Die "Osterburg" bei Haunoldstein

josef

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#1
Auf einer steilen Bergflanke hoch über dem Pielachtal befindet sich die in Privatbesitz befindliche Osterburg:

Besuch anlässlich meiner kleinen Fototour am 13.04.2019:

Eine erste Anlage dürfte im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts errichtet worden sein. Ihre Erbauer sind unbekannt. Um 1200 besaßen die Grafen von Peilstein die Burg als freies Eigen.

In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts war die Burg von Gefolgsleuten der Familie Häusler bewohnt. Sie nannten sich nach der Osterburg. Diese war mittlerweile ein landesfürstliches Lehen geworden. Durch Heirat gelangte sie Anfang des 14. Jahrhunderts an Konrad Eisenbeutel. Die Tursen von Tiernstein erbten um die Mitte des 14. Jahrhunderts den Besitz. Einer Inschrift zufolge ließ Rudolf Turso von Tiernstein 1405 die Burg ausbauen. 1489 übernahmen die Brüder Prüschenk die Herrschaft. 1514 belehnte Kaiser Maximilian I mit ihr den Ritter Hans Geyer.

1584 stattete der Landesfürst, die inzwischen modernisierte Osterburg, mit einem Landgericht aus. 1652 mussten die Geyer die inzwischen schwer verschulde Burg an Georg Wertemann Freiherr von Wertema verkaufen. Dieser gab sie 1653 an Horatius Bucellini Freiherr von Reichenberg weiter. Schließlich kaufte Graf Raimund Montecuccoli, dem die benachbarte Burg Hohenegg gehörte 1668 den Besitz. Ab 1675besaß er ihn als freies Eigen. Die Verwaltung wurde auf Hohenegg und später nach Mitterau verlegt. Die Osterburg wurde verlassen und verfiel. 1766 ließ Zeno Graf Montecuccoli die mittelalterlichen Wehranlagen und einen Teil der Wohnbauten abtragen. Die verbliebene Ruine gehörte bis 1983 der Familie Montecuccoli. Danach ging sie in Privatbesitz über. Ab 1985 wurde sie wieder bewohnbar gemacht und teilweise erneuert.

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Quelle: Wehrbauten in Niederösterreich

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Die Wohnburg ist vom Bergfried durch eine schmale Straße getrennt (Aufnahme 13.04.2019)


Hier gibt es ausführliche Infos zur Burg und weitere Fotos sind im folgenden Beitrag zu sehen...
 

josef

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#2
Fotos zur Osterburg:

1. Die einstige Ruine wurde teilweise wieder für Wohnzwecke renoviert. Von der aus dem Pielachtal den Hang raufführenden steilen Straße ist wegen des starken Bewuchses nicht viel von der Burg zu sehen.
2. Tiefblick in den „Sophienhain“ genannten Einschnitt des Pielachtales unterhalb der Burg westlich Haunoldstein in Richtung Loosdorf.
3. Kurz vor Erreichung der Anhöhe ein weiterer, durch die "Botanik getrübter Blick" auf die Burg.
4. Die schmale Straße trennt die Wohnburg, links über dem Abhang vom Bergfried rechts.
5. Der Bergfried mit der Wehrmauer sicherte die Burg gegen das Bergplateau dahinter (-> Norden). In der rechten oberen Ecke erkennt man einen Teil des zum Besitz gehörenden Meierhofes.
6. Nochmals die Ruine des Bergfrieds.
7. - 9. Die nach Jahren des Verfalls wieder hergerichtete Wohnburg.
10. Blick von der Anhöhe (-> Meierhof) nach Süden: Gut zu erkennen die Straße zwischen Bergfried und Wohnburg, hinter der das Gelände steil zur Pielach abfällt.
 

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