8
Problem wohl gelöst;
einfach nur oben rechts das Lautsprechersymbol einmal kurz anklicken reicht schon aus.
Die Schallwellenausbreitung hab ich letzte Woche selbst ausgetestet bei Gewitter hier und online verglichen.
Stimmen übereins; feine Sache!
Gruß
 

josef

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#9
Forscher am Gaisberg: Wie entsteht Schall des Donners?
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Wissenschafter des Instituts für Meteorologie und Geophysik der Universität Wien sind diese Woche am Gaisberg, um seismische Messinstrumente zu installieren. Sie wollen damit ergründen, wie der Schall des Donners bei Gewittern erzeugt wird. Auf der Sendeanlage auf dem Gaisberg werden österreichweit die meisten Blitzeinschläge registriert.
Online seit heute, 6.30 Uhr
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Blitze werden auf dem Gaisberg schon lange erforscht – 1998 wurde auf dem Salzburger Hausberg das einzige internationale Blitzforschungszentrum eingerichtet. Nun sollen in der Erde vergrabene Instrumente dabei helfen, den Donner zu erforschen.

Forscher messen Schallerschütterung des Donners
„Als Seismologen messen wir, wie die Erde vibriert, wenn Erdbeben geschehen, aber wir haben festgestellt, dass wir auch Schallerschütterungen sehr gut messen können. Deshalb wollen wir hier genau untersuchen, wir der Schall des Donners in den Erdboden einkoppelt und daraus wollen wir wiederum lernen, wie der Donner überhaupt entsteht“, schildert der Geophysiker Florian Fuchs.

100 Messgeräte beim Rundwanderweg eingegraben
Dabei wird kein hörbarer Schall erforscht, sondern Infraschall. Für das Forschungsprojekt werden entlang des Rundwanderwegs insgesamt 100 seismologische Messgeräte knapp unter der Erdoberfläche eingegraben, mit bunten Holzpflöcken markiert und deren GPS-Daten werden notiert. Das sind kleine Geophone, die die Bodenerschütterung sehr präzise messen. All diese Messgeräte sind synchronisiert", sagt Fuchs.

Wissenschaftler hoffen nun auf viele Gewitter
Das Donner-Forschungsprojekt ist auf sechs Wochen angesetzt, für diesen Zeitraum hoffen die Seismologen auf möglichst viele Gewitter. „Wir hoffen, dass wir präzise aufzeichnen können, von welchen Teilen entlang des Blitzes wir den Schall messen und wir wollen beantworten, ob der unhörbare Schall oben in den Wolken oder bodennah erzeugt wird.“ Die gewonnenen Erkenntnisse dienen unter anderem der Grundlagenforschung.

25.10.2020, red, salzburg.ORF.at
Forscher am Gaisberg: Wie entsteht Schall des Donners?
 
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