Das Mysterium der Entwege im Schwarzatal/NÖ wurde enträtselt

struwwelpeter

Well-Known Member
#1
Zu Zeiten des „Schwammerl-Suchens“, wo man stundenlang im Wald herumsucht, entdeckt man auch die Umgebung, die Hügel, Häuser und Wege. Im Laufe der Zeit lernt man ein Gebiet immer besser kennen, wie auch das Wegenetz aus Forst- Wander- oder Querfeldein Wegen.
So ist es auch mir ergangen, von Kindheit weg im relativen steilen Gelände unterwegs. Erleichterung brachten nur scheinbar waagrechte Forstwege, die sich eng dem Gelände anschmiegten und in langen Wegstrecken kurze Distanzen zurücklegten.
Einmal war der Weg sichtbar, dann wieder nicht – einmal breiter wie für Traktoren geeignet und dann wiederum nur ein Saumpfad.
Wie auch immer, als kleines Kind/Schüler usw. hat es mich nicht interessiert.
In späteren Jahren habe ich dann von sogenannten „Entwegen“ gelesen, die auch in einigen Publikationen mehr im Detail beschrieben wurden. Die Beschreibungen und Vermutungen waren jedoch sehr vage. Ich möchte sie hier nicht anführen, weil es ja auch im Internet verfügbar ist.
Schlussendlich stellte sich jetzt heraus, dass diese sogenannten Entwege künstlich angelegt wurden um Wasser zu einer Goldwaschstelle der Römer zu transportieren.
Ich persönlich finde dies als kleine Sensation und zeigt, dass die Welt voller Überraschungen ist – auch in der nächsten Umgebung.

Achtung: die rote Linie dient nur der Übersicht und ist sehr ungenau
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Stoffi

Well-Known Member
#3
Spannend... vor langer Zeit - 2010 habe ich hier Fotos meiner Spanienreise gepostet. Da warten wir auch in "Las Medulas". Das war - so weit ich mich richtig erinnere - die größte Goldmine im römischen Reich. Berge wurden untertunnelt und dann ausgeschwemmt bis die Berge kollabierten. Jetzt der Zusammenhang zu deinen Bildern.. Das Wasser wurde über ein 100-300 km langes Kanalsystem angeliefert ...
 

Anhänge

#4
Von der Homepage:
Vortrag von Brigitte Cech in Wien
„Römischer Goldbergbau im Karth, NÖ – Die Ergebnisse der interdisziplinären Forschungen 2018 und 2019“
Mittwoch, 27. Mai 2020, 19.00
Gesellschaft der Freunde Carnuntums
Diplomatische Akademie, Musikzimmer, Favoritenstrasse 15a, 1040 Wien
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Der römische Goldbergbau im „Karth“, einer Landschaft südöstlich von Neunkirchen in NÖ, ist der bis dato einzige in den Ostalpen bekannte römische Goldbergbau. Es handelt sich dabei um eine Seifenlagerstätte, die mit Hilfe von Wasserkraft abgebaut wurde. Diese sehr effiziente Methode des Goldbergbaus ist eine römische Erfindung, die von Plinius sehr genau beschrieben wird. Das Besondere des Bergbaus im „Karth“ ist der ausgezeichnete Erhaltungszustand der Staubecken und Wasserleitungen. Seit 2018 wird dieser einzigartige Bergbau unter der Leitung von Univ. Doz. Dr. Brigitte Cech im Rahmen eines FWF Projektes interdisziplinär erforscht. Im Vortrag werden das Projekt und die Ergebnisse der Forschungen von 2018 und 2019 vorgestellt.

Gesellschaft
 
#6
Falls jemand auf die Idee kommt im Karth oder der Umgebung Gold zu waschen möchte ich hier darauf hinweisen das dies nicht gestattet ist (lt. Auskunft Montanbehörde). Im Bereich innerhalb der Punkte Autobahnkreuz Seebenstein – Natschbach – Wartmannstetten – Straßhof – Haßbach – Warth – Gleißenfeld – Autobahnkreuz Seebenstein ist bei Missachtung mit einer Anzeige zu rechnen.
 
#7
Hierzulande läuft das unter Goldflitter. Den Flitter findet man auch in der Donau und da ist das Goldwaschen gestattet. ;)
Die größeren Nuggets findet dann ach mein Nokta Impact.
 
#9
Erzählung von Wolfgang Haider-Berky (Profi-Heimatforscher) im November 2019 in seinem Buch „Vom Steinfeld bis zum Semmering“ betreffend der "Entwege":

…..Zu dieser Zeit vor 45 Jahren wohnte auf Schloss Vöstenhof Emil Spannocchi, seines Zeichens Generaltruppeninspektor des Bundesheeres. Dieser war Kunde in unserem Schmuckgeschäft, und so kam ich mit ihm ins Gespräch.

Meine Bitte war, ob wir uns vom Bundesheer ein Minensuchgerät ausborgen dürften……Einige Tage später rief mich der Kommandant der Pioniere an, und fragte, wie viele Mann ich brauchen werde! Der Herr General hat dazu den Befehl gegeben…..

Dieses Ungetüm von Gerät stammte aus den Beständen der US-Army aus dem 2. Weltkrieg, ist sehr unhandlich und 20 Kilo schwer…..
Wir fanden doch einige Stücke….
Die Suchgeräte sind heute federleicht und leicht zu bedienen. Der Wissenschaft und Forschung entsteht großer Schaden, denn nur rund 1% der Funde werden gemeldet! Der Rest verschwand für gutes Geld am „Kunstmarkt“……..
 
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